Sony: Neuer Hacker-Angriff auf Online-Dienste – Nutzerkonten gesperrt

PlayStation Network von Sony
Ärgerlich: Hacker haben erneut das PSN und andere Online-Dienste von Sony angegriffen

Nach dem Großangriff auf Sonys Online-Dienste im April, infolgedessen das PlayStation Network (PSN) sowie das Online- und Videoportal Qriocity vorübergehend abgeschaltet wurden (player.de berichtete), haben sich Hacker nun schon wieder illegalen Zugang zu privaten Accounts verschafft. Davon betroffen sind erneut das PSN sowie die beiden Unterhaltungsangebote Sony Entertainment Network (SEN) und Sony Online Entertanment (SOE).

Immer wieder sind bei den Hacker-Angriffen auf Sony die PS3-Konsolenspieler betroffen - zuletzt wurde das PSN deswegen sogar für längere Zeit offline genommen

Laut Sony wurde weltweit mit vermutlich illegal beschafften Zugangsdaten versucht, Zutritt zu den genannten Online-Diensten zu erhalten. Dies ist angeblich bei rund 93.000 Nutzerkonten geklückt, von denen etwa ein Drittel auf Europa entfallen. Zwar sind die Kreditkarten-Information nach Herstellerangaben nicht in Gefahr, doch wurden die geknackten Accounts zur Sicherheit gesperrt.

Um die gesperrten Konten wieder freizuschalten, muss das Passwort zurückgesetzt werden. Aus diesem Grund sollen betroffene Nutzer in Kürze eine entsprechende Aufforderung von Sony via E-Mail erhalten. Sollte es zwischenzeitlich zu unauthorisierten Einkäufen bei den Online-Diensten gekommen sein, will Sony die abgebuchten Beträge erstatten.

Ersten Angaben zufolge kamen für den Angriff große Mengen an Passwort-Informationen zum Einsatz, die angeblich in anderen Online-Diensten ausgespäht worden sind. Sony weist deshalb ausdrücklich darauf hin, niemals das gleiche Passwort bei den genutzten Accounts zu verwenden. Die Hacker-Attacke ereignete sich wohl im Zeitraum vom 7. bis zum 10. Oktober.

Sonys offizielle Äußerung zum erneuten Hacker-Angriff finden Sie hier.

player.de meint:
Kaum ist Sony nach den Attacken im April und Juni etwas zur Ruhe gekommen, haben sich Hacker wieder illegalen Zugang zu einigen Online-Diensten verschafft. Mit 93.000 geknackten Konten war die Ausbeute diesmal allerdings relativ gering, wenn man bedenkt, dass beim ersten Mal über 70 Millionen Kunden betroffen waren. Trotzdem sind Konsolenspieler die Leidtragenden: Das PlayStation Network ist und bleibt wohl ein beliebtes Angriffsziel. Sony selbst hatte sich in letzter Zeit zum Beispiel durch Entfernung der Möglichkeit, Linux als alternatives Betriebssystem auf der PS3 zu installieren, und mit anderen Schritten gegen Hacker nicht gerade beliebt in der Szene gemacht. Es ist also durchaus möglich, dass es sich erneut um einen Racheakt handelt.