Retina-Display, LTE und 1080p-Videos: Apples neues iPad im Detail

Apple stellt dritte Generation des iPad vor
"Sehvolutionär"? Die dritte Generation von Apples beliebtem Tablet besticht durch ein hochauflösendes Retina-Display

Gut ein Jahr nach der Vorstellung des iPad 2, geht Apple nun mit der dritten Generation des beliebten Tablet-PCs an den Start, die gewiss nicht nur die Erwartungen der Fangemeinde bei weitem übertrifft.

Das „neue iPad“, wie es schlicht und ergreifend genannt wird, dürfte dank des hochauflösenden Retina-Displays mit unglaublichen 2.048 x 1.536 Pixeln sogar einige Kritiker in seinen Bann ziehen, stellt es doch alle aktuellen Full-HD-Fernseher und externen Monitore in den Schatten. Die Diagonale beträgt nach wie vor 9,7 Zoll (24,6 Zentimeter), woraus sich eine Punktdichte von 264 Pixeln pro Zoll ergibt.

Um den gestiegenen Leistungsanforderungen der HD-Inhalte gerecht zu werden, ist ein neuer A5X-Prozessor mit verbesserter Quad-Core-Grafikeinheit an Bord. Der Chip selbst basiert weiterhin auf „nur“ zwei Kernen, zu deren Taktfrequenz der Hersteller aber keine näheren Angaben gemacht hat. Der Arbeitsspeicher fasst ein Gigabyte.

Mehr Ausdauer

Touchscreen des neuen Apple iPad
Die Home-Taste und der Lautstärkeregler sind die einzigen mechanischen Bedienelemente des iPad. Der Touchscreen des neuen Modells löst höher auf als ein Full-HD-Fernseher: 2.048 x 1.536 Pixel

Trotz stärkerer Leistung soll das neue iPad im Einsatz genauso lange durchhalten wie der Vorgänger. Laut Apple kann man bis zu zehn Stunden via WLAN im Internet surfen oder Musik sowie Videos abspielen. Ein Blick in die technischen Daten verrät allerdings, dass der fest eingebaute Lithium-Polymer-Akku nun eine Kapazität von 42,5 statt 25 Wattstunden bietet. Dadurch ist das Gehäuse um 0,6 Millimeter dicker geworden (241,2 x 185,7 x 9,4 Millimeter).

Das Gewicht beträgt 652 Gramm bei der WLAN-Variante und 662 Gramm beim 4G-Modell. Richtig gelesen: Letzteres kommt mit dem neuen 4G- beziehungsweise LTE-Mobilfunkstandard (Long Term Evolution) zurecht, so dass jetzt Datenraten von bis zu 73 Megabit pro Sekunde möglich sind. Schade nur, dass die Netzanbieter in Deutschland andere Frequenzen als in den USA verwenden. Die Nutzer müssen hierzulande also mit herkömmlichem UMTS Vorlieb nehmen.

Dank der „Personal Hotspot“-Funktion sollen mittels Bluetooth, USB oder WLAN bis zu fünf weitere Geräte eine Internetverbindung über das iPad herstellen können.

Fotoarchiv auf Apples neuem iPad
Mobile Kreativität: Das iPad bietet dem Fotografen mit der entsprechenden App nicht nur die Möglichkeit, Alben anzulegen oder Fotos zu archivieren, sondern diese auch direkt nachzubearbeiten

1080p-Aufnahme

Deutliche Verbesserungen wurden auch an der Kamera vorgenommen – zumindest an der rückseitigen. Während die FaceTime-Kamera oberhalb des Displays nämlich wie beim iPad 2 nur für Videotelefonate via FaceTime oder allenfalls für Aufnahmen in VGA-Qualität zu gebrauchen ist, schafft es der Sensor der neuen „iSight“-Kamera auf fünf Megapixel. So soll der Tablet-PC jetzt angeblich in echter Full-HD-Auflösung (1080p) mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde filmen.

Verwacklungsfreie Clips garantiert dabei ein integrierter Bildstabilisator. Die Scharfstellung erfolgt entweder manuell per Fingertipp oder automatisch über den Autofokus. Um Farbverfälschungen infolge von Infrarotlicht zu vermeiden, befindet sich direkt vor dem Sensor ein IR-Sperrfilter. Die Lichtstärke des aus fünf Linsen bestehenden Miniobjektivs wird mit f/2,4 angegeben.

iPhoto-App auf Apples neuem iPad

Neues Betriebssystem

Siri-Assistent auf dem Apple iPhone 4S
Der Siri-Assistent im iPad eignet sich nur zum Diktieren von Texten. Konkrete Sprachbefehle wie beim iPhone 4S werden (noch) nicht unterstützt

Auf dem neuen iPad ist standardmäßig das derzeit aktuellste iOS-Betriebssystem der Version 5.1 vorinstalliert. Dieses gestattet unter anderem das Löschen von Fotos aus Streams und unterstützt darüber hinaus die Spracherkennung auf Deutsch, Englisch, Französisch und Japanisch – Stichwort: Siri. Der erstmals im iPhone 4S vorgestellte Assistent wurde jedoch abgespeckt. Man kann nämlich bloß Texte diktieren, indem man das Mikrofon-Symbol auf der eingeblendeten Tastatur berührt. Das iPad selbst lässt sich – anders als Apples Smartphone – nicht per Stimmbefehl bedienen. Ob dieses Feature zu einem späteren Zeitpunkt nachgerüstet wird, steht noch offen.

Werkzeug für Fotografen

Besonders interessant für Fotografen dürfte die App „iPhoto“ sein, die das Retina-Display und die intuitiven Multitouch-Gesten des Geräts angeblich voll ausnutzt. Die auf dem iPad gespeicherten Fotos können mit einfachen Berührungen ausgewählt, Seite an Seite verglichen und die besten davon gleich markiert werden. Außerdem sind Nachbearbeitungen möglich. So lassen sich entweder voreingestellte Effekte anwenden oder eigene Anpassungen vornehmen. Hierfür kommt der „Fingerspitzen-Pinsel“ zum Einsatz, mit dem man das Bild laut Apple punktgenau „verbessern und retuschieren“ kann. Die iPhoto-Applikation ist im App Store für 3,99 Euro zu haben.

Darüber hinaus hat Apple die beiden Apps „iMovie 1.3“ und „GarageBand 1.2“ vorgestellt, mit denen man Videos nachbearbeiten beziehungsweise eigene Musik komponieren kann.

Kleiner Tipp: Mithilfe des separat erhältlichen „Apple iPad Camera Connection Kit“ für 20 Euro ist die Kamera zwecks Datenübertragung direkt via USB an den Tablet-PC anschließbar. Unterstützt werden sowohl Fotos im JPEG- und RAW-Format als auch gängige Videoformate (einschließlich H.264 und MPEG-4). Alternativ lassen sich die Inhalte direkt von der SD-Karte kopieren.

Camera Connection Kit für das Apple iPad
Mit Apples Camera Connection Kit lassen sich Fotos und Videos von Digitalkameras direkt auf das iPad übertragen - entweder via USB oder über den (mitgelieferten) SD-Kartenleser

Zukunftsmusik?

Das Hauptargument für das neue iPad ist ohne Frage sein extrem hochauflösendes Retina-Display. Schließlich bringen die 2.048 x 1.536 Bildpunkte sogar aus normaler Betrachtungsentfernung jedes noch so kleine Detail zum Vorschein. Welcher Filmer oder Fotograf würde den Tablet-PC da nicht gerne als externen Live-View-Monitor verwenden? Apple selbst offensichtlich nicht, hat man derzeit doch weder software- noch hardwareseitig die Möglichkeit dazu. Dabei würde sich gerade hier Intels „Wireless Display“-Technologie anbieten, die beispielsweise den Fernseher auf Knopfdruck in einen PC-Monitor verwandelt – kabellos wohlgemerkt! Bleibt also zu warten und zu hoffen, dass es in naher Zukunft eine entsprechende Lösung gibt.

Das neue iPad soll am 16. März in den Farben Schwarz und Weiß auf den Markt kommen. Die Preise lauten wie folgt:

  • iPad (Wi-Fi, 16 GB): 479,- Euro
  • iPad (Wi-Fi, 32 GB): 579,- Euro
  • iPad (Wi-Fi, 64 GB): 679,- Euro
  • iPad (Wi-Fi + 4G, 16 GB): 599,- Euro
  • iPad (Wi-Fi + 4G, 32 GB): 699,- Euro
  • iPad (Wi-Fi + 4G, 64 GB): 799,- Euro

PLAYER.de meint:
Mehr Auflösung als ein Full-HD-Fernseher auf „nur“ 9,7 Zoll Diagonale? So richtig fassen können wir das immer noch nicht – und doch ist es wahr. Mindestens genauso vielversprechend ist da der neue Prozessor, dessen Grafikeinheit mit vier Kernen aufwartet. Etwas ärgerlich finden wir allerdings den abgespeckten Siri-Assistenten, zumal die Preise nicht gerade niedrig sind. Ein Kassenschlager dürfte Apples neuer Tablet-PC aber auf jeden Fall werden – mal wieder.