Fernsehfilm der Woche: ZDF zeigt „John Rabe“ in HDTV

Filmszene aus "John Rabe"
"John Rabe (- der gute Deutsche von Nanking)" läuft am 31.10.2011 um 20:15 Uhr im ZDF (HD)

Das ZDF zeigt am heutigen Montag, den 31.10.2011 um 20:15 Uhr das zweiteilige Historiendrama „John Rabe – Der gute Deutsche von Nanking“ in HD-Auflösung. Der deutsch-tschechische Film aus dem Jahr 2008 dauert 175 Minuten und wird im 720p-Standard ausgestrahlt. Übrigens: Nach dem heute-journal wird um 23:40 Uhr eine Dokumentation über John Rabe gesendet – ebenfalls in HDTV.

Das ZDF schreibt:

1937. Seit knapp 30 Jahren lebt der Hamburger Kaufmann John Rabe (Ulrich Tukur) mit seiner Frau Dora (Dagmar Manzel) in der damaligen chinesischen Hauptstadt Nanking. Er leitet die dortige Siemens-Niederlassung und ist Mitglied der NSDAP. Die Firmenleitung seinem Nachfolger Fließ (Mathias Herrmann) zu übergeben und nach Berlin zurückzukehren, fällt ihm schwer.

China ist ihm ans Herz gewachsen, und er weiß, dass er hier ein Mann mit Einfluss ist, in der Berliner Zentrale jedoch nur einer von vielen. Während seines Abschiedsballs wird Nanking von Fliegern der japanischen Armee bombardiert, die kurz zuvor bereits Shanghai eingenommen hat. Panik bricht aus. Rabe öffnet die Tore des Firmengeländes, um die schutzsuchenden Familien seiner Arbeiter in Sicherheit zu bringen.

Während am kommenden Morgen die Feuer gelöscht und Schäden begutachtet werden, beraten die in der Stadt verbliebenen Ausländer, was sie angesichts der Bedrohung tun können. Der deutschjüdische Diplomat Dr. Rosen (Daniel Brühl) berichtet von einer Sicherheitszone für Zivilisten, die in Shanghai eingerichtet wurde. Die Leiterin des Girls Colleges, Valérie Dupres (Anne Consigny), ist sofort begeistert.

Sie schlägt John Rabe als Vorsitzenden der Internationalen Sicherheitszone Nanking vor. Sehr zum Unwillen von Dr. Wilson (Steve Buscemi), Chefarzt des lokalen Krankenhauses, den eine große Antipathie mit dem „Nazi“ Rabe verbindet. Rabe wollte eigentlich am nächsten Tag die Heimreise antreten – entscheidet sich aber, zu bleiben und stürzt sich in die Arbeit.

Rabe und seinen Mitstreitern gelingt es mit Mut und Geschick, den Japanern die geplante Sicherheitszone abzutrotzen. Hunderttausende strömen in die Zone – weit mehr als erwartet. Die brutalen Übergriffe der Japaner nehmen kein Ende und die Versorgungssituation wird immer schlechter. Schließlich planen die Japaner, die Zone unter einem Vorwand zu stürmen – für Rabe beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Biografische Hintergrundinformationen zu John Rabe (Text: ZDF)

Der Kaufmann John H. D. Rabe wurde am 23. November 1882 in Hamburg geboren. Nach Abschluss einer kaufmännischen Lehre und einem mehrjährigen Aufenthalt in Afrika kam er 1908 nach China, wo er von 1911 bis 1938 bei der Siemens China Co., einer Tochtergesellschaft des deutschen Siemens-Konzerns arbeitete, ab 1931 als deren Repräsentant.

Bis zur Entdeckung seiner Tagebücher 1996 war John Rabe in Deutschland nahezu unbekannt und auch aufgrund seiner Mitgliedschaft in der NSDAP schwer einzuordnen. Die international renommierte Sinologin Professor Mechthild Leutner (Freie Universität Berlin) vermutet, dass John Rabe mit China sehr verbunden war, „sein Beitritt in die NSDAP eher aus deutsch-konservativer, deutsch-nationaler Sicht erfolgt ist“. Erwin Wickert, Herausgeber der Rabe-Tagebücher, war nach dem Zweiten Weltkrieg deutscher Botschafter in China und lernte John Rabe in den 30er Jahren kennen, als er für zwei Wochen in dessen Haus in Nanking lebte.

Der player.de HDTV-Programmtipp: "John Rabe" auf ZDF HD

player.de meint:
„John Rabe“ ist ein sehenswertes und spannendes Historiendrama mit dramatischem geschichtlichem Hintergrund. Wer mehr über das zwischenmenschliche Handeln in der Zeit des zweiten Weltkriegs erfahren möchte, sollte sich den Film nicht entgehen lassen.