PLAYER.de im Radio: Wissenswertes zum Thema 3D

PLAYER.de: Alles zum Thema 3D
PLAYER.de: Alles zum Thema 3D (Bild: LG)

Beinahe täglich kommt neue Technik auf den Markt, die das Leben des Nutzers bereichern, wenn nicht gar erleichtern soll. Hoch im Kurs steht hier seit geraumer Zeit die 3D-Technologie, welche in Beamern, Blu-ray Playern, Fernsehern und vielen anderen Geräten Verwendung findet. PLAYER.de hat Antenne Bayern – Deutschlands reichweitenstärkstem Radiosender – ein Interview zum Thema 3D gegeben und listet im folgenden Artikel noch einmal alle wichtigen Informationen auf.
 

So funktioniert 3D

Grundsätzlich werden 3D-Inhalte genauso abgespielt und verarbeitet wie herkömmliches 2D-Material, nur eben in Stereo. Im Klartext: Das linke und das rechte Auge bekommen zwei verschiedene Bilder zu sehen, die auf Fernsehern mithilfe einer speziellen Brille wieder auf linkes und rechtes Auge aufgeteilt werden. Bei der Darstellung ist es ausgesprochen wichtig, dass jedes Auge nur die ihm zugedachte Information bekommt, was die Technik so kompliziert macht. Eine ausführlichere Erklärung dazu gibt’s hier.

Konkret wird derzeit zwischen der Shutter- und Polarisationstechnik unterschieden. Erstere basiert darauf, dass die linke und rechte Perspektive im Wechsel zu sehen ist. Dies passiert in der Praxis mindestens 48 Mal pro Sekunde, weshalb man das Bild mit bloßem Auge verschwommen und unscharf wahrnimmt. Einen ähnlichen Effekt erlebt man stark betrunken oder müde – dann sieht man doppelt. Abhilfe schafft die dazugehörige Shutterbrille: Sie schließt beziehungsweise öffnet vereinfacht ausgedrückt das jeweilige Glas vor dem linken oder rechten Auge in wenigen Millisekunden – der Nutzer kommt in den Genuss des 3D-Effekts.

Bei der sogenannten Polarisationstechnik (Passive Technik) wird das Bild am Fernseher in gerade und ungerade Zeilen zerteilt, die unterschiedlich polarisiert werden. Spezielle Filter in der Brille trennen diese Bildinformation wiederum auseinander und leiten die entsprechende Information gleichzeitig zum jeweils richtigen Auge. Diese Technik kommt auch im Kino zum Einsatz, dann aber mit Silberleinwand und zwei vollständigen Bildern ohne den Auflösungsverlust wie bei Fernsehern. Alle Einzelheiten zur Funktionsweise von 3D-Brillen haben wir in unserem Wissensartikel zusammengefasst. Darin wird auch das Anaglyphhenverfahren mit den bekannten Rot-Grün-Brillen erklärt.

Generell kann man sagen: Für ein Maximum an Bildschärfe benötigt man aktive Technik, für ein Maximum an Komfort, Kosteneffizienz und Bildhelligkeit ist es die passive Brillentechnik, die das Rennen macht.

Technischer Fortschritt: 3D ohne Brille?

3D ohne Brille beim Sony HDR-TD20VE
Um einen 3D-Effekt auf dem LC-Display der Sony HDR-TD20VE zu erkennen, ist keine spezielle Brille erforderlich

Obwohl die 3D-Technologie in den letzten Jahren und Monaten sehr große Fortschritte gemacht hat, muss technisch noch einiges passieren, damit man wirklich entspannt vor dem 3D-Fernseher sitzen kann. Als großer Störfaktor werden hierbei die speziellen Brillen empfunden, die für den dreidimensionalen Effekt aber unabdingbar sind. Zudem ist die Bildqualität im 3D-Betrieb meist deutlich schlechter als im 3D-Betrieb. Insbesondere bei der Auflösung (passive Technik mit halber Zeilenzahl), der Helligkeit und dem Kontrast sind erhebliche Verluste zu verzeichnen. Dennoch kann man sagen, dass 3D-Fernseher generell die besseren Fernseher sind, weil ihnen mehr abverlangt wird: mehr Helligkeit, eine schnellere Bildverarbeitung und eine höhere Reaktionsgeschwindigkeit des Bildpanels.

In Zukunft werden auch immer mehr Fernseher mit der vierfachen Full-HD-Auflösung (auch 4k genannt) arbeiten. Die brillenlose 3D-Darstellung rückt damit in greifbare Nähe. Im Fachjargon spricht man bei brillenlosen Systemen übrigens von autostereoskopischen Systemen. Ein bald verfügbarer Kandidat dieser Gattung ist beispielsweise der 55 Zoll (140 Zentimeter) große Toshiba CEVO 55ZL2G. Preislich sind die Geräte aber bis auf Weiteres weniger attraktiv. Das genannte Modell zum Beispiel kostet rund 8.000 Euro.

Wesentlich einfacher und kostengünstiger ist die brillenlose 3D-Technik bei Geräten mit kleinen Bildschirmdiagonalen wie etwa der portablen Spielkonsole Nintendo 3DS oder den 3D-Camcordern Panasonic HDC-Z10000 und Sony HDR-TD20VE zu realiseren.

Der Kauf eines 4k-fähigen Fernsehers oder Projektors lohnt sich – von hochauflösender Darstellung von Digitalfotos abgesehen – übrigens noch nicht wirklich, es gibt derzeit kaum Inhalte mit einer solch hohen Auflösung. Sony bringt im Mai 2012 mit dem BDP-S790 zwar den ersten entsprechenden Blu-ray Player mit 4k auf den Markt (PLAYER.de berichtete). 4k-Inhalte werden mit diesem Player aber nicht abgespielt, sondern es werden nur Full-HD-Inhalte auf 4k hochgerechnet (skaliert).

