3D Blu-ray Player Panasonic DMP-BDT300 im ausführlichen Praxistest

DMP-BDT300: Panasonics erster 3D Blu-ray Player im Player.de-Praxistest
DMP-BDT300: Panasonics erster 3D Blu-ray Player im Player.de-Praxistest

Mit dem DMP-BDT300 gesellt sich wieder einmal ein neuer Blu-ray Player aus dem Hause Panasonic in unsere Redaktionsräume. Doch ein Blick auf seine Front offenbart gleich, dass es sich hierbei nicht um ein gewöhnliches Modell handelt: Auf der rechten Seite der Front prangt in großen Lettern das Logo „3D Full HD“. Damit hat nach dem Samsung BD-C6900 (zum player.de-Testbericht) der zweite 3D-fähige Blu-ray Player den weiten Weg von Asien nach Europa gefunden. Zumindest theoretisch – denn der offizielle Marktstart lässt noch gut eine Woche auf sich warten. Grund genug für uns, das Gerät im Rahmen eines ersten Praxistests genau unter die Lupe zu nehmen. Mit einer unverbindlich empfohlenen Preisempfehlung von 499 Euro ist der DMP-BDT300 zwar etwas teurer als der Konkurrent aus Südkorea, doch bringt er dafür eine zweite HDMI-Schnittstelle mit. Auf diese Weise soll die gleichzeitige Wiedergabe von 3D-Bildern und HD-Ton sichergestellt werden. Denn: Moderne AV-Receiver mit HD-Ton unterstützen noch kein Durchleiten von 3D-Signalen nach HDMI 1.4-Norm. Wer also HD-Ton hören und 3D sehen möchte bracht im Augenblick noch zwei entsprechend geeignete HDMI-Ausgänge. Noch in diesem Jahr sind aber von den großen Herstellern wie Denon, Onkyo, Yamaha und Pioneer entsprechend geeignete AV-Receiver zu erwarten. Dank des Viera Cast-Features muss der Nutzer auch diesmal nicht auf Online-Portale à la YouTube und Twitter verzichten. Ob oder wodurch der höhere Preis gerechtfertigt wird, erfahren Sie im nachfolgenden Bericht.

Aufgeräumt und funktional: Die Panasonic-Gene des DMP-BDT300 sind sofort am linearen Design zu erkennen
Aufgeräumt & funktional: Die Panasonic-Gene des DMP-BDT300 sind sofort am linearen Design zu erkennen

Vorteile im Überblick:

+ Wiedergabe von 3D Blu-ray Discs
+ überragende Bildqualität
+ zwei HDMI-Ports
+ Zugriff auf Online-Dienste über Viera Cast
+ mitgelieferter WLAN-Adapter & DLNA-Streaming

Nachteile im Überblick:

– Filmmode für DVD kann nicht gespeichert werden
– langsames Einlesen von Discs

Gehäuse und Verarbeitung

Lüftungsschlitze und Lüfter: Der DMP-BDT300 führt die Wärme effektiv ab
Lüftungsschlitze und Lüfter: Der DMP-BDT300 führt die Wärme effektiv ab

Dass auch der DMP-BDT300 dem aktuellen Blu-ray Player Line-up von Panasonic entstammt, macht sich auf Anhieb am Design bemerkbar: Links das Blu-ray Disc-Logo, in der Mitte das Logo des Herstellers und darunter die Typenbezeichnung. Darüber hinaus prägt ein durchgezogener grau-braun schimmernder Zierstreifen die mit schwarzem Klavlierlack überzogene Kunststoff-Front. Mit Abmessungen von 43 x 6,6 x 24,6 cm (B x H x T) ist das Modell genauso breit und hoch wie der Recorder-Bolide DMR-BS850 des gleichen Herstellers. Lediglich in der Tiefe misst der 3D-Player 1,4 Zentimeter weniger. Das Gehäuse ist solide verschraubt und fühlt sich sehr massiv an. Ebenso wie das Disc-Laufwerk sind auch der SD-Kartenleser und der USB-Port hinter einer Blende versteckt, um das Einstauben zu vermeiden. Die erzeugte Wärme wird über einen Lüfter auf der Rückseite abgeführt. Zudem befinden sich links und rechts noch kleine Lüftungsschlitze, wodurch sich das Gerät selbst beim Ansehen ganzer Trilogien nur in geringem Maße erhitzt. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen.

Bedienung und Menü

Die Fernbedienung ist übersichtlich und bietet verschiedene Direktfunktionen
Die Fernbedienung ist übersichtlich und bietet verschiedene Direktfunktionen

Das Panasonic-übliche Design setzt sich bei der Fernbedienung fort – und das das ist auch gut so: Mit einer übersichtlichen Tastenbelegung und klaren Strukturierung ist sie nämlich sehr einfach zu steuern und liegt gut in der Hand. Die Tasten selbst sind erfreulicherweise relativ groß, eindeutig beschriftet und bieten zudem einen angenehmen Druckpunkt. Das Viera Cast-Feature sowie die verschiedenen Menüs können dabei direkt aufgerufen werden, während die Cursortasten eine komfortable Navigation durch die einzelnen Punkte ermöglichen. Der Blu-ray Player reagiert flott auf die eingehenden Infrarotsignale der Fernbedienung.

Keine Grafiken: Das Menü ist zwar schlicht, aber leicht verständlich
Keine Grafiken: Das Menü ist zwar schlicht, aber leicht verständlich

Die Menüführung klappt ohne Probleme und erlaubt eine relativ schnelle Konfiguration des Blu-ray Players. Auf bunte ansprechende Grafiken wurde weitestgehend verzichtet. Lediglich die Auswahl der Multimedia-Plattform Viera Cast kommt mit ein paar Bildausschnitten daher. Das Menü an sich fällt optisch also ziemlich schlicht aus, gefällt dafür aber umso mehr wegen der Übersichtlichkeit und der schnellen Reaktion auf Befehle. Neben der manuellen Einstellung des HDMI-Farbraums stehen zahlreiche Bild- sowie zwei neue Schärferegler für SDTV-Video bereit. Wichtige Informationen zu den Bild- und Audioformaten kann der Nutzer über die Statustaste abrufen. Hinzu kommt eine zwischen 0 und 250 Millisekunden einstellbare Tonverzögerung (Lip-Sync).

Ausstattung

Drahtloses Netzwerk: Der WLAN-Adapter für den DMP-BDT300 ist im Lieferumfang enthalten
Drahtloses Netzwerk: Der WLAN-Adapter für den DMP-BDT300 ist im Lieferumfang enthalten

So schnell der DMP-BDT300 die gewünschten Befehle aber auch umsetzt, nutzt dieser Vorteil beim Einlesen von Discs offensichtlich wenig: Im Praxistest verging eine ganze Minute, bis der Blu-ray Film „Men in Black“ mit BD-Java-Menü angespielt wurde. Knapp die Hälfte war es immerhin bei einer Scheibe ohne Java. Zwar verfügt das Gerät über einen Schnellstartmodus, doch beschleunigt dieser nur das Anspielen von Discs, die der Nutzer im Player vor dem Ausschalten zurückgelassen beziehungsweise breits einmal gestartet hat. Wie viel Strom diese Funktion aus der Leitung saugt, messen wir demnächst in unserem Testlabor.

Das Übertragungsformat kann im Menü eingestellt werden
Das Übertragungsformat kann im Menü eingestellt werden

Im Inneren des Gehäuses kommt der neue UniPhier-Videoprozessor zum Einsatz, der sowohl 3D- als auch 2D-Signale verarbeitet. Selbst DVDs sollen auf diese Weise optimal wiedergegeben werden (mehr dazu unter „Bildqualität 2D“). Audio-technisch bietet das Modell ebenso wie der Konkurrent Samsung BD-C6900 einen 7.1-Analogausgang und gibt den Bitstream-HD-Ton via HDMI aus. Besonders Clever: Panasonic hat dem DMP-BDT300 einen zweiten HDMI-Port spendiert. Auf diese Weise können 3D-Bilder direkt an den angeschlossenen (3D-)Fernseher ausgegeben werden, während der mit der zweiten Schnittstelle verbundene AV-Receiver für einen hochauflösenden Klang sorgt. Der Receiver muss somit also nicht mit dem 3D-kompatiblen HDMI 1.4-Standard zurechtkommen.

Darüber hinaus ist im Lieferumfang ein WLAN-Dongle enthalten, der unsichtbar via USB auf der Rückseite angeschlossen werden kann. Frontseitig steht eine zweite USB-Buchse zur Verfügung, so dass sich auch während des WLAN-Betriebs Multimedia-Dateien von einem externen Datenträger abspielen lassen.

Bildqualität 3D

Der DMP-BDT300 gibt 3D-Filme auf Wunsch auch in herkömmlicher 2D-Qualität aus
Der DMP-BDT300 gibt 3D-Filme auf Wunsch auch in herkömmlicher 2D-Qualität aus

Wichtige Information vorab: Wer mit dem DMP-BDT300 in den Genuss dreidimensionaler Bilder kommen möchte, benötigt zudem selbstverständlich einen kompatiblen Fernseher sowie eine 3D-Brille. Wirklich günstig ist die neue Technik noch nicht. Wer diese finanzbedingte Hürde aber überwunden hat, darf sich über beeindruckende 3D-Effekte freuen. Unterstützen vereinzelte Heimkino-Komponenten kein 3D – wie zum Beispiel ein AV-Receiver im HDMI 1.3-Standard, kann der Nutzer im Menü das Übertragungsformat von „Full HD“ auf „Nebeneinander“ stellen, wodurch die Bilder im Side-by-Side-Verfahren durchgereicht werden. Die 3D-Wiedergabe haben wir mit entsprechenden Testsequenzen in 1.080p (Full HD) und 720p unter die Lupe genommen, die auf der „Panasonic Blu-ray 3D Demonstration Disc“ zu finden sind. Der Player kam dabei sowohl mit beschaulichen Aufnahmen von Italiens Hauptstadt Rom als auch mit Szenen einer rasanten Flussfahrt im Grand Canyon zurecht. Das erzeugte 3D-Bild wusste in beiden Fällen mit einer realistischen, unaufdringlichen Tiefenwirkung zu überzeugen. Nass wurden wir glücklicherweise nicht, obwohl das Wasser während der mitreißenden Flussfahrt sichtlich aus dem Fernseher zu spritzen schien. Leider verringern sich im 3D-Modus aber sichtbar die Helligkeit, der Kontrast sowie die Farbwirkung.

Bildqualität 2D

Kein Einstauben: Das Disc-Laufwerk und alle frontseiten Öffnungen sind von einer herunterklappbaren Blende verdeckt
Kein Einstauben: Das Disc-Laufwerk und alle frontseiten Öffnungen sind von einer herunterklappbaren Blende verdeckt

Wen dieses kleine Manko stört, kann den 3D-Film alternativ in 2D abspielen. Diese Einstellung lässt sich unter dem Menüpunkt „Wiedergabemethode“ jederzeit ändern. Auf Wunsch erscheint die Auswahl automatisch nach jedem Einlegen einer 3D-Disc. Wofür sich der Nutzer letztlich entscheidet, ist voll und ganz Geschmackssache. De facto gefällt Panasonics DMP-BDT300 auch als hervorragenden Player für alle Scheiben mit 2D-Filmen und übertrifft dabei seine bisherigen Vorgänger: Er beherrscht das exotische Format 1080/30p problemlos und gab entsprechende Szenen flimmerfrei wieder. Der herkömmliche Blu-ray Player DMP-BD65, der erst Ende des vergangenen Monats auf den Markt gekommen ist, zog im direkten Vergleich den Kürzeren. Mithilfe der vorhandenen Regler wurden Blu-ray Discs und DVDs gleichermaßen in ausgezeichneter Bildqualität. Den einzelnen Modi werden wir in einem separaten Labortest auf den Zahn fühlen.

Tonqualität

Nachdem Filme sowohl im 2D- als auch im 3D-Modus mit einer superscharfen Bildqualität glänzen, wäre es mehr als verwunderlich, wenn der DMP-BDT300 in der Klangwiedergabe patzen würde. An sich versprechen digitale Audio-Decoder für Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, DTS-HD Master Audio und DTS-HD High Resolution Audio einen hervorragenden Sound. Der HD-Ton wird dabei entweder über den zweiten HDMI-Port oder über den analogen 7.1-Ausgang in guter Qualität übertragen. Der Klang lässt sich darüber hinaus mit den drei zur Verfügung stehenden „Digital Tube-Sound“-Programmen an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Dem Lautsprecher-Management widmen wir uns zu einem späteren Zeitpunkt im Testlabor.

Multimedia-Fähigkeiten

Praktisch und clever: Der DMP-BDT300 verfügt auf der Rückseite über zwei HDMI-Ausgänge
Praktisch und clever: Der DMP-BDT300 verfügt auf der Rückseite über zwei HDMI-Ausgänge
Multimedia im Wohnimmer: Über Viera Cast erhält der Nutzer Zugriff auf YouTube und andere Online-Dienste
Multimedia im Wohnimmer: Über Viera Cast erhält der Nutzer Zugriff auf YouTube und andere Online-Dienste

Auf die mittlerweile standardmäßige BD-Live-Funktion muss man auch beim DMP-BDT300 nicht verzichten. Heruntergeladene Inhalte wie zum Beispiel Trailer legt das Gerät direkt auf einem USB-Stick oder einer SD-Speicherkarte ab. Den internen Speicher hat Panasonic standesgemäß wieder einmal außen vor gelassen. Ohnehin ist das integrierte Viera Cast-Feature aber wesentlich interessanter. Der Service kann per Direkttaste auf der Fernbedienung aufgerufen werden und bietet problemlosen Zugriff auf Online-Dienste wie zum Beispiel YouTube, Picasa, Tagesschau (TV-Mediatheken) oder Börsen- und Wetterinformationen. Multimedia-Dateien sind über den USB-Port sowie den SD-Kartenleser ebenfalls abspielbar. Zudem unterstützt das Gerät das DLNA-Streaming. Im Netzwerk verfügbare Server wurden so automatisch gefunden, ohne mühsam nach diesen suchen zu müssen. Die Wiedergabe über LAN beziehungsweise WLAN (Adapter mitgeliefert) beschränkte sich jedoch nur auf Fotos und Videos. Eine Übersicht der akzeptierten Formate folgt in einem separaten Testbericht. Wer den Labortest mit interessanten Messdiagrammen und technischen Details nicht verpassen möchte, sollte sich kostenlos in unseren Newsletter (rechts auf der Seite) eintragen.

Player.de sehr-gutplayer.de meint:
Panasonics erster 3D Blu-ray Player ist ein echter Alleskönner, der sowohl 3D als auch herkömmliche Blu-ray Discs in beeindruckender Qualität auf den Fernseher bringt. Wer in seinem Heimkino künftig dreidimensionale Filme inklusive HD-Ton genießen möchte, ohne den bisherigen AV-Receiver gegen ein 3D-kompatibles Modell austauschen zu müssen, ist mit dem DMP-BDT300 bestens bedient. So gesehen ist also allein schon der zweite HDMI-Ausgang den Mehrpreis von rund 100 Euro im Vergleich zum Konkurrenten aus Südkorea auf jeden Fall wert. Selbst die DVD-Wiedergabe überzeugt mit bestem Bild und Ton. Lediglich der nicht speicherbare Filmmode störte uns ein wenig. Auch als Netzwerker enttäuscht der DMP-BDT300 keineswegs. Das DLNA-Streaming stellt für ihn ebenso wenig ein Problem dar wie der Zugriff auf verschiedene Online-Portale à la YouTube und Picasa. Bei den Einlesezeiten hat allerdings der Samsung BD-C6900 die Nase vorn. Die Gesamtnote „sehr gut“ bleibt Panasonic trotzdem erhalten.
Tipp: Mit dem DMR-BS850 hat der Hersteller auch einen hervorragend ausgestatteten Blu-ray Recorder mit integriertem HDTV-Empfänger im Angebot (zum Testbericht).