Das Erste zeigt „Fish Tank“ in HDTV

Fish Tank
"Fish Tank " am 12.02.2012 um 23:35 Uhr auf ARD HD

Heute am Sonntag, den 12.Februar 2012 um 23:35 Uhr zeigt Das Erste als KinoFestival das britische Filmdrama aus dem Jahr 2009 „Fish Tank“ in HD-Auflösung.

Der Spielfilm dauert 120 Minuten und wird im 720p-Standard ausgestrahlt.

Die ARD schreibt:

Die 15-jährige Schulabbrecherin Mia hat eine große Klappe, und wenn ihr jemand dumm kommt, dann knallt es. Mit ihrer alleinerziehenden Mutter und einer vorlauten kleinen Schwester lebt sie in einer Arbeitersiedlung im Osten Englands. Die Freizeit verbringt sie meist alleine in einer leer stehenden Wohnung, wo sie eifrig Tanzschritte übt, denn Mia träumt von einer Karriere als Breakdancerin für TV-Videos. Der neue Freund ihrer Mutter stärkt die Pubertierende in ihren künstlerischen Ambitionen. Es dauert nicht lange, bis der vaterlos aufgewachsene Teenager seinem virilen Charme verfällt.

Autorenfilmerin Andrea Arnold wirft einen authentischen-aber nie belehrenden-Blick auf die britische Unterschicht. Ihre mitreißende Milieustudie überzeugt dank der beeindruckenden Präsenz von Newcomerin Katie Jarvis und Michael Fassbender.

Die 15-jährige Mia (Katie Jarvis) lebt in einer Sozialbau-Siedlung an der Ostküste Englands. In letzter Zeit geht es bei ihr nur noch begab. Gerade ist der rebellische Teenager von der Schule geflogen, die beste Freundin kehrt ihr den Rücken, und ihre vorlaute kleine Schwester Tyler (Rebecca Griffiths) nervt ohne Ende. Und dann erfährt Mia von ihrer Rabenmutter Joanne (Kierston Wareing) auch noch, dass die sie eigentlich abtreiben wollte: „Ich hatte schon einen Termin.“ Aus Frust lässt Mia sich immer häufiger volllaufen. Genug Fusel bleibt bei den ausgelassenen Partys ihrer Mutter immer übrig.

Nur wenn sie in einer leer stehenden Wohnung ganz für sich alleine Breakdance-Schritte übt, kann Mia durchatmen. Ein Lichtblick ist auch Connor (Michael Fassbender), der neue Freund ihrer Mutter. Er sieht blendend aus, hat einen festen Job im Baumarkt und ermuntert Mia, mit einem selbst gedrehten Video an einem Tanzwettbewerb teilzunehmen. Bei einem gemeinsamen Ausflug ins Grüne kommt sogar ein Anflug familiärer Wärme auf. Doch unversehens fällt Connor aus der Rolle: Er schläft mit dem emotional ausgehungerten Mädchen und macht sich daraufhin aus dem Staub. Mia spürt ihn auf und findet zu ihrer Bestürzung heraus, dass er bereits eine Ehefrau und eine kleine Tochter hat. Das Mädchen bekommt Mias ganzen Zorn zu spüren.

Mit dieser aufwühlenden Studie über den schmerzlichen Reifungsprozess einer jungen Frau gelang Andrea Arnold, 2005 für ihren Kurzfilm „Wasp“ mit einem Oscar ausgezeichnet, der große Wurf. Das unprätentiöse Sozialdrama lebt von der Präsenz der großartigen Katie Jarvis. Die von der Straße gecastete Laienschauspielerin entstammt jenem Milieu, dessen Verhaltenscodes sie im Film perfekt darstellt. Dokumentarisch genau und ohne die übliche Psychologisierung beobachtet die Autorenfilmerin halt- und perspektivlose Familienverhältnisse: Mias Mutter wirkt mit ihrem obszönen Minirock wie eine konkurrierende große Schwester, von der weder Zuneigung noch Geborgenheit zu erwarten ist.

Ihr charmanter Freund gibt sich väterlich, weil er ein Auge auf das Mädchen geworfen hat. Die Rolle des Taugenichts Connor steigerte die Popularität des charismatischen Michael Fassbender, der danach mit Hauptrollen in David Cronenbergs „Eine dunkle Begierde“ und in „X-Men: Erste Entscheidung“ seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellte.

PLAYER.de meint:
Bei den internationalen Filmfestspielen 2009 in Cannes war dieser Film u.a. für die Goldene Palme nominiert und hat den Preis der Jury erhalten. Nicht nur Eltern mit Töchter sollten sich diesen Film anschauen…