Aus „Natal“ wird „Kinect“: Neue Details zur Xbox 360-Bewegungssteuerung

Codename "Project Natal": Microsoft stellt morgen auf der E3 offiziell die Xbox 360-Bewegungssteuerung "Kinect" vor
Codename "Project Natal": Microsoft stellt morgen auf der E3 offiziell die Xbox 360-Bewegungssteuerung "Kinect" vor

Einen Tag vor der Spielemesse Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles, auf der Microsoft die bislang unter dem Codenamen „Project Natal“ bekannte Bewegunggsteueurung für die Spielkonsole Xbox 360 offiziell vorstellen will, hat der US-amerikanische Software-Riese den endgültigen Produktnamen der Technologie bekanntgegeben: „Kinect for Xbox 360“ soll das Gerät heißen und noch im November dieses Jahres weltweit auf den Markt kommen.

"Kinect" wird ohne Controller und ausschließlich durch Bewegungen gesteuert
"Kinect" wird ohne Controller und ausschließlich durch Bewegungen gesteuert

Damit wird die controllerlose Steuerung nur ein wenig später als bisher erwartet erscheinen (player.de berichtete). Für etwas Unterhaltung bei der offiziellen Namensenthüllung im Galan Center (Los Angeles) sorgte laut Microsoft eine spezielle Show des kanadischen Zirkusunternehmens Cirque du Soleil (französisch für „Zirkus der Sonne“), dessen Artisten einige Besonderheiten von Kinect gezeigt haben sollen. Zum geplanten Preis für das Gerät hat sich der Hersteller nicht geäußert, will diesen aber heute Abend im Rahmen einer Pressekonferenz verkünden. Laut eines im Mai veröffentlichten Berichts von Edge Online wird die Bewegunggssteurung angeblich 149 US-Dollar – umgerechnet also etwa 122 Euro – kosten (zur Newsmeldung).

Der Kinect-Sensor soll direkt an die Xbox 360 angeschlossen werden und trotz seiner geringen Größe mit einer Kamera, Audio-Sensoren sowie einer sogenannten Motion-Sensing-Technologie ausgestattet sein. Auf diese Weise lassen sich nach Herstellerangaben Bewegungen von insgesamt 48 Punkten des menschlichen Körpers verfolgen. Mike Delman, Vice President für das globale Marketing bei Microsoft, sagte dazu auf der gestrigen Veranstaltung: „Du bist der Controller. Du stellst dich einfach vor den Sensor und Kinect sieht deine Bewegungen, hört deine Stimme und erkennt dein Gesicht.“

Microsoft demonstrierte auf einer mit dem Kinect-System verbundenen Xbox 360 darüber hinaus einige Spiele, die ohne Controller gesteuert werden und demnächst auf den Markt kommen sollen:

  • Kinectimals: Dressur von verschiedenen Tieren beziehungsweise Raubkatzen wie zum Beispiel Löwen, Geparden und Tiger.
  • Joyride: Rennspiel, das mit Lenk- beziehungsweise Handbewegungen in der Luft gesteuert wird – zum Beispiel Hände drehen, um das Fahrzeug zu lenken oder an den Körper heranziehen, um zu bremsen.
  • Kinect Sports: Verschiedene Sportaktivitäten mit den virtuellen Spielfiguren – Boxen, Bowling, Fußball, Tischtennis und vieles mehr.
  • Kinect Adventures: Abenteuerspiel, bei dem etwa zwei Spieler ein Floß steuern oder einen Hindernis-Parcours durchlaufen.

Darüber hinaus soll noch die Neuauflage eines „Star Wars“-Titels von Lucas Arts herausgebracht werden, bei dem der Spieler beispielsweise sein Können in einem Lichtschwert-Duell beweisen muss. Ebenso kündigte Microsoft noch weitere Kinect-kompatible Titel wie etwa ein Tanzspiel namens „Dance Central“ an, das zusammen mit MTV Games entwickelt wird.

Püntklich zum Weihnachtsgeschäft: Microsofts Bewegungssteuerung "Kinect" soll noch im November 2010 auf den Markt kommen
Püntklich zum Weihnachtsgeschäft: Microsofts Bewegungssteuerung "Kinect" soll noch im November 2010 auf den Markt kommen

Zudem will Microsoft das Dashboard, also die Benutzeroberfläche der Xbox 360 überarbeiten. So wird dann angeblich die ausgestreckte Handfläche des Spielers erkannt und als weißer Mauszeiger auf dem Bildschirm angezeigt, um durch die Menüs navigieren zu können. Ob dieses Feature mithilfe eines Firmware-Updates hinzugefügt wird oder von den eingelegten Spielen abhängt, ist derzeit nicht bekannt.

player.de meint:
Obwohl „Natal“ unserer Meinung nach ein schönerer Name ist als „Kinect“, weiß die Xbox 360-Bewegungssteuerung gewiss mit einer hohen Funktionsvielfalt zu überzeugen: Das schlicht gehaltene Steuerelement mit zwei Kameras und Mikrofonen (Audio-Sensoren) wird einfach unter den Fernseher gestellt, soll sämtliche Bewegungen des davor stehenden Spielers erkennen und diese auf dem Bildschirm umsetzen. Vor allem zusammen mit der Familie oder mit Freunden gewährleistet Microsoft auf diese Weise einen deutlich höheren Spielspaß. Ob das Gerät tatsächlich so problemlos funktioniert, wie der Hersteller verspricht, wird sich wohl frühestens auf der morgen beginnenden E3 in Los Angeles zeigen. Der offizielle Marktstart lässt noch bis Ende dieses Jahres auf sich warten. Indes kündigte auch Konkurrent Sony für seine PS3-Konsole eine Bewegungssteuerung an: Weitere Einzelheiten sowie ein Interview zum „PlayStation Move“ genannten System finden Sie in unserer Newsmeldung.