Test: Pioneer BDP-140 – 3D Blu-ray Player mit breiter Formatunterstützung

Pioneer BDP-140 im Test
3D Blu-ray Player: Pioneer BDP-140 im Test

Entstand Pioneers erster 3D-fähiger Blu-ray Player BDP-430 noch in Zusammenarbeit mit Sharp, wird der BDP-140 nun komplett in China gefertigt. Um Billigware handelt es sich trotzdem nicht, legt der Hersteller doch hohen Wert auf eine „überzeugende Audioleistung“. Davon zeugen unter anderem die SACD-Unterstützung und das Gehäuse im HiFi-Look. Ob die Bildqualität dabei zu kurz kommt, verrät der Test von PLAYER.de.

 
De facto hat der BDP-140 einiges auf Lager, wenn auch das Gerät eher mit der Konkurrenz mitschwimmt als sich an die Spitze vorzupreschen. So können zwar alle gängigen Discs abgespielt und sogar eigene Multimedia-Inhalte über Netzwerk gestreamt werden, doch hält sich die Internet-Funktionalität mit lediglich zwei Portalen sehr in Grenzen. Der in etwa gleich teure Philips BDP7600 bietet hier einige mehr. Vielmehr liegen die Stärken des Pioneer-Players in der Bildqualität und den vielen unterstützten Dateiformaten.

Frontseite des Pioneer BDP-140
Das kantige und geradlinige Design des Pioneer BDP-140 erinnert an eine klassische HiFi-Komponente. Über den USB-Anschluss auf der rechten Seite lassen sich zahlreiche Multimedia-Dateien abspielen
 

Vorgestelltes Produkt:
Pioneer BDP140 3D Blu-ray Player (HDMI, DLNA, WLAN Ready, USB 2.0) schwarz
Aktueller Amazon-Preis:


 

Vorteile des Pioneer BDP-140 im Überblick:
+ sehr gute Bildqualität bei Blu-ray und DVD
+ SACD-Unterstützung (DSD-Ton über HDMI)
+ Direktwiedergabe zahlreicher Multimedia-Formate über USB und DLNA
+ Zugriff auf YouTube

Nachteile des Pioneer BDP-140 im Überblick:
– fehlerhafte Farben im RGB-Modus
– keine Wiedergabe von 3D-Fotos im MPO-Format möglich
– wenige Internetdienste

Pioneer BDP-140 | Bildqualität Blu-ray

Videofrequenzgang des Pioneer BDP-140
Der Pioneer BDP-140 besticht durch eine sehr gute Bildqualität bei Blu-ray- und DVD-Wiedergabe

Wie von einem reinrassigen Blu-ray Player zu erwarten, punktet der BDP-140 mit einer erstklassigen 1080p-Wiedergabe. Sämtliche eingelegte Discs werden problemlos verarbeitet, was natürlich auch für unsere obligatorischen Testsequenzen und Testbilder gilt. Sogar exotische 1080/30p-Videos gibt der Player völlig flimmerfrei im Full-HD-Format 1080/60p wieder. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel mit Nikons neuer Profi-DSLR D800 aufgenommene Videos problemlos abspielen. Unpraktisch finden wir nur, dass man die Bildregler bloß bei gestoppter Wiedergabe verwenden kann. Dank der erstklassigen Blu-ray-Bildqualität dürften diese aber ohnehin kaum benötigt werden.

Bildregler des Pioneer BDP-140
Die Bildregler des BDP-140 im Modus "Benutzerdefiniert" ähneln denen des Toshiba BDX3200KE. Leider funktionieren sie nur bei gestoppter Wiedergabe

Pioneer BDP-140 | Bildqualität DVD

Farbraumeinstellung beim Pioneer BDP-140
Im Menü des BDP-140 stehen vier verschiedene HDMI-Farbräume zur Verfügun. Leider werden die Farben im "RGB"-Modus verfälscht

DVDs packt der BDP-140 ebenfalls voller Elan an und bringt sie annähernd auf Full-HD-Niveau. Infolge des Upscalings wirken feine Details allerdings etwas weich gezeichnet, was sich mit dem Schärferegler im Bildmodus „Benutzerdefiniert“ aber kompensieren lässt. Die Vollbildwandlung gelingt im Großen und Ganzen perfekt: Abgesehen von einigen Szenen in „Gladiator“ flimmerten keine der Testsequenzen. Das heißt: Sowohl der kritische Kamerschwenk in „Sechs Tage, sieben Nächte“ als auch die Rummelplatzszene in „Space Cowboys“ werden flimmerfrei wiedergegeben.

