Test: In-Ear-Kopfhörer von Lady Gaga – Monster Cable Heartbeats

Ausführlich getestet: Der In-Ear-Hörer Monster Cable Heartbeats by Lady Gaga
Ausführlich getestet: Der In-Ear-Hörer Monster Cable Heartbeats by Lady Gaga

Ganz gleich, ob im Radio, im Fernsehen oder auf Veranstaltungen – Popsängerin Lady Gaga ist heute überall zu hören. Mittlerweile scheint die 23-jährige so populär zu sein, dass sogar Elektronikhersteller- mit ihr zusammenarbeiten, um- ihr Produkte auf den Leib zu schneidern. So brachte- der US-amerikanische Audio-Spezialist Monster Cable im vergangenen Jahr seinen In-Ear-Hörer Heartbeats by Lady Gaga -speziell für Frauen- auf den Markt (zum player.de-Video-Interview). Wenn es um das extravagante Design geht, passt allein der Name wie die berüchtigte Faust aufs Auge. Doch auch klangtechnisch offenbart jedenfalls die Verpackung, wofür rund 100 Euro ausgegeben werden sollen – nämlich für „Hochleistungs-Ohrhörer“. Männer dürften von den In-Ear-Hörern trotzdem weniger angetan sein als von der Namensgeberin selbst. Wie gut Lady Gagas Kopfhörer wirklich sind, das fand unser Testlabor heraus.

Lady Gaga war in unserem Testlabor - zumindest der nach ihr benannte In-Ear-Hörer von Monster Cable
Lady Gaga war in unserem Testlabor - zumindest der nach ihr benannte In-Ear-Hörer von Monster Cable

Vorteile im Überblick:

+ angenehme Mittenwiedergabe und klare Stimmen
+ Ohrpads werden in fünf Größen mitgeliefert

+
Transporttasche im Lieferumfang enthalten
+ hochwertige Verarbeitung

Nachteile im Überblick:

– schlechte Höhen
Ohrhörer rutschen aufgrund der Gehäuseform bei Bewegung leicht heraus
schmutzempfindliche Oberflächen

Monster Cable Heartbeats | Ausstattung und Design

Neben einer Transporttasche und einem Kleiderclip sind gleich fünf Paar Ohrpads im Lieferumfang enthalten
Neben einer Transporttasche und einem Kleiderclip sind gleich fünf Paar Ohrpads im Lieferumfang enthalten

Dass manche Frauen nie genug von Schuhen haben können, dürfte wohl weitestgehend bekannt sein. Allerdings fragt man sich beim Lieferumfang schon, wofür der Hersteller gleich fünf Paar Silikonpads beilegt. Schließlich werden die meisten In-Ear-Hörer mit maximal drei Paar ausgeliefert. Unterscheiden sich die Ohren der Frauen wirklich so sehr in ihrer Größe oder wird die Schuh- und Handtaschen-Sammlung jetzt durch eine Sammlung von Silikon-Pads abgelöst? Wie dem auch sei: Dank fünf verschiedener Größen garantieren die Ohreinsätze in nahezu jedem Ohr einen optimalen Sitz. Ebenso erhält der Käufer – oder besser gesagt die Käuferin – eine kompakte Tragetasche aus Kunststoff, die der Oberflächenstruktur und dem dreieckigen Design der Ohrhörer nachempfunden ist, sowie einen Kleiderclip zur einfachen Befestigung des Kabels an der Kleidung. Einen 2,5 mm-Klinkenstecker oder einen Flugzeugadapter sucht man leider vergebens.

