Praxistest: Blu-ray Player Panasonic DMP-BD85 mit WLAN & DLNA

Praxistest: Panasonics neuer WLAN-fähiger Blu-ray Player DMP-BD85
Praxistest: Panasonics neuer WLAN-fähiger Blu-ray Player DMP-BD85

Bereits im Mai 2009 konnten wir uns in unserem Testlabor erstmals von den Qualitäten des Blu-ray Players Panasonic DMP-BD80 überzeugen (zum Testbericht). Anfang dieses Jahres offiziell auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas angekündigt (player.de berichtete), bringt der Hersteller mit dem DMP-BD85 nun den lang ersehnten Nachfolger auf den Markt. Äußerlich unterscheiden sich die beiden Modelle nur in wenigen Details. So kommt das neue Gerät ohne Lüfter aus und versteckt die Laufwerksschublande hinter einer Blende. Ebenso erscheint der auf der Front durchgezogene Zierstreifen jetzt in schimmerndem Blau statt Grau bzw. Silber. Technisch soll der Player mit deutlich verkürzter Startzeit, DLNA-Zertifizierung, beigelegtem WLAN-Adapter sowie zahlreichen Multimedia-Features punkten. Wie beim Vorgänger garantiert der Viera Cast-Dienst einfachen Zugriff auf verschiedene Online-Angebote wie YouTube und Picasa. Nachdem wir gestern den DMP-BD65 unter die Lupe genommen haben, war heute der große Bruder DMP-BD85 an der Reihe. Lesen Sie dazu mehr im nachfolgenden Praxistest.

Der Panasonic DMP-BD85 unterscheidet sich optisch nur minimal von seinem Vorgänger
Würdiger Nachfolger? Der Panasonic DMP-BD85 unterscheidet sich optisch nur minimal von seinem Vorgänger

Vorteile im Überblick:

+ sehr gute Bildqualität mit 24p
+ analoger 7.1-Ton
+ Online-Dienste über Viera Cast

Nachteile im Überblick:

– Filmmode für DVD kann nicht gespeichert werden

Gehäuse und Verarbeitung

Kein Lüfter: Der DMP-BD85 ist wesentlich leiser als sein Vorgänger - die Wärme wird über Lüftungsschlitze links und auf der Rückseite abgeführt
Kein Lüfter: Der DMP-BD85 ist wesentlich leiser als sein Vorgänger - die Wärme wird über Lüftungsschlitze links und auf der Rückseite abgeführt

Panasonic verzichtete bei seinem Neuling auf einen Lüfter, wodurch das Gerät im Betrieb hörbar leiser ist als sein Vorreiter DMP-BD80. Die Hitze wird dabei über Lüftungsschlitze links und auf der Rückseite abgeführt. Das Gehäuse ist nur minimal angewachsen und passt mit einer Abmessung von 43 x 5,6 x 25 cm (B x H x T) weiterhin locker in jedes herkömmliche TV-Rack. Die Laufwerksschublade verbirgt sich mittig hinter einer Blende, die beim Ausfahren heruntergeklappt wird. Der SD-Kartenleser und die USB-Schnittstelle sind auf der rechten Seite eingebaut und werden ebenfalls von einer Klappe verdeckt, um das Einstauben zu vermeiden. Abgesehen vom Zierstreifen sowie dem relativ großen Blu-ray Disc-Logo legte der Hersteller erfreulicherweise keinen großen Wert auf überflüssige Design-Elemente. Aus diesem Grund wirkt die Front aufgeräumt und modern. Das Gehäuse ist fest verschraubt und trotz Blechdeckel solide verarbeitet.

Bedienung und Menü

Die Fernbedienung des DMP-BD65 und DMP-BD85 ist identisch
Die Fernbedienung des DMP-BD65 und DMP-BD85 ist identisch

Die Fernbedienung ist beim DMP-BD65 und DMP-BD85 identisch: Übersichtlich, strukturiert gestaltet und einfach zu handhaben. So können auch die angenehm großen Tasten mit nur einer Hand erreicht werden und dürften dank ihrer eindeutigen Beschriftung auch bei Laien keine Fragen aufkommen lassen. Der Nutzer kann den Viera Cast-Service mit nur einem Knopfdruck starten. Das zu bedienende Gerät reagiert schnell auf die per Infrarot erhaltenen Signale und führt den Befehl ohne längere Wartezeit aus.

An der Navigation durch das übersichtliche Menü gibt es nichts zu beanstanden. Der Blu-ray Player bietet zudem einstellbare HDMI-Parameter wie zum Beispiel Auflösung, Farbraum oder 24p-Wiedergabe. Hinzu kommen zahlreiche Bild- sowie weiterentwickelte Chrominanzregler, mit denen sich feinste Farbmuster anheben lassen sollen. Neu ist auch eine Audioverzögerung zum Ausgleich von Bild- und Tonversatz (Lip-Sync). Im Vergleich zum deutlich günstigeren DMP-BD65 stehen dem Nutzer also zusätzliche Einstellmöglichkeiten zur Verfügung.

Ausstattung

Keine Staubansammlung: Der SD-Kartenleser und USB-Port sind rechts hinter einer Klappe versteckt
Keine Staubansammlung: Der SD-Kartenleser und USB-Port sind rechts hinter einer Klappe versteckt

Zum Überprüfen der Startzeit legten wir beim DMP-BD85 den James Bond-Streifen „Casino Royale“ auf Blu-ray Disc in das Laufwerk. Das Gerät gönnte sich etwa vier Sekunden länger zum Einlesen der Scheibe (32 Sekunden) als der DMP-BD65. Der Schnellstartmodus funktioniert leider nur für bereits angespielte Filme. Wie es sich bei Medien mit BD-Java-Menü verhält und wie viel Strom das Gerät durch die Leitung zieht, werden wir demnächst in einem ausführlichen Labortest feststellen.

