Test: Magnat Quantum 800 Set – High-End-Boxensystem für Film- und Musikfreunde

Magnat Quantum 800 Set im Test
5.1-Boxensystem: Magnat Quantum 800 Set im Test

Wer vergangenes Jahr auf der IFA in Berlin war, konnte sie bereits bestaunen: Magnats neue High-End-Lautsprecher der Quantum-800-Reihe, die einige Parallelen zur Spitzenserie Quantum 1000 aufweist. PLAYER.de hat sich aus der größten Standbox Quantum 807, dem Center-Speaker Quantum 816, dem Regallautsprecher Quantum 803 sowie dem Subwoofer Omega Sub 250 A LTD ein 5.1-Surround-System zusammengestellt. Ist das Set seine 5.150 Euro wirklich wert?

Extreme Klangpräzision und ein edles, schlankes Design im Bauhaus-Stil – das sind laut Magnat die Hauptattribute der neuen 800er-Lautsprecher. Die Hochtöner mit Glasfaserbeschichtung, die aufwendigen akustischen 24-Dezibel-Weichen sowie die Tief- und Mitteltöner aus Aludruckguss sollen dabei aus der übergeordneten Quantum-1000-Serie stammen. Letztere wurden angeblich auf ein „kontrolliertes Schwingverhalten im Übergangsbereich gezüchtet“. In Kombination mit einem hochwertigen AV-Receiver dürfte dem ultimativen Hörerlebnis also nichts mehr im Wege stehen.

Vorteile des Magnat Quantum 800 Sets im Überblick:
+ überragende Tonqualität mit hoher Auflösung und Detailtreue
+ sehr räumlicher und umogener Rundumklang
+ hohe Pegelfestigkeit
+ hochwertige Verarbeitung und edles Design

Nachteile des Magnat Quantum 800 Sets im Überblick:
– Center-Lautsprecher mit eingeschränktem Rundstrahlverhalten

Magnat Quantum 800 Set | Ausstattung und Technik

Abgesehen vom Design und der Leistung sind die Lautsprecher der Quantum-800-Serie vom inneren Aufbau her gar nicht so verschieden. Magnat setzt nämlich auf identische Chassis: einen neu enwickelten Hochtöner mit 25-Millimeter-Gewebemembran und einen Aluminium-Tieftöner, welcher in der Drei-Wege-Standbox Quantum 807 aufgrund seiner breitbandigen Eigenschaften als Mitteltöner verwendet wird. Die Chassis selbst sind mit Keramikpartikeln beschichtet, was der Gewebekalotte nach Herstellerangaben die nötige Steifigkeit gibt, um auch höchste Frequenzen bis 60.000 Hertz wiederzugeben. Allerdings handelt es sich nicht um reine Keramikmembranen.

Massive Bodenplatte des Magnat Omega Sub 250 A LTD
Der Subwoofer des Mangat Omega 800 Sets besitzt einen 26-Zentimeter-Langhubtreiber und eine Bassreflexöffnung, die nach unten zur massiven Bodenplatte abstrahlt

Das strömungsoptimierte Bassreflexsystem der Standlautsprecher soll bei einer Tuning-Frequenz von 32 Hertz sogar sehr tiefe Bässe und hohe Belastungen problemlos verkraften. Eine unkomprimierte Bassynamik erlauben die aufwendig optimierten Magnetsysteme, strömungsoptimierte Körbe aus Aluminium-Druckguss sowie hinterlüftete Schwingspulen. Riesige Bi-Wiring-Anschlussterminals für große Kabelquerschnitte runden die edle Technik der Quantum-800-Serie ab. Apropos Kabel: Die (hochwertige) Innenverkabelung stammt aus dem Hause Oehlbach.

