ARTE zeigt den Kinofilm „Carlos – Der Schakal“ in HDTV

Filmszene aus "Carlos - Der Schakal"
"Carlos - Der Schakal" - heute und morgen ab 20:15 Uhr auf ARTE (HD)

Am heutigen Donnerstag, den 20. Oktober 2011, sowie am morgigen Freitag, den 21. Oktober 2011, zeigt der öffentlich-rechtliche Spartensender ARTE jeweils ab 20:15 Uhr die Filmbiografie über „Carlos, den Schakal“ – einen der berüchtigsten Terroristen des kalten Kriegs – in HD- beziehungsweise 720p-Auflösung. Der Film dauert insgesamt 324 Minuten (Director’s Cut) und wird deshalb in drei Teilen ausgestrahlt.

Der zweite Teil läuft heute direkt im Anschluss an den ersten um 21:55 Uhr. Morgen um 20:15 Uhr wird der dritte und letzte Teil ausgestrahlt.

An folgenden Tagen sind Wiederholungen geplant:

1. Teil: Montag, den 24.10.2011 um 01:00 Uhr

2. Teil: Dienstag, den 25.10.2011 um 01:05 Uhr

3. Teil: Mittwoch, den 26.10.2011 um 01:00 Uhr

ARTE schreibt:

"Carlos, der Schakal" auf Städtereise
Von Berlin über Moskau bis nach Beirut: Carlos hielt mit seinen Terroraktionen nicht nur Europa, sondern auch die ganze Welt in Atem

Im Jahr 1973 trifft der 24-jährige Wadie Haddad einen der führenden Köpfe der Volksfront zur Befreiung Palästinas. Mit diesem Treffen beginnt die terroristische Karriere von Carlos, einem der berüchtigtsten Terroristen des Kalten Krieges, der über zwei Jahrzehnte erst Europa, dann die ganze Welt in Atmen hielt.

Im Sommer 1973 fliegt Ilich Ramírez Sánchez, 24 Jahre alt, in Venezuela geboren, nach Beirut um Wadie Haddad zu treffen. Haddad ist einer der führenden Köpfe der „Volksfront zur Befreiung Palästinas“-  Ilich will aktiv werden. Jung, überzeugt vom Kampf für die Weltrevolution, bietet er Haddad an, für ihn zu arbeiten, in Europa. Da Mohammed Boudia, der bisherige Chef der PFLP in Europa vor kurzem vom israelischen Geheimdienst getötet wurde, könnte er fortan das europäische Netzwerk organisieren. Haddad lehnt es zwar ab, doch ist er gleichsam beeindruckt von diesem jungen Mann.

Er stellt ihn einem Mann namens „André“ zur Seite, der fortan die Missionen der PFLP in Europa leitet. In diesem Jahr wird Ilich Ramírez Sánchez zum Terroristen, der unter dem Namen Carlos zur Ikone des internationalen Terrorismus wird. In Paris trifft Carlos André und erhält seinen ersten Auftrag für die PFLP. Joseph-Edward Sieff, Geschäftsführer von Marks & Spencer und Vizepräsident der British Zionist Federation soll umgebracht werden, um ein Zeichen zu setzen. Carlos fliegt nach London, das Attentat ist nur ein halber Erfolg; Sieff überlebt, doch die bedrohliche Botschaft ist verstanden.

Und Carlos hat sich durch seinen Mut und Ehrgeiz in den Augen der PFLP bewährt. In den folgenden Jahren wird Carlos zum zweiten Mann im europäischen Terrornetzwerk der PFLP. Im Januar 1974 verübt er einen Bombenanschlag auf eine Filiale der israelischen Bank Hapoalim. In Paris trifft er sich mit Mitgliedern der Roten Armee Japan.

Als bei einem geplanten Anschlag einer der japanischen Genossen verhaftet wird, beauftragt der PFLP Carlos mit dessen Befreiung. Carlos setzt auf Terror: Das Attentat auf den Drugstore Publicis in Paris 1974 ist ein „Erfolg“. Carlos bombt weiter im Auftrag des PFLP. Auch wenn der Anschlag am Flughafen Orly auf eine israelische El-Al-Maschine fehlschlägt, die Botschaft ist deutlich. Die PFLP wird nicht zulassen, dass Arafat ein Friedensabkommen mit Israel aushandeln wird.
André wird 1975 in Beirut festgenommen.

Anschlag auf ein Flugzeug in "Carlos - Der Schakal"
Auch Flugzeuganschläge gehen auf das Konto von Carlos - die Szenen wirken sehr authentisch

Bei seiner Rückkehr nach Paris wird er von Agenten der DST, der französischen Spionageabwehr, verfolgt. André wird zum Verräter und gibt Carlos‘ Aufenthaltsort preis. In einer kleinen Studentenwohnung, bei einer Freundin in der Rue Toullier, erzwingt der Geheimdienst bei einer Razzia die Gegenüberstellung von Carlos und André. Es kommt zu einem Massaker. Mit einer unglaublich brutalen Kaltblütigkeit erschießt Carlos die Geheimdienstagenten und André. Carlos muss untertauchen …

Hintergrund

Carlos wird auch der „Bin Laden der 70er Jahre“ genannt – ähnlich mythenumrankt und genauso gefährlich und bedrohlich. Es gibt kaum einen Terroranschlag, der ihm seinerzeit nicht zugerechnet wurde. Berühmt wurde er durch den Überfall auf die OPEC-Konferenz in Wien 1975. Allein sein Name reichte aus, um weltweit Furcht zu erzeugen. Regisseur Olivier Assayas erzählt diese Geschichte vom Aufstieg und kläglichen Ende des berühmtesten Terroristen des 20. Jahrhunderts.

player.de meint:

Der player.de HDTV-Programmtipp: "Carlos - Der Schakal" auf ARTE HD

Vergangens Jahr erstmals bei den internationalen Filmfestspielen in Cannes gezeigt, schaffte es der Film „Carlos – Der Schakal“ sogar in einer Lang- sowie einer gekürzten Fassung in die Kinos – ein ausgesprochen spannendes und hochdramatisches Werk, das sicherlich sehenswert ist. Allerdings sollte man den Abend gut vorbereiten: allein heute hält der Film den Zuschauer 3,5 Stunden lang in seinem Bann. Morgen sind es dann noch einmal gute zwei Stunden. Ach ja: und das alles ohne Werbung. Wohl dem, der einen HDTV-Receiver oder -Recorder mit Timeshift hat! Ein relativ günstiges Modell ist zum Beispiel der esoSAT SR550HD+.