Aktivlautsprecher Nubert nuPro A-20 im player.de Praxistest

Beeindruckend: Die Nubert Aktivlautsprecher nuPro A10 und A20 im player.de Praxistest
Die Nubert Aktivlautsprecher nuPro A10 und A20 im player.de Praxistest

Die neuen Aktivlautsprecher A-10 und A-20 der nuPro Serie von Nubert sind kompakte Schallwandler die dank vollaktiver DSP-Technik über alle Maßen gut klingen. Die Serie ist dem Lautsprecher-Spezialisten aus Schwäbisch Gmünd derart gut gelungen, dass die größere A-20- sogar schon- in Tonstudios als professioneller Abhörmonitor Erfolge feiert. Das Team von player.de konnte sich bereits auf der HIGH END 2011 einen ersten Eindruck verschaffen und entsprechende Testmuster ordern. Diese sind nun in eingetroffen und wurden sogleich einem ausführlichen Praxis- und Labortest unterzogen.- Dabei staunten die Tester sowohl beim- Hörtest als auch beim Blick auf den Frequenzschrieb – so einen extrem linearen Frequenzgang und bis 40 Hertz reichenden Tiefbass hält man in dieser Gewichtsklasse eigentlich für unmöglich.

Technik, Bedienung und Verarbeitung

Kompakt, flexibel, vollaktiv: Die Nubert nuPro A-20 verarbeitet analoge und digitale Signale über USB und bietet zwei mal 80 Watt sowie Klangregler für Bässe und den Mittelhochtonbereich.
Kompakt, flexibel, vollaktiv: Die Nubert nuPro A-20 verarbeitet analoge und digitale Signale über USB und bietet zwei mal 80 Watt sowie Klangregler für Bässe und den Mittelhochtonbereich.

Mit üblichen Aktivboxen aus dem PC-Lager lässt sich die Technik und Verarbeitung der A-20 kaum vergleichen – sie kommt im massiven und fugenlos verspachtelten MDF-Gehäuse in den Schleiflack-Varianten Weiß oder Anthrazit daher. Die Aktivbox kann wahlweise in Mono oder Stereo betrieben werden. Dabei definiert sich die über USB am PC angemeldete Box als linker Kanal. Mit eigenem hochwertigen D/A-Konverter ersetzt sie die- oftmals etwas einfach gehaltenen Soundkarten und- stellt somit- ungetrübte Klangqualität sicher. Analoge Quellen wie iPod & Co. kann man auch direkt am Stereo-Cinch-Eingang betreiben. Das Signal für die rechte Box wird über eine analoge Line-Buchse unbehandelt weitergeleitet. Ein Netzschalter und der zwischen „Auto“ und „On“ umschaltbare Betriebsmodus komplettieren die Einstellungen des rückseitigen Anschlussterminals. Vorne stehen neben dem Eingangsumschalter für AUX/USB drei Potis für Lautstärke, Bässe und den Mittelhochtonbereich bereit.

Sowohl in der kleineren nuPro A-10 als auch in in der A-20 kommen identische Class-D-Endstufen mit DSP-Technik zum Einsatz, allerdings mit unterschiedlich angestimmter Übersteuerungstechnik. In der nuPro A-20 wird die Leistung auf maximal zwei mal 80 Watt begrenzt, wobei eine aufwändige Limiter-Schaltung die Wandler der Zweiwege-Box dezent und beinah unhörbar vor Übersteuerung schützt. Intelligente Technik überwacht zudem die Netzspannung und verhindert, dass sich Netzschwankungen auf die Class-D-Endstufe auswirken und Klirr produzieren können. Die 25-Millimeter-Gewebekalotte liefert noch über den Hörbereich hinaus bis 25.000 Hertz vollen Pegel und ist – sicher ist sicher – durch ein feines Metallgitter vor zerstörerischen Kinderfingern geschützt. Hinten verstärkt eine aerodynamisch geformte Bassreflexröhre die Tiefbasswiedergabe.

Sagenhafte Klangtreue: Nur selten schafft ein Lautsprecher einen derart glatten Frequenzgang, der wie ein Strich fast den gesamten Hörbereich ab 40 Hertz abdeckt.
Sagenhafte Klangtreue: Nur selten schafft ein Lautsprecher einen derart glatten Frequenzgang, der wie ein Strich fast den gesamten Hörbereich ab 40 Hertz abdeckt.

Unglaublich linearer Frequenzgang
Dass akribisch aufeinander angestimmte DSP-Technik und in 30 Jahren optimierte Treiber zusammenspielen, kann man bei der A-20 hören und messen: Beim Frequenzgang handelt es sich im Bereich zwischen rund 40 und 20.000 Hertz um einen glatten Strich, der nicht einmal um ein Dezibel um die Mittellage schwankt – unglaublich! Die ursprünglich in Dänemark und heute in China gefertigten Treiber halten offensichtlich niedrigste Fertigungstoleranzen ein und werden von der vollaktiven Frequenzweiche ideal bei circa 3,2 Kilohertz getrennt. Der interne DSP mit 32-Bit-Prozessor entzerrt zudem das kleine 15-Zentimeter-Chassis mit Aluminium-Druckgusskorb und Polypropylenmembran im Bassbereich bis auf 39 Hertz, was für eine Bassreflexbox mit netto rund 6 Litern Volumen fast unerhört ist. Frisch aus dem Karton erreicht die A-20 einen Minus-3-Dezibelpunkt von 40 Hertz, nach längerem Einspielen sollte locker die ehrliche Herstellerangabe von 39 Hertz drin sein.

Meister des ehrlichen und naturgetreuen Klangs
Die linealglatt abgestimmte A-20 klingt folglich wie aus einem Guß und intoniert Männer- wie Frauenstimmen absolut neutral und unverfärbt. Marla Glenns raue und tiefe Stimme tönt in „The Cost of Living“ klar sowie ohne aufgebauschten Grundton oder aufgehübschte Basspölsterchen. Die A-20 spielt absolut ehrlich, analytisch und hochauflösend, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Auch die Bässe agieren bei vernünftigen Pegeln verblüffend stramm und tief, wenn auch das unterste Tieftonfundament nur bei einer wandnahen Aufstellung vollen Druck entfaltet. Die Kompaktbox verkneift sich wiederum jede kleinste Betonung einzelner Bassfrequenzen. Schlagzeug und Percussion-Instrumenten intoniert die A-20 lebendig sowie mit famoser Hochtonauflösung und präsentiert dabei eine exakt gestaffelte Bühne mit messerscharfer Abbildung in der Mitte. Zwei Nubert nuPro A-20 Aktivboxen sind perfekte Studiomonitore und ein ideales akustisches Werkzeug für alle, die selbst Musik produzieren oder am PC arrangieren.

Selektive Bassregelung: Um die tonale Neutralität zu erhalten, verstärkt der Bassregler der A-20 gezielt tiefe Bassfrequenzen um 45 Hertz, lässt aber den Grundton oberhalb von 100 Hertz weitgehend unangetastet.
Selektive Bassregelung: Um die tonale Neutralität zu erhalten, verstärkt der Bassregler der A-20 gezielt tiefe Bassfrequenzen um 45 Hertz, lässt aber den Grundton oberhalb von 100 Hertz weitgehend unangetastet.

Damit man diese Perfektion des Frequenzgangs nicht durch eine schlampige Potentiometer-Stellung verschenkt, hat sich Günther Nubert sogar eine „digitale Mittelrasterung“ einfallen lassen: In einem kleinen Bereich vor und nach der 12:00-Position wirken sich Einstellungen der Klangregler noch nicht aus, die Mittelstellung ohne Klangjustage gelingt deshalb stets sicher.

Klangregelung nach Maß
Für Anhänger des reinen ehrlichen Klangs ist die A-20 aufgrund ihrer Neutralität eine Offenbahrung. In größeren Räumen macht es dennoch Sinn, das fehlende Tiefbassfundament durch eine leichte Bassanhebung auszugleichen. Damit die Bassanhebung aber nicht gleich für aufgedickte Stimmlagen sorgt, wurde der Einsatzbereich auf reine Bassfrequenzen im Frequenzbereich um 45 Hertz eingegrenzt. Damit lassen sich Einflüsse der Aufstellung und der Raumakustik im Bass effektiv kompensieren, ohne gleich die klare Artikulation und tonale Neutralität bei der Stimmwiedergabe aufzugeben.

Breit wirkender Mittelhochtonregler: Der Mid/High-Regler der A-20 verändert die Steigung insgesamt und wirkt auch auf mittlere und tiefere Frequenzen.
Breit wirkender Mittelhochtonregler: Der Mid/High-Regler der A-20 verändert die Steigung insgesamt und wirkt auch auf mittlere und tiefere Frequenzen.

Auch der Frequenzsteller für die Mitten und Höhen wirkt nicht so wie bei üblichen Klangreglern, die meistens nur hohe Frequenzen oberhalb von 2 kHz angehen. Bei der A-20 wird vielmehr um einen virtuellen Drehpunkt bei rund 50 Hertz der gesamte Frequenzbereich breitbandig in der Steilheit angehoben oder abgesenkt. Damit kann man die Wirkung unterschiedlich langer Nachhallzeiten in verschieden stark bedämpften Räumen kompensieren, ohne den neutralen Klangcharakter der A-20 massiv zu verändern. Man muss sich aber daran gewöhnen, dass dieser Regler auch den Pegel insgesamt anhebt oder absenkt. Die zugespielten Signale sollten grundsätzlich ordentlich ausgesteuert und nicht etwa in der Soundkarte des PCs heruntergeregelt sein, sonst kann bei voll aufgedrehtem Pegel oder angehobenem Mid/High-Regler leichtes Rauschen hörbar werden.

Nubert nuPro A-20 im Vergleich zur kleineren nuPro A-10

Die kleinere aber nicht weniger begeisternde nuPro A10
Die kleinere aber nicht weniger begeisternde nuPro A10

Die knapp 20 Zentimeter breite und gut 33 Zentimeter hohe A-20 sollte man am besten paarweise betreiben, da sich der maximale Schalldruck dann um 6 Dezibel erhöht. In einem Meter Abstand liefert ein Pärchen der A-20 dann im Bassbereich bis zu 97 Dezibel Schalldruck. Gelegentlich können dabei leichte Strömungsgeräusche aus dem Bassreflexrohr aber keine störenden Verzerrungen hörbar werden. Ein Paar A-20 macht aus dem PC eine kleine HiFi-Anlage und bietet sogar im Wohnzimmer genügend Reserven für Musik- oder Multimedia-Anwendungen sowie satten Heimkinosound. Dagegen ist die kleine Schwester A-10 nur für 89 Dezibel Schalldruck bei tiefen Tönen gut, was an der auf circa 55 Hertz begrenzten Basswiedergabe liegt. Die nur 16,5 Zentimeter breite und 27 Zentimeter hohe A-10 ist ein also platzsparender Nahfeldmonitor für den schmalen Schreibtisch und besticht durch ihr herausragendes Rundstrahlverhalten. Am überlegenen Auftritt der Aktivboxen A-20 können zwei kleine A-10 aber nicht rütteln. Angesichts der fantastischen Leistung und des gelungenen Konzepts darf man gespannt sein, ob die Zukunft bald noch mehr (größere) vollaktive Monitore aus Schwäbisch Gmünd hervorbringen wird.

Kleine Schwester Nubert nuPro A-10: Die Linearität ist immer noch beeindruckend. Allerdings reicht die A-10 im Bass nur bis rund 55 Hertz und liefert deutlich niedrigere Maximalpegel. Das seitliche Abstrahlverhalten ist dagegen bis zu höchsten Höhen hervorragend.
Kleine Schwester Nubert nuPro A-10: Die Linearität ist immer noch beeindruckend. Allerdings reicht die A-10 im Bass nur bis rund 55 Hertz und liefert deutlich niedrigere Maximalpegel. Das seitliche Abstrahlverhalten ist dagegen bis zu höchsten Höhen hervorragend.

Zum Stückpreis von 285 Euro übertrifft die A-20 die kompaktere Schwester A-10 für 235 Euro in Punkto Basstiefe und Pegelfestigkeit klar, weshalb ihr Preis-Leistungsverhältnis besonders beeindruckt. Separate Regler für die Bässe und den Mittelhochtonbereich sorgen zudem für eine effektive Anpassung der Klangcharakteristik – und machen die nuPro A-20 zum echten Kracher und unserem Favoriten unter den Aktivboxen.

player.de meint:
Zugegeben, die nuPros sind nicht billig. Was einem dafür aber an Klang, Leistung und Komfort geboten wird, kann sich mehr als nur hören und sehen lassen. Wer auf guten Ton- am Computer Wert legt oder auf der Suche nach dem perfekten Monitorlautsprecher ist, der wird bei Nubert mit den nuPros fündig. Wir wollen sie auf unserem Schreibtisch nicht mehr missen.