Astra 3D-Demokanal auf Sendung – Empfang mit normalem HDTV-Receiver

Astra hat seinen 3D-Demokanal früher als geplant gestartet - Position: 23,5 Grad Ost
Astra hat seinen 3D-Demokanal früher als geplant gestartet - Position: 23,5 Grad Ost

Der luxemburgische Satellitenbetreiber Astra hat seinen 3D-Demokanal früher als geplant gestartet. Ursprünglich hätte dieser erst Anfang des nächsten Monats auf Sendung gehen sollen (player.de berichtete). Wer einen ersten Blick auf die seit heute Morgen ausgestrahlten 3D-Testsequenzen werfen möchte, muss unter Umständen erst einmal seine Schüssel neu ausrichten: Das Programm wird nicht über die bislang-  gewohnte Satellitenposition 19,2 Grad Ost, sondern über 23,5 Grad Ost verbreitet (DVB-S2, 11,778 GHz, Polarisation vertikal, Symbolrate 27.500 MSym/s, FEC 9/10).

Eigenen Angaben zufolge möchte der Satellitenbetreiber die Position für verschiedene Märkte attraktiver machen. Vor allem im deutschsprachigen Raum soll auf 23,5 Grad Ost künftig ein erweitertes Angebot an Free-TV-Sendern aufgeschaltet werden. Ob diese dann auch in 3D empfangbar sind, ist allerdings noch nicht bekannt. Um einen 3D-Effekt zu erkennen, benötigt der Nutzer sowohl einen entsprechenden 3D-fähigen Fernseher sowie eine 3D-Brille. Die ersten kompatiblen TV-Geräte sollen in Kürze auf den deutschen Markt kommen.

Für den 3D-Empfang reicht ein herkömmlicher HDTV-Receiver aus - allerdings benötigt man einen 3D-Fernseher
Für den 3D-Empfang reicht ein herkömmlicher HDTV-Receiver aus - allerdings benötigt man einen 3D-Fernseher

Die 3D-Sequenzen werden jedoch im sogenannten „Side-by-Side„-Verfahren ausgestrahlt, das die beiden Perspektiven (linkes und rechtes Auge) nebeneinander in ein Bild quetscht. Da das ursprüngliche 1.080i-Format auf diese Weise also anamorph gestreckt wird, ist die Wiedergabe nur mit reduzierter Auflösung möglich (960 x 1.080 Pixel). Dafür lässt sich der Astra 3D-Demokanal aber mit einem herkömmlichen HDTV-Sat-Receiver empfangen. Lediglich der Fernseher muss die korrekte Entzerrung der übertragenen Signale beherrschen.

Das „Side-by-Side“-Verfahren ist außerdem für die Ausstrahlung des britischen Sky-Kanals vorgesehen, der im Laufe dieses Monats starten soll. Darüber hinaus wollen auch Anixe HD und der deutsche Sky-Ableger in diesem Jahr nach dem gleichen Prinzip dreidimensionale Bilder ausstrahlen. Sky beispielsweise zeigte am 14. März 2010 mit der Bundesliga-Partie Bayer Leverkusen gegen den Hamburger SV seine erste 3D-Live-Prouktion in Deutschland. Nur kurze Zeit später folgte Sat.1 mit einem Champions League-Spiel in 3D (player.de berichtete).

Unterdessen hat Sony heute offiziell angekündigt, insgesamt 25 Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika mit sieben Kamera-Paaren dreidimensional produzieren zu wollen (zur Newsmeldung).

player.de meint:
Der Astra 3D-Demokanal ist zwar vorrangig für den Fachhandel zu Werbezwecken gedacht, kann aber ebenso von Privatpersonen empfangen werden. Gut so! Schließlich hinkt Deutschland verglichen mit den USA in puncto 3D deutlich hinterher. Die erfreuliche Entwicklung hat darüber hinaus einen zusätzlichen positiven Nebeneffekt: Da im geplanten Side-by-Side-Verfahren die Hälfte der horizontalen Auflösung verloren geht, wird HDTV immer mehr zur Selbstverständlichkeit.-  Bei normaler PAL-Auflösung wäre die daraus resultierende Bildqualität in Anbetracht der großen Bildschirmdiagonalen heutiger Fernseher schier unzumutbar. Geht es nach dem DVB-Konsortium, sollen in diesem Jahr noch weitere 3D-Testsender hinzukommen (player.de berichtete).