Männern dürfte das Design trotz drei verschiedener Farben eher weniger gefallen

Männern dürfte das Design trotz drei verschiedener Farben eher weniger gefallen
Auf dem Mittelstück ist der Schriftzug von Lady Gaga aufgedruckt
Auf dem Mittelstück ist der Schriftzug von Lady Gaga aufgedruckt

Optisch- sind die- Heartbeats auf jeden Fall ein richtiger Blickfang: Das Gehäuse ähnelt einer asymmetrischen Pyramide, auf deren abgeschnittenen Spitze der Silikon-Ohreinsatz thront. Klingt klobig, für unseren Geschmack ist es das- auch! Die äußere Seite der Ohrhörer ist so geriffelt, dass viele kleine Dreiecke das Erscheinungsbild prägen. Manche werden das extravagante Design aber genau deswegen sicherlich als eine Art Fashion-Accessoire zu schätzen wissen. Trotz ihrer massiven Bauweise fallen die Ohrhörer überraschend leicht aus. Ein weiteres Merkmal des In-Ear-Hörers ist das- flache Kabel. Das ist zwar Geschmackssache, macht aber durchaus einen hochwertigen Eindruck. Am Mittelstück, das das Kabel des rechten und linken Ohrhörers zusammenführt, ist auf einer Seite der Heartbeats- und auf der anderen Seite der Lady Gaga-Schriftzug aufgedruckt. Die Seitenbeschriftung (L und R) befindet sich jeweils in einem Herz auf einer kleinen metallischen Kabel-Ummantelung unter den Ohrhörern. Der In-Ear-Hörer ist wahlweise in den Farben Schwarz-Chrom, Weiß-Chrom und Rosenrot erhältlich.

Monster Cable Heartbeats | Tonqualität

Hohe Töne gibt der Heartbeats by Lady Gaga nur mangelhaft wieder
Hohe Töne gibt der Heartbeats by Lady Gaga nur mangelhaft wieder

Nicht nur Monster Cable, sondern auch Lady Gaga selbst verspricht auf ihrer Homepage „Hochleistungs-Ohrhörer“: Seien es perfekte Höhen, präzise Mitten oder Bass auf Disco-Niveau – all das sollen die Heartbeats bieten. In diesem Teil des Tests sind wir der Sache auf den Grund gegangen. Bei einer ersten Hörprobe vor den Messungen waren wir positiv überrascht. Die Mittenwiedergabe ist ausgeglichen und gefällt durch klare Stimmen, während eine leichte Anhebung der Bässe für einen weichen Klang sorgt. Bei Pop-Liedern im Stil von Lady Gaga also vollkommen okay. Im Tieftonbereich wollten wir es genauer wissen und wählten einen gecoverten Pop-Song aus dem Repertoire der britischen Death-Metal-Band Ten Masked Men. Für manche mögen solche Lieder zwar jenseits des guten Geschmacks liegen – erstaunlicherweise aber nicht für die Heartbeats. Der (gutturale) Gesang bei der Death-Metal-Cover-Version von „Cry Me a River“ wurde trotz des schon fast „monsterhaften Geschreis“ im Refrain verständlich und ohne größere Verzerrungen wiedergegeben.

Der In-Ear-Hörer hat eine Minimal-Impedanz von 17,6 Ohm
Der In-Ear-Hörer hat eine Minimal-Impedanz von 17,6 Ohm

Rein messtechnisch waren die frequenzabhängigen Verzerrungen mit 2,1 Prozent jedoch deutlich höher als beim günstigen Wavemaster Pure (0,2 Prozent). Der Bass selbst ist ein wenig angehoben, wodurch die Lieder „weicher“ klingen. Tiefbass-Freunde sollten daher lieber einen Blick auf den Bose In-Ear Headphones werfen. Die großen Schwächen des Heartbeats fanden wir in den vermeintlich „perfekten Höhen“. Diese schienen in manchen Songs nämlich fast vollständig verschollen. Im Frequenzbereich zwischen 12,5 und 16 kHz fiel der Pegel des rechten Ohrhörers sogar mehr als 50 dB ab. Das Problem machte sich vor allem in einem Klassik-Stück mit Geigensolo bemerkbar, da der Titel im Hochtonbereich einfach etwas mager klang. Glück also, dass Lady Gaga keine piepsige Stimme hat. Mit 104 dB maximaler unverzerrter Kopfhörerlautstärke spielten die Heartbeats im Vergleich zu den bisher getesteten In-Ear-Hörern relativ leise. Die Ohrhörer- Creative Zen Aurvana zum Beispiel waren um bis zu fast 6 dB lauter – die Sennheiser CX 300-II Precision sogar um mehr als 15 dB. Die minimale Impedanz des Heartbeats liegt bei 17,6 Ohm. Da die Ausgangsstufe mobiler Endgeräte so kaum überlastet wird, eignet sich- die In-Ear-Hörer ideal für unterwegs.

