THX: Zertifizierung für 3D-Discs

THX 3D-Zertifizierung von BluFocus.
THX 3D-Zertifizierung von BluFocus.

Noch gibt es nur wenige 3D-Filme auf Blu-ray Disc, aber zahlreiche Titel sind in Arbeit. Daher will THX ein Zertifizierung einführen, die dem Käufer Qualität garantieren soll. Die 1983 von Regisseur George Lucas („Star Wars“) gegründete Firma arbeitet dafür mit BluFocus zusammen, einem Entwicklungs- und Zertifizierungs-Studio in North Hollywood. Es ist das erste Mal, dass eine unabhängige Institution dreidimensionale Filme begutachtet – die Gefahr, dass hier Fehler gemacht werden und die Zuschauer durch schlechte Produkte abgeschreckt werden, wird allgemein als groß erachtet.

THX und BluFocus wollen ihre Aufmerksamkeit auf drei Punkte konzentrieren: Auf 3D, Audio und Video, also die Qualität von Bild und Ton, wobei in diesem Fall der Schwerpunkt logischerweise auf dem Bild liegt. So wird zum Beispiel überprüft, ob beide Perspektiven in Schärfe und Abstimmung dem Original gerecht werden, was bei Blu-ray Disc die volle HD-Auflösung für links und rechts bedeutet. Sind hier alle Anforderungen erfüllt, bekommt die Disc das THX-3D-Logo mit den Buchstaben „AV“. Ein „C“ kommt dazu, wenn die Inhalte auf der Scheibe den kreativen Maßstäben gerecht werden, etwa dem Einsatz von 3D-Effekten; sie sollen, heißt es bei THX, die Filmwirkung unterstützen, aber nicht von der Handlung ablenken und eventuell gar durch falsche Positionierung Kopfschmerzen verursachen. Schließlich wird auch ein „I“ für Interoperabilität vergeben, also problemloses Abspielen auf zahlreichen Player in 3D genau wie in 2D. BluFocus testet nach eigenen Angaben alle Scheiben auf über 100 verschiedenen Modellen.

player.de meint:
„Man kann von THX halten, was man will – in manchen Fällen wirkt die Zertifizierung wirklich wie Geldschinderei. Aber in Sachen 3D ist echter Bedarf vorhanden, denn hier wird viel Unsinn produziert. Das betrifft freilich weniger die großen Studios, sondern kleinere Anbieter und TV-Sender, die mangels Erfahrung böse Fehler machen können. Es bleibt freilich abzuwarten, ob THX den Mut hätte, einem schlechten 3D-Film wie „Kampf der Titanen“ tatsächlich die Zertifizierung zu verweigern. Oder ob man vor einem großen Kunden wie Warner in die Knie geht.