Nintendo zeigt neue 3DS-Konsole: 3D-Effekte ohne Brille – weitere Details

3D-Unterstützung: Nintendo hat auf der E3 den DS-Nachfolger "3DS" mit autostereoskopischem Display vorgestellt
3D-Unterstützung: Nintendo hat auf der E3 den DS-Nachfolger "3DS" mit autostereoskopischem Display vorgestellt

Neben Microsoft und Sony hat auch Nintendo auf der aktuell laufenden Spielemesse Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles mit einem besonderen Produkt für reichlich Begeisterung gesorgt: Wie schon im März angekündigt, wurden auf der gestrigen Pressekonferenz des japanischen Konsolenherstellers weitere Informationen zum neuen Handheld „3DS“ bekanntgegeben. Anders als sein offizieller Voränger Nintendo DS soll dieses Gerät erstmals mit richtigen 3D-Inhalten zurechtkommen.

Große Besonderheit: Der Nutzer kann die dreidimensionalen Bilder laut Hersteller-  komplett ohne Spezialbrille sehen. Ermöglicht wird dies angeblich durch das autostereoskopische LC-Display mit 3,53 Zoll Bildschirmdiagonale sowie einer Auflösung von 800 x 240 Pixeln, wobei dem linken und dem rechten Auge in der Breite jeweils 400 Pixel zugeordnet sind, um eine entsprechende Tiefenwirkung zu gewährleisten. Über einen Regler („3D Depth Slider“) soll sich der gewünschte 3D-Effekt stufenlos einstellen oder sogar ganz deaktivieren lassen.

Die zwei äußeren Kameras sollen die Aufnahem von 3D-Fotos ermöglichen
Die zwei äußeren Kameras sollen die Aufnahem von 3D-Fotos ermöglichen

Ebenso wie die Vorgängermodelle verfügt das neue Gerät über ein zweites (kleineres) Display mit integriertem Touchscreen. Allerdings dient dieses hauptsächlich als Steuerelement und ist aus diesem Grund nicht 3D-fähig. Ohnehin würden sich „3D und Touch“ nicht vertragen, erklärte Nintendo-Chef Saturo Iwata während der Präsentation. Der Bildschirm bietet eine Diagonale von 3,02 Zoll und eine Auflösung von 320 x 240 Pixeln. Darüber hinaus hat der Hersteller die Steuermöglichkeiten der Konsole um einen Analogstick („Slide Pad“), einen Beschleunigungssensor sowie ein Kreiselinstrument (Gyroskop) erweitert.

Ergänzend zu der Kamera auf der Innenseite wurden in den Nintedo 3DS zwei zusätzliche Kameras für stereoskopische Fotos integriert. Auf diese Weise sollen die Bildaufnahmen mit 3D-Effekt auf dem Display angezeigt werden. Jede der drei Kameras arbeitet mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln (0,3 Megapixel). Nintendo plant außerdem die Zusammenarbeit mit diversen Hollywood-Studios wie Disney und Dreamworks, die ihre dreidimensionalen Animationsfilme in einem 3DS-kompatiblen Format anbieten sollen.

Ferner hat der Hersteller die WLAN-Anbindung optimiert. So kommuniziert das Gerät im 2,4 GHz-Bereich, unterstützt WPA/WPA2 und soll zudem Daten (zum Beispiel Online-Ranglisten) mit anderen 3DS-Konsolen austauschen können. Längere Übertragungen sollen selbst im Ruhezustand oder im Spielmodus nicht unterbrochen werden. Auf Wunsch lässt sich die WLAN-Funktion deaktivieren. Der Handheld akzeptiert zu Beginn 3DS-Karten mit maximal zwei Gigabyte Speicherkapazität, wobei diese Begrenzung später aufgehoben werden soll. Ebenso steht ein SD-Kartenslot zur Verfügung.

Der Nintendo 3DS wird voraussichtlich in Blau, Rot und Schwarz angeboten - das Design ist noch nicht final
Der Nintendo 3DS wird voraussichtlich in Blau, Rot und Schwarz angeboten - das Design ist noch nicht final

Zu den unterstützten Sprachen, der Akkulaufzeit sowie dem aufgespielten Betriebssytem wurden bislang keine Informationen bekanntgegeben. Das Design ist angeblich ebenfalls noch nicht final und könnte bis zum Marktstart verändert werden. Einen Preis sowie ein genaues Datum nannte Nintendo zwar nicht, allerdings soll der 3DS spätestens bis Ende März 2011 im Handel erhältlich sein. Das Gehäuse wird vermutlich in den Blau, Rot und Schwarz angeboten.

Als neu produzierte Spiele könnten parallel dazu etwa „Kid Icarus: Uprising“, „Assassin’s Creed“, „Metal Gear Solid“, „Kingdom Hearts“, „Madden NFL“, „FIFA“, „Saints Row“, „Batman“ und „Resident Evil“ auf den Markt kommen. Der Nintendo 3DS ist kompatibel zu den Titeln für die DS- und DSi-Konsolenreihe.

Eckdaten Nintendo 3DS:

  • Abmessungen (B x H x T, geschlossen): 13,46 x 7,37 x 2,03 cm
  • Gewicht: ca. 227 Gramm
  • Oberes Display: 3,53 Zoll (~ 9 cm) Widescreen-Display, Auflösung 800 x 240 Pixel (400 Pixel für jedes Auge bei 3D-Betrachtung)
  • Unteres Display: 3,02 Zoll (~ 7,7 cm) Display mit Touchscreen, Auflösung 320 x 240 Pixel
  • Kameras: 3 (2 auf der Gehäuse-Außenseite, 1 auf der Innenseite über dem oberen Bildschirm), Auflösung 640 x 480 Pixel bei 0,3 Megapixeln
  • Audio: Stereo-Lautsprecher und Kopfhörerausgang

player.de meint:
Nachdem Sony in letzter Zeit mit der PS3 und PSP ordentlich aufgeholt hat, schien Nintendo auf seiner derzeitigen Marktposition festgefahren zu sein: Lange ließ der japanische Konsolenhersteller nicht mehr von sich hören – zumindest bis jetzt. Neben zahlreichen neuen Spielen wurde auf der Pressekonferenz im Rahmen der E3 auch das neue Wunderkind „3DS“ präsentiert. Ganz ohne 3D-Brille soll der Nutzer mit dem offiziellen DS-Nachfolger in den Genuss dreidimensionaler Bilder, Spiele und Filme kommen. Nintendo hielt die Reaktionen des Publikums in einem Video fest, die überraschend positiv ausfielen. Lob bekam dabei vor allem die Tiefenwirkung des Displays. Was tatsächlich dahintersteckt, gilt abzuwarten. Von der Bildqualität sollte man sich allerdings nicht zu viel erhoffen: Das Display kommt nicht einmal annähernd an die HD-Auflösung heran und die Auflösung der integrierten Kamera wird heute sogar von einigen Handys getoppt. Nichtsdestotrotz bleiben wir natürlich gespannt, ob das „autostereoskopische Display“ hält, was es verspricht.