Test: Quato Intelli Proof 240 LED ex – bunt, bunt, bunt sind alle meine Bilder

Quato Intelli Proof 240 LED excellence im Test
Monitor: Quato Intelli Proof 240 LED excellence im Test

„Made in Germany“, wie man es von einem deutschen High-End-Hersteller eigentlich erwartet, ist der Intelli Proof 240 LED excellence zwar nicht, aber dafür bietet das Display aus dem Hause Quatographic trotzdem alles, was sich Fotografen und Grafiker wünschen: große Bildfläche, scharfe Auflösung und hohe Farbtiefe. Was der Monitor wirklich auf dem Kasten hat, verrät der PLAYER.de-Praxistest.

Was haben die professionelle Fotografie und die druckreife Bildbearbeitung am Computer gemeinsam? Richtig, beide Passionen können jede Menge Geld verschlingen. Hat man für die Kameraausrüstung bereits Unsummen ausgegeben, müssen für einen High-End-Monitor wie den Intelli Proof 240 LED excellence des deutschen Farbmanagement-Spezialisten Quatographic (kurz: Quato) noch einmal stolze 2.670 Euro dran glauben – zumindest in der von uns getesteten Top-Variante mit dem Kolorimeter „Silver Haze Pro“. Dieses macht knapp 170 Euro des genannten Preises aus. Das 24-Zoll-Display selbst präsentiert sich mit beigelegtem Kalibrierungsprotokoll und Lichtschutzblende als echtes Arbeitstier.

Quato Intelli Proof 240 LED excellence im Praxiseinsatz
Der Quato Intelli Proof 240 LED excellence richtet sich sowohl an Fotografen als auch an Grafiker, die eine originalgetreue und farbechte Bilddarstellung wünschen

Vorteile des Quato Intelli Proof 240 LED excellence im Überblick:
+ homogene Darstellung
+ gute Blickwinkelstabilität
+ sehr großer Farbraum
+ viele Einstellmöglichkeiten

Nachteile des Quato Intelli Proof 240 LED excellence im Überblick:
– hoher Preis
– teils übersättigte Farben
– keine automatische Quellenerkennung

Quato Intelli Proof 240 LED ex | Technik

Kalibrierung des Quato Intelli Proof 240 LED excellence mit einem Kolorimeter

Der optimal auf die Bedürfnisse von anspruchsvollen Fotografen, Grafikern und Vorstufenprofis abgestimmte Intelli Proof 240 LED excellence löst nicht nur 1.920 x 1.200 Pixel bei 30 Bit Farbtiefe auf, sondern garantiert zudem eine 48-Bit-Kalibrierungspräzision sowie einen physikalischen Farbraum von 100 Prozent bezogen auf Adobe RGB. Dadurch deckt der Monitor praktisch alle wichtigen Farb- und Videostandards ab. So kann das Gerät die kleineren Farbräume sRGB, SMPTE-C und ITU BT.709 per Einstellung simulieren.

Als Hintergrundbeleuchtung kommt die RGB-LED-Technologie zum Einsatz, die das S-IPS-Panel mit 60 Zentimeter Diagonale mit bis zu 250 Candela pro Quadratmeter (cd/m-²) ausleuchtet. Das typische Kontrastverhältnis gibt Quato mit 1.000:1 an. Um die Homogenität kümmert sich die „Area Dimming Control“ (ADC) mit aktiver 105-Feld-Luminanz- und Farbkorrektur. Die Reaktionszeit liegt bei zwölf Millisekunden.

An Anschlüssen hält der Monitor je einen HDCP-kompatiblen DVI-D- (digital) und DVI-I-Ausgang (digital/analog) sowie einen Zehn-Bit-DisplayPort bereit – auf HDMI und VGA wurde verzichtet. Ferner befindet sich auf der Rückseite ein USB-Hub mit zwei Ausgängen zum Anschluss eines Kolorimeters, einer Tastatur oder einer Maus. Der Hub funktioniert allerdings nur in Verbindung mit dem Rechner. Alle erforderlichen Kabel sind im Lieferumfang enthalten.

Anschlüsse des Quato Intelli Proof 240 LED excellence
Auf der Rückseite des Quato-Monitors finden sich lediglich der USB-Hub, zwei DVI-Eingänge (analog/digital) sowie der DisplayPort

Neben dem optional mitgelieferten „Silver Haze Pro“-Kolorimeter kommt das Display übrigens auch mit den Farbmessgeräten der EyeOne-Serie, dem X-Rite DTP-94, dem Monaco Optix XR sowie der Spyder-Reihe von Datacolor beziehungsweise Colorvision zurecht. Mittels VESA-Halterung lässt sich der Monitor auf einen Schwenkarm oder an die Wand montieren.

Die Bildschirmoberfläche ist matt gehalten, wodurch störende Spiegelungen und Reflexionen deutlich reduziert werden. Um seitlichen Lichteinfall zu vermeiden, legt der Hersteller eine aus drei Teilen zusammensteckbare Lichtschutzblende mit samtigem Innenbezug bei. Die Befestigung erfolgt über Klettverschlüsse.

Quato Intelli Proof 240 LED ex | Bedienung

Drehrädchen und Lichtblendenbefestigung des Quato Intelli Proof 240 LED excellence
Die Einstellung über das Drehrädchen ist anfangs zwar etwas fummelig, erweist sich im Allgemeinen aber dennoch als komfortabel - die Lichtschutzblende wird mittels Klettverschluss am Monitor befestigt

Obwohl die LED-Hintergrundbeleuchtung eigentlich weniger Platz als die CCFL-Technik benötigt, fällt das Panel allein, also ohne Standfuß und Blende, mit knapp 60 x 39 x 10 Zentimetern (B x H x T) ziemlich sperrig aus. Mit montiertem Fuß hat der Nutzer stolze 15 Kilogramm aus dem Pappkarton zu hieven, was die Aufstellung zu einer kleinen Kraftprobe macht. Immerhin wird in einer Bildanleitung gezeigt, wie man Quato-Monitore richtig auspackt.

Anders als von modernen Displays gewohnt, erkennt der Intelli Proof 240 LED excellence selbst nach der Treiberinstallation nicht automatisch, an welchen der vier Signaleingänge (DVI-I analog, DVI-I digital, DVI-D und DisplayPort) ein Kabel angeschlossen wurde.

Als Bedienelement dient lediglich ein Drehrädchen auf der rechten Seite. So lässt sich der Bildschirm mit einem langen Druck ein- beziehungsweise ausschalten oder durch Drehung und kurze Betätigung der Taste über das OSD-Menü einstellen. Die Konfigurationsmöglichkeiten reichen dabei von der Wahl des gewünschten Farbraums über klassische Einstelloptionen wie Helligkeit, Kontrast oder Sättigung bis hin zu einer präzisen Anpassung des Farbtons.

Screenshot: Adaptives Kontrastmanagement des Quato Intelli Proof 240 LED excellence
Screenshot: Eingangswahl des Quato Intelli Proof 240 LED excellence
Ärgerlich: Das Display erkennt die angeschlossene Quelle nicht automatisch - sie muss manuell ausgewählt werden
Screenshot: Bildeinstellungen des Quato Intelli Proof 240 LED excellence
Der Intelli Proof 240 LED excellence bietet auch die Möglichkeit, allgemeine Bildeinstellungen zu verändern

 

Screenshot: Voreingestellte Farbräume des Quato Intelli Proof 240 LED excellence
Im OSD-Menü stehen fünf voreingestellte Farbräume sowie ein neutraler Modus zur Auswahl
Screenshot: Einstellmöglichkeiten in der "iColor Display"-Software
Screenshot: OSD-Positionierung des Quato Intelli Proof 240 LED excellence
Das OSD-Menü kann zudem an einer beliebigen Stelle des Bildschirms positioniert werden