3D selbstgemacht

Eigene dreidimensionale Aufnahmen kann mit ein wenig Übung und der richtigen Kamera jeder erstellen. Letztere ist inzwischen sogar recht günstig zu bekommen. So beherrschen bereits viele herkömmliche Digicams das 3D-Format, indem der Fotograf die entsprechende Funktion aktiviert und einen Schwenk durch das Motiv macht – der Rest passiert automatisch (durch Berechnungen der Kamera). Videoaufzeichnungen sind auf diese Weise aber nicht möglich und die Bildqualität lässt auch zu wünschen übrig.

Bessere, um nicht zu sagen beeindruckende Ergebnisse liefern nur echte 3D-Camorder: Sie verfügen über zwei Objektive, zwei Sensoren und teilweise sogar über zwei Prozessoren, sodass die Bilder für das rechte beziehungsweise linke Auge unabhängig voneinander generiert werden. Besonders überzeugt haben uns die Videos der Panasonic HDC-Z10000, die sogar mit 5.1-Ton aufwarten. Gerade Familienerinnerungen in 3D sind unglaublich faszinierend und sagen zudem mehr aus als normale 2D-Aufnahmen. Ungeachtet dessen können 3D-Kameras selbstverständlich auch in 2D filmen.

Einen besonders günstigen Einstieg in die Welt der 3D-Fotos und der 3D-Videos stellt die Fujifilm Finepix REAL 3D W1 3D-Kamera dar, die ursprünglich 500 Euro kostete, jetzt aber aufgrund eines Nachfolgermodells für unter 200 Euro erhältlich ist. Panasonic bietet für viele 2D-Kameras zudem 3D-Vorsatzlinsen, mit denen sich 3D im Side-by-Side-Format auch mit vielen 2D-Kameras aufzeichnen lässt.

 

Vorgestelltes Produkt:
Fujifilm Finepix REAL 3D W1 3D-Digitalkamera (10 Megapixel, 3-fach opt. Zoom, 7,1 cm (2,8 Zoll) Display, 3D-Fotos)
Aktueller Amazon-Preis: EUR 799,99


 

Eine Frage des Budgets

Gute 3D-Qualität zum absoluten Sparpreis gibt es (noch) nicht. Die dreidimensionale, räumliche Darstellung verlangt vor allem dem Fernseher einiges ab, weshalb man hier besonders auf Qualität achten sollte – und die hat bekanntlich ihren Preis. Hinzu kommt, dass es mit dem TV-Gerät allein nicht getan ist. Wer 3D-Filme abspielen möchte, benötigt zudem einen kompatiblen Blu-ray Player. Für den Empfang von Fernsehsendungen, die in 3D ausgestrahlt werden, reicht dank des Side-by-Side- beziehungsweise Top-and-Bottom-Verfahrens hingegen ein herkömmlicher HDTV-Receiver aus.
Als Beispiel für einen Oberklasse-TV mit 3D-Technik sei der Samsung UE55d8090 Samsung UE55d8090 genannt – einen ausführlichen Test des Fernsehers lesen Sie hier.

 

Vorgestelltes Produkt:
Samsung UE55D8090 138 cm (55 Zoll) 3D-LED-Fernseher, Energieeffizienzklasse A (Full-HD, 800Hz, DVB-T/C/S2 Tuner, HDMI, VGA) silber
Aktueller Amazon-Preis:


 


Ein Beispiel für einen günstigen Fernseher mit passiver 3D-Technik wäre der LG 47LK950S. Er bietet 47 Zoll in 3D für weniger als 800 Euro.

 

Vorgestelltes Produkt:
LG 47LK950S 119 cm (47 Zoll) Cinema 3D LCD Fernseher (Full-HD, 100 Hz MCI, DVB-T/C/S, CI+, HbbTV, Smart TV) schwarz
Aktueller Amazon-Preis:


 

Gesundheitliche Risiken bei 3D

Vorab: schädlich sind 3D-Filme und Co. für gesunde Menschen nicht. Dennoch kann es bei der Wiedergabe zu Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und anderen Beschwerden kommen. Die Ursachen sind vielseitig, lassen sich jedoch meist auf das Bildflimmern, die Parallaxenverschiebungen oder das sogenannte Übersprechen zurückführen. Manche Zuschauer haben hiermit weniger oder keine Probleme, andere wiederum vertragen den dreidimensionalen Effekt gar nicht. Sony und Samsung zum Beispiel warnten öffentlich vor gesundheitlichen Risiken, die in der Regel aber einen relativ kleinen Personenkreis betreffen.

PLAYER.de meint:
3D ist auf jeden Fall eine echte Innovation und die Zukunft des Heimkinos. Damit man aber wirklich entspannt vor dem Fernseher oder der Leinwand sitzen kann, muss-  technisch aber noch einiges passieren – besonders im Hinblick auf die derzeit auftretenden Helligkeits- und Auflösungsverluste. Wir dürfen also gespannt sein, womit die Hersteller uns als nächstes überraschen. Die Consumer Electronics Show in Las Vegas hat schon einmal einen kleinen Ausblick gegeben, in welche Richtung die Trends gehen.
Ach ja: der Radiobeitrag auf Antenne Bayern wird am heutigen Freitag um 14:45 Uhr ausgestrahlt. Hier geht es direkt zum Webradio des Senders.