Test: Sony DSLR-A580 – Alphatier für Hobbyfotografen?

Sony α580 im Test
DSLR-Kamera: Sony α580 im Test

Ein weiterentwickelter Bildsensor, eine deutlich verbesserte Serienbildaufnahme und eine Full-HD-Videofunktion waren die herausragenden Merkmale von Sonys letzter Spiegelreflexkamera – der α580. Seit einiger Zeit setzt der japanische Hersteller nur noch auf die SLT-Technik. Grund genug für PLAYER.de, nach der SLT-A65 auch das im vergangenen Jahr vorgestellte DSLR-Modell zu testen.

Ursprünglich sollte sich die gleichzeitig vorgestellte α560 zur Alpha-Serie von Sony hinzugesellen. Nachdem der Marktstart dieses günstigeren Schwestermodells in Deutschland allerdings abgeblasen wurde, musste die α580 alleine die gehobenen Ansprüche ambitionierter Fotografen erfüllen. Geht es nach dem Hersteller, sind die Voraussetzungen dafür optimal: Neben einer „sensationellen Bildqualität“ und einem hohen Bedienkomfort, mit dem bereits die Vorgängerin (α550) punkten konnte, ermöglicht das neue Gerät als erste Sony-DSLR Videoaufnahmen in voller HD-Auflösung, wobei der Hersteller 1080i mit 50Hz wählte.

Oberseite der Sony α580
Das Modus-Wahlrad ist einfach zu bedienen und erleichtert vor allem Einsteigern die Kamerasteuerung
 

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Sony DSLR-A580L SLR-Digitalkamera (16 Megapixel, Live View, Full HD, 3D Sweep Panorama) Kit inkl. 18-55 mm Objektiv
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Vorteile der Sony α580 im Überblick:
+ überzeugende Bildqualität
+ Full-HD-Videos
+ schnelle Serienbildfunktion
+ hoher Bedienkomfort
+ hochauflösendes Display

Nachteile des Sony α580 im Überblick:
– Kunststoffgehäuse wirkt billig
– kein kontinuierlicher Autofokus im Videomodus

Sony α580 | Technik

Ausklappblitz der Sony α580
Der interne Blitz der Sony α580 lässt sich auf Knopfdruck ausklappen

Für unseren Test kam das Zoomobjektiv DT 18-55mm/3.5-5.6 SAM zum Einsatz, das zusammen mit der Kamera für rund 900 Euro angeboten wird (DSLR-A580L). Weiterhin unterstützt die α580 alle Wechselobjektive mit A-Bajonett. Das Gehäuse ist relativ leicht und liegt gut in der Hand, besteht jedoch überwiegend aus Kunststoff, worunter die Haptik leider etwas leidet. Die Olympus E-5 etwa fühlt sich wesentlich robuster an, wobei sie zugegebenermaßen in der Profiklasse angesiedelt ist.

Im Inneren wirkt die Sony-DSLR hingegen alles andere als billig: Der Exmor-APS-C-CMOS-Bildsensor misst nach wie vor 23,5 x 15,6 Millimeter, löst jetzt allerdings 16,2 Megapixel auf und kommt erstmals auch mit HD-Videos zurecht. Letztere werden primär im AVCHD-Format oder als MP4-Datei mit 1.440 x 1.080 Bildpunkten aufgezeichnet. Fotos speichert die Kamera auf Wunsch gleichzeitig im JPEG- und RAW-Format.

Kartenslot der Sony α580
SD oder Memory Stick Duo: Der gewünschte Datenträger lässt sich einfach per Schiebeschalter auswählen - eine gleichzeitige Verwendung ist nicht möglich

Als Speichermedium kommt entweder eine SD-/SDHC-/SDXC-Karte oder ein Memory Stick Duo infrage. Im High-Speed-Serienbild-Modus werden bis zu sieben Bilder pro Sekunde geknipst. Bei kontinuierlichem Autofokus verringert sich die Anzahl auf fünf Aufnahmen. Die α580 verfügt insgesamt über 15 AF -Sensoren, davon sind drei Kreuzsensoren.

Erhöht wurde außerdem die Lichtempfindlichkeit: Das Maximum liegt nun bei ISO 25.600 statt bisher ISO 12.800. Der Multi-Bild-Modus soll dabei dem Bildrauschen entgegenwirken, indem sechs Serienbilder aufgenommen und die besten Teile zu einem Foto zusammengefügt werden. Die Verschlusszeit kann der Fotograf über die Bulb-Funktion regeln oder auf einen voreingestellten Wert zwischen einer Viertausendstelsekunde und 30 Sekunden einstellen.

Sony α580 | Bedienung

HDR-Funktion der Sony α580
Verschiedene Kameraeinstellungen der Sony α580
Neben den Aufnahmeformaten kann der Fotograf im Hauptmenü noch viele weitere Kameraeinstellungen verändern oder alle Inhalte der Speicherkarte löschen

Auch wenn die mehr als 200-seitige Gebrauchsanleitung und die zahlreichen Tasten der α580 auf den ersten Blick nicht gerade Benutzerfreundlichkeit suggerieren, ist die Bedienung doch überraschend einfach. Sony hat sich beim Aufbau des Menüs sehr viel Mühe gegeben, sodass sogar Spiegelreflexeinsteiger ziemlich schnell alle Funktionen im Griff haben dürften. Dazu trägt vor allem das große Modus-Wahlrad links neben dem optischen Sucher bei: Die Aufnahmemodi können direkt ausgewählt werden, ohne dem Menü überhaupt Beachtung schenken zu müssen.

Dort lassen sich ohnehin nur tiefer gehende Einstellungen, zum Beispiel am Seitenverhältnis, der Bildqualität, dem Bildstabilisator oder dem AF-Hilfslicht, vornehmen. Besonders praktisch sind dabei die eingeblendeten Funktionsbeschreibungen und Grafiken, welche die Kamerasteuerung schon fast zum Kinderspiel machen. Ansprechende Fotos untermalen zusätzlich die Einsatzmöglichkeiten der einzelnen Programme.

Aufnahmemodi der Sony α580
Die auswählbaren Modi der Kamera werden verständlich erklärt - auf Wunsch lässt sich die Hilfefunktion auch deaktivieren
Kreativmodus der Sony α580
Im Kreativmodus kann der Fotograf Kontrast, Sättigung und Schärfe exakt an die eigenen Bedürfnisse anpassen

Die Vollautomatik liefert zwar schöne Bilder, verbietet im Gegensatz zu den manuellen beziehungsweise halbautomatischen Aufnahmemodi (P, A, S und M) die Anpassung wichtiger Bildparameter aber fast komplett. Der Drehregler zur Einstellung der Verschlusszeit und die Knöpfe für die ISO- und Belichtungskorrektur sind griffbereit in der Nähe des Auslösers positioniert.

 
Zu den Stärken der α580 gehört auch das drei Zoll (7,5 cm) große Display mit 921.600 Pixeln, das flexibel nach oben oder unten geschwenkt werden kann. Ein Drehgelenk wie bei der Olympus E-5 fehlt leider. Eigens für den Live-View-Betrieb hat Sony seiner neuen DSLR einen zweiten Bildsensor spendiert, der jedoch nur 90 Prozent des Bildfelds abdeckt.

Kippdisplay der Sony α580
Das Display der Sony α580 lässt sich vertikal um insgesamt 180-° schwenken

Der optische Sucher kommt immerhin auf 95 Prozent. Eine elektronische Wasserwaage, die sich auf Wunsch im Monitor einblenden lässt, erleichtert die Ausrichtung der Kamera. Sehr gut gefallen haben uns zudem der schnelle Autofokus sowie die kurze Auslöseverzögerung. Wem der eingebaute Blitz nicht ausreicht, kann auf den Zubehörschuh ein externes Blitzgerät oder ein Stereomikrofon aufsetzen. Hinter zwei Abdeckungen auf der linken Seite sind darüber hinaus eine Mikrofon-Klinkenbuchse, der Anschluss für einen Fernauslöser sowie ein HDMI- und USB-Port versteckt.

Sony α580 | Kreativprogramme

Anschlüsse der Sony α580
Die Anschlüsse der Sony α580 sind hinter Abdeckungen versteckt (links: Fernauslöser und Mikrofon, rechts: HDMI- und USB-Port)

Ergänzend zu den herkömmlichen Aufnahmemodi hält die α580 einen Szenenmodus bereit. Dieser ist über denselben Wahlschalter abrufbar („SCN“) und bietet insgesamt acht Programme mit voreingestellten Parametern, die dem Nutzer das Fotografieren in bestimmten Situationen oder Umgebungen erleichtern. Wird beispielsweise „Porträt“ ausgewählt, verschwimmt der Hintergrund, während die Kamera das eigentliche Objekt scharf stellt. Darüber hinaus lassen sich mit der „Sportaktion“ Momentaufnahmen bewegter Motive erstellen.

Für schöne Bilder von Sonnenauf- und -untergängen, in der Dämmerung oder vom bunten Nachtleben einer Stadt stehen ebenfalls entsprechende Funktionen zur Verfügung. Ist dem Fotografen der künstlerische Aspekt eines Fotos wichtig, kann in den Programmen P, A, S und M über die „Fn“-Taste der Kreativmodus aufgerufen werden, der etwa farbenfrohe Bildbereiche betont (Vivid), Grün- und Blautöne hervorhebt (Landschaft) oder Schwarz-Weiß-Aufnahmen ermöglicht.

 
Ein tolles Extra der Sony-DSLR ist die HDR-Automatik (High Dynamic Range), die drei unterschiedlich belichtete Fotos knipst und die einzelnen Aufnahmen per Tonemapping vereint. Die meisten anderen Spiegelreflexkameras verfügen lediglich über einen solchen Effekt, bearbeiten das RAW-Bild also so, dass es im JPG nach einer HDR-Aufnahme aussieht.

Neu hinzugekommen ist außerdem die Schwenkpanorama-Funktion, die durch das Schwenken der Kamera automatisch ein Panoramafoto erstellt. Auf diese Weise sind sogar 3D-Panoramen realisierbar, wobei die Tiefeninformationen digital mithilfe der durch den Schwenk leicht versetzten Perspektiven errechnet werden. Diese lassen sich auch auf 3D-kompatiblen Fernsehern wie etwa dem Samsung UE55D8090 wiedergeben.

INFO: High Dynamic Range

Anders als herkömmliche Fotos können HDR-Bilder (auch „Hochkontrastbilder“ genannt) große Helligkeits- und Kontrastunterschiede, wie sie bei Sonnenauf- und -untergängen oder in einem Raum mit lichtdurchflutetem Fenster entstehen, ausgleichen und detailgetreu speichern. Um ein Foto mit hohem Dynamikumfang zu erhalten, muss das (möglichst unbewegte) Motiv mehrmals mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen abgelichtet werden. Digicams, die über eine HDR-Funktion verfügen, rechnen die einzelnen Aufnahmen anschließend automatisch zu einem solchen Bild zusammen. Alternativ übernimmt eine spezielle Software diese Aufgabe – zum Beispiel Photomatix Pro 4.0.

 

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Photomatix Pro 4.0
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Sony α580 | Bildqualität

Als Modell der oberen Mittelklasse bestach schon die Vorgängerin mit einer hohen Fotoqualität und einer hervorragenden Kontrastbewältigung. Kurz gesagt: Die α580 hat sich in dieser Hinsicht keineswegs verschlechtert – und das obwohl Sony mehr als zwei Millionen Bildpunkte zusätzlich auf den gleich groß gebliebenen CMOS-Sensor gepackt hat. Die maximale Auflösung von 4.912 x 3.264 Pixeln bei JPEG-Fotos lässt keine Wünsche offen. Selbst kleine Details und dünne Konturen werden problemlos eingefangen.

Die Durchzeichnung gelingt gut. Zum Rand hin verliert das in den DSLR-Kits enthaltene Objektiv DT 18-55mm F3.5-5.6 SAM aber leider an Schärfe, was vor allem in der 100-Prozent-Darstellung am Monitor und in großformatigen Ausdrucken sichtbar wird. Anspruchsvolle Fotografen sollten also lieber zu einem hochwertigen Objektiv mit A-Bajonett greifen. Dafür weist die Kamera ein geringes Rauschverhalten auf, das erst bei schlechten Lichtverhältnissen und extremen ISO-Werten jenseits der 1.600 langsam zunimmt. Bei Mehrfeldmessung fällt die Belichtung trotzdem relativ mager aus.

Beispielfoto der Sony α580
Die Sony-Kamera fängt sogar die abstehenden, von der Sonne erleuchteten Haare des Katzenfells problemlos ein

Farben stellt die α580 fein differenziert dar, neigt jedoch zu einer minimalen Übersättigung. Rotelemente wirken dabei ein wenig überbetont. Starke Kontrastunterschiede kann der Fotograf effektiv mit der automatischen HDR-Funktion ausgleichen. Der so erreichte Dynamikumfang ist in jedem Fall akzeptabel. Als absolutes Novum verfügt die Spiegelreflexkamera über eine Videofunktion für Full-HD-Aufnahmen. An der Bildqualität gibt es kaum etwas auszusetzen. Schade findet PLAYER.de nur, dass der kontinuierliche Autofokus während des Filmens nicht funktioniert. Die Kamera akzeptiert lediglich die beiden Seitenverhältnisse 3:2 und 16:9.

Nahaufnahme der Sony α580
Die feine Eisschicht um den Tannenzapfen herum kommt in dieser Makroaufnahme gut zur Geltung
Sony α580: Vergleichsbild 1
Typisch Sony: Die α580 neigt besonders bei Hauttönen zu einer leichten Übersättigung (links). Die Hände und das Gesicht werden in der Referenzaufnahme nicht so rötlich dargestellt
Sony α580: Vergleichsbild 2
Die Holzmaserungen im Foto der Sony α580 verschwimmen relativ stark (links). Im Referenzbild behält das Holz hingegen sein natürliches Aussehen

PLAYER.de-Testurteil: GutPLAYER.de meint:
Dass der japanische Elektronikkonzern sein Engagement im Fotobereich ernst nimmt, hat er in der Vergangenheit bereits oft genug bewiesen. Mit der α580 bietet Sony aber eine Mittelklasse-DSLR an, die sogar Anhänger etablierter Kameramarken bekehren könnte. Das Modell überzeugt nicht nur mit einer hohen Aufnahmequalität und einem schnellen Autofokus, sondern lässt sich dank der eingeblendeten Hilfetexte und der vielen Grafiken auch problemlos von unerfahrenen Spiegelreflexeinsteigern bedienen. Die flotte Serienbildfunktion hingegen spricht vorwiegend ambitionierte Sportfotografen an. Der Preis von 799 Euro für den Body ist angesichts der umfangreichen Ausstattung fair. Leider bestehen das Gehäuse und die in den Kits enthaltenen Objektive ausschließlich aus billig anmutendem Kunststoff, der den sonst soliden Gesamteindruck ein wenig trübt.

Sony α580

Preis lt. Hersteller: 799,- Euro (nur Gehäuse)
AUSSTATTUNG
Sensor/Auflösung: CMOS mit 16,2 Megapixeln
Objektiv: A-Bajonett, getestet mit DT 18-55mm/3.5-5.6 SAM, Brennweite: 27 bis 82,5 mm (KB)
ISO: 100 bis 25.600
Verschlusszeiten: 1/4.000 bis 30 Sekunden (+ Bulb-Modus)
LC-Display: 3 Zoll (921.600 Pixel)
Besonderheiten: Kippbares Display, ISO 25.600, HDR-Funktion, Wasserwaage, Full-HD-Videoaufnahmen
BEWERTUNG
Technik: 4 von 5 Punkten
Bedienung: 4,5 von 5 Punkten
Kreativprogramme: 5 von 5 Punkten
Bildqualität: 4 von 5 Punkten
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Gut