Vodafone TV: IPTV-Angebot kombiniert klassisches Fernsehen mit dem Internet

Vodafone TV - Set-Top-Box
IPTV-Komplettlösung: Vodafone bietet den Dienst "Vodafone TV" inklusive Set-Top-Box an

Anfang Juli berichteten wir über Vodafones Pläne, ein eigenes IPTV-Angebot mit Hybrid-Technologie zu starten. Auf der diesjährigen IFA in Berlin hat der Telekommunikationskonzern mit „Vodafone TV“ nun offiziell ein entsprechendes Produkt vorgestellt, das klassisches Satelliten- und Kabelfernsehen mit Internet-TV sowie Video-on-Demand-Inhalten (VoD) kombiniert – auf Wunsch sogar in HD-Qualität. Der Dienst soll dabei als Komplettlösung mit einer kostenlos bereitgestellten hybriden Set-Top-Box vermarktet werden (Vodafone Connected Home).

Vodafone TV Set-Top-Box inklusive Fernbedienung
Die Set-Top-Box für Vodafones IPTV-Angebot sieht elegant aus und wird inklusive Fernbedienung ausgeliefert

Die nicht näher bezeichnete Box ermöglicht Abonnenten den Zugang zu den Mehrwertdiensten und verfügt über eine Aufnahmefunktion (DVR – Digital Video Recorder) sowie eine integrierte 320 GByte-Festplatte. Das Gerät basiert auf der führenden Technologie von NDS, darunter auch die DVR-Technik NDS XTV. Die System-Software NDS MediaHighway gewährleistet dabei eine hohe Funktionsvielfalt und verwaltet sowohl die Integration von VoD und internetbasierten Inhalten als auch den elektronischen Programmführer (EPG), der zudem die Möglichkeit des zeitversetzten Fernsehens erschließt. Als Verschlüsselungssystem kommt NDS VideoGuard zum Einsatz.

Über Vodafone TV sollen zunächst etwa 60 frei empfangbare Sender wiedergegeben werden können

Im Gegensatz zum Konkurrenzangebot der Deutschen Telekom („T-Home Entertain„) wird für Vodafone TV angeblich kein Breitbandzugang mit einer 16.000+ DSL-Leitung benötigt: Laut Vodafone kommt der Dienst bereits mit einer Bandbreite von 2 MBit/s zurecht, da Fernsehprogramme über den vorhandenen Kabel- oder Satellitenanschluss übertragen werden. Parallel dazu lassen sich SD- und HD-Filme aus der Online-Videothek auf die Festplatte des Receivers herunterladen. Lediglich für den TV-Livestream ist eine Internetverbindung mit mindestens 6 MBit/s erforderlich. Für HD-Sender werden 10 MBit/s vorausgesetzt. So lassen sich auch Video-on-Demand-Inhalte ohne Zwischenspeicherung streamen.

Rückseite der Vodafone TV Set-Top-Box
Die Set-Top-Box verfügt auf der Rückseite über drei Netzwerk-Schnittstellen

Die Set-Top-Box soll stets automatisch die beste Signalqualität der Sender wählen. Darüber hinaus wird künftig sogar das Pay-TV-Angebot von Sky unterstützt, so dass die abonnierten Programme und der Vodafone TV-Dienst mit nur einem Receiver empfangen werden können. Das Gerät ist mit drei rückseitigen LAN-Buchsen, insgesamt drei USB-Ports (Wiedergabemöglichkeit von Multimedia-Dateien folgt), einem SD-Kartenleser, zwei analogen Cinch-Anschlüsse, einem digitalen S/PDIF-Ausgang, einer HDMI 1.3-Schnittstelle sowie zwei herkömmlichen SCART-Buchsen ausgestattet.

Vodafone TV soll Ende dieses Jahres starten und monatlich rund 10 Euro kosten (zusätzlich zur bisherigen Anschlussgebühr). Die notwendige Hardware wird von Vodafone gestellt. Zunächst soll das IPTV-Angebot etwa 60 Free-TV-Programme umfassen, während die Online-Videothek eine Auswahl von etwa 3.000 Videos (davon über 100 in HD-Qualität) aus verschiedenen Bereichen bietet. Künftig sollen sogar 3D-Inhalte zur Verfügung stehen.

Matthias Krömer, Head of Marketing für Video & Connected Home bei der Vodafone Group, zeigte sich auf der IFA sehr überzeugt von Vodafone TV: „Vodafone Deutschland will seinen Kunden ein neues Fernseh- und Unterhaltungserlebnis erschließen. Internetbasierte Inhalte und Dienste ermöglichen uns in Verbindung mit herkömmlichem TV-Empfang optimale Voraussetzungen für den flächendeckenden Markteinstieg, weil wir sie mit unserer existierenden Infrastruktur ohne größere Investitionen verwirklichen können. Mit NDS haben wir einen Partner gefunden, der unsere technologischen Anforderungen erfüllt und uns mit seiner zukunftssicheren Technologie bei der kontinuierlichen Entwicklung unserer Plattform sowie neuer Funktionen unterstützt. Wir freuen uns auf die Einführung unseres neuen Produktes und auf die weitere Zusammenarbeit mit NDS.“

player.de meint:
Vodafone wagt sich mit seinem neuen Angebot in relativ stark befahrene Gewässer und muss sich unter anderem gegen den derzeitigen IPTV-Marktführer Telekom durchsetzen. Realistische Chancen hat Vodafone TV aber durchaus: Statt nur auf das Internetfernsehen zu setzen, kombiniert der Telekommunikationskonzern seine Lösung zusätzlich mit Video-on-Demand-Inhalten sowie dem TV-Empfang via Kabel und Satellit. So sollen selbst Nutzer in Gebieten ohne VDSL-Breitbandnetz versorgt werden. Der Preis von rund 10 Euro im Monat (inklusive der Set-Top-Box) klingt fair. Die Nutzung der Online-Videothek – also das Streamen und/oder Herunterladen von Videos – kostet allerdings extra. Offizielle Preise für die einzelnen Inhalte sind noch nicht bekannt.