Im Gegensatz zum DMP-BD65 muss der Nutzer dank eines entsprechenden Ausgangs nicht auf analogen 7.1-Ton verzichten. So kommt der Blu-ray Player sowohl mit älteren als auch mit modernen AV-Receivern (Bitstream über HDMI) zurecht. Internet-Features lassen sich wahlweise über die Netzwerk-Buchse oder den mitgelieferten WLAN-USB-Adapter nutzen. Für diesen steht auf der Rückseite ein zusätzlicher USB-Port zur Verfügung. Dank DLNA-Zertifizierung kann der Nutzer auf diese Weise sogar Multimedia-Dateien direkt über das Netzwerk streamen – zumindest wenn Panasonic nicht lügt. Dieser Funktion werden wir nämlich ebenfalls erst in einem separaten Test auf den Zahn fühlen.

Bildqualität

Wie fast nicht anders zu erwarten, legte auch der große Bruder des DMP-BD65 eine äußerst überzeugende Bildqualität an den Tag. Angefangen bei der DVD „Tintenherz“, die einwandfrei auf 1.080p hochskaliert und im „Film“-Modus absolut flimmerfrei abgespielt wurde, machte der Blu-ray Player auch bei den rasanten Actionszenen in „Casino Royale“ mit 24p nicht schlapp. Die DVD-Wiedergabe ist nur im Modus „Film“ makellos – leider setzt sich das Gerät nach jedem Disc-Wechsel wieder von selbst auf „Auto“ zurück, weswegen es bei einigen DVDs in unserem Praxistest zu Flimmererscheinungen kam. Dieses Problem sowie das De-Interlacing von Blu-rays mit 50 und 60 Bildern pro Sekunde nehmen wir in Kürze im Testlabor genauer unter die Lupe.

Tonqualität

Laut Hersteller sorgt der Blu-ray Player für ein brillantes 7.1-Audio-Erlebnis. So thronen auf dem Gehäuse die Logos der digitalen Hochbitformate Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, DTS-HD Master Audio und DTS-HD High Resolution Audio. Im Normalfall ist das der Inbegriff für bestmögliche Tonqualität. Tatsächlich wusste der DMP-BD85 durchaus mit klaren Klängen zu überzeugen. Um allerdings Bitstream-HD-Ton unkomprimiert zu hören, muss im Audio-Menü der Punkt „BD-Video Zweitton“ deaktiviert werden. Das „Digital Tube Sound“-Feature ließ die von uns eingelegten CDs zudem schön weich klingen.

Multimedia-Fähigkeiten

Neben einem zweiten USB-Port für den WLAN-Dongle verfügt der DMP-BD85 auf der Rückseite auch über einen alaogen 7.1-Tonausgang
Neben einem zweiten USB-Port für den WLAN-Dongle verfügt der DMP-BD85 auf der Rückseite auch über einen alaogen 7.1-Tonausgang

Obwohl BD-Live bei Blu-ray Playern mittlerweile schon fast zum Standard gehört, verzichtete Panasonic auch bei seinem neuen Boliden wieder einmal auf einen internen Speicher. Da diese Funktion schon im Vorgänger DMP-BD80 problemlos funktionierte, widmeten wir uns diesmal hauptsächlich dem erst kürzlich um neue Online-Angebote erweiterten Viera Cast-Service (player.de berichtete). Neben Videos von YouTube konnten wir auch Bilder aus dem Picasa-Webalbum aufrufen. Bei den neu hinzugekommenen Portalen wie zum Beispiel Twitter wurden wir allerdings nur mit einem „Bald erhältlich“ vertröstet. Immerhin ermöglichte der mitgelieferte WLAN-Dongle einen uneingeschränkten drahtlosen Zugriff auf sämtliche Dienste. Darüber hinaus lassen sich über den USB-Port sowie den SD-Kartenleser auch verschiedene Bild-, Musik- und Videodateien wiedergeben. So wurde beispielsweise ein in DivX (HD)-konvertierter Film direkt vom USB-Stick abgespielt. Der SD-Slot kam mit dem Codec nicht zurecht. Wie gut das DLNA-Streaming klappt, überprüfen wir bald in unserem Testlabor. Es lohnt sich also, immer mal wieder einen Blick auf Player.de zu werfen!

Player.de sehr-gutplayer.de meint:
Den DMP-BD85 jetzt schon als echtes Multitalent zu bezeichnen, wäre etwas voreilig. Nichtsdestotrotz überzeugte das Modell mit seiner Wiedergabequalität, den Multimedia-Funktionen sowie seinem adretten Design. Für rund 350 Euro erhält der Nutzer einen optimal ausgestatteten Blu-ray Player, der fast auf ganzer Linie überzeugen kann. Lediglich der nicht speicherbare „Film“-Mode für DVD-Medien-  stört uns etwas. Hier sollte Panasonic auf jeden Fall noch einmal Hand anlegen. Das beim Vorgänger in leisen Passagen nervige Lüfter- bzw. Laufwerksgeräusch verschwand dafür komplett. Der Player ist im Betrieb angenehm leise und führt die Hitze größtenteils über die Lüftungsschlitze ab. In einem separaten Labortest werden wir den DMP-BD85 noch einmal genau unter die Lupe nehmen. Sollten die Messgeräte im höchst unwahrscheinlichen Fall schlechtere Ergebnisse liefern, passen wir die Note gegebenenfalls an. Im Praxistest hat sich der Blu-ray Player dennoch unser „sehr gut“ redlich verdient.