Apple iPhone 4S: Alle Fakten zum überarbeiteten Kult-Smartphone

Apple iPhone 4(S)
Geheimnis gelüftet: Apples neues Smartphone heißt iPhone 4S

Nach unzähligen Gerüchten und wilden Spekulationen, an denen sich Player.de übrigens nicht beteiligt hat, ist es jetzt endlich offiziell vorgestellt worden: das neue iPhone 4S. Allerdings handelt es sich dabei nur um eine überarbeitete Version des aktuellen Modells. Das erhoffte und längst überfällige iPhone 5 lässt weiter auf sich warten.

Wie gewohnt war Apple selbst bis zum heutigen Tag sehr verschwiegen, was die Ausstattung und das Design der neuen Smartphone-Generation abelangt. Steve Jobs‘ Nachfolger Tim Cook bereitete dem Warten endlich ein Ende. Im Voraus hatte das Unternehmen aus Cupertino lediglich mit dem Hinweis „Let’s talk iPhone“ ausgewählte Journalisten und IT-Blogger zu einer Veranstaltung in der Konzernzentrale am 4. Oktober eingeladen.

Nach der wochen-, wenn nicht gar monatelangen Geheimniskrämerei und der angeblichen Panne, dass ein Mitarbeiter wieder einmal den iPhone-Prototypen in einer Bar verloren haben soll, folgten auf das anfängliche Gerede des neuen Apple-Chefs nun klare Worte. Erster Eindruck: anders als es die pompöse Präsentation erwarten ließ, ist das iPhone 4S keine technische Revolution, sondern vielmehr eine solide Weiterentwicklung des Vorgängers. Apple-Fans dürften eher enttäuscht sein, zumal das Design unverändert geblieben ist.

iPhone 4S – die Antenne

Seitenansicht des iPhone 4(S)
Die Antenne im iPhone 4S wurde verbessert, sitzt aber nach wie vor im Rahmen

Auch wenn das neue Modell äußerlich mit dem iPhone 4 identisch ist, wurde offensichtlich die Empfangstechnik rundum erneuert. So dient der Rahmen aus matt glänzendem Edelstahl zwar nach wie vor als Antenne, nervige Verbindungsabbrüche durch „falsches Halten“ (player.de berichtete) sollen aber der Vergangenheit angehören. Die Front- und Rückseite des Geräts besteht weiterhin aus Glas. Von einer Schlankheitskur, wie sie in vielen Gerüchten prophezeiht wurde, ist keine Spur.

iPhone 4S – das Display

Am (Retina-)Display hat sich ebenfalls nichts geändert. Es misst nach wie vor 3,5 Zoll in der Diagonale und löst 960 x 640 Pixel bei einem Kontrastverhältnis von 800:1 auf. Durch die Pixeldichte von 326 Punkten pro Zoll (dpi) soll das menschliche Auge keine einzelnen Bildpunkte mehr erkennen können. Von einem größeren 3,7- oder Vier-Zoll-Bildschirm, welcher den Gerüchten zufolge als absehbar schien, können Apple-Fans derzeit leider nur träumen. Das Display ist angeblich fest mit der Glasfront verbunden, sodass im Falle einer Beschädigung das ganze Element ausgetauscht werden muss (player.de berichtete).

iPhone 4S – der Prozessor

Apple iPhone 4S mit A5-Prozessor
Der A5-Prozessor des iPhone 4S garantiert mehr Leistung und eine flüssigere Grafikdarstellung

Immerhin gab es im Inneren einige Änderungen. Das Herzstück des „neuen alten“ Smartphones bildet nämlich der A5-Prozessor, wie er auch im iPad 2 zum Einsatz kommt. Darin waren sich Experten bereits vor der offiziellen Präsentation einig. Der Chip arbeitet mit einer Taktfrequenz von einem Gigahertz (GHz) und verfügt über zwei Prozessorkerne. Laut Apple ist die bis zu doppelt so hohe Leistung in praktisch jeder Anwendung zu spüren – sei es das Surfen im Internet, die FaceTime-Videotelefonie, die Wiedergabe hochauflösender HD-Videos, das Spielen, der schnelle Wechsel von App zu App oder das allgemeine Multitasking.

FaceTime-Videotelefonie mit dem iPhone 4(S)
Keine UMTS-Unterstützung: Die Videotelefonie via FaceTime funktioniert nur bei vorhandener WLAN-Verbindung

Darüber hinaus steht dem A5-Chip der Grafikprozessor SGX 543MP2 von PowerVR zur Seite, welcher im Vergleich zum A4 mit dem PowerVR SGX 535 eine siebenmal schnellere Grafik bieten soll. Dadurch kommen vor allem systemlastige Apps wie etwa Spiele besser zur Geltung. Mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher wird außerdem eine flüssige Darstellung gewährleistet, wobei das iPhone 4S in puncto Leistung sogar das iPad 2 toppen dürfte. Der im März herausgebrachte Tablet-PC verfügt nämlich nur über einen halb so großen Arbeitsspeicher (512 Megabyte).

Bei der Download-Geschwindigkeit hat Apple ebenfalls nachgelegt: Das iPhone 4S verfügt über ein UMTS-Modul, das eine Übertragungsrate von bis zu 14,4 Megabit pro Sekunde (HSDPA) ermöglicht. Der Vorgänger schaffte es nur auf die Hälfte. Der Energiebedarf, der dank des A5-Chips angeblich gesunken ist, wird durch den eingebauten Akku gedeckt. Die Standby-Zeit wird mit bis zu 200 Stunden angegeben, während die maximale Gesprächszeit und Internetnutzungsdauer bei acht beziehungsweise neun Stunden liegen soll. Darüber hinaus verspricht das Smartphone einen Musikgenuss von bis zu 40 Stunden. Bei permanenter Videowiedergabe hält eine Ladung maximal zehn Stunden.

iPhone 4S – die Kamera

Kamera des iPhone 4(S)
Das iPhone 4S verfügt über je eine Kamera auf der Front- und Rückseite - die hintere löst acht Megapixel auf

Da sich bereits die vorangegangene iPhone-Generation zu einer Immer-dabei-Kamera gemausert hat, war es absehbar, dass Apple die integrierte Kamera wieder einmal verbessern wird, um sowohl technisch als auch qualitativ zumindest ansatzweise auf das Niveau aktueller und eigenständiger Digicams zu kommen. Stieg das Auflösungsvermögen des im Juni letzten Jahres herausgebrachten iPhone 4 gegenüber dem 3GS-Modell bereits von drei auf fünf Megapixel, bietet das jüngst vorgestellte Kult-Smartphone noch einmal drei Millionen mehr. Damit lassen sich Fotos mit bis zu 3.264 x 2.448 Bildpunkten knipsen. Der Sensor ist rückwärtig belichtet und soll die einzelnen Pixel mit mehr Licht versorgen.

Videofunktion des iPhone 4(S)
Mit dem 4S-Modell unterstützt das iPhone erstmals Full-HD-Videoaufnahmen im 1080p-Format

Die Acht-Megapixel-Kamera besitzt ein etwas lichtstärkeres Objektiv mit einer größtmöglichen Blendenöffnung von f/2,4 statt f/2,8. Verglichen mit dem iPhone 4 bedeutet das, dass bei gleicher Belichtungszeit mehr Licht auf den Bildsensor gelangt, wodurch insbesondere unter schlechten Lichtbedingungen bessere Fotos entstehen – bleibt nur die Hoffnung, dass der Chip aufgrund der höheren Pixeldichte nicht zu einem stärkeren Bildrauschen neigt. Wer ohnehin lieber filmt, kann auf die Videofunktion zurückgreifen. Diese zeichnet jetzt in der vollen HD-Auflösung (1080p) und mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf.

Zur Aufhellung dunkler Motive ist ein LED-Blitz an Bord, der wieder direkt neben der Linse eingebaut wurde und bei Bedarf auch als Taschenlampe dient. Eine HDR-Funktion für dynamischere Fotos sowie ein fünffacher Digitalzoom komplettieren die fotografischen Möglichkeiten des iPhone 4S. Auf die frontseitige Kamera für Videotelefonate und -chats muss man natürlich nicht verzichten. Schade nur, dass die FaceTime-Anwendung weiterhin bloß bei einer vorhandenen WLAN-Internetverbindung funktioniert.

iPhone 4S – die Bedienung

Das eigentliche Highlight des neuen iPhone 4S ist die neue Sprachsteuerung namens Siri. So kann der Nutzer dem Gerät ganz einfach Fragen stellen, Anweisungen geben und Texte diktieren. Der Assistent wird durch ein längeres Betätigen der Home-Taste gestartet und versteht zunächst Englisch, Französisch und Deutsch. Im Nachfolgenden gehen wir näher auf die wichtigsten Funktionen ein. Ansonsten ist das Bedienkonzept – abgesehen vom neuen Betriebssystem iOS 5 (siehe nächsten Oberpunkt) – gleich geblieben.

Erinnerungen festlegen

Erinnerungen über den Siri-Assistenten im iPhone 4S
Nie wieder wichtige Termine vergessen: Die Erinnerungen im iPhone 4S können dank "Siri" per Sprachbefehl festgelegt werden

Möchte man beispielsweise an einen Termin oder Geburtstag erinnert werden, reicht es laut Apple aus, den jeweiligen Befehl einfach ins iPhone 4S zu sprechen. So soll Siri automatisch eine Erinnerung festlegen, wenn der Nutzer etwa sagt „Erinnere mich daran, Mama anzurufen, wenn ich zu Hause bin“. Ebenso lässt sich ein konkretes Datum und/oder eine Uhrzeit setzen, wann die Erinnerung aufpoppen soll. Dementsprechend kann sogar ein Wecker oder Timer gestellt werden. Der Assistent soll die erkennen, welche App für die entsprechende Anweisung erforderlich ist. Die gesamte Funktion basiert übrigens auf der Reminders App, die fest in das Betriebssystem integriert wurde.

Nachrichten sprechen

Mit Siri scheint die Zeit des oftmals lästigen Tippens von SMSen und E-Mails endgültig vorbei zu sein. Ein kurzer Sprachbefehl wie zum Beispiel „Schick Diana eine Nachricht: Sei in 30 Minuten da“ reicht laut Apple aus, damit der Assistent die gewünschte Person informiert. Die Texterkennung startet allerdings erst, wenn man auf das eingeblendete Mikrofon antippt. Berührt man den „Fertig“-Button, soll das iPhone die Worte des Nutzers in einen Text verwandeln. Das Diktieren funktioniert laut Apple auch mit Apps anderer Entwickler, etwa um den Facebook-Status zu aktualisieren oder einen Tweet in Twitter zu verfassen. Letztere Anwendung ist übrigens ein fester Bestandteil von iOS 5.

Allgemeine Informationen einholen

Siri-Assistent des iPhone 4S
Der Siri-Assistent bietet neben der Erinnerung noch viele weitere Funktionen - die Frage "Was kannst du machen?" soll ausreichen, um die Befehle aufzulisten

Steht beispielsweise am Wochenende ein Kurzausflug bevor, kann der Nutzer sein iPhone 4S nach dem Wetter fragen. Siri soll dabei nicht nur konkrete Fragen , sondern auch Anspielungen wie „Brauche ich einen Schirm?“ verstehen, um eine entsprechende Prognose herauszugeben. Darüber hinaus sucht der Assistent auf Wunsch nach einem bestimmten Kontakt, sodass man nicht selber das Telefonbuch durchforsten muss. Um speziell in der Vorweihnachtszeit den Geschenkeinkauf besser organisieren zu können, antwortet das Smartphone auf die Frage „Wie viele Tage sind es noch bis Weihnachten?“ mit der genauen verbleibenden Zeit bis Heiligabend. Das sind nur einige wenige Beispiele, die Apple präsentierte. Um eine Liste mit weiteren Möglichkeiten zu erhalten, reicht es angeblich aus, den Siri-Assistenten „Was kannst du machen?“ zu fragen. Wie gut dieses Feature in der Praxis tatsächlich funktioniert, wird sich in naher Zukunft zeigen.

iPhone 4S – das Betriebssystem

Logo des iOS-5-Betriebssystems und des Online-Dienstes iCloud
iOS 5 bietet einige Features, die über den Online-Dienst iCloud funktionieren

Anders als das Design und die verbaute Hardware, war das Betriebssystem das einzige Ausstattungsmerkmal, über das die Apfelgemeinde und viele Online-Medien nicht vehement spekuliert haben. Hier stand nämlich von vornherein fest, dass auf dem iPhone 5, das sich letzten Endes doch nur als iPhone 4S entpuppt hat, die fünfte iOS-Version werkeln wird. Diese wurde der Öffentlichkeit bereits im Juni vorgestellt und bietet laut Apple rund 200 neue Funktionen.

Notification Center

Notification Center in iOS 5
Benachrichtungen in iOS 5 werden dank des Notification Centers übersichtlich dargestellt

Zu den wichtigsten Neuerungen des Betriebssystems gehört sicherlich das Notification beziehungsweise Benachrichtigungs-Center. Dieses arbeitet im Hintergrund und bildet so gesehen eine zentrale Anlaufstelle für alle Benachrichtigungen, die vom iPhone ausgehen. Dies betrifft beispielsweise eingehende SMSen, verpasste Anrufe, Kalendereinträge sowie die Nachrichten verschiedener Apps. Statt der kleinen blauen Pop-ups, bei denen man nicht selten den Überblick verliert, informiert nun eine Leiste am oberen Bildschirmrand über alle Benachrichtigungen. Das hat den Vorteil, dass der Nutzer beim Arbeiten oder Spielen mit dem Smartphone nicht unterbrochen wird, um die Pop-ups wegzudrücken.

Die Leiste ist dabei ein fester Bestandteil des Display-Inhalts und somit stets sichtbar – unabhängig davon, ob man gerade eine App geöffnet hat oder sich nur auf der iOS-Oberfläche befindet. Um die Benachrichtungen zu lesen, muss die Leiste lediglich per Fingerwisch nach unten gezogen werden. Anschließend reicht eine einfache Berührung aus, um für weitere Details sofort in die entsprechende App zu gelangen. Die Benachrichtungen erscheinen übrigens auch auf dem Lock-Screen und sind von dort aus direkt abrufbar, ohne das Smartphone entsperren zu müssen.

iMessage

iMessage in iOS 5
Mit iMessage wird die Kommunikation zwischen mehreren Apple-Geräten erleichtert

Um etwa mit Freunden zu chatten, musste man bislang auf die SMS-Funktion, eine Webseite oder eine eigenständige Anwendung zurückgreifen. Letztere ist in iOS 5 nun fest integriert: Mit „iMessage“ können sich Besitzer von praktisch allen internetfähigen Apple-Geräten untereinander schreiben. Ergänzend zu normalen Textnachrichten können über die App allerdings auch Fotos, Videos und Kontaktinformationen verschickt werden. Der Versand erfolgt entweder über UMTS oder WLAN. So ist es mit dem iPhone 4S in naher Zukunft also möglich, die Inhalte unmittelbar an einen iPod touch oder ein iPad zu senden.

Ebenso steht eine Gruppenkonversation zur Verfügung, damit sich beispielsweise mehrere Nutzer untereinander austauschen können. iMessage verfügt außerdem über Empfangs- und Lesebestätigungen, sodass man erfährt, wann das Gegenüber die Nachricht erhalten beziehungsweise gelesen hat. Die Kommunikation erfolgt auf verschlüsseltem Weg. Eine Schrifterkennung sowie die Synchronisation zwischen mehreren iOS-Geräten komplettieren die App.

Reminders App

Reminders App in iOS 5
Die Reminders App ermöglicht das Erstellen von Terminen mit zeit- und/oder ortsbasiertem Erinnerungsalarm

Ebenfalls ein fester Bestandteil des neuen Betriebssystem ist „Reminders“. Die Applikation hilft vor allem vergesslichen Nutzern, Aufgaben und Termine besser zu verwalten. Das Highlight: Einträge können nicht nur schnell hinzugefügt und als erledigt gekennzeichnet werden, sondern auch mit einem zeit- und/oder ortsbasierten Erinnerungsalarm versehen werden.

So ist es zum Beispiel möglich, den ein paar Straßen weiter entfernten Supermarkt als Ort anzugeben und sich an den Einkauf für das Wochenende erinnern zu lassen, sobald man sich in der Nähe befindet. Besonders hilfreich ist dabei die Möglichkeit, dass der Nutzer festlegen kann, ob er beim Betreten oder Verlassen des Ortes an einen weiteren Termin erinnert werden möchte – etwa, wenn nach dem Supermarkt noch ein Frisörbesuch oder die Abholung des Hemds in der Reinigung ansteht. Auf diese Weise lassen sich sogar lange To-do-Listen problemlos meistern.

Newsstand

Newsstand in iOS 5
Das iOS 5 enthält einen virtuellen Zeitungskiosk

Speziell für Lesefreunde besitzt iOS 5 eine Art virtuelles Bücherregal. Konkret handelt es sich dabei um ein Feature, welches die Titelbilder aller Zeitungs- und Magazin-Abonnements an einem Ort anzeigt.

Die entsprechenden Inhalte lassen sich aus einem neuen Bereich im App-Store herunterladen, in welchem die beliebtesten Zeitungen und Magazine der Welt zu finden sein sollen. Hat man ein entsprechendes Abo abgeschlossen, wird der „Newsstand“ automatisch mit den neuen Ausgaben bestückt.

Kamera und Fotos

Kamera und Fotos in iOS 5
Die iPhone-Kamera lässt sich unter iOS 5 über die Lautstärke-Tasten aktivieren

Um der verbesserten Kamera des iPhone 4S gerecht zu werden, hat das neue iOS 5 diesbezüglich ebenfalls ein paar Optimierungen erfahren. So lässt sich die entsprechende App direkt vom Lock-Screen aus öffnen, indem man einfach die Lautstärke-Tasten an der Seite betätigt. So entfällt nicht nur das zeitraubende Entsperren und die Suche nach der Anwendung, sondern auch das Betätigen des virtuellen Buttons auf dem Touchscreen. Der Lautstärkeregler dient im Fotomodus nämlich als Auslöser – ein klarer Vorteil in Schnappschusssituationen.

Bildbearbeitung in iOS 5
Die Bilder lassen sich unter iOS 5 direkt auf dem Apple-Gerät nachbearbeiten

Darüber hinaus genügt eine einfache Berührung des Displays, um Fokus und Belichtung auf das gewünschte Objekt einzustellen. Auf Wunsch helfen Gitternetzlinien bei der horizontalen und vertikalen Ausrichtung des Smartphones. Doch damit nicht genug: Aufgenommenen Fotos können unter iOS 5 direkt auf dem iPhone nachbearbeitet werden. In der Applikation stehen unter anderem Werkzeuge zum Zuschneien, Rotieren, Entfernen von roten Augen sowie zur Fotoalbenverwaltung bereit. Hinzu kommt die Möglichkeit, die Bilder über den ebenfalls neuen Dienst „iCloud“ auf eine Online-Festplatte übertragen und so auch mit anderen Geräten betrachten zu können.

Twitter

Twitter in iOS 5
Der Mikroblogging-Dienst Twitter ist in iOS 5 integriert

Wer Twitter nutzt, darf sich über eine feste Integration des Mikroblogging-Dienstes in das Betriebssystem freuen.

Einmal angemeldet, kann der Nutzer zum Beispiel in Safari einen Link, in YouTube ein Video oder in der Kamera-App ein Foto per Fingertipp mit seinen Followern teilen.

Natürlich können Entwickler die Twitter-Funktion auch in andere Applikationen integrieren, die wohl schon in naher Zukunft im App Store erscheinen werden.

Safari

Safari in iOS 5
Der Safari-Webbrowser wurde im iOS-5-Betriebssystem verbessert

„Safari ist der beliebteste mobile Webbrowser der Welt und mit iOS 5 wird er jetzt noch besser“ – das behauptet Apple und begründet die Aussage mit der angeblichen Performence-Verbesserung sowie den neuen Funktionen. So verfügt der Browser nun über den aus der Desktop-Version bekannten Safari Reader, welcher alle Störungen beseitigen und die Schriftgröße anpassen soll, um den Artikeln in eine leserfreundliche Form zu bringen.

Mithilfe der Reading List kann der Artikel sogar gespeichert und später (weiter)gelesen werden. Ebenso lässt er sich mittels iCloud synchronisieren, wodurch der Text man den Text auch auf dem iPad öffnen kann. Apropos iPad: wird das Betriebssystem auf Apples Tablet-PC aufgespielt, stellt Safari die Tabs nebeneinander dar (Tabbed Browsing), was in erster Linie der Bedienfreundlichkeit zugutekommt.

PC Free

Apple iCloud
Apples Online-Dienst iCloud stellt ein wichtiges Bestandteil des neuen iPhone 4S und iOS 5 dar

Musste man das iPhone vor der ersten Verwendung bislang immer mit einem Computer verbinden, um es zu aktivieren, macht iOS 5 diesen Schritt überflüssig. Mit der neuen „PC Free“-Funktion lässt sich das Smartphone ohne Umwege einrichten und aktualisieren, wobei die Aktualisierungen „over the air“, also ganz ohne Rechner bezogen werden.

Zur Vermeidung langer Download-Zeiten setzt Apple auf sogenannte Delta-Updates. Auf diese Weise lädt das Gerät nur den tatsächlich veränderten Teil des Betriebssystems herunter. Die Synchronisation der Inhalte erfolgt auf Wunsch drahtlos über das WLAN-Sync-Feature, das eine SSL-gesicherte Verbindung zur iTunes-Bibliothek herstellt. Unterwegs kann hierfür auf den Online-Dienst iCloud zurückgegriffen werden.

Weitere Funktionen

Geteilte iPad-Tastatur in iOS 5
Zum einfacheren Tippen mit dem Daumen wird die Tastatur auf dem iPad unter iOS 5 geteilt sein

Bei den restlichen neuen Funktionen handelt es sich vielmehr um Aktualisierungen und Optimierungen. Apple hat zum Beispiel die Mail-App aufpoliert, indem der Text nun fett, kursiv und unterstrichen formatierbar ist. Insbesondere in langen Nachrichten lässt sich so ein besserer Überblick schaffen. Darüber hinaus können der oder die Empfänger ganz einfach per Drag & Drop hinzugefügt beziehungsweise ausgetauscht werden. Auch das Game Center blieb vom Umbau des Betriebssystems nicht verschont: Der Nutzer kann ab sofort ein Profilfoto hinzufügen sowie neue Spiele direkt über die App herunterladen und hat außerdem „bessere Möglichkeiten, Freunde zu finden“. Weitere Informationen zu den Neuerungen hat Apple auf einer speziellen Website zusammengestellt.

Das neue Betriebssystem wird ab dem 12. Oktober kostenlos zum Download angeboten. iOS 5 läuft auf dem iPhone 3GS, iPhone 4, iPad, iPad 2 sowie dem iPod touch der dritten und vierten Generation.

iPhone 4S – Preise und Verfügbarkeit

Apple iPhone 4(S) in Weiß
Keine Wartezeiten: Das weiße iPhone 4S soll gleichzeitig mit dem schwarzen Modell auf den Markt kommen

Im Rahmen der Produktpräsentation hat Apple lediglich die Dollar-Preise für das iPhone 4S bekanntgegeben. So kostet die Variante mit 16 Gigabyte Speicherplatz 199 Dollar, mit 32 Gigabyte 299 Dollar und mit 64 Gigabyte 399 Dollar. Die Preise verstehen sich in Verbindung mit einem Zweijahresvertrag. In Deutschland wird das neue Smartphone wohl ab 629 Euro zu haben sein, wobei sich der Hersteller dazu noch nicht konkret geäußert hat.

Fest steht aber, dass das iPhone 4S am 14. Oktober in sieben Ländern auf den Markt kommt – darunter auch Deutschland. Das neue Modell kann ab dem 7. Oktober im Apple-Store vorbestellt werden.

Entscheidet man sich in den USA für einen Vertrag, kann übrigens auch zwischen einem iPhone 4 für 99 Dollar oder einem kostenlosen iPhone 3GS gewählt werden. Die Speicherkapazität beträgt jeweils acht Gigabyte.

Vertragsangebote und Tarife für den deutschsprachigen Raum dürften in Kürze folgen.

player.de meint:
Auch wenn Apple das neue 4S-Modell selbstbewusst als „bestes iPhone, das es je gab“ anpreist, war die gestrige Präsentation für viele Fans wohl eher enttäuschend. Entgegen zahlreicher hartnäckiger Gerüchte präsentierte Steve Jobs‘ Nachfolger Tim Cook nämlich nur eine aufpolierte Version des bisherigen Smartphones. Die Neuerungen beschränken sich dabei ausschließlich auf die Hard- und Software. So werkeln im iPhone 4S nun der schnellere A5-Prozessor sowie eine Acht-Megapixel-Kamera mit verbessertem Bildsensor, während die Spracheingabe namens Siri die Bedienung zum Kinderspiel machen soll. Fragt sich nur, ob der Assistent tatsächlich wie versprochen der deutschen Sprache mächtig ist – bei der Vielzahl an Dialekten. Mia wern seng! ;-)