HDTV mit Einschränkungen: HD+ arbeitet an Lösung für Vorspulverbot & mehr

HD+ reagiert auf die Kritik am Vorspulverbot in HDTV-Aufnahmen
HD+ reagiert auf die Kritik am Vorspulverbot in HDTV-Aufnahmen

Astras HD+-Plattform, die den hochauflösenden Empfang der Programme RTL HD, VOX HD, ProSieben HD, Sat.1 HD und Kabel Eins HD via Satellit ermöglicht, wird bereits seit geraumer Zeit massiv kritisiert: Sowohl in diversen Internetforen als auch im privaten Umfeld sind die Senderrestriktionen, die dem Zuschauer beispielsweise das Vorspulen in Aufnahmen verbieten, ein großer Streitpunkt. Zumal für die Nutzung des Angebots ab dem 13. Monat eine jährliche Servicepauschale von 50 Euro anfällt. Nun hat sich erstmals Wilfried Urner, vorsitzender Geschäftsführer der HD PLUS GmbH, zur Kritik geäußert.

In einem Interview mit dem Online-Medienmagazin DWDL gab der HD+-Chef selbst zu, dass der derzeitige Zustand „noch nicht ideal“ sei und stellte zudem Verbesserungen in Aussicht: „An der Aufnahme-Problematik arbeiten wir, denn so wie es momentan ist, kann es nicht bleiben: Es muss dem Kunden mindestens möglich sein, innerhalb des Contents bis zur Werbeinsel vor- und zurückzuspulen, so dass man nicht immer von vorne anfangen muss. Dieses Problem haben die Sender auch erkannt und es wird eine Lösung geben.“ Am Verbot des sogenannten Ad-Skippings (Überspringen von Werbeblöcken) regt sich laut Urmer allerdings niemand im Internet auf.

ProSieben HD, Sat.1 HD und Kabel Eins HD nahmen erst Anfang 2010 ihren Regelbetrieb über HD+ auf
ProSieben HD, Sat.1 HD und Kabel Eins HD nahmen erst Anfang 2010 ihren Regelbetrieb über HD+ auf

Wann genau mit einer Verbesserung zu rechnen ist, bleibt abzuwarten. Die HD+-Plattform an sich ist relativ jung, weswegen die Entwicklung ihr Ende noch nicht erreicht haben soll.- Vor rund einem halben Jahr waren dort gerade einmal RTL HD und VOX HD zu empfangen. Erst Anfang dieses Jahres kamen die drei Sender ProSieben HD, RTL HD und Sat.1 HD hinzu (player.de berichtete). Mit angeblich rund 700.000 bestellten Smartcards zeigte sichWilfried Urner überaus zufrieden: „Nach nur fünf Monaten ist das ein gutes Indiz dafür, dass HD+ das Potential dazu hat, die Standardlösung für den Endkunden zu werden.“ Auch den verhältnismäßig geringen Rücklauf im Callcenter wertet er als positives Signal.

Ob sich HD+ tatsächlich bei den Konsumenten durchsetzt, wird sich frühestens im Lauf dieses Jahres zeigen, wenn der kostenlose Nutzungszeitraum von zwölf Monaten abgelaufen ist. Ab dem 13. Monat wird nämlich eine jährliche Servicepauschale in Höhe von 50 Euro fällig, die bei einigen Nutzern sicherlich auf keine Zustimmung stößt.

Zur Erweiterung von HD+ um zusätzliche Sender konnte der Geschäftsführer keine verbindliche Aussage treffen: „Spruchreif ist noch nichts, auch wenn wir schon eine ganze Weile sagen, dass wir in Verhandlungen sind.“ Begründet wurde der bisherige Stillstand damit, dass die Sender eine große Entscheidung zu treffen haben, die nunmal einige Zeit erfordert. Angeblich wird es aber bald Neuigkeiten geben. Ursprünglich hätte das HDTV-Angebot laut Ferdinand Kayser, Chef des HD+-Mutterunternehmens SES Astra, schon Ende des letzten Jahres wachsen sollen (player.de berichtete).

player.de meint:
Allem Anschein nach hat der HD+-Chef Verständnis für den Unmut der Nutzer über die ärgerlichen Senderrestriktionen, die in erster Linie das Vorspul-Verbot in Aufnahmen betreffen. So soll derzeit an einer Lösung gearbeitet werden, die immerhin mindestens das Vor- und Zurückspulen innerhalb des Contents ermöglicht. Das Problem dürfte dabei wohl vor allem an die Receiver-Hersteller weitergereicht werden: Die Geräte sind in diesem Fall mit einem System auszustatten, das zwischen Werbung und Programm unterscheiden kann. Ob sich damit künftig dann auch die Aufnahmen archivieren lassen, ist leider nicht bekannt. Eine Übersicht der bisherigen HD+-Empfangsmöglichkeiten sowie deren Besonderheiten finden Sie hier.