DVB: 3DTV kommt noch 2010 – neuer Standard für 3D-Fernsehen

Das DVB-Konsortium will mit der ersten Phase seines 3DTV-Standards noch dieses Jahr starten
Das DVB-Konsortium will mit der ersten Phase seines 3DTV-Standards noch dieses Jahr starten

Nachdem die Blu-ray Disc Association (BDA) die Spezifikationen für Blu-ray 3D schon Ende 2009 verabschiedet hat (player.de berichtete), will das DVB-Konsortium (Digital Video Broadcasting) dieses Jahr mit 3DTV auch einen entsprechenden Standard für die dreidimensionale Übertragung von Fernsehprogrammen herausbringen. Diverse Rundfunkbetreiber aus der ganzen Welt sollen ihre Unterstützung zugesichert haben: Die ersten entsprechenden Testsender sind bereits verfügbar, während weitere in Kürze folgen werden. Laut Konsortium wird sogar die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 zum Teil in 3D aufgezeichnet.

Der aktuelle Plan sieht vor, dass in der ersten 3DTV-Phase ein Standard etabliert werden soll, der auch mit bereits vorhandenen, herkömmlichen Set-Top-Boxen (HDTV-Empfang via Satellit) funktioniert und lediglich einen neuen 3D-Fernseher voraussetzt. Sogenannte 3D-Brillen sind auch in diesem Fall unerlässlich, um einen stereoskopischen Effekt zu erzielen. Dabei dürfte für die Übertragung und Verarbeitung in erster Linie das Side-by-Side-Verfahren (überlappend nebeneinander liegende Bilder) zum Einsatz kommen. Die Abwärtskompatibilität mit normalen HDTV-Receivern wird durch eine reduzierte Auflösung ermöglicht.

Neben dem 3D-Demokanal von Astra sollen dieses Jahr noch viele weitere 3D-Sender verfügbar sein
Neben dem 3D-Demokanal von Astra sollen dieses Jahr noch viele weitere 3D-Sender verfügbar sein

Im nächsten Monat (Mai) will der luxemburgische Satellitenbetreiber Astra einen in diesem Format ausgestrahlten 3D-Demokanal anbieten (player.de berichtete). Sobald sich die Sender und Hersteller über die genauen Parameter für die Übertragung geeinigt haben, soll der 3DTV-Standard offiziell bei den beiden Normungsorganisationen ETSI (European Telecommunications Standards Institute) und ITU (International Telecommunication Union) eingereicht werden. Die kabelgebundene Verbindung zwischen HDTV-Receiver und 3D-Fernseher erfolgt im Rahmen der kürzlich vorgestellten HDMI-Spezifikationen.

Geplant sei außerdem eine zweite 3DTV-Phase, in der es hauptsächlich um den Bedienkomfort geht. So überlegt das DVB-Konsortium beispielsweise, dem Nutzer die Möglichkeit zu geben, die vom Receiver empfangen 3D-Sender auf Wunsch auch in 2D darzustellen oder die Tiefe des 3D-Bildes an die individuellen Bedürfnisse einzustellen. Ulrich Reimers von der TU Braunschweig, technischer Vorsitzender des 3DTV-Projekts, sagte dazu: „Das ist ein faszinierendes neues Gebiet für den Rundfunk und unsere Arbeit stößt auf weltweites Interesse.“ Ein konkreter Starttermin sowie ein Zeitplan für die zweite Phase wurden bislang noch nicht genannt.

player.de meint:
Beeindruckend! Das dreidimensionale TV-Erlebnis schreitet nun weiter mit großen Schritten voran. Parallel zur 3D-Übertragung gewinnt auch immer das Thema HDTV immer mehr an Bedeutung, da die Hälfte der horizontalen Auflösung wegen des Side-by-Side-Verfahrens verloren geht. Zwar hinkt Europa in puncto 3D-Sender den USA immer noch ein großes Stück hinterher, die fortschreitende Entwicklung selbst ist aber äußerst erfreulich. Wir können also gespannt sein, ob uns der vom DVB-Konsortium geplante 3DTV-Standard in wenigen Monaten speziell zur diesjährigen Fußball-Welstmeisterschaft in Südafrika noch packenderere Länderpartien vor dem heimischen Fernseher beschert. Sky zeigte Mitte März erstmals ein Bundesliga-Spiel in 3D. Kurze Zeit später, am vergangenen Dienstag, den 30. März 2010, folgte dann auch Sat.1 mit dem einem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League (player.de berichtete).