 
Wertvolle Pluspunkte kostet jedoch die fehlerhafte Farbwiedergabe im RGB-Modus – damit hat zum Beispiel auch der Toshiba BDX3200KE zu kämpfen. Immerhin lässt sich dieses Problem – genauso wie beim Konkurrenten – mit wenigen Handgriffen aus der Welt schaffen, indem man einfach einen der anderen Farbmodi wählt. In „YCbCr 422“ etwa sind die Farben originalgetreu.

Rückseite des Pioneer BDP-140
Der BDP-140 kommt ohne Lüfter aus. Auf seiner Rückseite befindet sich ein zweiter USB-Port, der den Anschluss eines (separat erhältlichen) WLAN-Adapters ermöglicht. YUV-Ausgänge sucht man vergeblich

Pioneer BDP-140 | Tonqualität

Audiofrequenzgang des Pioneer BDP-140
Der Pioneer BDP-140 liefert einen korrekten Audiofrequenzgang. Anders als beim Philips BDP7600 steht allerdings kein analoger 7.1-Tonausgang zur Verfügung

Als CD- beziehungsweise SACD-Player leistet der Pioneer BDP-140 ebenfalls hervorragende Dienste. Wer einen aktuellen AV-Receiver wie den SC-LX85 aus gleichem Hause besitzt, kann den Ton von SACDs über HDMI als DSD-Ton an das Gerät übertragen. Dieser übernimmt dann auch die Umwandlung in PCM-Ton. Um Mehrkanalton zu genießen, hilft nicht etwa die Taste „CD/SACD“, sondern die danebenliegende „HDMI“-Auflösungstaste weiter.

 
Hochbitformate auf Blu-ray Discs sollten am besten als Bitstreamton übertragen werden, da dieser weniger anfällig für Jitter ist und den besten Klang liefert. Allerdings verzichtete der Hersteller im Vergleich zum (älteren) BDP-430 auf die hauseigene PQLS-Technik, die im Zusammenspiel mit einem modernen Pioneer-Receiver den Jitter reduziert. Analoger CD-Ton klingt zwar ordentlich, dass es aber noch besser geht, beweist der Philips BDP7600.

Pioneer BDP-140 | Features und Bedienung

Fernbedienung des Pioneer BDP-140
Der Signalgeber des Pioneer BDP-140 hinterlässt dank der gebürsteten Aluminium-Oberfläche einen hochwertigen Eindruck, wirkt alelrdings überladen. Die HDMI-Auflösung ist direkt umschaltbar

Das Design des BDP-140 orientiert sich vielmehr an klassischen HiFi-Komponenten als an modernen Blu-ray Playern, zumal auch das Gehäuse mit sechs Zentimetern Bauhöhe sicherlich nicht mehr zeitgemäß ist. Dafür kommt im Inneren aktuelle Technik zum Einsatz: Neben der „PureCinema Progressive Scan“-Technologie für bestes 1080p-Upscaling stellt der Videoprozessor sogar überaus praktische Bildregler für Helligkeit, Kontrast, Farbton, Sättigung und Schärfe sowie einen Rauschfilter bereit. Leider funktionieren diese nur im Stop-Modus.

Anders als beim Onkyo BD-SP309, lässt sich im Menü auch die Halbbildausgabe 576i einstellen. Ebenso stehen dort die HDMI-Farbmodi zur Auswahl. Der Vollbildmodus für Kinofilme und TV-Material wird übrigens automatisch erkannt. Bis der Player eine DVD anspielt, vergehen rund zwölf Sekunden. Komplexen Blu-ray Scheiben mit BD-Java-Menü starten teilweise erst nach 42 Sekunden – so geschehen bei „Men in Black“. Wem das zu langsam ist, kann die Ladezeiten mit der Qucik-Start-Funktion beschleunigen, was allerdings nur mit im Player zurückgelassenen Discs funktioniert. Außerdem erhöht sich dadurch der Standby-Stromverbrauch von 0,2 auf neun Watt. Im Betrieb zieht das Gerät 13,1 Watt aus der Steckdose.

 
 
 

Pioneer BDP-140 | Multimedia-Fähigkeiten

Ganz so spärlich ausgestattet wie der Onkyo BD-SP309 oder der Toshiba BDX3200KE ist Pioneers Blu-ray Player zwar nicht, anspruchsvolle Multimedia-Freunde dürften aber trotzdem kaum auf ihre Kosten kommen. In Sachen Internet-Portale stehen nämlich nur YouTube und Picasa zur Verfügung. Ganz anders sieht die Sache beim DLNA-Streaming und bei der USB-Direktwiedergabe aus. Hier kommt das Gerät mit zahlreichen Multimedia-Formaten zurecht. Videoseitig werden unter anderem DivX HD, AVCHD, MPEG-4, WMV, MKV, MOV, MPEG-2 und TS unterstützt. Ebenso lassen sich Fotos samt Begleitmusik abspielen. Dreidimensionale Bilder im MPO-Format sind dem BDP-140 jedoch fremd.

Internetdienste des Pioneer BDP-140
Kleiner Spielplatz: Der BDP-140 hält in seinem Menü nur zwei Internet-Portale bereit. Eventuell kommen nach einem Firmware-Update weitere Angebote dazu

Auf der Rückseite ist ein weiterer USB-Port verbaut. Dieser dient entweder dem Anschluss eines USB-Sticks für BD-Live-Downloads oder eines separat erhältlichen WLAN-Adapters (AS-WL300). Letzterer ermöglicht die drahtlose Einbindung des Blu-ray Players ins Heimnetzwerk.

PLAYER.de-Testurteil: GutPLAYER.de meint:
Entgegen dem ersten Eindruck, entpuppt sich der Pioneer BDP-140 durchaus als Multimedia-tauglich. Zwar nicht, was die Internetkonnektivität anbelangt, dafür aber umso mehr bei der Dateiwiedergabe über Netzwerk und USB. Schließlich kommt der Player mit nahezu allen gängigen AV-Formaten zurecht. Die Bildqualität lässt keine Wünsche offen: Alle Videoscheiben (3D Blu-rays mit inbegriffen) werden in originalgetreuer Qualität abgespielt. Selbst SACDs stellen kein Problem dar, was vor allem anspruchsvolle Musikfans erfreuen dürfte. Leider bringen die HDMI-Farbfehler im RGB-Modus und die allgemein relativ magere Ausstattung den Pioneer BDP-140 um die Bestnote – PLAYER.de Qualitätssiegel „Gut“.

Pioneer BDP-140 | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis (UVP): 199,- Euro
Abmessungen: 5,8 x 43,5 x 24,9 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: kein Netzschalter
Stromverbrauch Standby: 0,2 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 13,1 Watt

Anschlüsse
HDMI: 1x
Component (YUV): nicht vorhanden
Scart: nicht vorhanden
S-Video: nicht vorhanden
F-BAS: 1x (Cinch)
Digital-Ton: 1x HDMI, 1x Optisch
Analog-Ton: 1x Cinch (2.0)
LAN: 1x
USB: 2x
Sonstige: nicht vorhanden

Wiedergabe
DVD-Medien: alle, außer DVD-RAM
Blu-ray-Medien: -R/-RE
Disc-Formate: Blu-ray, DVD-Video, SACD, CD
Andere Formate: MP3, JPEG (HD), DivX HD, AVCHD, MKV
Info über Datenrate: nein
24p-Ausgabe: ja
3D-Wiedergabe: ja
2D-zu-3D-Konvertierung: nein
BD-Profile 1.1 (Bild-in-Bild): ja
BD-Profile 2.0 (BD-Live): ja
Internet: ja
DLNA: ja
HD-Ton als Bitstream über HDMI: ja
HD-Ton Mehrkanaldecoder: Dolby TrueHD, DTS-HD

BEWERTUNG
Sehtest: Sehr gut
HDMI-Bildauflösung: 100 %
HDMI-Neutralität: Sehr gut
BILDQUALITÄT Sehr gut
Hörtest: Sehr gut
Qualität Digitalton (Jitter): 2,65 %
Analogton Klangtreue: 0,05 dB
Rauschabstand (S/N): 95,8 dB
TONQUALITÄT Sehr gut
Ausstattung: Gut bis befriedigend
Bedienung: Gut
Menü: Gut
Material + Verarbeitung Gut
Startzeit aus Standby 15 Sekunden
Einlesezeit DVD / Blu-ray 12 / 28 Sekunden
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Gut