Praxistest: Erster Blu-ray Recorder Panasonic DMR-BS850 – HDTV-Multitalent

Unter die Lupe genommen: Panasonics erster Blu-ray Rekorder DMR-BS850 im Praxistest
Unter die Lupe genommen: Panasonics erster Blu-ray Rekorder DMR-BS850 im Praxistest

Auf der Internationalen Funkausstellung Berlin (IFA) im September des letzten Jahres konnten wir Panasonics erste Blu-ray Recorder DMR-BS750 und DMR-BS850 selbst in Augenschein nehmen. Schon damals wussten die Modelle mit ihren Multimedia-Fähigkeiten, dem hochwertig wirkenden Design sowie der internen Festplatte zu überzeugen. Jetzt – rund sieben Monate nach der Messe – sind die Geräte auch endlich im deutschsprachigen Raum verfügbar (player.de berichtete). Mit ungeduldigem Warten haben wir heute das Top-Modell DMR-BS850 in unseren Redaktionsräumen entgegengenommen. Geht man nach der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, müssen für die 500 GByte-Variante normalerweise rund 1.300 Euro hingeblättert werden. An sich eine ordentliche Stange Geld. Laut Produktseite ist dafür aber auch die Ausstattung sehr umfangreich: Neben einem Schreib- und Leselaufwerk bietet das Gerät beispielsweise einen eingebauten HDTV-Sat-Receiver mit Twin-Tuner, zwei CI Plus-Schnittstellen, einen USB-Port sowie einen SD-Kartenslot. Sogar als DLNA-Server soll der Blu-ray Recorder verwendet werden können. Was das hochgelobte Multitalent in der Praxis tatsächlich taugt, erfahren Sie in unserem Bericht.

Multitalent: Der Panasonic DMR-BS850 ist nicht nur ein Blu-ray Recorder, sondern auch ein HDTV-Sat-Receiver und DLNA-Server
Der Panasonic DMR-BS850 ist nicht nur ein Blu-ray Recorder, sondern auch ein HDTV-Sat-Receiver und DLNA-Server

Vorteile im Überblick:

+ integrierter Twin-Tuner für HDTV-Empfang via Satellit
+ Aufnahme- und Kopierfunktionen auf Festplatte und/oder Blu-ray Rohling
+ einfache Nutzung von Multimedia-Features & Online-Diensten
+ auch als DLNA-Server nutzbar

Nachteile im Überblick:

– kein Tuner für TV-Empfang über DVB-T und Kabel
– kein integriertes WLAN

Gehäuse und Verarbeitung

Lüftungsschlitze auf der rechten Seite und ein zusätzlicher Lüfter führen die Wärme ab
Lüftungsschlitze auf der rechten Seite und ein zusätzlicher Lüfter führen die Wärme ab

Obwohl das Gerät über eine wesentlich umfangreichere Ausstattung als der Einstiegs Blu-ray Player DMP-BD65 des gleichen Herstellers verfügt, ist das Gehäuse mit einer Abmessung von 43 x 6,6 x 26 cm (B x H x T) nur unbedeutend größer. Die glänzende Front in schwarzem Klavierlack vermittelt einen sehr hochwertigen Eindruck ohne verspielte Design-Elemente. Leider ist die Vorderseite dafür geradezu übersät mit Logos und Beschriftungen, die unter anderem auf diverse Funktionen wie DiSEqC und DVB sowie die interne Festplatte hinweisen. Im Allgemeinen wirkt das Design dennoch sehr aufgeräumt. Sowohl das Disc-Laufwerk als auch der USB-Port, SD-Kartenslot und die Tasten befinden sich unsichtbar hinter der getrennt herunterklappbaren Frontblende. Lediglich der Standby- und Eject-Button sind außen angebracht. Ein über dem Panasonic-Logo blau leuchtender Streifen signalisiert den eingeschalteten Zustand.

Bedienung und Menü

Übersichtliche Fernbedienung
Übersichtliche Fernbedienung des DMR-BS850

Trotz seiner zahlreichen Fähigkeiten bleibt die mitgelieferte Fernbedienung des DMR-BS850 sehr übersichtlich. Sie liegt gut in der Hand und ähnelt vom Aufbau her dem Modell der beiden Player DMP-BD65 und DMP-BD85: Die Tasten sind ausreichend groß, bieten einen angenehmen Druckpunkt und sind meist eindeutig beschriftet. Das Viera Cast-Feature von Panasonic ist per Knopfdruck abrufbar. Darüber hinaus lassen sich sämtliche Aufnahme- und Wiedergabe-Funktionen des Recorders beispielsweise komfortabel von der Couch aus steuern. Viele Sonderfunktionen sind aber nur in weiterführenden Menüs zu finden. Die Befehle des Nutzers werden unmittelbar ausgeführt.

Hohe Funktionsvielfalt, leichte Bedienung: Das Menü des DMR-BS850 ist sauber strukturiert
Hohe Funktionsvielfalt, leichte Bedienung: Das Menü des DMR-BS850 ist sauber strukturiert

Ebenso wie die Fernbedienung gefällt auch das Menü trotz der hohen Funktionsvielfalt durch eine aufgeräumte und saubere Strukturierung. Die Menüführung sowie der Abruf einzelner Unterpunkte ist einfach über die Cursor-Tasten möglich. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kann der Nutzer äußerst flott durch die verschiedenen Bereiche navigieren. Die selbsterklärenden Bilder dürften in den meisten Fällen dann auch bei Laien keine weiteren Fragen aufkommen lassen. Dank verschiedener Einstellmöglichkeiten und Modi lässt sich außerdem die Wiedergabequalität des DMR-BS850 maßgeblich beeinflussen bzw. an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Ausstattung

Multimedia-Dateien können nicht nur über das Laufwerk, sondern z.B. auch von einem USB-Stick oder einer SD-Speicherkarte abgespielt werden
Multimedia-Dateien können nicht nur über das Laufwerk, sondern z.B. auch von einem USB-Stick oder einer SD-Speicherkarte abgespielt werden

Obwohl das Gerät über einen Lüfter verfügt, ist das Betriebsgeräusch auch bei Belastung sehr leise: Sogar in leisen Film- oder Musikpassagen wird man vom Rauschen nicht gestört. Das Einlesen einer DVD ging in etwa 16 Sekunden vonstatten. Bei einer Blu-ray Disc (ohne BD-Java-Menü) waren es etwa 14 Sekunden mehr. Die Geschwindigkeit ist somit zwar akzeptabel, aber nicht schneller als der Durchschnitt. Dafür kann das Laufwerk – wie es sich für jeden Disc-Recorder gehört – nicht nur lesen, sondern auch schreiben. Bild-, Musik- und Videodateien brennt das Modell auf Scheiben aller Art – ein großer Vorteil in Anbetracht der noch relativ hohen Preise für Blu-ray Rohlinge, da sich so auch herkömmliche CDs und DVDs verwenden lassen. Multimedia-Dateien können auch über den USB-Port oder den SD(HC)-Kartenslot abgespielt werden. Fotos von einer Digicam beispielsweise erschienen so direkt auf dem angeschlossenen Fernseher.

Der Nutzer kann auf Wunsch auch manuell nach Sendern suchen
Der Nutzer kann auf Wunsch auch manuell nach Sendern suchen

Panasonic selbst hat sich mit den Brenn- und Wiedergabe-Funktionen offensichtlich kaum zufriedengegeben. So spendierte der Hersteller dem DMR-BS850 zusätzlich einen HDTV-Twin-Tuner. Der Empfang von frei verfügbaren SDTV- oder HDTV-Sendern wie zum Beispiel ARTE HD und Servus TV HD war auf diese Weise nach einem kurzen Sendersuchlauf kinderleicht. Die Aufnahme der ausgestrahlten Sendungen stellte im Großen und Ganzen ebenfalls kein Problem dar. Für Pay-TV-Angebote bzw. verschlüsselte Programme stehen zwei CI Plus-Steckplätze zur Verfügung. Wie es mit der Handhabung um Astras umstrittene HD+-Plattform bestellt ist, finden wir heraus, sobald das entsprechende Modul in unserer Redaktion eintrifft. Ein kleiner Nachtest hierzu folgt voraussichtlich schon nächste Woche. Offiziell soll das dafür benötigte CI Plus-Modul in Kürze von Sky Vision vertrieben werden (player.de berichtete). Das CI-Modul hingegen lässt sogar noch bis Mitte des Jahres auf sich warten.

Aufnahmen

Vollwertiger HDTV-Receiver mit Aufnahme-Funktion: Vor- und Nachlauf sind einstellbar
Vollwertiger HDTV-Receiver mit Aufnahme-Funktion: Vor- und Nachlauf sind einstellbar

Frei empfangbare Fernsehsender ließen sich in unserem Praxistest wie soeben erwähnt problemlos aufzeichnen Das Speichervolumen der Festplatte ist mit 500 Gigabyte recht großzügig bemessen und bietet so auch Platz für mehrteilige Filme oder Dokumentationen. Über die Taste „Guide“ auf der Fernbedienung konnten wir einen Timer programmieren. In der Programmvorschau kann der Nutzer außerdem Sendungen bis zu einer Woche im Voraus für eine Aufnahme auswählen. Da wir das Gerät erst heute erhalten haben, wurde dieses Feature aber noch nicht getestet. Auf Wunsch beginnt der Blu-ray Recorder maximal 10 Minuten früher mit der Aufzeichnung. Sobald diese beendet ist, lässt sich die entsprechende Videodatei in verlustfreier Bildqualität direkt von der Festplatte abspielen. Im Standard-Modus „DR“ (Direct Recording) passen rein rechnerisch etwas weniger als 80 Stunden Film auf den Datenträger.

Bildqualität

Statt siebenfacher Bildregler, wie sie etwa ältere Panasonic Blu-ray Player hatten, stehen beim neuen DMR-BS850 nur feste Bildmodi bereit. So kann der Nutzer beispielsweise zwischen „Cinema“, „Fine“ und „Soft“ wählen. Hinzu kommt die Vollbildwandlung mit den Modi „Auto“, „Film“ und „Video“. Filme auf Blu-ray mit 24 bzw. 60 Bildern pro Sekunde gab das Gerät perfekt wieder, ohne dass die abgespielten Videosequenzen flimmern. Anders das seltene Bildformat 1080/30p: Hier konnten wir ein gelegentliches leichtes Flimmern feststellen. Ebenso verhielt es sich bei der DVD „Sechs Tage, sieben Nächte“ in der Voreinstellung. Sobald wir den Modus „Film“ aktivierten, erschien der Streifen jedoch in optimaler Bildqualität auf dem angeschlossenen Fernseher. Im Allgemeinen betrachtet ist der Recorder also auch ein hochkarätiger Blu-ray und DVD-Player, der selbst anspruchsvolle Nutzer überzeugen dürfte. Die Farbdecodierung und Pegelgenauigkeit nehmen wir demnächst in unserem Testlabor unter die Lupe.

Tonqualität

Audio-Setup: Der 5.1-Ton bleibt in der Regel in allen HDTV-Modi vollständig erhalten
Audio-Setup: Der 5.1-Ton bleibt in der Regel in allen HDTV-Modi vollständig erhalten

Wie der Nutzer schon an den zahlreich aufgedruckten Logos unschwer erkennen kann, kommt der DMR-BS850 mit den digitalen Hochbitformaten Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, DTS-HD Master Audio und DTS-HD High Resolution Audio zurecht. Die Tonsignale überträgt das Gerät auf Wunsch als Bitstream an moderne AV-Receiver. Optional wird der HD-Ton auch als vollständig intern decodierter PCM-Sound ausgegeben. Allerdings konnten wir in diesem Fall keine Einstellungen mehr für Pegel und Lautsprecher-Setup finden. Nichtsdestotrotz lieferte der Recorder in unserem Hörtest speziell bei Blu-ray Discs sehr gute Ergebnisse. Verzerrungen waren erfreulicherweise nicht zu hören.

Multimedia-Fähigkeiten

HDTV-Receiver mit Twin-Tuner: Zwei CI Plus-Slots ermöglichen den Empfang von verschlüsselten Programmen
HDTV-Receiver mit Twin-Tuner: Zwei CI Plus-Slots ermöglichen den Empfang von verschlüsselten Programmen
DLNA-Unterstützung: Kompatible Geräte können über Netzwerk auf die interne Festplatte des DMR-BX850 zugreifen
DLNA-Unterstützung: Kompatible Geräte können über Netzwerk auf die interne Festplatte des DMR-BX850 zugreifen

Standesgemäß verzichtete Panasonic auch diesmal auf einen internen Speicher für BD-Live-Downloads. Der Zugriff auf die Bonusinhalte der jeweils eingelegten Blu-ray Disc funktioniert im Prinzip zwar einwandfrei, stellte uns im Praxistest aber vor eine kleine Geduldsprobe: Ein träger Verbindungsaufbau und das langsame Herunterladen von Dateien befriedigten uns nur gering. Deutlich mehr Spaß macht das Viera Cast-Feature des Herstellers. Ob Videoclips von YouTube, Picasa-Fotoalben oder Nachrichten aus der ARD-Mediathek – wenn man einen entsprechenden Breitbandanschluss besitzt, erscheinen alle Online-Angebote ausgesprochen schnell auf dem Bildschirm. Ebenso lobenswert: Dank des LAN-Ports lässt sich der DMR-BS850 darüber hinaus als DLNA-Server verwenden. Auf diese Weise können im Heimnetzwerk eingebunde Geräte (getestet mit dem Blu-ray Player DMP-BD85) TV-Aufnahmen und AVCHD-Videos direkt von der internen Festplatte des Recorders abspielen. Dies klappte sogar im Standby-Modus. Dafür wurden aber Bild- und Musikdateien nicht akzeptiert. Diese und viele weitere Multimedia-Dateien können lediglich über das Disc-Laufwerk, den USB-Port oder den SD-Kartenslot wiedergegeben werden. Diashows sind mit eigener Musik hinterlegbar. Die Bildqualität und Skalierung der Fotos lässt keine Wünsche offen. Allen hier aufgeführten Funktionen werden wir in einem separaten Labortest noch einmal genau auf den Zahn fühlen.

Wer sich den umfassenden Testbericht inklusive Messdiagrammen nicht entgehen lassen will, sollte sich am besten in unseren kostenlosen Newsletter eintragen.

Player.de sehr-gutplayer.de meint:
Die Premiere von „Deutschlands ersten Blu-ray Recorder“ ist Panasonic allemal gelungen. Der DMR-BS850 beschreibt nicht nur alle gängigen Disc-Rohlinge, sondern spielt entsprechende Filme auf Blu-ray und DVD (1.080p-Upscaling) in hervorragender Qualität ab. Eventuelle Flimmererscheinungen verschwinden bei der Aktivierung spezieller Modi komplett. Darüber hinaus beeindruckt das Modell auch als vollwertiger HDTV-Receiver mit Aufnahme-Funktion sowie als praktischer DLNA-Server. Die Aufzeichnungen frei verfügbarer HDTV-Sender wurden ohne Qualitätsverlust gespeichert und entsprachen dem Original. Sollte das TV-Programm wieder einmal zu wünschen übrig lassen, sorgt das Viera Cast-Feature mit einfachem Zugriff auf Online-Portale wie YouTube, Picasa oder Bild.de für jede Menge Spaß zwischendurch. Trotz der umfangreichen Ausstattung bleibt das Menü und damit die Bedienung übersichtlich. Auf integriertes WLAN muss der Nutzer leider verzichten. Obwohl der Preis mit 1.300 Euro nicht wirklich günstig ist, hat sich der DMR-BS850 in unserem Praxistest die Note „sehr gut“ verdient. Wer sparen möchte und auch mit einer 250 Gigabyte-Festplatte zurechtkommt, sollte einen Blick auf den sonst identisch ausgestatteten 300 Euro günstigeren DMR-BS750 werfen.