Workshop: Bilder verlustfrei vergrößern und verkleinern

PLAYER.de-Workshop: Bildskalierung
Gewusst wie: Fotos verlustfrei skalieren (Bild: -© Cornerstone / PIXELIO)

Wie vergrößert man Fotos, möglichst ohne Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen? Vor allem komprimierte Internetgrafiken und Aufnahmen älterer Digitalkameras sind in ausgedruckter Form nur wenige Zentimeter groß. PLAYER.de erklärt, wie sich dank Spezialsoftware digitale Bilder nahezu verlustfrei am Computer skalieren lassen.

Ließ das Auflösungsvermögen von Digicams bis vor wenigen Jahren noch keine über das A4-Format hinausgehenden Fotoausdrucke zu, sind für aktuelle Geräte selbst Poster- und Plakatdimensionen kein Problem. Doch wie bekommt man die niedrig aufgelösten, kleineren Bilder nachträglich auf diese Größe? Sie mit einem herkömmlichen Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop oder GIMP hochzuskalieren, wäre die einfachste Möglichkeit. Bei der Qualität machen dem Fotografen dann allerdings grobpixelige Klötzchen und Unschärfen einen Strich durch die Rechnung.

Umgekehrt ist übrigens häufig auch das Verkleinern mit derartigen Qualitätsverlusten behaftet – von Kompressionsartefakten ganz zu schweigen. Leider können daran auch noch so leistungsfähige Schärfungswerkzeuge nur wenig ändern. Abhilfe schafft hier erst eine eigens zum Vergrößern und Verkleinern von Fotos entwickelte Software-Lösung. Wir zeigen, wie gut diese funktioniert.

Modernste Technik

Installation des Photoshop-Plug-ins von PhotoZoom 4 Pro

Zugegeben: Ganz neu ist das „PhotoZoom“ genannte Programm nicht, zumal es bereits in der vierten Version vorliegt. Diese wiederum wird in die beiden unterschiedlich ausgestatteten Varianten „Classic“ und „Pro“ aufgeteilt: Während Letztere über den vollen Funktionsumfang verfügt, muss der Nutzer bei „PhotoZoom 4 Classic“ unter anderem auf das Plug-in für Adobe Photoshop, die Stapelverarbeitung, die Multikernprozessor-Unterstützung sowie die Möglichkeit der Speicherung von CMYK-Daten verzichten.

Die maximale Auflösung ist auf 300.000 x 300.000 Pixel beschränkt (bei „PhotoZoom 4 Pro“ auf eine Million mal eine Million Pixel). Darüber hinaus fehlt der optimierte „S-Spline Max“-Interpolationsalgorithmus mit zusätzlichen Feinabstimmungs-Tools und frei definierbaren Voreinstellungen. Die Technologie errechnet automatisch fehlende Informationen für die Vergrößerung, sodass Konturen scharf und Strukturen erhalten bleiben.

Schnell und zuverlässig

Verschiedene Versionen der PhotoZoom-Software

Das Programm arbeitet sowohl unter Windows (XP , Vista und 7) als auch unter Mac OS X (ab 10.4), wobei 32-Bit- und 64-Bit-Betriebssysteme gleichermaßen unterstützt werden. Die Anforderungen an den Computer sind verhältnismäßig gering. So sollte der Windows-Rechner mindestens über einen Pentium-4-ähnlichen Prozessor mit 1,2 Gigahertz sowie einen Arbeitsspeicher von 512 Megabyte beziehungsweise 256 Megabyte bei Windows XP verfügen. Beim Mac genügen sogar nur 128 Megabyte.

Speziell für die Stapelverarbeitung unter „PhotoZoom 4 Pro“ und fließende Abläufe empfiehlt sich dennoch ein möglichst leistungsfähiges System. Bei der manuellen Skalierung wird zwar die Vorschau innerhalb weniger Sekunden angezeigt, der Vorgang selbst dauert − je nach Foto und Interpolationsmethode − aber bis zu mehreren Minuten.

Bilder groß rausbringen

Egal, ob das zu skalierende Foto als JPEG-, TIFF -, PNG- oder GIF-Datei vorliegt: „PhotoZoom 4“ akzeptiert neben diesen gängigen Grafikformaten noch viele weitere, darunter sogar Exoten wie DIB, VDA, ICB und VST. Die Bilder können konventionell über den entsprechenden Button geöffnet oder einfach per Drag-and-Drop auf die Arbeitsfläche gezogen werden, wobei sich jeweils immer nur ein Bild laden lässt. Wer also ganze Fotosammlungen verarbeiten möchte, sollte lieber zu „PhotoZoom 4 Pro“ mit Stapelverarbeitung greifen.

Das in die Pro-Variante integrierte Automations- und Export-Plug-in funktioniert übrigens nicht nur mit Photoshop, sondern auch mit den günstigeren Lösungen „Adobe Photoshop Elements“, „Corel Paint Shop Pro“ sowie „Corel Photo-Paint“. Im Stand-Alone-Betrieb gefallen allerdings beide Programmversionen durch ihre sehr übersichtliche Benutzeroberfläche, die selbst Laien auf Anhieb verstehen dürften.

Bildskalierung in PhotoZoom 4

Alle wichtigen Bedienelemente finden sich im linken Bereich: Die Software zeigt stets die Originalgröße des geladenen Bildes an und hält darunter verschiedene Regler für die Skalierung bereit. So ist entweder das Foto prozentual beziehungsweise auf eine bestimmte Auflösung skalierbar oder aber die gewünschte Druckgröße in Millimetern, Zentimetern, Zoll, Pica und Punkten einstellbar.

Ebenso lässt sich die Pixeldichte für den Ausdruck festlegen. Als Vergrößerungsmethode stehen von „Nächster Nachbar“ über „Bikubisch“ bis hin zur „S-Spline-Technik“ verschiedene Interpolationsalgorithmen zur Auswahl. In „PhotoZoom 4 Pro“ kann man die jeweiligen Voreinstellungen sogar noch feinjustieren.

INFO: Die Bildinterpolation

Die Bildinterpolation steht als Sammelbegriff für mehrere Verfahren zur Vergrößerung von Pixelgrafiken. Konkret werden dabei neue Pixel mithilfe eines Algorithmus generiert. Dies geschieht in der Regel entweder durch die „Pixelwiederholung“, indem die Software einfach den benachbarten Pixel kopiert. Oder durch das „bilineare Verfahren“, bei dem der einzelne Bildpunkt anhand von vier umliegenden Pixeln ermittelt wird. Auch die „bikubische Neuberechnung“ ist eine Möglichkeit: Sie errechnet einzelne Pixel anhand sogenannter „kubischer Splines“ acht umschließender Pixel. S-Spline ist eine Weiterentwicklung dieses Verfahrens.

Richtig aufgeblasen

Anpassbare Voreinstellungen in PhotoZoom 4 Pro
Die Voreinstellungen der Algorithmen lassen sich in der Pro-Version einfach an die eigenen Bedürfnisse anpassen

Selbstverständlich kann selbst die modernste Technik nur ein neues Bild generieren, nicht aber fehlende Information herbeizaubern. So sind zum Beispiel unlesbare, weil zu kleine Texte im Original auch nach der Vergrößerung nicht lesbar. Zwar wirkt die Nachschärfung mancher Konturen und Strukturen etwas übertrieben (um nicht zu sagen unnatürlich), doch lässt „PhotoZoom 4“ im Großen und Ganzen trotzdem kaum Wünsche offen. Zumal die „S-Spline Max“-Technologie qualitativ sogar Photoshops bekannte „bikubische Berechnungsmethode“ übertrifft.

Auf diese Weise können laut Entwickler 30 Zentimeter breite Bilder „ohne nennenswerten Qualitätsverlust“ auf bis zu 84 Meter ausgedehnt werden. Beim Betrachten sollte dann aber schon ein gewisser Abstand eingehalten werden. Dreht man übrigens alle Regler auf Anschlag, liegt die (unkomprimierte) Dateigröße des Fotos bei über einem Terabyte – wohl dem, dessen Festplatte genügend Speicherkapazität bietet.

 

Bildvergrößerung durch Pixelwiederholung
Pixelwiederholung: Beim Großziehen auf 350 Prozent bleiben die harten Kanten der Bildpunkte erhalten, wodurch das Foto zu verpixelt wirkt

Bildvergrößerung mit PhotoZoom 4
Bildvergrößerung mit Photoshop
Bikubisch: Die bikubische Vergrößerung von Photoshop macht die Übergänge zwischen den Pixeln weicher - dadurch treten an den Kanten aber Unschärfen auf

Das aktuelle „PhotoZoom 4“ kostet regulär 69 Euro (Classic) beziehungsweise 169 Euro (Pro). Auf Amazon.de ist letztere Version sogar schon für die Hälfte zu haben. Wer sich vor dem Kauf persönlich von der Software überzeugen will, findet im Internet unter www.benvista.de zahlreiche Beispielbilder sowie eine kostenlose Testversion.

 

Vorgestelltes Produkt:
PhotoZoom 4 Pro
Aktueller Amazon-Preis:


 

PLAYER.de meint:
Das Skalieren von Bildern gelingt mit- „PhotoZoom 4“ erstaunlich gut – zumindest bis zu einem gewissen Maß. Dazu trägt besonders die „S-Spline Max“-Technologie bei, welche qualitativ sogar die Algorithmen des Bildbearbeitungs-Platzhirsches Photoshop übertrumpft. Wunder vollbringen kann das Programm natürlich nicht. So lassen sich aus ohnehin schon zu niedrig aufgelösten Fotos auch keine riesigen Poster und Plakate mehr machen. In unserem Test konnten wir einige Bilder aber um bis zu 400 Prozent ohne nennenswerte Qualitätsverluste großziehen.

Weiterführende Links:
Pixelio.de