Magic Lantern – HDR-Video für Jedermann

Die Spezialisten hinter Magic Lantern sind Hacker. Aber nicht etwa von der Sorte, die uns Normalbürgern mit Viren und Trojanern täglich das Leben schwer machen, sondern findige Tüftler der Neuzeit. Speziell diese Gruppe hat sich der bedarfsgerechten Anpassung von Gerätesoftware im Foto-/Videobereich verschrieben.

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Firmware – das Betriebssystem einer Kamera

Seit der Integration eines manuellen Videomodus in die Canon EOS 5D Mark II, werden Spiegelreflexkameras auch an professionellen Filmsets eingesetzt.

Jede digitale Kamera besitzt eine Gerätesoftware, wie z.B. ein Computer ein Betriebssystem. Diese Gerätesoftware wird Firmware genannt.

Die Kamerahersteller limitieren Firmwares aus verschiedensten Gründen. In erster Linie geht es dabei um die Benutzerfreundlichkeit, zu viele Features verwirren die Anwender. Ein weiteres Thema ist das Versioning, die Möglichkeit verschiedene Produkte doch verschiedene (Software-) Features zu unterscheiden und zu unterschiedlichen Preisen am Markt anbieten zu können. Hier wird also gelegentlich eine künstliche Beschneidung vorgenommen. Kosten sind ebenso wie Unvermögen immer wieder Grund für die fehlende oder mangelhafte Implementation von Features.

Die Veränderung von Firmware ist dabei eine zweischneidige Angelegenheit, einerseits kann man tolle Features gewinnen, allerdings können auch Schäden am Gerät entstehen, die nicht von der Garantie gedeckt werden.

 

Magic Lantern – Tools für jeden Zweck

Die Gruppe um Magic Lantern hat mittlerweile über 2 Jahre Erfahrung mit videofähigen Spiegelreflexkameras der Canon EOS-Serie. In dieser Zeit waren sie zunächst Vorreiter für Canon als es um die Implementation eines manuellen Videomodus in die 5D Mark II ging. Als Canon hier ein offizielles Firmwareupdate nachlegte, steigerten die Tüftler von Magic Lantern mit ihrer Software die Datenrate des Videostreams.

Ihr neuster Streich ist die Implementation eines HDR Videomodus in die 60D, 600D, 550D. Mit überaus interessanten Ergebnissen!- Hier– geht es zum Download.

 

Wie es funktioniert…

Das Zusammenrechnen der HDR-Bilder und die Interpolation der fehlenden Frames führen manchmal zu Darstellungsfehlern.

Die Frames im Videostream werden abwechselnd durch Variation des ISO-Wertes mit verschiedener Helligkeit belichtet. In der Postproduktion werden dann die beiden aufeinander folgenden Frames zu einem HDR-Frame mit höherer Blendendynamik verrechnet. Zwischen 2 HDR-Frames wird ein Zusätzliches interpoliert um die videoübliche Bildrate von 25 Bildern/Sekunde zu erzeugen.

David Fulde erklärt hier den spezifischen Workflow in der Postproduktion des HDR-Materials mit der Creative Suite 5.5 Production Premium (Premiere Pro, After Effects, Photoshop) von Adobe.

http://vimeo.com/34105743

Player.de meint:- Eine absolut spannende Angelegenheit! Im Fotobereich sind uns HDR-Aufnahmen bereits seit längerer Zeit ein Begriff. Magic Lantern liefert die erste HDR-Videolösung. Wer technikaffin ist und einen potenziellen Garantieverlust nicht scheut, findet hier einen der Videotrends der Zukunft.