HDTV via DVB-T2: ORS startet Testbetrieb auf ORF 1 HD & ORF 2 HD

Die ORS startet heute ihren DVB-T2-Testbetrieb mit einer Laufzeit von einem Jahr
Die ORS startet heute ihren DVB-T2-Testbetrieb mit einer Laufzeit von einem Jahr

Nachdem in Bayern und Niedersachsen bereits umfassende Modellversuche zur DVB-T2-Übertagung laufen (player.de berichtete), hält nun auch Österreich hinsichtlich der Entwicklung mit Deutschland Schritt: Die ORS (Österreichische Rundfunksender) hat heute mit der Ausstrahlung von Testprogrammen im neuen Standard für das digitale Antennenfernsehen begonnen. Der einjährige Testbetrieb wird vor allem im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft intensiv getestet.

Das DVB-T2-Signal des Testbetriebs wird von der Sendeanlage Wien 1 - Kahlenberg übertragen (Quelle: ORS)
Das DVB-T2-Signal des Testbetriebs wird von der Sendeanlage Wien 1 - Kahlenberg übertragen (Quelle: ORS)

Auf diese Weise sollen sämtliche WM-Länderspiele für Nutzer aus Wien auch in HDTV-Qualität zu sehen sein. Ziel sei es, die Nachfrage der Konsumenten der nächsten TV-Generation zu stillen. Das DVB-T2-Signal wird vom Sender Kahlenberg über den UHF-Kanal 65 in den TV-Programmen von ORF 1 HD und ORF 2 HD sowie dem Radioprogramm von Ö1 übertragen. Weitere private TV-Angebote folgen laut ORS ab Herbst dieses Jahres. Langfristig ist die Ausstrahlung von 20 bis 30 Programmen geplant. Der Regelbetrieb lässt noch bis frühestens 2011 auf sich warten.

Bis zum Start der Fußball-WM werden in der österreichischen Hauptstadt umfangreiche Messfahrten durchgeführt, unterschiedliche Parameter (Signalstärke, Bild- und Tonqualität) getestet und die dabei erzielte Versorgung gemessen.

Michael Wagenhofer, Geschäftsführer der ORS, blickt dem Pilotversuch zuversichtlich entgegen: „Der zusätzliche TV-Nutzen wird die TV-Gewohnheiten verändern. Um diese TV-Zukunft auf Basis der nächsten Generation von digitalem Antennenfernsehen weiterzuentwickeln, darf die Digitale Dividende nicht zur Gänze dem Mobilfunk zugesprochen werden. Denn ohne die – teilweise – Nutzung der freiwerdenden Rundfunksequenzen wird die TV-Zukunft in Österreich nicht stattfinden.“

Der neue Standard DVB-T2 ermöglicht grundsätzlich eine wesentlich höhere Übertragungs- und Bildqualität bei mehr Programmauswahl und einer verbesserten Empfangbarkeit. In Großbritannien beispielsweise soll der anfängliche Testbetrieb bereits in wenigen Tagen in den Regelbetrieb übergehen. Frankreich hingegen bietet das neue digitale Antennenfernsehen schon fast flächendeckend an. Für den Empfang ist zwingend ein entsprechender DVB-T2-Receiver oder -Stick notwendig.

player.de meint:
Mit dem Testbetrieb der österreichischen ORS schreitet die DVB-T2-Entwicklung im deutschsprachigen Raum nun weiter voran. Wie allerdings in Deutschland auch, beschränken sich die Empfangsmöglichkeiten nur auf ein relativ kleines Gebiet. Die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) startete ihren Modellversuch an den Standorten Lüneburg und Rosengarten im Februar dieses Jahres (zur Newsmeldung). Für die Wiedergabe der DVB-T2-Signale ist separate Hardware erforderlich. Der südkoreanische Elektronikhersteller Humax beispielweise brachte erst verganenen Monat mit dem HD-Fox T2 einen kompatiblen (HDTV-)Receiver in Großbritannien auf den Markt. Indes hat Satellitenbetreiber Astra einen 3D-Demokanal gestartet, auf dem seit vergangener Woche dreidimensionale Testsequenzen zu sehen sind (player.de berichtete).