Test: 3D Blu-ray Player Marantz UD7006 – edler Tonangeber

Marantz UD7006 im Test
3D Blu-ray Player: Marantz UD7006 im Test

Als renommierter HiFi-Spezialist versteht es Marantz, im Audiobereich wortwörtlich den Ton anzugeben. Offensichtlich weiß der japanische Hersteller aber auch, auf die Bedürfnisse bild- und multimediabegeisterter Heimkino-Freunde einzugehen, wie der 3D-fähige Blu-ray Player UD7006 beweist. PLAYER.de hat den 999 Euro teuren Universalspieler unter die Lupe genommen.

 
Ein moderner Blu-ray Player muss mehr können, als nur Filme von Discs wiederzugeben – darüber sind sich Hersteller und Nutzer wohl gleichermaßen einig. Obwohl Marantz relativ spät auf den Blu-ray-Zug aufgesprungen ist, wurde dieser Aspekt beim aktuellen UD7006 berücksichtigt. Die Abkürzung „UD“ steht dabei für „Universal Disc“, kommt das Gerät doch praktisch mit allen gänigen Scheiben inklusive SACD und DVD-Audio zurecht. Darüber hinaus unterstützt es sogar das DLNA-Streaming und den YouTube-Zugriff. Klingt nach einem interessanten Gesamtpaket, das mit knapp 1.000 Euro aber auch seinen Preis hat.

Frontseite des Marantz UD7006
Marantz bietet den UD7006 in den Farbvarianten Gold, Silber, Schwarz und Silber-Gold an. Das Gehäuse ist mit 10,8 Zentimetern relativ hoch

Vorteile des Marantz UD7006 im Überblick:
+ hervorragende Blu-ray-Bildqualität in 2D und 3D
+ exzellente Tonqualität
+ Unterstützung von SACD und DVD-Audio
+ Direktwiedergabe zahlreicher Multimedia-Formate über USB und DLNA
+ hochwertige Verarbeitung

Nachteile des Marantz UD7006 im Überblick:
– DVD-Upscaling mit fehlerhaften Farben
– keine Wiedergabe von 3D-Fotos im MPO-Format möglich
– keine 2D/3D-Konvertierung

Marantz UD7006 | Bildqualität Blu-ray

Mit hochaufgelösten Bewegtbildern kennt sich der UD7006 bestens aus: Egal, ob Kinofilme mit 60 und 24 Bildern pro Sekunde oder selbstgedrehte Full-HD-Videos beziehungsweise HDTV-Übertragungen im 1080/30p-Format – all diese Inhalte kommen perfekt zur Geltung. Bei letzteren sollte allerdings der Progressive-Modus von „Auto“ auf „Film“ umgeschaltet werden, da das Bild ansonsten leicht flimmert. Dafür werden Blu-rays bereits in den Werkseinstellungen mit korrekten Pegeln für Luminanz und Farbe sowie in optimaler Schärfe wiedergegeben – 3D-Streifen mit inbegriffen.

Videofrequenzgang des Marantz UD7006
Sehr gut: Der Videofrequenzgang des Marantz UD7006 verläuft absolut linear
3D-Menü des Marantz UD7006
Optimale 3D-Wiedergabe: Der Nutzer kann im Menü des UD7006 die Diagonale seines 3D-Fernsehers eingeben

In speziellen Testbildern zeigt der Blu-ray Player Schwächen bei der Darstellung ultraschwarzer Bereiche. So war zum Beispiel der dunkelste Balken nicht zu siehen. In der Praxis hat dies zwar keine negativen Auswirkungen auf die Bildqualität, doch wird dadurch gewissermaßen die Justage der Helligkeit am Display erschwert.Für eine automatische Anpassung empfiehlt sich übrigens eine Kalibrierungslösung wie sie etwa Spectracal mit dem neuen C6-Sensor anbietet (PLAYER.de berichtete).

 
Wer die Bildkorrekturen lieber manuell vornimmt, kann beim UD7006 auf diverse Regler zurückgreifen: Mit „Schärfe“ lassen sich etwa feine Details verstärken, während mit „Konturenschärfe“ harte Kanten angehoben werden. Dass aber auch preiswerte Geräte durchaus effektive Korrekturmöglichkeiten an Bord haben, die – anders als beim Marantz – sogar im 3D-Modus wirken, beweist Panasonic mit dem fünfmal günstigeren DMP-BDT110.

Marantz UD7006 | Bildqualität DVD

Als Denons Schwesterunternehmen darf Marantz offensichtlich auf die hochwertige Videotechnik des doppelt so teuren Denon DBP-4010 UD zurückgreifen. Dass sich dies positiv auf die Blu-ray-Bildqualität auswirkt, hat der UD7006 bereits bewiesen. Allerdings wurden damit auch ein paar Mankos übernommen, zumal hochskalierte DVDs leicht verfälschte Farbpegel auf: Grüne Farben erscheinen zu matt, rote hingegen wirken fast ein wenig zu intensiv. Erfreulicherweise lässt sich der „PAL-Upscaling-Bug“ recht schnell aus der Welt schaffen, indem man die HDMI-Auflösung auf 576i oder 576p stellt. Denon hat diesen Fehler beim DBP-4010 UD erst nachträglich mit einem Firmware-Update behoben.

Abgesehen davon gibt es an der Upscaling-Qualität nichts auszusetzen: die Schärfe der hochskalierten DVD-Filme gefällt ebenso wie das De-Interlacing. Selbst unsere altbekannte Testsequenz – der Kameraschwenk am Strand in „Sechs Tage, sieben Nächte“ – läuft im Modus „Auto“ sauber durch. Nicht einmal beim Treffen von Harrison Ford und Anne Heche am Flugplatz treten Flimmerstörungen auf. Die Rummelplatzszene aus „Space Cowboys“ gelingt dem UD7006 zwar nicht ganz so perfekt beziehungsweise flimmerfrei, doch fallen im Vollbildmodus „Film“ auch die letzten Störungen weg.

Rückseite des Marantz UD7006
Gehört zum guten Ton: Der Marantz UD7006 hält auf seiner Rückseite zehn vergoldete Cinchbuchsen bereit, welche der Tonausgabe dienen

Marantz UD7006 | Tonqualität

Audiofrequenzgang des Marantz UD7006
Die analogen Mehrkanalausgänge des Marantz UD7006 liefern einen makellosen Audiofrequenzgang

Ohne näher auf die aufwendige Gehäusekonstruktion und die Tontechnik an sich einzugehen, kann gesagt werden: die Klangqualität des UD7006 ist ein echtes Highlight. Besonders SACD-Liebhaber kommen voll auf ihre Kosten. Vor dem Einlegen der Scheibe sollte man jedoch den „Sound Mode“ von „Stereo“ auf „Multi“ umstellen, damit DSD-Ton (Direct Stream Digital) über HDMI ausgegeben werden kann. Möchte der Nutzer hingegen analogen Mehrkanalton genießen, muss er dazu den HDMI-Ton deaktivieren.

Für welches Tonformat er sich bei der SACD-Wiedergabe letztlich entscheidet, hängt von der Gerätekombination ab. Im Zusammenspiel mit dem AV-Receiver Pioneer SC-LX85 waren die Differenzen zwar minimal, aber dennoch vorhanden: Während zum Beispiel die Streicher und Bläser auf der SACD „In Modern Times“ von Spyro Gyra bei analoger Verbindung etwas angenehmer klangen, überzeugte Dolbys Demo-Blu-ray mit einem dynamischeren HDMI-Bitstreamton.

Audio-Setup des Marantz UD7006
DSD-Ton über HDMI gibt es bei SACDs nur, wenn "HDMI Bitstream" eingestellt ist. Alternativ bietet der UD7006 PCM-Ton und unkomprimierten Analogton
Lautsprecher-Einstellungen des Marantz UD7006
Für Surround-Systeme: In den Audioeinstellungen lassen sich die Pegel und Abstände für bis zu sieben Boxen feinjustieren
Innenleben des Marantz UD7006
Bestens gerüstet: Die Bauteile und Wandler für den analogen Mehrkanalton befinden sich links auf einer großen Audioplatine. Ein Speicher für BD-Live-Inhalte ist ebenfalls an Bord

Marantz UD7006 | Features und Bedienung

Fernbedienung des Marantz UD7006
Weiß auf Schwarz: Die Tasten der Marantz-Fernbedienung sind sehr gut ablesbar und leuchten im Dunkeln

Ausgestattet mit fünf 32-Bit-Audio-D/A-Wandlern PCM-1795 von Burr-Brown sowie hochwertigen Optionsverstärkern, zeichnet sich der UD7006 im Vergleich zum günstigeren Schwestermodell UD5005 durch eine besonders hochkarätige Audiosektion aus. Doch auch in puncto Videoverarbeitung hat der Player nachweislich einiges auf dem Kasten. Hierfür sorgt in erster Linie ein Prozessor aus dem Hause Anchor Bay, der insgesamt 15 Videoregler für detaillierte Bildjustagen zur Verfügung stellt. Mit von der Partie sind unter anderem komplette Schärfe- und Rauschfilter sowie Gammajustagen. Einziger Wermutstropfen: Die Regler funktionieren – wie unter „Bildqualität Blu-ray“ erwähnt – nur im 2D-Modus.

Bedientechnisch weiß der UD7006 umso mehr zu überzeugen. So kann man im 3D-Menü beispielsweise die Diagonale des angeschlossenen Fernsehers in Zoll festlegen, so dass eine optimierte dreidimensionale Darstellung erreicht wird.-  Die Wahl der Auflösung oder die Aktivierung der nativen HDMI-Ausgabe ist sowohl am Gerät als auch über eine Direktaste auf der Fernbedienung möglich. Der Signalgeber hält sogar entsprechende Tasten für die 24p-Wiedergabe, die Display-Helligkeit sowie den Videoequalizer bereit.