Der Subwoofer Omega Sub 250 A LTD verfügt über eine massive Bodenplatte, welche den vom nach unten abstrahlenden 26-Zentimeter-Langhubtreiber und der Bassreflexöffnung erzeugten Tiefton im Raum verteilt. Im Inneren der Box kommt eine beschichtete und gehärtete Papiermembran sowie ein vom Messtechnik-Spezialisten Klippel optimiertes Magnetsystem zum Einsatz. Vor harten Verzerrungen im Grenzbereich schützt der Echtzeit-Begrenzer der 200-Watt-Endstufe. Diese wurde übrigens mit Toshiba-Transistoren aufgebaut. Für festen Stand sorgen – ebenso wie bei den anderen Lautsprechern der 800-Serie – gummigepufferte Metallfüße. Auf Wunsch lassen sich über das Innengewinde auch die mitgelieferten Spikes montieren.

Hochtöner des Magnat Quantum 807
Magnat hat die Hochtöner der Quantum-800-Lautsprecher mit Keramikpartikeln beschichtet. Tiefere Frequenzlagen sind für die beiden Standboxen Quantum 807 ebenfalls kein Problem

Magnat Quantum 800 Set | Tonqualität

Da alle fünf Lautsprecher über identische Treiber verfügen, ist die Grundvoraussetzung für harmonischen Surround-Sound bereits geschaffen: Das 5.1-Set bietet eine erstklassige tonale Homogenität und klingt im gesamten Mittel- und Hochtonbereich unverfärbt. Allerdings weisen der Center-Speaker und die Regalboxen Quantum 803 einen leichten Anstieg im Grundtonbereich auf, was für einen etwas volleren Charakter sorgt. Dies wirkt sich aber keineswegs negativ auf die Klangqualität aus – eher im Gegenteil: Die Sprecherstimme in der Dokumentation „Arktis Nordost“ zum Beispiel tritt auf diese Weise besonders stark hervor und ist klar verständlich. Schade nur, dass die Mitten in seitlicher Position leicht belegt klingen.

Das Gesamtwerk überzeugt dennoch. So legt das Magnat-Ensemble etwa beim Auftritt der Operndiva im Film „Das fünfte Element“ eine erstklassige Dynamik an den Tag – sei es die leise beginnende Orchestermusik, die hohe Gesangsstimme, die Schießerei in der dazwischen geschnittenen Überfall-Szene oder der Beifall zum Schluss. Ihre exzellenten dynamischen Qualitäten stellen die Lautsprecher auch beim Livekonzert mit Dave Matthes und Tim Reynolds auf der Demo-Blu-ray „The Sound of High Definition“ unter Beweis: Weder die akustischen Gitarren noch die begeisterten Fanschreie kommen zu kurz. Der Subwoofer leistet ebenfalls volle Arbeit und besticht durch kraftvolle Bässe. Lediglich die Schockwellen der explodierenden Waffensysteme in „Iron Man“ könnten etwas mehr Druck vertragen. Hier wäre etwa Nuberts Subwoofer nuLine AW-1300 DSP mit seinem fantastischen Tiefbass genau in seinem Element.

Rundstrahlverhalten des Magnat Quantum 800 Sets
Die Mitten des Center-Speakers Magnat Quanum Center 816 brechen bei Winkeln ab 20 Grad zunehmend ein. Der Höhenabfall ist hingegen nicht hörbar und somit unkritisch

Angesichts der allgemein überzeugenden Surround-Leistung ist es verständlich, dass auch die Stereo-Wiedergabe für das Quantum 800 Set eine leichte Aufgabe ist. Im Lied „I Can See Clearly Now“ des Holly Cole Trios zum Beispiel klingen die Klavieranschläge unglaublich authentisch, ohne dass sich falsche Obertöne einschleichen. Ebenso gut meisten die beiden Frontboxen Quantum 807 den Titel „Travel“ von Marla Glenn: Sowohl der Gesang als auch die Mundharmonika kommen perfekt zu Gehör. Darüber hinaus bestechen die Standlautsprecher durch sehr fein balancierte Klangfarben, die regelrecht zu längeren Hörsessions einladen.

Audiofrequenzgang des Magnat Quantum 800 Sets
Die Audiofrequenzgänge der einzelnen Magnat-Komponenten verlaufen sehr glatt und reichen linear bis etwa 20 Kilohertz

Magnat Quantum 800 Set | Verarbeitung und Bedienung

Rückseite des Magnat Omega Sub 250 A LTD
Auf der Rückseite des Magnat Omega Sub 250 A LTD stehen Regler für die Phaseneinstellung zur Verfügung

Wie man es von einem hochpreisen High-End-System erwarten kann, sind alle Komponenten des Quantum 800 Sets bestens verarbeitet und wirken zudem sehr edel. Das macht sich auch am Gewicht bemerkbar: Der Standlautsprecher Quantum 807 beispielsweise bringt stolze 28 Kilogramm auf die Waage, was vor allem an der sauberen Versteifung im Inneren liegen dürfte. Störende Nebengeräusche und Vibrationen waren im Test nicht auszumachen. Magnat bietet sämtliche 800er-Boxen in der Holzfurnier-Optik „Palisander“ sowie in den Klavierlackvarianten „Piano Weiß“ und „Piano Schwarz“ an.

Die perfekte Einrichtung des 5.1-Sets will natürlich gelernt sein. So dürften einige Nutzer wohl die meiste Zeit damit verbringen, die optimalen Einstellungen im AV-Receiver zu finden. Außerdem spielt die Subwoofer-Phasenlage eine entscheidende Rolle, da nicht nur der Subwoofer, sondern auch die beiden Frontboxen kraftvoll zur Basswiedergabe beitragen. Die Einstellung erfolgt über den Line-Eingang des Omega 250 A LTD, wobei sich Phase und Tiefpassfrequenz per LFE-Schalter überbrücken lassen. Wie die ideale Konfiguration letztendlich aussieht, hängt von der Raumakustik sowie der Aufstellung und den Abständen der einzelnen Lautsprecher ab. Hier hilft also nur, die verschiedenen Optionen auszuprobieren.

Rückseite des Magnat Quantum 807
Platz für breite Strippen: Das Bi-Wiring-Terminal des Standlautsprechers Magnat Quantum 807 kommt auch mit größeren Kabelquerschnitten zurecht

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gut und HighlightPLAYER.de meint:
Egal, ob Partyraum, Wohnzimmer oder Heimkino: Das Magnat Quantum 800 Set beglückt Musikliebhaber und Filmfreunde gleichermaßen mit erstklassigem, dynamischen Rundumklang. Jeder Ton, der die perfekt verarbeiteten Boxen verlässt, klingt äußerst authentisch und holt den Zuhörer so förmlich auf die Bühne beziehungsweise in die Filmkulisse. Die einzelnen Komponenten des 5.1-Surround-Systems sind optimal aufeinander abgestimmt, wobei das Rundstrahlverhalten des Center-Speakers doch etwas zu wünschen übrig lässt. Bei Vorführungen im kleinen Kreis stört das aber kaum. Magnats Quantum 800 Set wird dem High-End-Anspruch also in jedem Fall gerecht und hat sich deswegen uneingeschränkt das PLAYER.de-Qualitätssiegel „Sehr gut“ verdient. Dank der flexiblen Einsatzmöglichkeiten vergeben wir zusätzlich das „Highlight“-Logo.

Weiterführende Links

Magnat Quantum 800 Produktseite

Magnat Quantum 800 Set | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis:
5.144 Euro
Abmessungen Front: 113 x 18,5 x 36,5 cm (Quantum 807) (H x B x T)
Abmessungen Center: 20,8 x 55 x 29,5 cm (Quantum Center 816) (H x B x T)
Abmessungen Surround: 37,2 x 18,5 x 31,5 cm (Quantum 803) (H x B x T)
Abmessungen Subwoofer: 51 x 31,7 x 47 cm (Omega Sub 250 A LTD) (H x B x T)
Boxensystem: 5.1

BEWERTUNG
Tonqualität: Sehr gut
Ausstattung: Sehr gut
Bedienung: Gut
Material + Verarbeitung: Sehr gut
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut