Kaufberatung: Spiegelreflexkameras – das bietet die aktuelle DSLR-Klasse

PLAYER.de-Kaufberatung: Digitale Spiegelreflexkameras
PLAYER.de-Kaufberatung: Digitale Spiegelreflexkameras

„Klick, klack“ – das altbekannte Geräusch des Spiegelschlags ist aus der anspruchsvollen Fotografie kaum noch wegzudenken. Mittlerweile machen aber weitaus mehr, oft lautlose Technologien den Reiz an Spiegelreflexkameras aus. Ein umfassendes Zubehörprogramm trägt natürlich auch seinen Teil dazu bei.

Damals wie heute gehören Spiegelreflexkameras zur Königsklasse auf dem Fotomarkt: Sie liefern in der Regel eine sensationelle Bildqualität und sind eher filigrane Werkzeuge als Schnappschusskameras. Die Hersteller zielen vornehmlich auf ambitionierte sowie professionelle Nutzer ab und spendieren ihren Geräten immer weiter verbesserte oder sogar völlig neue Features, die beispielsweise eine regelrechte Bedienfreude, gestochen scharfe Fotos, kinoreife Videos in Full-HD-Auflösung sowie einen bestmöglichen Schutz vor Verwacklungen garantieren. All dies wird in ein mehr oder minder hochwertiges Gehäuse gepackt, das die sensiblen Bauteile effektiv vor äußeren, wetterbedingten Einflüssen schützen soll. PLAYER.de stellt die derzeit interessantesten Neuerungen vor und verrät, in welchen Modellen sie bereits zu finden sind.

Der Bildsensor

Sony α290 mit Objektiv
Die Sony α290 verfügt über einen Bildsensor im APS-C-Format (23,5 x 15,7 mm) und richtet sich speziell an Einsteiger

Auch wenn der lästige Filmwechsel längst der Vergangenheit angehört, spielt heute der fest eingebaute Bildsensor eine entscheidende Rolle: Von ihm hängen nicht nur die Bildqualität und die Fotogröße ab, zusondern ebenso der finale Listenpreis. So kostet eine digitale Spiegelreflexkamera heute zwar das Vielfache einer kompakten Digicam, verfügt dafür aber bei gleicher Anzahl an Megapixeln über einen größeren Sensor, wodurch sich unter anderem das Rauschverhalten deutlich verbessert.

Auf diese Weise gelingen auch bei schlechten Lichtverhältnissen bis zu einem gewissen ISO-Wert noch sehr gute und rauscharme Fotos. Selbst in Einsteiger-DSLRs wie der – zugegeben: etwas älteren – Sony α290 (kostet gerade einmal 399 Euro inklusive Objektiv) werden teilweise bis zu 14-mal größere Chips verbaut als in herkömmlichen Kompaktkameras. Für feine Fotodrucke im beliebten 10-mal-15-cm- oder A4-Format reichen jedoch alle derzeit im Handel erhältlichen Kameras in der Regel aus.

 

Vorgestelltes Produkt:
Sony DSLR A290L SLR Digitalkamera (14 MP CCD Sensor, BIONZ Bildprozessor) schwarz inkl. 18-55mm Objektiv
Aktueller Amazon-Preis:


 

Helfer für zittrige Hände

Integrierter Bildstabilisator der Olympus E-5
Die „Image Stabilization“-Technologie der Olympus E-5 kann entweder das ganze Bild oder nur die horizontale beziehungsweise vertikale Achse stabilisieren

Besonders in hektischen Situationen fällt es dem Fotografen oftmals schwer, seine Kamera ruhig zu halten und das Motiv perfekt anzufokussieren – verwackelte, unscharfe Bilder sind die Folge. Was früher ein feinfühliges Händchen erforderte, übernimmt heute die Kamera selbst: Alle aktuellen DSLRs besitzen neben dem manuellen Fokus (MF) auch einen Autofokus (AF), der das Objekt im Normalfall binnen Bruchteilen einer Sekunde scharf stellt.

Hinzu kommt ein mechanischer Bildstabilisator, der mittels Linsenverschiebung oder beweglich gelagertem Sensor (im Fachjargon Lens- beziehungsweise Sensor-Shift genannt) Verwacklungen entgegenwirkt. Letztere Technologie kommt auch in der 1.700 Euro teuren Olympus E-5 (Testbericht) zum Einsatz, wobei sich die Stabilisierung bei Bedarf wahlweise auf die horizontale oder vertikale Achse beschränken lässt.

Digitale Lösungen, wie sie überwiegend in billigen Kompaktkameras integriert sind, stabilisieren das Motiv zwar, verringern dadurch aber auch die Bildqualität.

 

Vorgestelltes Produkt:
Olympus E-5 SLR-Digitalkamera (12 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) Display, bildstabilisiert) Gehäuse schwarz
Aktueller Amazon-Preis:


 

Scharfe Videos

Nikon D7000 mit Full-HD-Videofunktion
Die D7000 aus dem Hause Nikon verfügt über eine Full-HD-Videofunktion mit permanentem Autofokus

Über Fernseher, Video-Player und Camcorder hat „High Definition“ mittlerweile auch den Weg in digitale Spiegelreflexkameras gefunden. Während einige Modelle nur mit 1.280 x 720 Pixeln filmen können, setzen andere Hersteller auf eine Full-HD-Videofunktion, die sogar bis zu 1.920 x 1.080 Bildpunkte mühelos meistert.

Allerdings benötigen die meist im AVCHD-Format aufgezeichneten Dateien sehr viel Platz, weshalb die Videolänge oftmals unabhängig vom eingelegten Speichermedium zeitlich beschränkt wird. Darüber hinaus deaktivieren leider einige DSLRs den kontinuierlichen Autofokus. Wer also großen Wert auf durchgehend scharfe Aufnahmen legt, sollte einen Apparat wählen, der auch im Videomodus permanent scharf stellt, es sei denn, er möchte mit einem sogenannten Rig arbeiten.

Mit Autofokus während des Videos arbeitet zum Beispiel die D7000 von Nikon. Einen ausführlichen Test des rund 1.200 Euro (inklusive Objektiv) teuren Semiprofi-Modells findest Du hier.

 

Vorgestelltes Produkt:
Nikon D7000 SLR-Digitalkamera (16 Megapixel, 39 AF-Punkte, LiveView, Full-HD-Video) Kit inkl. AF-S DX 18-105 VR
Aktueller Amazon-Preis:


 

Knipsen ohne Reue

Während analoge Kameras nach spätestens 36 Bildern bekanntlich einen neuen Film verlangen, bieten Digicams – je nach eingelegter Speicherkarte – Platz für mehrere hundert bis weit über tausend Aufnahmen. Neue DSLRs verfügen häufig sogar über zwei Slots, sodass verschiedene Kartentypen genutzt werden können beziehungsweise eine noch höhere Speicherkapazität zur Verfügung steht.

Abgesehen von einigen Profimodellen wie der Canon EOS 7D oder der Canon EOS 5D Mark II kommen alle aktuellen Geräte mit dem weltweit verbreiteten SD-Standard zurecht, der in seiner jüngsten Spezifikation namens SDXC mindestens 32 Gigabyte fasst. Verbreitet sind außerdem Compact-Flash- und Memory-Stick-Medien.

Ein weiterer Vorteil gegenüber analogen Kameras liegt in der sofortigen Betrachtungsmöglichkeit der Bilder auf dem eingebauten Display. Das Löschen von schlechten Bildern ist ebenfalls jederzeit möglich und extrem praktisch.

 

Vorgestelltes Produkt:
Canon EOS 7D SLR-Digitalkamera (18 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) LCD-Display, Live-View, Full-HD Movie) Kit inkl. EF-S 18-135mm IS Lens schwarz
Aktueller Amazon-Preis:


 

 

Vorgestelltes Produkt:
Canon EOS 5D Mark II SLR-Digitalkamera (21 Megapixel) Gehäuse
Aktueller Amazon-Preis:


 

INFO: Kompatibilität

Fast jeder Hersteller hat einen eigenen Objektivanschluss (Bajonett) für seine Systemkameras, weshalb diese in der Regel nur hauseigene Wechseloptiken und die Produkte von zertifizierten Drittunternehmen akzeptieren. Das wird besonders dann ärgerlich, wenn man zu einer anderen Marke wechseln möchte und kostspieliges Zubehör für das bisherige Gerät besitzt. Praktisch ist hier der übergreifende Four-Thirds-Standard, der von Olympus, Kodak, Fujifilm, Leica, Panasonic, Sanyo und Sigma unterstützt wird: Die standardkonformen Geräte sowie Objektive sind untereinander alle kompatibel – feine Sache.

Frosch- und Vogelperspektive

Auch wenn der Live-View-Modus die Bildkomposition in manchen Fällen erleichtert, ist er bei der Wahl der Perspektive ebenso eingeschränkt wie der optische Sucher: Motive, die man von unten oder oben fotografieren möchte, können ohne Hilfsmittel nur auf gut Glück anvisiert und abgelichtet werden.

Ein flexibel schwenkbares Display schafft in solchen Fällen Abhilfe. Immer mehr Systemkameras sind mit einem solchen Feature ausgestattet und eröffnen dem Nutzer dadurch zusätzliche fotografische Möglichkeiten, von denen man früher nur träumen konnte. So kommen zum Beispiel Makroaufnahmen einer Pflanze oder die Größe von Gebäuden und Statuen aus der Froschperspektive wesentlich besser zur Geltung, während von oben abgelichtete Objekte kleiner wirken. Außerdem vereinfacht die Vogelperspektive Bilder aus einer Menschenmenge heraus.

Schwenkdisplay der Canon EOS 60D
Das dreh- und schwenkbare Display der Canon EOS 60D zum Beispiel eröffnet dem Fotografen einen noch größeren kreativen Freiraum

Lässt sich der Monitor noch seitlich ausklappen, dann sind sogar perfekte Selbstporträts möglich. Canon bewirbt seine neue EOS 60D nicht umsonst mit dem Slogan „Sie wird Ihnen den Kopf verdrehen“.

 

Vorgestelltes Produkt:
Canon EOS 60D SLR-Digitalkamera (18 Megapixel, 7,7 cm (3 Zoll) Live-View, Full-HD Movie, bildstabilisiert) Kit inkl. EF-S 18-135 IS Objektiv schwarz
Aktueller Amazon-Preis:


 

Pentax K-x mit Model
Nicht immer deckt der optische Sucher das Bildfeld komplett ab – die Pentax K-x bietet zum Beispiel ein 96-prozentiges Sichtfeld

INFO: Alles im Blick

Eine Kamera sieht in vielen Fällen mehr als der Fotograf selbst: Vor allem günstigere Geräte verfügen häufig über keine 100-prozentige Bildfeldabdeckung, sodass seitliche Motivbereiche bei der Betrachtung durch den optischen Sucher oder mittels Live-View-Modus nicht zu sehen sind, der Bildsensor diese aber trotzdem erfasst. Das ist zwar nicht weiter tragisch, stört allerdings in Aufnahmen, die ein hohes Maß an Präzision erfordern und aus diesem Grund digital nachbearbeitet werden müssen.

 

Perfekt ausgerichtet

Pentax K-5 mit elektronischer Wasserwaage
Die Pentax K-5 besitzt eine zweiachsige elektronische Wasserwaage zur senk- und waagerechten Kameraausrichtung – hilfreich zum Beispiel bei Architekturaufnahmen

Will der Fotograf optimale Architektur- und Panoramaaufnahmen erstellen, ist ein flexibles Stativ von großem Vorteil. Leider hat man den praktischen Kamerahalter aber nicht immer zur Hand, weswegen die Justierung oftmals freihändig erfolgen muss. Einige Hersteller haben auf dieses Problem reagiert und ihren DSLRs einen speziellen Sensor spendiert, der Neig- und Kippbewegungen präzise in einer Art elektronischer Wasserwaage darstellt.

Als zusätzliche Hilfestellung lässt sich dabei ein Suchergitter im Display zuschalten, das die Bildausrichtung noch einfacher gestaltet. Die Funktion wird in der Kamerasteuerung oftmals auch als „Nivellierung“ oder „Ebenenanzeige“ bezeichnet. Pentax bietet hier zum Beispiel die K-5 für rund 1.200 Euro inklusive Objektiv an.

 

Vorgestelltes Produkt:
Pentax K-5 SLR-Digitalkamera (16 Megapixel, Live View, Full HD Video) Kit inkl. DA 18-135 WR Objektiv
Aktueller Amazon-Preis:


 

Dynamische Bilder

Obwohl der Bildsensor einer DSLR einen relativ großen Dynamikumfang abdeckt, lassen sich extreme Kontrastunterschiede nur bedingt bewältigen. Die Aufnahmen erscheinen entweder unter- oder überbelichtet und verlieren an Ausdruckskraft.

Wer also auf die Schnelle Bilder mit hohem Dynamikumfang knipsen möchte, sollte beim Kauf der Spiegelreflexkamera auf eine Auto-Bracketing-Funktion für HDR („High Dynamic Range“) achten: Sie erstellt mehrere Fotos mit unterschiedlichen Belichtungen in Serie und kombiniert diese zu einem gut abgestuften Bild. Neben einigen Flaggschiffen ist auch die Einsteiger-DSLR Sony α580 (zum Testbericht) mit einer solchen Automatik ausgestattet.

Achtung: Viele Geräte verfügen über einen HDR-Modus, wobei dieser lediglich einzelne Bildbereiche hervorhebt, ohne die Dynamik zu verbessern.

 

Vorgestelltes Produkt:
Sony DSLR-A580L SLR-Digitalkamera (16 Megapixel, Live View, Full HD, 3D Sweep Panorama) Kit inkl. 18-55 mm Objektiv
Aktueller Amazon-Preis:


 

Harte Schale, weicher Kern

Pentax K-5 im Schnee
Dem Yeti auf der Spur: Hochwertige DSLR s wie die Pentax K-5 können jede Menge einstecken und dürfen auch mal in den Schnee fallen

Teure digitale DSLR-Kameras weisen allesamt ein äußerst sensibles Innenleben auf. Um die elektronischen Bauteile bestmöglich zu schützen, setzen viele Hersteller auf besonders robuste Gehäuse mit Magnesiumlegierung, ein Chassis aus Edelstahl und unzählige Dichtungen. Dementsprechend können in der Regel weder Staub noch Spritzwasser der Technik etwas anhaben, was vor allem für viele Outdoor-Fotografen eine entscheidende Rolle spielen dürfte.

Sollte sich im Laufe der Zeit oder während des Objektivwechsels doch einmal Schmutz auf dem Bildsensor absetzen, wird dieser bei neueren Geräten durch ein integriertes Reinigungssystem (meist auf Ultraschall-Basis) buchstäblich abgeschüttelt. Die Olympus E-5 zum Beispiel hat all diese Annehmlichkeiten an Bord, bringt dafür jedoch auch satte 1,5 Kilogramm samt Objektiv auf die Waage.

 

Vorgestelltes Produkt:
Olympus E-5 SLR-Digitalkamera (12 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) Display, bildstabilisiert) Gehäuse schwarz
Aktueller Amazon-Preis:


 

Eine große Familie

Nikon D7000 mit Zangenblitz
Verwandlungskünstler: Eine digitale Spiegelreflexkamera ist problemlos um zusätzliche Komponenten erweiterbar – hier: die Nikon D7000 mit Zangenblitz

Vor der Anschaffung einer neuen Spiegelreflexkamera sollte man sich unbedingt auch über das verfügbare Zubehörprogramm informieren. Denn ein zum Spottpreis erworbenes DSLR-Kit bringt herzlich wenig, wenn das im Lieferumfang enthaltene Objektiv nicht mal ansatzweise die Anforderungen des Fotografen erfüllt und kaum beziehungsweise nur sehr teure Alternativen oder Erweiterungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Je nach Hersteller gibt es eine mehr oder weniger große Auswahl an Wechseloptiken, Blitzgeräten sowie Filtern, die mit dem gekauften Modell kompatibel sind. All das kann großen Einfluss auf das Bildergebnis haben – darüber müssen man sich im Klaren sein. Hinzu kommen noch Fernauslöser und Batteriegriffe, die die Akkulaufzeit deutlich verlängern.

Pentax-Spiegelreflexkameras mit Zubehör
Eine Familie: Die Pentax-Kameras unterstützen ausschließlich den unternehmenseigenen KAF2-Objektivanschluss und verweigern Fremdkontakt

PLAYER.de meint:
Digitale Spiegelreflexkameras sind und bleiben wohl DAS Werkzeug für ambitionierte Fotografen. Wer den Fokus auf ein bestimmtes Ausstattungsmerkmal legt, dürfte mithilfe des Ratgebers schnell fündig werden. Bei einigen der genannten DSLRs handelt es sich übrigens um Auslaufmodelle, die derzeit verhältnismäßig günstig zu haben sind. Apropos: wie Du beim Kauf von Digicams sowie Zubehör ordentlich sparen und ein richtiges Schnäppchen machen kannst, verraten wir in diesem Ratgeber.