Blu-ray-Recorder BWT700 von Panasonic: Britisches Modell setzt Zeichen

Fortschrittlicher Blu-ray Recorder: Panasonic DMR BWT 700
Fortschrittlicher Blu-ray Recorder: Panasonic DMR BWT 700

Schon dieses Frühjahr liefert Panasonic auf dem britischen Markt neue Blu-ray-Recorder aus, die Modelle DMR-BWT700 und DMR-BWT800. Sie erlauben einen Ausblick auf die nächste Generation für Deutschland, die erst im Herbst zu kaufen sein wird. Augenfälligste Änderung ist die 3D-Fähigkeit, was bedeutet, dass dann nahezu alle aktuellen Blu-ray-Geräte aus dem Hause Panasonic in der Lage sein werden, 3D-Filme von der Disc abzuspielen.

Für das Aufnehmen und Wiedergeben von 3D-TV-Programmen hat das allerdings keine Bedeutung. Denn das heute übliche Verfahren der Bildteilung – derzeit nur Side-by-side, künftig auch Top-bottom – ist in jeder Hinsicht kompatibel mit bisheriger Hardware. Es kann daher mit jedem beliebigen Gerät aufgezeichnet werden, auf Festplatte wie auf Blu-ray mit den aktuellen BD-Recordern. So kann zum Beispiel die Sky+-Box bereits den 3D-Kanal des Pay-TV-Senders aufnehmen. Notwendig ist einzig ein 3D-Schirm, der die Doppelbilder auf sein Verfahren zur zweiäugigen Darstellung umrechnet. Das größere Problem ist der Tuner und das damit verbundene Rechtemanagement: Dank eines CI+-Schachtes lässt sich der Sky-Kanal mit 3D-Bildern empfangen, aber derzeit nicht aufzeichnen; nur zeitversetzes Ansehen mit bis zu 90 Minuten ist erlaubt.

Denkbar ist, dass eines Tages 3D-TV den gleichen Standard verwendet wie die 3D-Blu-ray, also Zusatzdaten zum normalen MPEG-4-Datenstrom im so genannten Multiview Codec (MVC). Doch selbt dann dürfte der Recorder nicht dafür geeignet sein, weil wahrscheinlich weder Tuner noch Signalverarbeitung für die Kombi-Daten vorbereitet sind. Möglich, aber eher unwahrscheinlich ist, dass sich MVC für Digital-TV per Software nachrüsten ließe. Mit dem derzeitigen 3D-Blu-ray-Standard wären entsprechende Aufnahmen trotzdem nicht kompatibel, denn er sieht das 1080i-Format gar nicht vor.

Eine zweite Neuerung hat wahrscheinlich sogar deutlich mehr Praxisrelevanz als die 3D-Frage: Die nächste Generation der BD-Recorder kann wie der BWT700 nicht nur als DLNA-Server fungieren, sondern auch als Client. Bisherige Modelle können ihre Aufnahmen von der Harddisc an andere Geräte streamen, ebenso Fotos und Musik. Auf einen PC im gleichen Haushalt haben sie dagegen keinen Zugriff. Anders der Neuling, der damit universell wie bisher nur die PS3 im Netzwerk agieren kann. In Sachen Netzwerk ist auch noch Viera Connect zu erwarten, der Nachfolger des Viera-Cast-Systems. Im Gegensatz zum Actvila-System in Japan ist es aber weiterhin nicht erlaubt, Spielfilme aus dem Internet auf Blu-ray Disc zu brennen.

Ein Import der britischen BD-Recorder ist freilich sinnlos: Dort ist nur ein terrestrischer Tuner eingebaut, sogar einschließlich DVB-T2-Norm. Der wird aber mangels HD über Antenne in Deutschland auf lange Zeit beschäftigungslos bleiben.

Player.de meint: Vor Jahren hatten etliche Hersteller immer wieder Studien gezeigt, wie Home Server einmal aussehen könnten. Panasonic ist mittlerweile mit seinen Blu-ray-Recordern ein gutes Stück in diese Richtung vorangekommen. Bleibt zu hoffen, dass die nicht immer einfache Bedienung nicht weiter verkompliziert wird und dass die nächste Generation noch leiser läuft.