Test: HDTV-Sat-Receiver Humax iCord HD+ – Siegertyp für die Fußball-WM

Der HDTV-Sat-Receiver Humax iCord HD+ hat unser Testlabor durchlaufen
Der HDTV-Sat-Receiver Humax iCord HD+ hat unser Testlabor durchlaufen

Nach den Olympischen Winterspielen im Februar folgt mit der exakt in einer Woche beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft das nächste große Sportevent für dieses Jahr. Speziell Empfangstechnik-Hersteller nutzen solche Veranstaltungen oft und gerne, um noch einmal kräftig die Werbetrommel für ihre HDTV-Receiver zu rühren. So auch das südkoreanische Unternehmen Humax für sein derzeitiges Flaggschiff iCord HD+ mit integrierter 1 TB-Festplatte: HDTV-Empfang, flexible Aufzeichnungen und multimediale Online-Anwendungen sollen für das Modell kein Problem sein. Als Sahnehäubchen ist noch eine HD+-Smartcard im Lieferumfang enthalten, mit der die Sender RTL HD, VOX HD, ProSieben HD, Sat.1 HD und Kabel Eins HD wiedergegeben werden können. Das Gerät selbst ist mittlerweile seit über einem halben Jahr auf dem Markt und sollte gerade deswegen keine „Kinderkrankheiten“ – wie zum Beispiel der neue Comag SL60HD+ – mehr aufweisen. Bei einem Preis von 650 Euro sind die Ansprüche des Nutzers natürlich auch entsprechend hoch. Worauf man trotzdem verzichten muss, haben wir in unserem Testlabor herausgefunden.

Die schwarz-glänzende Front des Humax iCord HD+ macht einen edlen und hochwertigen Eindruck
Die schwarz-glänzende Front des Humax iCord HD+ macht einen edlen und hochwertigen Eindruck

Vorteile im Überblick:

+ HD+-Empfang (Smartcard wird mitgeliefert)
+ TV-Aufnahme auf interne Festplatte und externe USB-Medien
+ Wiedergabe von MP3 und JPEG per USB
+ Netzwerk-Streaming und Zugriff auf Online-Dienste möglich
+ Sky-Empfang mit Alphacrypt Modul und Abo-Karte möglich

Nachteile im Überblick:

– keine HDMI-CEC-Steuerung möglich
– lange Start- und Umschaltzeit

Humax iCord HD+ | Ausstattung und Bedienung

Die Fernbedienung liegt gut in der Hand
Die Fernbedienung liegt gut in der Hand

Qualität hat bekanntlich ihren Preis. Auf den ersten Blick scheint diese Aussage beim iCord HD+ sogar zu stimmen. Das Modell ist nämlich alles andere als ein herkömmlicher HDTV-Receiver: Eine integrierte Festplatte mit 1 Terabyte Speicherkapazität, ein HD-Twin-Tuner für die gleichzeitige Aufnahme und Wiedergabe zweier verschiedener Sender, zwei USB-Anschlüsse mit Abspiel- und PVR ready-Funktion sowie eine Netzwerk-Schnittstelle mit DLNA-Unterstützung und zusätzlichen Online-Features (siehe „Multimedia-Fähigkeiten“) machen das Gerät zu einem richtigen Multitalent. Hinzu kommen ein CI-Slot (Sky mit Alphacrypt-Modul funktionierte bei uns im Test) sowie ein Smartcard-Einschub für die mitgelieferte HD+-Karte. Neben dem obligatorischen HDMI-Port stehen auch zwei SCART-Buchsen, ein optischer Audio-Digitalausgang (S/PDIF) sowie Cinch-Anschlüsse zur Verfügung. Das Dot-Matrix-Display informiert über den Sendernamen, anstatt nur dessen Speicherplatz anzuzeigen.

Das Menü des iCord HD+ ist transparent und reagiert flott auf Befehle
Das Menü des iCord HD+ ist transparent und reagiert flott auf Befehle

Die Bedienung des Humax-Receivers ist zu Beginn etwas eigen, nach einer gewissen Eingewöhnungsphase erfreut man sich aber an vielen komfortablen Funktionen. Für das gemütliche Fernsehen von der Couch aus ist die mitgelieferte Fernbedienung unabdingbar – leider. Mangels HDMI-CEC ist eine Steuerung über die Fernbedienung des TV-Geräts nämlich nicht möglich. Das Zappen durch das Fernsehprogramm dürfte ohnehin etwas schwer fallen: In puncto Umschaltzeit gehört der iCord HD+ nicht gerade zu den schnellsten. Noch langsamer geht aber das Booten aus dem Standby-Modus vonstatten: Knapp 30 Sekunden braucht das Gerät, um auf Touren zu kommen. Die relativ große Fernbedienung liegt zwar erfreulicherweise gut in der Hand, doch haben die Tasten einen etwas schwammigen Druckpunkt. Zudem funktioniert die Lautstärkeregulierung und Programmwahl nicht wie meist mit dem Navigationskreuz, sondern nur über eigene Wippen. Ebenso ungewöhnlich: Die Senderliste wird nicht über die OK-Taste in der Mitte, sondern über die Taste „List“ aufgerufen. Das Menü selbst erscheint schön transparent auf dem Bildschirm und gefällt durch die Flotte Reaktion auf Befehle.

Der Nutzer kann die Vor- und Nachlaufzeit für Aufnahmen einfach im Menü einstellen
Der Nutzer kann die Vor- und Nachlaufzeit für Aufnahmen einfach im Menü einstellen

TV-Aufnahmen stellen für den iCord HD+ kein Problem dar. Muss der Nutzer beispielsweise kurzfristig das Haus verlassen, kann er die gewünschte Aufzeichnung vorab programmieren. Dass bei einem solchen Receiver eine einstellbare Vor- und Nachlaufzeit für die Timer-Aufnahme vorhanden ist, dürfte wohl selbstverständlich sein. Die Sendung wird wahlweise auf der internen Festplatte oder einem angeschlossenen (externen) USB-Datenträger gespeichert. Dateien lassen sich dabei hin und her kopieren. Aus diesem Grund können Aufnahmen einfach exportiert und – sofern unverschlüsselt – am PC weiterverarbeitet werden. Auch mit der Wiedergabe der gesicherten Sendungen kommt der Receiver zurecht, allerdings ist das Vorspulen in aufgezeichneten HD+-Programmen (RTL HD, VOX HD, ProSieben HD, Sat.1 HD und Kabel Eins HD) wegen technischer Restriktionen seitens des Betreibers nicht möglich. Die Sender wollen auf diese Weise das Überspringen von Werbeblöcken verhindern (player.de berichtete).

Humax iCord HD+ | Bild- und Tonqualität

Der Humax iCord HD+ liefert ein gutes Bild
Der Humax iCord HD+ liefert ein gutes Bild

Der iCord HD+ ist in der Lage, sämtliche Sendungen in ausgestrahlter Bildqualität wiederzugeben. Die Ausgabe lässt sich über die „Format“-Taste der Fernbedienung von 576i bis hin zu 1.080i genauso einstellen wie das Original. Das sollte man auch, denn das integrierte Upscaling von SDTV-Material (umrechnung in die Auflösung 1080i) funktionierte nicht so gut, wie in den meisten Fernsehern. Kleine Bilddetails leiden deutlich an Auflösung. In unserem Praxistest zeigte das Gerät bei allen naztiv ausgegebenen Auflösungen ein scharfes und sauberes Bild, ohne dieses zu verfälschen.-  Im Labortest bewies der Receiver ebenfalls Format und tanzte nur bei der Farbdecodierung ein wenig aus der Reihe. Allerdings musste der iCord HD+ deswegen ein paar Federn beziehungsweise Punkte lassen. Die große Schrift des Teletext-Decoders ist gut lesbar und die Seiten sind schnell aufgebaut.

Die Tonqualität des iCord HD+ überzeugt
Die Tonqualität des iCord HD+ überzeugt

An der Tonqualität hatten wir erfreulicherweise kaum etwas zu bemängeln. Sowohl der Analog- als auch Digitalton überzeugten im Testlabor auf ganzer Linie und unterstreichen das im Großen und Ganzen gute Bild mit einem ansprechenden Klang. Einziges Manko: Die Lautstärke des Dolby Digital-Sounds kann über die Receiver-Fernbedienung systembedingt leider nicht reguliert werden.

Humax iCord HD+ | Multimedia-Fähigkeiten

Dateien vom USB-Stick können einfach auf die interne Festplatte kopiert werden - und umgekehrt
Dateien vom USB-Stick können einfach auf die interne Festplatte kopiert werden - und umgekehrt
Das Humax TV-Portal bietet Zugriff auf verschiedene Webdienste
Das Humax TV-Portal bietet Zugriff auf verschiedene Webdienste

Neben dem Empfang und der Aufzeichnung von Fernsehsendern gefällt Humax‘ Receiver-Flaggschiff durch seine zahlreichen Multimedia-Features. So können nicht nur gespeicherte Aufnahmen abgespielt werden, sondern auch per USB zugeführte JPEG-Bilder und MP3-Lieder. Ist im heimischen Netzwerk außerdem ein DLNA-kompatibler Medienserver vorhanden, lassen sich dessen Multimedia-Inhalte ebenfalls über den iCord HD+ wiedergeben. Darüber hinaus hat der Hersteller mit dem „Humax TV-Portal“ – das über eine eigene Taste auf der Fernbedienung abrufbar ist – einige weitere interessante Online-Funktionen integriert. Auf diese Weise hat der Nutzer beispielsweise direkten Zugriff auf verschiedene Webradios, die Online-Videothek Maxdome, Wikipedia, die ARD-Mediathek, die Tagesschau sowie diverse Videoclips von ARTE.

Humax iCord HD+ | Gehäuse und Verarbeitung

11 -°C Temperaturerhöhung: Der Lüfter des iCord HD+ führt die im Betrieb erzeugte Wärme effektiv ab
11 -°C Temperaturerhöhung: Der Lüfter des iCord HD+ führt die im Betrieb erzeugte Wärme effektiv ab
Der Smartcard-Einschub und der CI-Slot sind hinter einer Frontklappe versteckt
Der Smartcard-Einschub und der CI-Slot sind hinter einer Frontklappe versteckt

Mit Abmessungen von 38 x 6,2 x 30 cm (B x H x T) gehört der iCord HD+ zwar nicht wirklich zu den kompakten HDTV-Receivern, gefällt aber durch sein ansprechendes Design in elegantem Schwarz. Ebenso macht die herunterklappbare Front aus glänzendem Kunststoff einen edlen Eindruck, zieht Fingerabdrücke und Fettflecken allerdings magisch an. Wer den HDTV-Receiver also prachtvoll im Wohnzimmer platzieren möchte, sollte stets Reinigungstücher in der Nähe haben. Das Gehäuse ist rundum fest verschraubt und makellos verarbeitet. Lediglich die transparente Abdeckung der blauen Kontrolllampe auf der Innenseite der Klappe wirkt etwas billig. Im geschlossenen Zustand ist dieser kleine Schönheitsfehler aber nicht der Rede wert. Ein Lüfter auf der Geräterückseite führt die erzeugte Wärme effektiv ab – im dauerhaften Betriebszustand stellten wir eine normale Temperaturerhöhung von 11 -°C fest.

Player.de sehr-gutplayer.de meint:
Viel Ausstattung für viel Geld. Mit einem Preis von 650 Euro ist der Humax iCord HD+ um ein vielfaches teurer als ein herkömmliches Einstiegsmodell ohne Aufnahmefunktion. Es wäre allerdings unfair, beide Gerätegattungen in einen Topf zu werfen. Schließlich zeichnet sich das Flaggschiff durch ein gutes Bild, makellosen Ton, einen hohen Aufnahmekomfort sowie interessante Multimedia-Features aus, die man bei den günstigen Modellen vergebens sucht. Ebenso weiß das moderne Design durchaus zu gefallen. Allerdings hat der HDTV-Receiver auch seine Schattenseiten. Neben der etwas trägen Start- und Umschaltzeit sowie der gewöhnungsbedürftigen Bedienung fehlt ärgerlicherweise die HDMI-CEC-Unterstützung. Nichtsdestotrotz reicht es für die Gesamtnote „sehr gut“. Wer also noch etwas Geld übrig hat und die Torschüsse seines WM-Favoriten digital archivieren möchte, ist mit dem iCord HD+ bestens bedient. Gewinnt die deutsche Nationalmannschaft, ist der Frust um die 650 Euro auch schnell vergessen. ;-)

Weiterführende Links

Humax iCord HD+ Produktseite

Humax iCord HD+ | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis:
649 Euro
Abmessungen: 6,2 x 38 x 30 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: 0 Watt (Netztrennschalter)
Stromverbrauch Standby: 0,8 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 21,2 Watt

Anschlüsse
Digital-Video:
1x HDMI
Analog-Video: YUV, FBAS, 2x SCART (1x RBG)
Digital-Audio: 1x HDMI, 1x Optisch
Analog-Audio: 1x Cinch (2.0), 2x SCART (2.0)
Sonstige Anschlüsse: LAN, 2x USB, 1x LNB-out

Wiedergabe und Funktionen
Tuner:
2x DVB-S/-S2
CI-Slots / Smartcard-Slots: 1 / 1
Empfang von Sky / HD+: nein / ja (Karte mitgeliefert)
Verschlüsselungssysteme: keine Angabe
Videosignalarten: 576i, 720p, 1080i, Quelle direkt
16:9-Umschaltung: automatisch / manuell
Dolby Digital 5.1 über HDMI: ja
EPG / Videotext: ja / ja
Festplatten-Aufnahme (Kapazität): ja (1 Terabyte)
Timer / Timeshift (Pufferspeicher): ja / ja (90 Minuten)
Wiedergabe während Aufnahme: ja
Anzahl gleichzeitiger Aufnahmen: 2
Vorschau während Suchlauf: ja
Datentransfer zum PC: via USB
Favoritenprogrammlisten: 5x frei benennbar, 3x fest
Programmflip-Taste: ja
HDMI-CEC-Steuerung: nein
Multimedia-Formate: MP3, JPEG

BEWERTUNG – 
Sehtest: gut (HDTV)
gut (SDTV)
HDMI-Bildauflösung: 99 % (HDTV)
79 % (SDTV hochskaliert)
Bildlinearität: sehr gut (Helligkeit)
gut (Farbe)
BILDQUALITÄT gut
Hörtest: gut
Qualität Digitalton (Jitter): 2,78 %
Frequenzgang-Abweichung: 0,1 dB
Rauschabstand (S/N): 95,3 dB
TONQUALITÄT sehr gut
Ausstattung: sehr gut
Bedienung: gut
Menü: gut
Material und Verarbeitung gut
Kanalwechsel: 2 Sekunden
Betriebsgeräusch: sehr leise
player.de GESAMTWERTUNG sehr gut