CES 2012: Sony zeigt kleinsten und leichtesten 3D-Camcorder der Welt

Sony HDR-TD20VE
Sony präsentiert mit dem HDR-TD20VE den kleinsten und leichtesten 3D-Camcorder der Welt

Auf der diesjährigen CES in Las Vegas ist praktisch kein Wiedergabegerät mehr zu finden, welches kein 3D beherrscht. Damit man auch eigene Videos in der dritten Dimension aufnehmen kann, bringt Sony einen neuen Camcorder mit zwei Objektiven und zwei Sensoren heraus – den HDR-TD20VE. Die große Besonderheit: er soll der weltweit kleinste und leichteste seiner Art sein.

Mit Abmessungen von 71,6 x 63,5 x 130,5 Millimetern (B x H x T) ist das Modell tatsächlich erheblich kompakter als der Vorgänger HDR-TD10E (86,5 x 74 x 148,5 Millimeter) und bringt zudem nur 460 statt 645 Gramm auf die Waage. Dadurch liegt der HDR-TD20VE so gut in der Hand, wie eine gewöhnliche digitale Videokamera. Laut Hersteller steckt in ihm aber mindestens doppelt so viel Technik – im wahrsten Sinne des Wortes: Vom Objektiv über den Exmor-R-CMOS-Bildsensor bis hin zum BIONZ-Bildprozessor ist alles doppelt vorhanden.

Bildsensoren des Sony HDR-TD20VE
Alles doppelt: Für optimale 3D-Ergebnisse verfügt der HDR-TD20VE über zwei Objektive, zwei CMOS-Sensoren und zwei Bildprozessoren

Die fest eingebauten Optiken decken bei 3D-Aufnahmen einen kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich zwischen 33,4 und 400,8 Millimetern ab – im 2D-Modus stehen 29,8 bis 298 Milimeter (16:9-Seitenverhältnis) beziehungsweise 36,3 bis 363 Millimeter (4:3) zur Verfügung. Das Bild für das linke und rechte Auge landet getrennt auf den beiden rückseitig belichteten CMOS-Chips (1/3,91-Zoll-Format), die jeweils 3,98 Megapixel auflösen. Die Aufnahmedistanz sollte in diesem Fall allerdings mindestens 30 Zentimeter betragen, was normalerweise ausreicht. Bei 2D-Videos ist natürlich nur einer der Sensoren aktiv.

Der HDR-TD20VE zeichnet mithilfe der beiden Prozessoren im progressiven 1080/50p-Format, also 50 Vollbilder pro Sekunde auf – zumindest in 2D. Im 3D-Betrieb bleiben nur 50 Halbbilder übrig. Während die Videoauflösung stets auf 1.920 x 1.080 Pixel (Full HD) begrenzt ist, schafft es der Camcorder im reinen Fotomodus auf 6.016 x 3.384 Bildpunkte (20,4 Megapixel interpoliert). Fotos können übrigens auch während des Filmens geknipst oder aus bereits gespeicherten Videos erstellt werden. Die (programmabhängigen) Verschlusszeiten liegen zwischen einer Zehntausendstelsekunde und einer Sechstelsekunde. Ein integriertes Blitzlicht ist ebenfalls an Bord.

Touchscreen des Sony HDR-TD20VE
Die Bedienung des Camcorders erfolgt hauptsächlich über den schwenkbaren 3,5-Zoll-Touchscreen

Die Motivkontrolle sowie die Wiedergabe sämtlicher Aufnahmen erfolgen über den dreh- und schwenkbare Monitor mit 8,8 Zentimetern (3,5 Zoll) Diagonale. Dieser bietet eine Auflösung von 1,2 Megapixeln und ist zudem als Touchscreen ausgelegt, sodass sämtliche Funktionen per Fingertipp gesteuert werden können. Weiteres Highlight: das Display kann auch dreidimensionale Inhalte wiedergeben – eine 3D-Brille ist dank eines speziellen Linsenrasters, das die Bilder jeweils zum rechten und linken Auge leitet, nicht notwendig.

Den Ton zeichnet die Kamera wahlweise in 5.1 oder Stereo auf, wobei auf Wunsch ein externes Mikrofon angeschlossen werden kann. Darüber stehen je ein S-Video-, ein Komponenten- und ein HDMI-Ausgang sowie ein USB-Port bereit. Für verwacklungsfreie Aufnahmen sorgt der integrierte optische Bildstabilisator „Optical SteadyShot“. Der HDR-TD20VE verfügt über 64 Gigabyte internen Speicher, kommt aber zusätzlich mit SD- und SDHC-Speicherkarten sowie Memory Sticks (Pro Duo) zurecht. Ein eingebautes GPS-Modul, welches die Bilder und Videos mit Geodaten versieht, komplettiert die Ausstattung.

3D ohne Brille beim Sony HDR-TD20VE
Um einen 3D-Effekt auf dem LC-Display zu erkennen, ist keine spezielle Brille erforderlich
Anschlüsse des Sony HDR-TD20VE
Der Speicherkartenschacht und die Anschlüsse verbergen sich auf der Innenseite hinter einer Abdeckung

Der Sony HDR-TD20VE soll im März 2012 zu einem unverbindlich empfohlenen Verkaufspreis von 1.599 Euro in den Handel kommen.

player.de meint:
Sonys neuer 3D-Camcorder besticht durch seine außerordentlich kompakte Bauweise. In der Tat ist der HDR-TD20VE kaum größer als eine herkömmliche Videokamrea und dürfte somit insbesondere vielreisende Hobbyfilmer ansprechen. Auch die technische Ausstattung dürfte für dreidimensionale Aufnahmen unterwegs mehr als ausreichend sein, wenn auch der auf der IFA vergangenen Jahres gezeigte Panasonic HDC-Z1000 (player.de berichtete) einen professionelleren Eindruck hinterlässt. Insofern eignet sich das Sony-Modell hervorragend für Einsteiger, ist das Filmen in 3D doch weitaus schwieriger als in 2D.