Um die Farbwiedergabe zu perfektionieren, liegt dem Intelli Proof 240 LED excellence die Software „iColor Display 3“ bei. Die Monitorkalibrierung funktioniert mit einer ganzen Reihe von Kolorimetern (siehe „Technik“). Passend zur komplexen Thematik bietet das Programm tief gehende Einstellmöglichkeiten, die vor allem Profis erfreuen. So sind unter anderem der Farbumfang, die chromatische Adaption und der Profiltyp getrennt festlegbar. Das Farbmessgerät lässt sich mittels Klettstreifen direkt an der Lichtschutzblende befestigen.

Screenshot: Feinabstimmung in der "iColor Display"-Software

Auf Wunsch können nach der Kalibrierung diverse Feinabstimmungen sowie Profiltests vorgenommen werden. Leider geht diese Funktionsvielfalt stark zu Lasten der Übersichtlichkeit, was viele Anwender zum Lesen des umfangreichen Handbuchs auf der CD verleiten dürfte. Das Display kann um 15 Grad nach hinten beziehungsweise um fünf Grad nach vorne gekippt und um 14 Zentimeter in der Höhe verstellt werden. Zudem gestattet der im Fuß eingebaute Drehteller Rotationen von -75 bis +75 Grad. Der einfache Wechsel zwischen Hoch- und Querformat ist ebenfalls möglich.

Quato Intelli Proof 240 LED ex | Bildqualität Fotowiedergabe

Farbraumemulation des Quato Intelli Proof 240 LED excellence
Der Quato-Monitor bietet dank RGB-LED-Backlight eine deutlich größere Farbraumabdeckung als herkömmliche CCFL-Displays - das schwarze Dreieck stellt den Adobe-RGB-Standard dar

Beim Intelli Proof 240 LED excellence sehen wir rot – allerdings im wörtlichen Sinne. Denn der Quatographic-Monitor stellte in unserem Test vor allem Rottöne in einer nie gesehenen Brillanz dar. Auch die anderen beiden Primärfarben (Blau und Grün) erscheinen extrem knallig, was auf einen erweiterten Farbraum hinweist. Man muss nicht einmal Profi sein, um die Erweiterung mit bloßem Auge zu erkennen.

Natürlich haben wir den Bildschirm trotzdem im Labor der AV T.O.P. Messtechnik GmbH durchgemessen und sind zu interessanten Ergebnissen gekommen: Im Werkszustand wird der Adobe-RGB-Farbraum nicht nur abgedeckt, sondern sogar vollständig umschlossen. Das verwundert angesichts der RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung kaum, da diese Technik im Vergleich zu herkömmlichen weißen Dioden und CCFL-Kaltkathodenröhren ohnehin eine deutlich höhere Farbsättigung erreicht.

Viel erstaunlicher ist hingegen die Tatsache, dass sich daran auch nach der Kalibrierung mit dem optional mitgelieferten Hard- und Softwarepaket ausgesprochen wenig ändert: Die Farbraum-Einschränkung fällt minimal aus – das Rot leuchtet in seiner bisherigen Intensität weiter. Lediglich die Grautöne wurden nachweislich verbessert.

Da die LEDs allesamt hinter dem Panel angeordnet sind, bietet der Intelli Proof 240 LED excellence eine sehr gute und homogene Ausleuchtung. Aufhellungen konnten wir selbst bei maximaler Helligkeit (250 Candela pro Quadratmeter) nicht erkennen. Der aktive ADC-Flächenabgleich zeigt also durchaus Wirkung. Typisch für die eingesetzte LED-Technologie ist die spektrale Lichtverteilung, welche deutliche Ausschläge im blauen, grünen und roten Wellenlängenbereich aufweist. Der Peak ist bei 637 Nanometern erreicht.

Messung: Spektralbereich des Quato Intelli Proof 240 LED excellence
Die sogenannten Glockenkurven sind typisch für eine LED-Hintergrundbeleuchtung - die hier eingesetzte RGB-LED-Technik zeigt Peaks im roten, grünen und blauen Wellenlängenbereich

Das Kontrastverhältnis liegt mit einem angegebenen Wert von 1.000:1 gleichauf mit dem eines CCFL-Displays. Dank des großen Blickwinkels von 178 Grad (horizontal und vertikal) bleibt die hohe Darstellungsqualität selbst bei seitlicher Betrachtung und unabhängig vom Anzeigeformat erhalten.

Quato Intelli Proof 240 LED ex | Bildqualität Videowiedergabe

Gammakurve des Quato Intelli Proof 240 LED excellence
Gutes Ergebnis: Der Intelli Proof 240 LED excellence weicht im Durchschnitt nur 1,31 Prozent vom Soll-Gamma-Wert ab

Zwar kann der Intelli Proof 240 LED excellence nicht gleich mit vier voreingestellten Videomodi wie etwa der EIZO CG275W-BK aufwarten, doch steht im OSD-Menü neben dem weit verbreiteten HDTV-Farbraum ITU-R BT.709 immerhin noch der SMPTE-C-Standard zur Auswahl. Die Emulation klappt hier nicht ganz so gut wie beim Konkurrenten und geht insbesondere bei warmen Farbtönen mit einer leichten bis mäßigen Übersättigung einher.

Beim Bildaufbau hingegen sind beide Modelle gleich schnell: zwölf Millisekunden (sechs Millisekunden von Grau zu Grau). Videofreunde, die sich also nicht an der intensiveren Farbdarstellung stören und auf den EBU- sowie DCI-Farbraum verzichten können, werden mit dem Quato-Monitor durchaus ihre Freude haben.

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gutPLAYER.de meint:
Der Intelli Proof 240 LED excellence beweist eindrucksvoll, welche Farbbrillanz sich aus der LED-Technologie herausholen lässt. Selbst manch ambitionierter Fotograf dürfte beim Anblick seiner Fotos auf dem Quato-Bildschirm nur noch schwer aus dem Staunen herauskommen. Seien es die wortwörtlich strahlenden Farben, die makellose Bildhomogenität oder die hohe Blickwinkelstabilität – der Monitor kann in jeder Disziplin überzeugen. Eventuelle Farbverschiebungen, die im Lauf der Zeit auftreten können, lassen sich mit einer Hardware-Kalibrierung schnell korrigieren. Während die entsprechende Software serienmäßig beiliegt, bekommt man das Kolorimeter „Silver Haze Pro“ nur gegen einen Aufpreis von 170 Euro mitgeliefert. Summa summarum schlägt das Komplettpaket mit rund 2.670 Euro zu Buche – in Anbetracht der Auflösung etwas viel. Wer hohe Ansprüche bei der Bildbearbeitung hegt, ist mit dem Quato Intelli Proof 240 LED excellence aber bestens bedient. Dafür vergeben wir das PLAYER.de-Qualitätssiegel „Sehr gut“.

Quato Intelli Proof 240 LED excellence

Preis lt. Hersteller: ab 2.499,- Euro
AUSSTATTUNG
Sichtbare Diagonale:
24 Zoll (60 cm)
Blickwinkel: 178-° (horizontal & vertikal)
Maximale Auflösung: 1.920 x 1.200 Pixel bei 30 Bit
Helligkeit
(Angabe/Messung):
250 cd/m-² / 200 cd/m-²
Kontrastverhältnis
(Angabe/Messung):
1.000:1 / 385:1
Reaktionszeit:
12 ms / 6 ms (G-G)
Besonderheiten: RGB-LED-Backlight mit aktivem Flächenabgleich, vollständige Adobe-RGB-Abdeckung
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut