Xbox Live: Microsoft schaltet Online-Dienst für alte Xbox ab – Entschädigungen

Keine Online-Spiele mehr: Microsoft stellt Xbox Live-Dienst für erste Xbox-Generation ein - Entschädigungen für Nutzer
Keine Online-Spiele mehr: Microsoft stellt Xbox Live-Dienst für erste Xbox-Generation ein - Entschädigungen für Nutzer

Der Software-Riese Microsoft stellt seinen Online-Service Xbox Live für die Xbox-Spielkonsole der ersten Generation mit sofortiger Wirkung ein. Davon betroffen ist außerdem die Unterstützung entsprechender v1-Spiele. Als Hauptgrund gibt der Hersteller technische Einschränkungen an, die eine Weiterführung des Dienstes in Verbindung mit älteren Geräten nicht mehr möglich macht. Allerdings soll Xbox Live für aktuelle Systeme (Xbox 360) dafür künftig um zusätzliche Funktionen erweitert werden.

Welche Features hinzukommen sollen, ist bislang noch nicht bekannt. Seit November 2009 beispielsweise können Nutzer infolge eines Updates direkt auf die Online-Portale Facebook, Twitter und Zune zugreifen (player.de berichtete). Im entfernten Sinne unterstützt die Xbox 360 seit Anfang dieses Monats darüber hinaus herkömmliche USB-Datenträger wie zum Beispiel Sticks oder Festplatten als Speicher. Hauptsächlich sollen damit jedoch die bisherigen Memorycards abgelöst werden (zur Newsmeldung).

Das Versprechen ist aber nur ein schwacher Trost für Besitzer der ersten Xbox-Generation. Zumal mit der Entfernung von Xbox Live sowohl der Multiplayer-Modus des ein oder anderen beliebten Spieleklassikers ausstirbt als auch die Bereitstellung von Patches für alte Xbox-Titel ab sofort eingestellt wird. Die automatische Xbox Live-Account-Verlängerung der betroffenen Konsolen wurde bereits vor mehreren Wochen deaktiviert.

Microsoft ist sich offenbar bewusst darüber, dass noch zahlreiche Modelle der ersten Xbox-Generation in Betrieb sind, bzw. eine feste Fangemeinde haben. Aus diesem Grund war die Entscheidung eigenen Angaben zufolge nicht leicht, sei aber der einzige Weg, um für künftige Online-Erweiterungen der Xbox 360 flexibel zu bleiben. Immerhin hält der Hersteller eine Entschädigung für betroffene Nutzer bereit: So sollen zum Beispiel „Halo 2“-Spieler 400 MS-Punkte zur freien Verfügung sowie eine kostenlose dreimonatige Gold-Mitgliedschaft erhalten. Obendrein gibt es noch eine sichere Teilnahme am geschlossenen Betatest von „Halo: Reach“ im Mai 2010.

player.de meint:
Eine schlechte Nachricht jagt die andere: Nachdem Sony der PS3 mit einer neuen Firmware das „Other OS“-Feature zur Installation eines alternativen Betriebssystems entzogen hat (player.de berichtete) und der Marktstart von Apples iPad um einen ganzen Monat nach hinten verschoben wurde, können Besitzer einer Microsoft-Spielkonsole der ersten Xbox-Generation seit heute nicht mehr auf den hauseigenen Online-Dienst Xbox Live zugreifen. Dafür verspricht der Hersteller eine attraktive Entschädigung für Halo 2-Spieler: Neben 400 MS-Punkten und einer kostenlosen dreimonatigen Gold-Mitgliedschaft gibt es eine sichere Teilnahme am Betatest von „Halo: Read“ dazu. Die eingefleischte Fangemeinde wird der Ausgleich trotzdem nur geringfügig milde stimmen. Über welche neuen Features hingegen sich Xbox 360-Nutzer künftig freuen können, bleibt abzuwarten.