Digicams & Zubehör im Preis-Check: So werden Schnäppchen gemacht

Fotoschnäppchen-Ratgeber
Ein halbes Vermögen für die Kameraausrüstung: Darf's etwas weniger sein? (Bild: Gerd Altmann/pixelio.de)

Benzin, Versicherungen, Lebensmittel: Alles wird teurer. Und eine halbwegs ordentliche Fotoausrüstung kostet locker mehrere Tausend Euro, wie Player.de aus eigener Erfahrung weiß. Doch es geht auch billiger! Wir verraten, wo und wie Sie beim Kauf richtig viel Geld sparen können – damit auch noch eine Reise drin ist, auf der Sie die neue Ausrüstung gleich mal ausprobieren können.

Angenommen, Sie möchten Ihre Kenntnisse im Bereich der digitalen Fotografie weiter ausbauen und hätten für das Equipment insgesamt 1.000 Euro zur Verfügung: Das Budget wäre nach dem Kauf einer Mittelklasse-DSLR samt flexibler Zoomoptik erschöpft. Der häufige Wunsch nach einem externen Blitzgerät, einem Batteriegriff oder sinnvollem Kleinkram wie zum Beispiel Filtern, Blitzdiffusoren und Speicherkarten bleibt dabei auf der Strecke.

Auch Profis und Fotopuristen könnten mit dem Betrag – wenn überhaupt – gerade einmal ihr Objektivarsenal aufstocken. Da fragt sich manch weniger betuchte Fotograf: Muss es immer so teuer sein? Nein, muss es nicht! Befolgt man nämlich unsere nachfolgenden Tipps und behält die stetigen Preisschwankungen im Auge, lassen sich echte Schnäppchen machen.

Kurzzeitige Schleuderpreise

Nikon D3000
Nikons Einsteiger-DSLR D3000 gab es bei Media Markt kurz vor der Einführung des Nachfolgermodells zum Schnäppchenpreis von 333 Euro

Sei es die Eröffnung einer neuen Filiale, eine Jubiläumsfeier, eine bedeutende Sportveranstaltung oder ein Räumungsverkauf – all diese Aktionen gehen vor allem bei den großen Elektronikketten oftmals mit deutlichen Preissenkungen für ganze Produktgruppen einher. Doch auch zwischenzeitlich buhlen Media Markt und Co. mit ganz besonderen Angeboten um die Gunst der Käuferschaft. So verkaufte der „rote Riese“ beispielsweise im vergangenen Jahr die Einsteiger-DSLR Nikon D3000 inklusive Standardzoom-Objektiv (18 bis 55 Millimeter Brennweite), Zwei-Gigabyte-SD-Speicherkarte und Fototasche für ausgesprochen günstige 333 Euro.

Mindestens genauso beliebt sind Tagesschnäppchen, bei denen eine digitale Kompaktkamera schon mal für unter 50 Euro über den Ladentisch geht. Man muss einfach die Augen offen halten und gelegentlich einen Blick in die Werbeprospekte werfen. Allerdings sollten Sie dabei nicht auf typische Werbetricks hereinfallen: Speziell in der Oster- und Weihnachtszeit (Geschenksaison) bewirbt der Großhandel gerne Produkte, die nach den Feiertagen oftmals noch günstiger werden. Bei vollmundigen Versprechen wie „Mehrwertsteuer geschenkt“ ist ebenfalls Vorsicht geboten. In einigen Fällen werden die Preise nämlich vorab erhöht, um sie kurze Zeit später wieder zu senken.

INFO: Fragen kostet nichts

Der Hauptgrund für die niedrigen Preise im Internet sind die kürzeren Vertriebswege. Zudem können Online-Shops, anders als die Filial-Konkurrenz, deutlich schneller und variabler auf eventuelle Preisschwankungen reagieren. Wer feilschen kann, hat allerdings gute Chancen, auch im Elektronikmarkt um die Ecke attraktive Preise zu bekommen. Media Markt zum Beispiel bringt in zahlreichen Geschäften direkt am Preisschild einen Ausdruck der jeweiligen Amazon.de-Produktseite an.

