Test: 3D Blu-ray Player Philips BDP7600 – multimedialer Holländer

Philips BDP7600 im Test
3D Blu-ray Player: Philips BDP7600 im Test

Werfen viele Hersteller schon fast regelmäßig neue Blu-ray Player auf den Markt, hält sich der niederländische Elektronikkonzern Philips in dieser Hinsicht eher zurück. Im aktuellen Produktportfolio schafft das aber eine- gewisse Übersichtlichkeit, gibt es doch in- jeder Baureihe maximal zwei Geräte. Die Preisspanne reicht von 130 bis 690 Euro.- PLAYER.de hat getestet, ob auch schon der unter dem Top-Modell BDP9600 positionierte- Philips BDP7600 für 230 Euro den gehobenen Ansprüchen gerecht wird.

 
Auf den ersten Blick scheinen die Unterschiede zum Flaggschiff nur marginal zu sein.- So kann der BDP7600 von CDs über DVDs bis hin zu (3D) Blu-rays exakt die gleichen Scheiben abspielen und besitzt zudem alternative Wiedergabemöglichkeiten wie USB und DLNA-Streaming. Ein WLAN-Modul für drahtlose Netzwerkverbindungen ist ebenfalls an Bord. Hinzu kommt das „Net TV“-Feature, welches den Zugriff auf multimediale Apps und weitere Internet-Dienste inklusive Webbrowser ermöglicht. Zahlreiche Bildregler sowie ein analoger 7.1-Tonausgang komplettieren die Ausstattung.

Frontseite des Philips BDP7600
Stylish und modern: Das Gehäuse des Philips BDP7600 wirkt hochwertig und besitzt eine Bedienleiste mit extravaganter Linienführung
 

Vorgestelltes Produkt:
Philips BDP7600 3D-Blu-ray-Player (Full HD, DivX Plus HD, USB 2.0) silber
Aktueller Amazon-Preis:


 

Vorteile des Philips BDP7600 im Überblick:
+ hervorragende Blu-ray-Bildqualität in 2D und 3D
+ umfassende Multimedia-Fähigkeiten inklusive Apps und DLNA-Streaming
+ integriertes WLAN
+ sehr leises Laufwerk ohne Lüfter
+ Unterstützung älterer AV-Receiver dank analogem 7.1-Tonausgang

Nachteile des- Philips BDP7600- im Überblick:
– leichte Kantensäume bei hochskalierten DVDs
– keine Wiedergabe von 3D-Fotos im MPO-Format möglich
– keine 2D/3D-Konvertierung

Philips BDP7600- | Bildqualität Blu-ray

Kommen wir gleich zur Kernaufgabe des BDP7600:- Blu-ray Discs abspielen. Hier leistet der Player- erstklassige Arbeit, was vor allem der Videoverarbeitungstechnologie „CinemaPerfect HD“ zu verdanken sein dürfte. Der Prozessor wandelt nämlich neben Kinobildern in den Formaten 1080/24p oder 1080/60p sogar exotische 1080/30p-Filme in- flimmerfreie Vollbilder um. Damit liegt der Philips in etwa auf Augenhöhe mit Denons DBP-1611UD (zum Testbericht). Im 1080i-Standard übertragene HDTV-Sendungen stellen ebenfalls kein Problem dar.

Videofrequenzgang des Philips BDP7600
Glatt: Der HDMI-Frequenzgang des Philips BDP7600 verläuft einwandfrei

Wer das im Normal-Modus ohnehin schon originalgetreue Bild weiter aufpeppen möchte, kann auf fortschrittliche Bildregler zurückgreifen. Mit „Detailoptimierung“ lassen sich zum Beispiel feine Strukturen sichtbar anheben, ohne dass störende Säume entstehen. Allerdings sollte man Werte oberhalb von Stufe 2 vermeiden, da ansonsten einige Muster übertrieben hervorgehoben werden. Darüber hinaus ist ein Rauschfilter an Bord, der das Filmkornrauschen effektiv reduziert. Leider bezeichnet ihn Philips im Menü als „Geräuschreduktion“, was ein wenig Verwirrung stiftet.

Ausgefahrenes Disc-Laufwerk des Philips BDP7600
Das Laufwerk des Philips BDP7600 arbeitet sehr leise und benötigt für komplexe Blu-rays maximal 30 Sekunden. Der Player selbst kommt übrigens ohne Lüfter aus

Der Hersteller hat auch an eine automatische Kontrastoptimierung namens „ACE“ (Adaptive Contrast Enhancement) gedacht. Diese ist in drei Stufen einstellbar und bewirkt, dass der Blu-ray Player dunkle Szenen im Film selbstständig anpasst, wenn der Bereich bis zum absoluten Schwarz nicht voll genutzt wird. An der Farbdarstellung selbst gibt es im Großen und Ganzen nichts auszusetzen. Selbiges gilt übrigens für 3D-Scheiben: der dreidimensionale Effekt kann auf ganzer Linie überzeugen. Jedoch kommt der BDP7600 nur mit nativem 3D-Material zurecht – eine 2D-zu-3D-Konvertierungsfunktion wie beim Panasonic DMP-BDT110 fehlt.
 

Philips BDP7600 | Bildqualität DVD

Nicht ganz so makellos, aber dennoch überzeugend gelingt dem BDP7600 die DVD-Wiedergabe. An waagerechten Kanten treten nämlich Säume auf, die man auch mit der oben beschriebenen „Detailoptimierung“ nicht wirklich eindämmen kann. Eher wirkt das Bild infolgedessen weicher. Die Säume verschwinden allerdings, wenn- als HDMI-Auflösung 576i oder 576p gewählt- wird. Im 576p-Vollbildmodus meistert das Gerät dann sogar schwierige Szenen wie etwa den Kameraschwenk am Strand in „Sechs Tage, sieben Nächte“ oder den Rummplatz-Schnitt in „Space Cowboys“.

Ungeachtet der guten Vollbildwandlung kommt ein manchen Streifen trotzdem zu Fehlern. So fimmert zum Beispiel Kapiel zwölf von „Gladiator“ beim Abspielen in 1080/50p durchgängig, während andere kritische Stelen fast einandfrei liefen. Legt der Zuschauer seine Ansprüche also nicht allzu hoch, kann sich die DVD-Bildqualität durchaus sehen lassen. Für das Einlesen einer Scheibe benötigt das Laufwerk übrigens rund neun Sekunden — eine gute- Zeit. DVD-RAM-Rohlinge sind dem BDP7600 aber unbekannt.

Rückseite des Philips BDP7600
Kompatibel zu älteren AV-Receivern: Die Cinchausgänge des BDP7600 sind als Surround-Back-Kanäle konfigurierbar, sodass der Player vollständig intern decodierten 7.1-Ton analog ausgibt

Philips BDP7600- | Tonqualität

In puncto Klang zeigt sich Philips erfinderisch. Muss man sich bei älteren AV-Receivern ohne 3D-Unterstützung beziehungsweise HDMI-1.4-Technik bekanntermaßen zwischen- dreidimensionalen Bildern- und hochwertigem Bitstream-Ton entscheiden, umgeht der BDP7600 dieses Problem mit einer einfachen wie auch genialen Lösung: er decodiert- die Hochbitformate Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, DTS High Resolution Audio sowie- DTS Master Audio intern und gibt sie anschließend analog aus. Hierfür hat der Hersteller einen entsprechenden 7.1-Ausgang spendiert.

Audiofrequenzgang des Philips BDP7600
Der analoge 7.1-Tonausgang des Philips BDP7600 liefert einen korrekten Audiofrequenzgang

Die dadurch erzielte Tonqualität weiß- durchaus zu überzeugen und steht dem digital übertragenen Bitstreamton klanglich fast in nichts nach. Unsere Messungen im Testlabor der AV T.O.P. Messtechnik GmbH bescheinigen dem BDP7600 sogar linealglatte Frequenzgänge mit einer Abweichung von gerade einmal 0,05 Dezibel (dB) sowie- erstklassige Rauschwerte. Um den Klang an die räumlichen Gegebenheiten zu Hause anzupassen, können im Lautsprecher-Setup die Größe und Entfernung der Boxen sowie der Pegel für jeden Kanal separat festlegt werden.

Alternativ lassen sich- zur Übertragung der Audiosignale natürlich- auch die optische und koaxiale Schnittstelle nutzen. Der Jitter bleibt auf einem konstant niedrigen Niveau. Panasonic setzte bei seinem ersten 3D Blu-ray Player DMP-BDT300 übrigens auf einen zweiten HDMI-Port, um 3D-Signale samt Bitstreamton ausgeben zu können.

Audio-Einstellungen im Menü des Philips BDP7600
Praktisch und hilfreich: Philips hat dem BDP7600 eine umfassende Klangkonfiguration für Surround-Systeme spendiert

Philips BDP7600 | Features und Bedienung

Fernbedienung des Philips BDP7600
Zwar ist die Philips-Fernbedienung sehr handlich, doch fällt das Tastenfeld recht spärlich aus. Eine Eject-Funktion fehlt

Neben der bild- und tonverarbeitenden Technik besitzt der BDP7600 selbstverständlich noch weitere interessante Komponenten. Dazu gehört besonders der eingebaute WLAN-Empfänger, mit dem man sich kinderleicht ins drahtlose Heimnetzwerk einwählen kann. Auf diese Weise werden dem Nutzer zahlreiche multimediale Möglichkeiten wie etwa das DLNA-Streaming, der Webradio-Empfang oder der YouTube-Zugriff eröffnet. Detailliertere Informationen dazu sowie der „Net TV“-Plattform gibt es unter dem Punkt „Multimedia-Fähigkeiten“.

Doch auch optisch macht der Philips einiges her: Sein Gehäuse misst flache 43 Millimeter in der Höhe und verfügt unten über eine geschwungene Bedienleiste mit hellblau hinterleuchteten Softkeys. Diese reagieren bereits auf sanfte Berührungen, was aber nicht immer auf Anhieb funktioniert. Natürlich lassen sich die meisten Funktionen ebenso über die mitgelieferte Fernbedienung steuern. Das Tastenfeld ist sehr übersichtlich, nur fehlt ärgerlicherweise der Eject-Knopf zum Auswerfen der eingelegten Disc. Besitzer eines iPhone oder iPod touch von Apple können zudem die kostenlose App „Philips MyRemote“ herunterladen und den Fernseher darüber bedienen.

Das Menü selbst bietet zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten. Dazu gehören unter anderem sieben Bildregler, die sowohl im 2D- als auch im 3D-Betrieb wirken. Werden diese per Optionstaste angewählt, lässt sich der Effekt sogar bei laufendem Bild kontrollieren. Wie bereits erwähnt, dürften die Bezeichnungen – zum Beispiel „Geräuschreduktion“ statt „Rauschreduktion“ bei manchen Nutzern für Verwirrung sorgen. Ach ja: Von den Bildmodi „Lebhaft“ und „Erweitert“ sollte man lieber die Finger lassen, da sie ziemlich übertriebene Einstellungen liefern. Praktisch hingegen finden wir die von 576i bis- 1080/24p wählbare HDMI-Auflösung und die zusätzliche Option, die Disc in der originalen Auflösung abzuspielen.

Einstellbare HDMI-Auflösungen im Menü des Philips BDP7600
Der Nutzer kann die HDMI-Auflösung flexibel zwischen 576i und 1080/24p einstellen - auf Wunsch gibt der BDP7600 die Disc auch in nativer Auflösung aus

Philips BDP7600- | Multimedia-Fähigkeiten

Wer von einem Blu-ray Player mehr als nur die Wiedergabe von Blu-ray Discs, DVDs und Co. abverlangt, ist mit dem BDP7600 bestens bedient. Er spielt Multimedia-Dateien nämlich auch über USB ab oder streamt diese via DLNA über das Heimnetzwerk. Fotos werden dabei perfekt skaliert und automatisch gedreht, sofern sie im Hochformat vorliegen. Auf Wunsch lässt sich die Diagshow sogar mit Musik untermalen. Dreidimensionale Bilder, die- als MPO-Datei gespeichert wurden, sind dem Philips aber fremd.- HD-Videoformate wie AVCHD, DivX HD, WMV, H.264 oder MPEG wiederum verarbeitet er problemlos.

Die USB-Schnittstelle dient allerdings nicht nur der Dateiwiedergabe, sondern ermöglicht auch den Anschluss einer Tastatur. So wird die Texteingabe deutlich vereinfacht und beschleunigt. Einziges Manko: der BDP7600 kommt nur mit der amerikanischen Tastenbelegung zurecht, sodass die Buchstaben „z“ und „y“- vertauscht sind. Der Internet-Zugriff geht angenehm schnell von der Hand. Teilweise wurden die besuchten Webseiten auf dem integrierten Browser sogar flotter als vom Redaktions-PC geladen.

Net-TV-Menü des Philips BDP7600
Das "Net TV"-Feature von Philips gestattet Zugriff auf zahlreiche internetbasierte Multimedia-Angebote und Apps. Ein Webbrowser zum Surfen im Internet ist ebenfalls an Bord

Ein echtes Highlight ist das Philips-eigene Feature namens „Net TV“. Darüber erhält man beispielsweise Zugriff auf das Webradio von „AUPEO!“- (PLAYER.de berichtete) und zahlreiche interessante- Online-Portale wie YouTube und Napster. Außerdem stehen unter anderem die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter zur Verfügung. Komplettiert wird das Angebot durch mehr als 50 weitere Applikationen wie Wetterdienste und Staumeldungen, die hinter dem Button „App Gallery“ stecken.

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gutPLAYER.de meint:
Philips bietet mit dem BDP7600 einen 3D-fähigen Blu-ray Player für den anspruchsvollen Heimkino-Einsatz an. Das gehobene Mittelklasse-Modell punktet nämlich nicht nur mit einer hervorragenden Bildqualität bei normalen Blu-rays sowie 3D-Scheiben,- sondern weiß auch klangtechnisch mit hochwertigem 7.1-Analogton zu überzeugen. Letzterer wird sogar von älteren AV-Receivern akzeptiert, sodass- man kein Gerät mit den aktuellen HDMI-1.4-Schnittstellen benötigt. Bei hochskalierten DVDs machen sich allerdings Säume bemerkbar, was ein paar Punkte kostet. Im 576p-Format sehen die Filme dennoch gut aus. Dickes Lob verdient Philips wiederum für die vielen umfassenden Multimedia-Fähigkeiten, die dem BDP7600 unter dem Strich das PLAYER.de-Qualitätssiegel „Sehr gut“ bescheren.

Philips BDP7600- | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis (UVP): 229,99 Euro
Abmessungen: 4,4 x 43,5 x 23,5 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: kein Netzschalter
Stromverbrauch Standby: 0,2 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 15,1 Watt

Anschlüsse
HDMI: 1x
Component (YUV):– nicht vorhanden
Scart: nicht vorhanden
S-Video: nicht vorhanden
F-BAS: 1x (Cinch)
Digital-Ton: 1x HDMI, 1x Coaxial, 1x Optisch
Analog-Ton: 1x Cinch (2.0) oder 1x Cinch (7.1)
LAN: 1x
USB: 1x
Sonstige: SDHC

Wiedergabe
DVD-Medien: alle, außer DVD-RAM
Blu-ray-Medien: -R/-RE
Disc-Formate: Blu-ray, DVD-Video/-Audio, CD
Andere Formate: MP3, JPEG, DivX HD, AVCHD, MKV
Info über Datenrate: nein
24p-Ausgabe: ja
3D-Wiedergabe: ja
2D-zu-3D-Konvertierung: nein
BD-Profile 1.1 (Bild-in-Bild): ja
BD-Profile 2.0 (BD-Live): ja
Internet: ja
DLNA: ja
HD-Ton als Bitstream über HDMI: ja
HD-Ton Mehrkanaldecoder: Dolby TrueHD, DTS-HD

BEWERTUNG
Sehtest: Sehr gut
HDMI-Bildauflösung: 100 %
HDMI-Neutralität: Sehr gut
BILDQUALITÄT Sehr gut
Hörtest: Sehr gut
Qualität Digitalton (Jitter): 2,66 %
Analogton Klangtreue: 0,05 dB
Rauschabstand (S/N): 105 dB
TONQUALITÄT Sehr gut
Ausstattung: Gut
Bedienung: Gut
Menü: Gut
Material + Verarbeitung Gut
Startzeit aus Standby 14 Sekunden
Einlesezeit DVD / Blu-ray 9- /- 17 Sekunden
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut