Test: HDTV-Sat-Receiver Humax HD-FOX – günstiger Einstieg in HD+

Im Labortest: HD+-Vorreiter Humax HD-FOX
Im Labortest: HD+-Vorreiter Humax HD-FOX für 199 Euro

Wer das Fernsehprogramm von RTL und VOX von Anfang an in HD-Qualität empfangen wollte, dürfte mit Humax‚ kleinem HDTV-Receiver HD-FOX mittlerweile wohl bestens vertraut sein: Das Modell war laut Hersteller der „offiziell erste verfügbare HD+-Empfänger“ und wird seit Sendestart der HD+-Plattform im November 2009 standardmäßig inklusive Smartcard ausgeliefert. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 199 Euro befindet sich der HD-FOX zudem auf Augenhöhe mit dem TechnoTrend TT-micro S835 HD+ und bietet auf den ersten Blick auch heute noch einen preiswerten Einstieg in die Welt des hochauflösenden Fernsehens. Humax rührt natürlich weiterhin seine Werbetrommel und verspricht zum Beispiel eine „hervorragende elektronische Programmzeitschrift (EPG)“, einen „Best Picture“ genannten HD-Upscaler für SDTV-Programme sowie einen Stromverbrauch von unter einem Watt. Im nachfolgenden Test haben wir den HD-FOX genau unter die Lupe genommen und waren beim ein oder anderen Punkt ein wenig überrascht.

Kleiner Einsteiger ganz groß: Der HD-FOX war Ende 2009 einer der wenigen HD+-fähigen HDTV-Receiver
Kleiner Einsteiger ganz groß: Der HD-FOX war Ende 2009 einer der wenigen HD+-fähigen HDTV-Receiver

Vorteile im Überblick:

+ HD+-Empfang (Smartcard wird mitgeliefert)
+ direkte Umschaltung von Auflösung und Bildformat
+ einfache Bedienung und übersichtliches Menü
+ Senderliste sortierbar

Nachteile im Überblick:

– HDMI-CEC wird nicht unterstützt
– keine Multimedia-Features
– keine Festplatten-Aufnahme oder Timeshift
– USB-Port nur für Im-/Export von Senderlisten

Humax HD-FOX | Ausstattung und Bedienung

Dank USB-Port lässt sich die Senderliste am PC bearbeiten - andere Funktionen werden leider nicht unerstützt
Dank USB-Port lässt sich die Senderliste am PC bearbeiten - andere Funktionen werden leider nicht unerstützt

Allein die Rückseite des HD-FOX sieht sehr vielversprechend aus. Zwei SCART-Buchsen, ein HDMI-Port, Cinch- und YPbPr-Komponentenausgänge, ein optischer Audio-Digitalausgang (S/PDIF), ein USB-Anschluss sowie eine Netzwerk-Schnittstelle lassen einen optimal ausgestatteten HDTV-Receiver erwarten. Allerdings bleibt es nur bei der Erwartung: Die LAN-Buchse bietet noch keinerlei Funktion, ist aber angeblich für „künftige Applikationen“ vorgesehen. Jedoch verspricht das der Hersteller schon seit geraumer Zeit und ein derartiges Firmware-Update scheint immer noch in weiter Ferne. Ebenso können über den USB-Port derzeit lediglich Kanallisten im- und exportiert werden. Ein Armutszeugnis, wenn man sich die Multimedia-Fähigkeiten des großen aber jüngeren Bruders iCord HD+ aus gleichem Hause ansieht.

Das Steuerkreuz der Fernbedienung macht die Programm- und Lautstärkewippe überflüssig
Das Steuerkreuz der Fernbedienung macht die Programm- und Lautstärkewippe überflüssig

Abgesehen von diesen Mankos und der spartanischen LED-Anzeige, die nur über die Programmnummer statt über den Sendernamen informiert, hat das Humax-Einstiegsmodell aber auch seine Vorzüge. So macht der HD-FOX mit seinem integrierten Netzteil und einem vollwertigen Satz an analogen SDTV-Anschlüssen einen hochwertigeren Eindruck als der gleich teure Konkurrent von TechnoTrend Görler. Flexibel präsentiert sich außerdem die Konfiguration der Sat-Anlage: Neben Einkabel-LNBs kommt der Receiver dank Unterstützung des DiSEqC 1.2- und USALS-Protokolls sogar mit Motorantennen zurecht. Zusätzlich verfügt das Gerät über einen Lip-Sync-Delay, mit dem eventueller Bild- und Tonversatz von 0 bis 400 Millisekunden jeweils in 20er-Schritten ausgeglichen werden kann. Der HD-Fox ist sowohl mit einem Smartcard-Einschub für die mitgelieferte HD+-Karte als auch mit einem CI-Slot für weitere Pay-TV-Angebote ausgestattet.

Die Fernbedienung liegt angenehm in der Hand, ist übersichtlich gestaltet und bietet zudem ein paar wichtige Direktfunktionen (siehe „Bild- und Tonqualität“). Der spürbare Druckpunkt der Tasten ermöglicht dabei eine komfortable Steuerung der Befehle. Das Menü gefällt durch feine Schriften und verschiedene Grafiken, die den Bedienkomfort zusätzlich erhöhen. Schade allerdings, dass Humax wie beim Flaggschiff iCord HD+ auf die HDMI-CEC-Unterstützung verzichtet hat und so keine Steuerung des Receivers über die TV-Fernbedienung möglich ist. Lob verdient das Gerät wiederum für die bis ins Detail durchdachte Programmnavigation: Die bereits vorsortierten Senderlisten lassen sich bequem nach allerlei Kriterien durchsuchen beziehungsweise sortieren – zum Beispiel in alphabetischer Reihenfolge, nach Verschlüsselungssystem, nach SDTV und HDTV oder nach Aufrufhäufigkeit. Ferner gibt es fünf frei belegbare Favoritenlisten, eine Programmtausch-Taste sowie eine Info-Bar, die über Details wie Auflösung, Verschlüsselungstyp des Senders oder die Altersfreigabe eines Films informiert. Der elektronische Programmführer (EPG) mit zwei Darstellungsvarianten (ein oder sieben Sender) ist einfach zu handhaben. Die Umschaltzeiten von fast zwei Sekunden sind noch akzeptabel. Wesentlich zäher geht der Startvorgang vonstatten: Rund 20 Sekunden benötigt der HD-FOX, um auf Touren zu kommen.

Humax HD-FOX | Bild- und Tonqualität

Weich wirkendes Bild: Der HDMI-Frequenzgang fällt sowohl bei HDTV- als auch bei hochskaliertem SDTV-Material sehr früh ab
Weich wirkendes Bild: Der HDMI-Frequenzgang fällt sowohl bei HDTV- als auch bei hochskaliertem SDTV-Material sehr früh ab

Beim HD-FOX ist eine Auflösungsautomatik („Original“) an Bord. Da das Modell die TV-Programme auf diese Weise in Originalauflösung ausgibt, entfällt das lästige Umschalten von Hand. Je nachdem, mit welchem Format der Fernseher über HDMI zurechtkommt, werden SDTV-Signale in 576i oder 576p ausgegeben. Der TechnoTrend-Konkurrent TT-micro S835 HD+ beherrscht hier lediglich 576p. Selbstverständlich kann der Nutzer die Auflösung von 576i bis 1.080i aber auch dauerhaft festlegen. Dank einer breiten Palette an Formaten kann der Receiver sogar Displays ohne eigene Umschaltung korrekt versorgen. Einstellungen an Auflösung und Bildformat lassen sich dank Direkttasten einfach per Fernbedienung vornehmen.

Übersichtliches & funktionales Menü: Die Programmnavigation des HD-FOX verdient großes Lob
Übersichtliches & funktionales Menü: Die Programmnavigation des HD-FOX verdient großes Lob

Der Farbraum (YPbPr und RGB) kann mithilfe eines Schalters auf der Geräterückseite einfach umgeschaltet werden. Im Praxistest wirkten die Bilder des HD-FOX dennoch etwas weicher als bei den bislang von uns getesteten HDTV-Receivern Humax iCord HD+ und TechnoTrend TT-micro S835 HD+. Die Messungen im Testlabor belegten dann sowohl bei hochskaliertem SDTV-Material als auch bei der nativen HDTV-Ausgabe einen frühen Frequenzabfall. Darüber hinaus weicht die Farbdecodierung von der Norm ab, was einige Minuspunkte zur Folge hat. Allerdings merkt der Zuschauer im Alltagsbetrieb am Fernseher davon erfreulich wenig. Lediglich im (professionelleren) Heimkino können diese Fehler etwas stören. Nichtsdestotrotz kommt das Gerät in puncto Bildqualität leider nur mit der Note „ausreichend“ davon.

Die Klangqualität des HD-FOX ist im Großen und Ganzen mit "gut" zu bewerten
Die Klangqualität des HD-FOX ist im Großen und Ganzen mit "gut" zu bewerten

Der Teletext-Decoder hingegen liefert ein sauber lesbares Schriftbild, startet unpraktischerweise aber stets im „Mix-Modus“ mit überlagertem TV-Bild (transparenter Hintergrund). Allgemein betrachtet wissen der Analog- und Digitalton des Receivers zu überzeugen: Der Frequenzgang weicht mit gemessenen 0,4 dB nur minimal ab und die Verzerrungen bei 1 kHz sind mit 0,05 Prozent ebenfalls sehr gering. Messtechnisch gesehen sind die Ergebnisse zwar etwas schlechter als die des iCord HD+, dennoch bewegt sich die Tonqualität des HD-FOX auf gutem Niveau. Wie bei seinem großen Bruder wirkt die Lautstärkeregelung der Fernbedienung systembedingt ausschließlich bei PCM-Ton – auf den Dolby Digital-Strom hat sie keinen Einfluss.

Humax HD-FOX | Multimedia-Fähigkeiten

Die Netzwerk- sowie die USB-Schnittstelle des kleinen Humax-Receivers sind in praktischer Hinsicht derzeit nur Mogelpackungen: Bis auf den Im- und Export von Senderlisten per USB bleiben sämtliche Multimedia-Wünsche unerfüllt. Weder die TV-Aufnahme noch die Dateiwiedergabe werden unterstützt. Immerhin hat der Hersteller vor einiger Zeit verschiedene Applikationen angekündigt, die der Nutzer künftig über die LAN-Buchse abrufen können soll. Wann das dafür benötigte Firmware-Update letztendlich erscheint, ist nicht bekannt. Bis dahin dient der Anschluss leider nur der Zierde. Übrigens: Die Senderlisten lassen sich mithilfe der Software „Uniformula“ bequem am PC editieren. Das Programm steht auf der Humax-Website zum kostenlosen Download bereit.

Humax HD-FOX | Gehäuse und Verarbeitung

Mogelpackung: Die LAN-Buchse bietet derzeit keine Funktion - über den USB-Port ist nur der Im- und Export von Senderlisten möglich
Mogelpackung: Die LAN-Buchse bietet derzeit keine Funktion - über den USB-Port ist nur der Im- und Export von Senderlisten möglich
Vor Staub geschützt: Smartcard-Einschub und CI-Slot befinden sich hinter einer Frontklappe
Vor Staub geschützt: Smartcard-Einschub und CI-Slot befinden sich hinter einer Frontklappe

Humax‘ erster HD+-fähiger Receiver misst 31 x 6,5 x 24,8 cm (B x H x T) und gefällt durch sein dezentes Design in elegantem Schwarz. Die Gerätefront ist zwar nicht ganz so schmutzempfindlich wie die des iCord HD+, doch zeichnen sich Fingerabdrücke nach gewisser Zeit auch auf der matten Oberfläche des HD-FOX ab. Hinter einer Klappe auf der rechten Seite hält das Gerät den Smartcard-Einschub und den CI-Slot bereit.

Das relativ hohe Gehäuse wirkt etwas klobig, ist dafür aber fest verschraubt und solide verarbeitet. Die Materialanmutung lässt kaum Wünsche offen. Der Receiver ist regelrecht mit Lüftungsschlitzen übersät, so dass sich Temperatur auch im längeren Betrieb gerade einmal um 10 -°C erhöht. Vor allem auf der Oberseite kann so allerdings Staub ins Geräteinnere eindringen. Der HD-FOX selbst kommt ohne eigenen Lüfter aus.

player.de meint:
Obwohl der HD-FOX von Humax mittlerweile zu den ältesten HD+-fähigen HDTV-Receivern gehört, macht er hinsichtlich seiner Anschlussmöglichkeiten und des dezenten Designs auch heute noch einen frischen Eindruck. Besonders vorbildlich ist zudem die komfortable Bedienung sowie die detailliert durchdachte Programmnavigation mit zahlreichen Sortierfunktionen. Auflösung und Bildformat können dabei direkt umgeschaltet werden. Die Bildqualität selbst ist fürs normale Fernsehen akzeptabel, im Heimkino fehlt es dem Gerät allerdings an Bildschärfe. Trotz vorhandener USB-Schnittstelle werden ärgerlicherweise weder TV-Aufnahmen noch die Dateiwiedergabe unterstützt: Der Port dient derzeit lediglich dem Im- und Export von Senderlisten. Zu allem Überfluss ist die LAN-Buches momentan völlig funktionslos. Humax hat zwar schon vor geraumer Zeit ein Firmware-Update mit Netzwerk- bzw. Online-Applikationen angekündigt, sein Versprechen bislang aber noch nicht eingelöst. Wie beim Receiver-Flaggschiff iCord HD+ verzichtete der Hersteller leider auch beim kleinen HD-FOX auf die HDMI-CEC-Unterstützung. Das Einstiegsmodell bekommt deshalb gerade noch die Gesamtnote „befriedigend“.

Weiterführende Links

Humax HD-FOX Produktseite

Humax HD-FOX | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis:
199 Euro
Abmessungen: 6,5 x 31 x 24,8 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: kein Netzschalter
Stromverbrauch Standby: 2,7 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 17 Watt

Anschlüsse
Digital-Video:
1x HDMI
Analog-Video: YUV, BAS, 2x SCART (1x RGB)
Digital-Audio: 1x HDMI, 1x Optisch
Analog-Audio: 1x Cinch (2.0), 2x SCART (2.0)
Sonstige Anschlüsse: LAN, 1x USB

Wiedergabe und Funktionen
Tuner:
1x DVB-S/-S2
CI-Slots / Smartcard-Slots: 1 / 1
Empfang von Sky / HD+: nein / ja (Karte mitgeliefert)
Verschlüsselungssysteme: keine Angabe
Videosignalarten: 576i, 720p, 1080i, Quelle direkt
16:9-Umschaltung: automatisch / manuell
Dolby Digital 5.1 über HDMI: ja
EPG / Videotext: ja / ja
Festplatten-Aufnahme (Kapazität): keine Festplatte eingebaut / anschließbar
Timer / Timeshift (Pufferspeicher): ja / nein
Wiedergabe während Aufnahme: nein
Anzahl gleichzeitiger Aufnahmen: keine
Vorschau während Suchlauf: nein
Datentransfer zum PC: nein
Favoritenprogrammlisten: 5x frei benennbar, 3x fest
Programmflip-Taste: ja
HDMI-CEC-Steuerung: nein
Multimedia-Formate: nein

BEWERTUNG
Sehtest: befriedigend (HDTV)
gut (SDTV)
HDMI-Bildauflösung: 76 % (HDTV)
79 % (SDTV hochskaliert)
Bildlinearität: ausreichend (Helligkeit)
befriedigend (Farbe)
BILDQUALITÄT ausreichend
Hörtest: gut
Qualität Digitalton (Jitter): 3,04 %
Frequenzgang-Abweichung: 0,4 dB
Rauschabstand (S/N): 92,2 dB
TONQUALITÄT gut
Ausstattung: befriedigend
Bedienung: gut
Menü: gut
Material und Verarbeitung gut
Kanalwechsel: 1 Sekunde
Betriebsgeräusch: sehr leise
player.de GESAMTWERTUNG befriedigend