Erkundigen Sie sich am besten vorab oder vor Ort mithilfe eines Smartphones, ob der Preis noch aktuell ist und wo es den Artikel gegebenenfalls günstiger gibt. Konfrontiert man den Verkaufsmitarbeiter anschließend freundlich mit den Ergebnissen, wird er oft klein beigeben und den mehr oder weniger satten Rabatt gewähren. So springt bei einer gehobenen Digitalkamera und einem hochwertigen Objektiv mindestens noch der Betrag für eine passende Fototasche heraus. Versuchen Sie einfach Ihr Glück – mehr als eine Absage können Sie schließlich nicht bekommen!

Schnäppchenjagd im Internet

So günstig manche Produkte auf den ersten Blick auch scheinen, kann ein vorheriger Preisvergleich buchstäblich Gold wert sein. Schließlich kosten viele (vermeintlich reduzierte) Waren – allen voran Elektronikartikel – online immer noch weniger als im Geschäft. Darüber hinaus ist der Versandhändler Amazon.de mittlerweile bekannt dafür, bei kurzzeitigen Sonderaktionen sowie Tagesschnäppchen mit dem Preis gleichzuziehen oder gar ein paar Euro tiefer zu gehen. Allerdings sind Stückzahl und Dauer meist beschränkt, weshalb Sie bei unschlagbaren Angeboten am besten sofort zugreifen sollten.

notebooksbillger.de bietet viele Schnäppchen
Der Name täuscht: Bei Notebooksbilliger.de gibt es auch eine breite Auswahl an Digitalkameras, Wechselobjektiven und Zubehör

Online-Shops sind per Fernabsatzgesetz zum zweiwöchigen Rückgaberecht verpflichtet, sodass man im Falle eines Fehlkaufs auf der sicheren Seite steht. Nichtsdestotrotz herrscht im Internet ein regelrechter Konkurrenzkampf, von dem praktisch alle Käufer profitieren. Als kleiner Geheimtipp sei hier zum Beispiel Notebooksbilliger.de genannt, die neben Notebooks auch Kameras samt Zubehör führen und den eigentlichen Platzhirsch Amazon trotz anfallender Versandkosten aus preislicher Sicht oftmals unterbietet.

Generell empfehlen wir insbesondere bei teureren Anschaffungen, diverse Online-Preissuchmaschinen wie zum Beispiel unseren Partner Guenstiger.de akribisch zu durchforsten.

Andere Länder, andere Preise

Tokina-Objektiv
Objektive von Drittherstellern wie zum Beispiel Tokina kosten meist weniger als die Originaloptiken - beim Kauf in den USA spart man sogar noch einmal (Bild: Tokina)

Deutschland ist in vielerlei Hinsicht Spitzenreiter – leider auch, wenn es um Preise geht. Kein Wunder, dass man beim Anblick der Schnäppchen jenseits des Großen Teichs schnell ins Schwärmen kommt: Kostet beispielsweise das Teleobjektiv Canon EF 70-300mm f/4-5.6L IS USM hierzulande knapp 1.300 Euro (unverbindliche Preisempfehlung: 1.499 Euro), werden in den Vereinigten Staaten umgerechnet fast 250 Euro weniger fällig. Wer außerdem Ausschau nach einer dazu passenden Profi-DSLR wie der Canon EOS 5D Mark II hält, zahlt auf dem US-Markt gute 200 Euro weniger. Angesichts des Preises von über 2.000 Euro fällt die Ersparnis hier zwar nicht ganz so groß aus, aber immerhin. Die Ausstattung der Digitalkameras ist völlig identisch, und selbst die Menüsprache lässt sich auf Deutsch einstellen.

Jetzt soll es ja tatsächlich Menschen geben, die von ihrer Amerika-Reise mit der lang gewünschten Fotoausrüstung zurückkehren (die Rechnung wurde dabei im Hotel vergessen) und ohne Anmeldung problemlos durch die Zollkontrolle kommen. Dass diese Einkaufspraxis allerdings gegen die gesetzlichen Einfuhrbestimmungen der EU verstößt, sollte jedem Leser bekannt sein. In Sicherheit wiegt sich der Käufer nämlich nur, wenn er die erworbene Ware ausschließlich im Herkunftsland nutzt oder ordnungsgemäß anmeldet und neben dem produktabhängigen Zollsatz (siehe Punkt „Achtung, Zollkontrolle!“) auch die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) in Höhe von 19 Prozent des Rechnungsbetrags bezahlt.

Gleiches gilt für Bestellungen in ausländischen Online-Shops wie Amazon.com, wobei man das Produkt normalerweise beim zuständigen Zollamt abholen und dort die entsprechenden Gebühren entrichten muss. Für in Europa lebende Fotografen ist die Ersparnis bei legaler Einfuhr also schnell dahin.

Canon EOS 5D Mark II
Sommer 2011: Die Vollformat-DSLR Canon EOS 5D Mark II (rechts) kostet in den USA umgerechnet rund zehn Prozent weniger als hierzulande

INFO: Achtung, Zollkontrolle!

Haben Sie in einem Land eingekauft, das nicht zur Europäischen Union gehört, fallen unter Umständen Abgaben an. Diese bestehen grundsätzlich aus der sogenannten Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent und einem produktabhängigen Zollsatz. Letzterer variiert in der Regel zwischen null und zwölf Prozent. Einen Einfluss auf die Abgabenhöhe hat auch der Warenwert: Elektronikartikel bis 430 Euro sind – sofern für den persönlichen Gebrauch bestimmt – einfuhrabgabenfrei.

Bei Überschreitung der Preisgrenze wird eine Pauschalverzollung (EUSt und Zoll) in Höhe von 17,5 Prozent des Warenwerts fällig. Erst ab 700 Euro gelten die eingangs erwähnten Abgaben. Nachfolgend haben wir die Höhe des in Deutschland anfallenden Zollsatzes für die relevanten Produkte zusammengefasst, wobei die Einfuhrumsatzsteuer in jedem Fall zu zahlen ist. Die Angaben sind unverbindlich und ohne Gewähr. Weitere Informationen erhalten Sie beim zuständigen Zollamt beziehungsweise im Internet.

In Deutschland gültige Zollsätze

Zeit ist Geld

Immer noch gut: die Canon EOS 550D
Wer hauptsächlich fotografiert und auf ein Klappdisplay verzichten kann, kommt mit der Canon EOS 550D im Vergleich zur EOS 600D mindestens 70 Euro günstiger davon - die technische Ausstattung ist fast identisch

Muss es immer die modernste Technik sein? Diese Frage sollte man sich beim Kauf von Elektronikartikeln ernsthaft stellen. Wer sich etwa für das Vorgängermodell der gewünschten Kamera entscheidet, kann viel Geld sparen. Das Update fällt oftmals sehr marginal aus, sodass höchstens weitere Megapixel sowie allgemeine Features wie ein dreh- und schwenkbares Display hinzukommen. Bestehende Komponenten werden lediglich erweitert und optimiert.

Kleines Beispiel: Die neue Canon EOS 600D verfügt im Vergleich zur EOS 550D lediglich über eine aufpolierte Videofunktion sowie den besagten Klappmonitor, kostet auf Amazon.de als reiner Body aber rund 70 Euro mehr (559,28 statt 529,25 Euro). Für das Paket mit dem 18-bis-55-Millimeter-Standardzoom verlangt der Anbieter knapp 640 Euro – ebenfalls knapp 70 Euro mehr als für das Vorgänger-Kit.

Gelegentlich beschränken sich die hauptsächlichen Neuerungen sogar nur auf das Design, was für ambitionierte Fotografen ohnehin eine eher untergeordnete Rolle spielt. Nicht selten setzen die Elektromärkte auch großzügige Bundle-Aktionen ein, um ihre Restbestände loszuwerden. So geschehen bei der eingangs erwähnten Nikon D3000 sowie der übergeordneten Nikon D5000: Beide DSLRs wurden kurz vor ihrer Ablösung durch die Nikon D3100 beziehungsweise D5100 zum regelrechten Schnäppchenpreis von 333 Euro respektive 555 Euro (inklusive 18-bis-105-Millimeter-Objektiv) an den Mann gebracht.

Ende September gab es die Nikon D5000 bei Saturn übrigens sogar für günstige 399 Euro (player.de berichtete).

Rückläufer und Sonderposten

Wann auch immer ein bereits benutztes oder gar nur ausgepacktes Elektrogerät (Objektive und Speicherkarten inbegriffen) wieder zurückgegeben wird, lässt es sich in der Regel nicht mehr als Neuware verkaufen. Viele Händler und Online-Shops bieten die entsprechenden Produkte aus diesem Grund günstiger an. Amazon.de zum Beispiel hat eine gesonderte Resterampe („Warehouse Deals„). Dort findet man ausschließlich Rücksendungen, die auf ihren Allgemeinzustand sowie insbesondere ihre Funktionsfähigkeit hin geprüft wurden und zu teils deutlich reduzierten Preisen angeboten werden.

Ebay-Seite des Nikon Service Points München
Demowaren en masse: Die Schnäppchenjagd im Ebay-Shop des Nikon Service Point München kann durchaus erfolgreich sein - Sofortkäufe sind leider nicht möglich

Ebenso gibt es auf der Auktionsplattform Ebay herstellereigene Shops mit einer breiten Auswahl an neuwertigen oder zumindest generalüberholten Artikeln. Sony etwa bietet darüber momentan zwar nur VAIO-Notebooks an, will das Angebot in Kürze aber zusätzlich auf Digitalkameras und Camcorder ausweiten. Auch der (offizielle) Nikon Service Point München ist auf Ebay unter anderem mit preiswerten Demowaren vertreten (zur Webseite). Teilweise stehen sogar aktuelle DSLRs wie die Nikon D3100 ohne Auslösungen zum Verkauf bereit.

Selbstverständlich gibt es im Internet noch viele weitere Anbieter von Rückläufern und Sonderposten – achten Sie einfach auf Hinweise wie „Refurbished“ oder „B-Ware“. Wichtig: Einige Produkte können leichte äußere Mängel oder Gebrauchsspuren aufweisen, die gewöhnlich in der Beschreibung angegeben sind. Das Widerrufs- und Rückgaberecht bleibt Ihnen allerdings in den meisten Fällen erhalten.

Sonys Outlet-Store auf Ebay
Nicht neu, aber dafür bis zu 50 Prozent günstiger: Schon bald will Sony in seinem Ebay-Shop auch Kameras, Camcorder und andere Geräte anbieten

player.de meint:
Ein 100-prozentiges Erfolgsrezept, das Ihnen die Fotoausrüstung Ihrer Träume zum halben Preis garantiert, gibt es zwar nicht, doch lassen sich mithilfe unserer Tipps vor allem im Profisegment beim Kauf locker mehrere Hundert Euro sparen. Natürlich gehört dazu auch eine gewisse Kompromissbereitschaft – etwa bei der Wahl der Digicam. Schließlich tut das Vorgängermodell genauso seinen Dienst wie die Nachfolgerin, nur dass der Fotograf oftmals auf Zusatzfeatures wie ein Klappdisplay verzichten muss. Wer kein Problem mit Zweite-Wahl-Produkten, leichten optischen Mängeln oder gebrauchter Ware hat, kann seinen Geldbeutel ebenfalls ordentlich schonen. Das größte Sparpotenzial hat man dennoch auf der anderen Seite des Großen Teichs (USA), wenn da nicht die wucherhafte Einfuhrumsatzsteuer und die Zollabgaben wären. Kleiner Tipp am Rande: Werfen Sie mal einen Blick auf das Fotozubehör von Drittherstellern. Nissin-Blitzgeräte oder Objektive von Tamron und Tokina sind meist günstiger als das Original. Fremdakkus für die Kamera sollten aufgrund der Explosionsgefahr aber gemieden werden.

Weiterführende Links:
Amazon
Canon
Nikon
pixelio.de
Sony
Tokina