Haptisch hinterlässt der Blu-ray Player ebenfalls einen sehr hochwertigen Eindruck. Erwähnenswert ist vor allem das solide Laufwerk, welches Discs ohne störende Geräusche abspielt. Lediglich Blu-rays laufen kurzfristig recht hochtourig und übertönen so den sonst angenehm leisen Lüfter. Die Einlesezeiten liegen in der Regel zwischen 14 und 24 Sekunden. Scheiben mit komplexen BD-Java-Menüs wie zum Beispiel „Men In Black“ laufen erst nach etwa 40 Sekunden an. Ach ja: BD-Live-Features lassen sich dank eines internen Speichers sofort aus dem Internet laden. Ein USB-Stick ist also nicht erforderlich.

Marantz UD7006 | Multimedia-Fähigkeiten

Mit Facebook, Webradios, TV-Mediatheken oder gar frei wählbaren Apps kann der UD7006 im Gegensatz zum Philips BDP7600 zwar nicht aufwarten, doch hat Marantz immerhin an YouTube gedacht. Vielmehr besticht das Gerät durch seine lokalen Abspielmöglichkeiten. Eigene Multimedia-Inhalte können nämlich sowohl über die USB-Schnittstelle als auch via DLNA-Streaming wiedergegeben werden. Erfreulich sind hier vor allem die kurzen Ladezeiten für scharfe Fotos. Die Bilddrehung von Hochformaten erfolgt automatisch. Auf Wunsch kann man Diashows sogar mit Musik untermalen. Schade nur, dass der Player nicht mit 3D-Fotos im MPO- oder JPS-Format zurechtkommt.

Dafür unterstützt er von AVCHD und DivX-HD über MOV und WMV bis hin zum Matroska-Container MKVzahlreiche HD-Videoformate. Einige in 60 Hertz produzierte WMV-Clips laufen jedoch nur ruckelnd mit 50 Hertz. Der DivX-HD-Streifen „Big Buck Bunny“ dagegen wird korrekt mit 24 Vollbildern pro Sekunde ausgegeben – keine Selbstverständlichkeit, wie zum Beispiel Panasonics DMP-BDT110 zeigt.

Netzwerk-Setup des Marantz UD7006
Netzwerkverbindungen stellt der UD7006 ausschließlich über die Ethernet-Buchse her. Der drahtlose Zugriff via WLAN ist nicht möglich

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gut und HighlightPLAYER.de meint:
Obwohl Marantz den Schwerpunkt beim UD7006 auf höchste Klangqualität gelegt hat, weiß der Player auch im Gesamtpaket zu überzeugen: Dank der hochwertigen Videotechnik aus dem Hause Denon liefert er sowohl in 2D als auch in 3D erstklassige Bewegtbilder, die dem nicht gerade günstigen Preis durchaus gerecht werden. Über die fehlerhafte Farbdecodierung bei hochskalierten DVD-Filmen kann man dabei getrost hinwegsehen. Schließlich sorgen die SACD-Unterstützung sowie die Multimedia-Wiedergabe über USB und Netzwerk für weitere wertvolle Pluspunkte, was dem Marantz UD7006 unter dem Strich das PLAYER.de-Qualitätssiegel „Sehr gut“ beschert. Zudem hat er sich dank des überragenden Sounds unser Highlight-Siegel verdient.

Marantz UD7006 | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis (UVP): 999,- Euro
Abmessungen: 10,8 x 44 x 33 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: kein Netzschalter
Stromverbrauch Standby: 0,2 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 25,3 Watt

Anschlüsse
HDMI: 1x
Component (YUV): 1x
Scart: nicht vorhanden
S-Video: nicht vorhanden
F-BAS: 1x (Cinch)
Digital-Ton: 1x HDMI, 1x Optisch, 1x Coaxial
Analog-Ton: 1x Cinch (2.0),1x Cinch (7.1)
LAN: 1x
USB: 1x
Sonstige: nicht vorhanden

Wiedergabe
DVD-Medien: alle, außer DVD-RAM
Blu-ray-Medien: -R/-RE
Disc-Formate: Blu-ray, DVD-Video/-Audio, SACD, CD
Andere Formate: MP3, JPEG, DivX HD, AVCHD, MKV, MPEG
Info über Datenrate: nein
24p-Ausgabe: ja
3D-Wiedergabe: ja
2D-zu-3D-Konvertierung: nein
BD-Profile 1.1 (Bild-in-Bild): ja
BD-Profile 2.0 (BD-Live): ja
Internet: ja
DLNA: ja
HD-Ton als Bitstream über HDMI: ja
HD-Ton Mehrkanaldecoder: Dolby TrueHD, DTS-HD

BEWERTUNG
Sehtest: Sehr gut
HDMI-Bildauflösung: 100 %
HDMI-Neutralität: Sehr gut
BILDQUALITÄT Sehr gut
Hörtest: Sehr gut
Qualität Digitalton (Jitter): 3,36 %
Analogton Klangtreue: 0,1 dB
Rauschabstand (S/N): 102 dB
TONQUALITÄT Sehr gut
Ausstattung: Sehr gut
Bedienung: Gut
Menü: Gut
Material + Verarbeitung Gut
Startzeit aus Standby 19 Sekunden
Einlesezeit DVD / Blu-ray 13 / 24 Sekunden
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut