BDXL & IH-BD: Neue Blu-ray Disc fasst bis zu 128 Gigabyte – drei bis vier Layer

Die BDA hat eine neue Blu-ray Disc mit 128 GByte Speicherkapazität angekündigt - die wiederbeschreibbare Version fasst 100 GByte
Die BDA hat eine neue Blu-ray Disc mit 128 GByte Speicherkapazität angekündigt - die wiederbeschreibbare Version fasst 100 GByte

Ergänzend zum im Dezember 2009 vorgestellten Blu-ray 3D-Standard, der in Verbindung mit einem kompatiblen Abspielgerät die Wiedergabe von dreidimensionalen Filmen ermöglicht (player.de berichtete), hat die Blu-ray Disc Association (BDA) jetzt die Einführung von zwei neuen Blu-ray Disc-Typen angekündigt: Die sogenannten „BDXL“-Scheiben (High Capacity Recordable and Rewritable Disc) sollen sowohl in einfach beschreibbarer als auch in wiederbeschreibbarer Form angeboten werden.

Je nach Typ beträgt die maximale Speicherkapazität der nur einmal beschreibbaren Blu-ray Discs 100 bzw. 128 Gigabyte, während die mehrfach beschreibbaren Scheiben ausschließlich 100 Gigabyte Speicher gewährleisten. Die höhere Speicherkapazität im Vergleich zu herkömmlichen Blu-ray Disc wird nach Herstellerangaben unter anderem durch die Verwendung von drei bis vier Layern erreicht. Mit weiteren Informationen zu den BDXL-Spezifikationen ist allerdings erst in den nächsten Monaten zu rechnen.

Beide Disc-Typen sind speziell für Archivierungen sowie Backups ausgelegt und sollen sich somit in erster Linie an professionelle Anwender wie zum Beispiel Unternehmen aus den Bereichen Rundfunk, Medizin und Dokumentation richten. Eine Consumer-Variante der BDXL-Scheiben für private Nutzer sei allerdings ebenfalls denkbar. So könnten diese laut BDA vor allem in Regionen zum Einsatz kommen, in denen Blu-ray Recorder bereits weit verbreitet sind und intensiv genutzt werden.

Panasonic hat mit den beiden Modellen DMR-BS750 und DMR-BS850 (Bild) seine ersten Blu-ray Recorder auf den Markt gebracht
Panasonic hat mit den beiden Modellen DMR-BS750 und DMR-BS850 (Bild) seine ersten Blu-ray Recorder auf den Markt gebracht

Damit dürfte zunächst der japanische Markt gemeint sein, auf dem es bereits seit geraumer Zeit entsprechende Geräte gibt. In Deutschland machte Panasonic eigenen Angaben zufolge erst vergangenen Monat den ersten Schritt mit den beiden Modellen DMR-BS750 und DMR-BS850 (zum Player.de-Praxistest). Für das Beschreiben und Wiedergeben von BDXL-Scheiben ist laut BDA neue Hardware erforderlich. Da der neue Standard jedoch auf herkömmlichen Blu-ray Discs basiert, sollen die kompatiblen Player und Recorder so entwickelt werden können, dass sie die bisherigen Speicherkapazitäten von 25 bzw. 50 Gigabyte ebenso unterstützen (Abwärtskompatibilität).

Darüber hinaus gab die Blu-ray Disc Association die Einführung von IH-BD (Intra-Hybrid Discs) an. Diese bestehen aus zwei Layern mit je 25 Gigabyte Speicherkapazität. Dabei ist einer der Layer als BD-ROM ausgelegt, während der Zweite wiederbeschreibbar sein soll. Auf diese Weise gewährleistet der Entwickler, fertig produzierte bzw. bebrannte Discs mit eigenen Daten ergänzen zu können, ohne vorhandene Inhalte überschreiben zu müssen. Zum genauen Zweck sowie zu den Einsatzbereichen der IH-BD-Scheiben wurden bislang aber noch keine näheren Angaben gemacht.

player.de meint:
In Anbetracht der Speicherkapazität von bis zu 128 Gigabyte klingt der erweiterte Standard auf jeden Fall sehr interessant. Zumal die Top-Variante mindestens das 2,5-Fache der bisherigen Datenmenge speichern kann. Die neuen Discs richten sich damit allerdings hauptsächlich an professionelle Anwender, die beispielsweise regelmäßig Backups durchführen oder Dateien archivieren. Auch wenn die BDA eigenen Angaben zufolge eine entsprechende Version für private Nutzer nicht ausschließt, dürften die vorgestellten Blu-ray Disc-Typen für normale Spielfilme keine Relevanz haben: Selbst für 3D-Kinohits wie zum Beispiel „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ reichen die aktuellen Scheiben mit 25 bzw. 50 Gigabyte Speicherkapazität vollkommen aus (player.de berichtete).