Exklusiv-Interview: David Guetta über Kopfhörer

David Guetta im Interview mit Player.de
David Guetta:"Ich brauche einen kraftvollen Kopfhörer"

Am Rande der Funkausstellung und kurz vor Beginn der Music Week stellte Monster den neuesten Kopfhörer aus der Reihe Beats by Dr. Dre vor, den Beats Mixr. Er entstand in Zusammenarbeit mit dem französischen DJ und Grammy-Gewinner David Guetta, der das Produkt persönlich in Berlin präsentierte; mit dabei waren Jimmy Iovine, President von Interscope Records und einer der erfolgreichsten Producer der Musikbranche, sowie Noel Lee, Chef von Monster. Der Mixr wird ab Dezember zuerst in Europa zu haben sein, Kostenpunkt rund 300 Euro. Am Rande der Pressekonferenz konnte Player.de einige Fragen an Guetta stellen und sich genauestens über die Sound-Vorlieben von David Guetta informieren.

Player.de: Wie wichtig sind Kopfhörer für Sie?
Guetta: Extrem wichtig. Man kann es sich ja vielleicht gar nicht vorstellen, aber ich habe schon alle Erfolge gehabt, die ein Musiker erringen kann, bevor mich Jimmy Iovine zum ersten Mal in ein Tonstudio mitgenommen hat. Ich bin ständig unterwegs, meine Musik entsteht auf dem Laptop. Und der Kopfhörer ist für mich das entscheidende Werkzeug meiner Arbeit.

Player.de:
Welche Forderungen stellen Sie an einen Kopfhörer?
Guetta: Er muss kraftvoll sein, das ist das Allerwichtigste. Dabei darf er keine Verzerrungen produzieren, denn sonst kann ich nicht beurteilen, was ich abmische. Ich habe zusammen mit Jimmy den Mixr so abgestimmt, dass er genau das bringt. Es gibt derzeit einen unglaublichen Wettlauf unter den DJs um die maximale Lautstärke, da muss ich mithalten können.

Player.de: Ist das also ein Kopfhörer für DJs?
Guetta: Nicht nur, aber auch – ich werde ihn heute Abend zum ersten Mal auf der Bühne verwenden. Aber er funktioniert auch nur zum Musikhören.

Player.de: Wie hören Sie zuhause Musik?
Guetta: Auch mit Kopfhörer. Das mag merkwürdig aussehen, aber mein Musikgeschmack ist halt etwas seltsam. Die Stücke, die ich mir privat reinziehe, kann ich meiner Umgebung nicht zumuten.

Player.de: Sie haben also gar kein Musiksystem im Haus?
Guetta: Doch. Kürzlich habe ich mir eine Anlage von Sonos gekauft. Die ist superschick, einfach zu bedienen und klingt auch noch gut. Ich hatte noch nicht viel Zeit, damit herumzuspielen. Aber ich glaube, ich werde sie lieben.

David Guetta präsentiert den Kopfhörer MIXR von Monster Cable auf der IFA.
David Guetta präsentiert den Kopfhörer MIXR von Monster Cable auf der IFA.

Hintergrund:
Mit der Reihe Beats by Dr. Dre hat Monster einen echten Hit gelandet, und das trotz teilweise happiger Preise. Das Marketing stützt sich ganz auf die Künstler, die von den beiden Firmengründern Dr. Dre und Jimmy Iovine angesprochen werden, etwa Sean Diddy Combs oder Lady Gaga. In Deutschland sieht man viele Fußballer, die von der Firma mit Kopfhörern ausgestattet wurden.
Der Erfolg ist allerdings nicht allein eine Frage des Marketings, sondern stützt sich auf eine technische Besonderheit: In die Kopfhörer ist ein DSP integriert, der den Klang dem Zeitgeschmack speziell eines jugendlich-urbanen Publikums anpasst. So hat Player.de beim ersten Test (siehe http://www.player.de/2010/03/24/test-kopfhorer-monster-cable-beats-studio-by-dr-dre-extremer-bass) eine extreme Bassanhebung festgestellt. Dazu benötigten die Beats-Headphones eine Batterie, ohne die sie gar nicht funktionieren – anders als Modelle, die mit Noise-cancelling die Umgebungsgeräusche dämpfen.

Um ein klassisches Konzert anzuhören, sind sie also nicht geeignet, was Jimmy Iovine auch sofort zugibt: „Unser Ziel ist nicht die Klangtreue, sondern die Emotion“, sagte er beim Interview-Termin in Berlin, „wir wollen genau das Gefühl rüberbringen, das wir im Studio hatten.“ Sogar die Konkurrenz gibt zu, dass die Monster-Kopfhörer das gut machen. Technik-Manager Gunter Weidemann von Beyerdynamic: „Diese Produkte erweitern den Markt“, sagt er, „sie tun uns nicht weh.“ Oder, in den Worten von Iovine: „Andere Kopfhörer werden für Orchester getunt, vielleicht noch für Free Jazz. Unsere für die Musik von heute.“

Player.de meint: Jimmy Iovine zögert keine Sekunde, den Klang des Mixr vorzuführen, sein iPod spielt „In da Club“ von 50 Cent (produziert von Dr. Dre, vertrieben von Interscope). Und in der Tat klingt es sehr laut und bassbetont, dabei schirmt der Mixr stärker als andere Kopfhörer von der Umgebung ab. Für Hip Hop oder Dance sowie druckvollen Pop sicher ein interessantes Produkt.
Dabei kann man allerdings nur hoffen, dass David Guetta und andere Musiker den Kopfhörer nicht für die Musikproduktion einsetzen. Denn der alles andere als lineare Frequenzgang muss zwangsläufig dazu führen, dass ihre Abmischungen auf allen anderen Wiedergabegeräten viel zu schlapp klingen – auch auf dem Sonos-System von Monsieur Guetta persönlich.

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