Monster Cable Heartbeats | Tragekomfort und Verarbeitung

Wegen des klobigen Gehäuses können die Ohrhörer bei Bewegung leicht herausfallen
Wegen des klobigen Gehäuses können die Ohrhörer bei Bewegung leicht herausfallen

Über den Tragekomfort lässt sich streiten: Die Hörkapseln sitzen im Großen und Ganzen zwar angenehm und anfangs fest im Ohr, doch trägt man sie länger oder bewegt man sich stark, rutschen diese aufgrund des klobigen Gehäuse-Designs-  – vor allem aus kleineren Ohren – relativ leicht heraus. Immerhin soll der verstellbare Kabelführungsclip das versehentliche Herausziehen der Ohrhörer vermeiden. Für die ein oder andere Tanzeinlage à la Lady Gaga bietet der In-Ear-Hörer in der Regel aber dennoch ausreichend Halt – sofern das zur Ohrgröße passende Silikonpad aufgesetzt wurde. Ein weiterer Nachteil ist jedoch, dass die Ohrhörer wegen ihrer Größe stets zu spüren sind. In dieser Hinsicht bot der Bose In-Ear Headphones (zum Testbericht) einen deutlich höheren Tragekomfort.

Das flache Kabel mit Gummiüberzug ist strapazierfähig - der Klinkenstecker macht einen hochwertigen Eindruck
Das flache Kabel mit Gummiüberzug ist strapazierfähig - der Klinkenstecker macht einen hochwertigen Eindruck

Die Verarbeitung des Heartbeats macht optisch einen durchweg soliden und hochwertigen Eindruck. Das Gehäuse ist stabil und verzeiht so auch die Handhabung manch groberer Dame. In den Fugen der geriffelten Außenseite kann sich allerdings leicht Schmutz und Staub ansammeln, der sich dann nur mit einer kleinen Bürste herausbringen lässt. Zudem sind die glänzenden Oberflächen des In-Ear-Hörers äußerst anfällig für Fingerabdrücke und Fettfelcken, die vor allem bei hellem Licht deutlich sichtbar sind. Die Kabelverankerung an den Ohrhörern wirkt ein wenig billig. Das gummiüberzogene Kabel selbst ist gleichermaßen elastisch und strapazierfähig, doch kann es sich bei intensiver Nutzung leicht verwickeln. Bewahrt man den Heartbeats bei Nichtbenutzung sorgfältig in der mitgelieferten Transporttasche auf, dürfte er aber auf jeden Fall viele Modetrends überdauern – vielleicht sogar den etwas außergewöhnlichen Kleidungsstil von Lady Gaga.

gutplayer.de meint:
Die Zielgruppe des Heartbeats by Lady Gaga ist sofort auf den ersten Blick klar: modebewusste Frauen. Das extravagante Design des Gehäuses kann aufgrund des hohen „Bling-Bling-Faktors“ zur Not auch gut und gerne als Ohrring-Ersatz herhalten. Die Blicke der Passanten sind der Nutzerin (eher weniger dem männlichen Nutzer) jedenfalls garantiert. Auch klangtechnisch- wissen die- In-Ear-Hörer durch ihre ausgewogene Mittenwiedergabe und durch die angehobenen Bässe zu gefallen.
Liebhaber „härterer“ Lieder aus den Genres Rock und Metal werden sich allerdings deutlich mehr Tiefen wünschen. DieHeartbeats sind für basslastige Titel aber ohnehin nicht geschaffen – leider auch ebenso wenig für die Wiedergabe hoher Töne. Wegen des pyramidenförmigen Designs können die Ohrhörer in manchen Ohren ein wenig drücken und bei stärkeren Bewegungen leider relativ leicht herausrutschen.

Tipp: Was Sie beim Kauf eines neuen Kopfhörers auf jeden Fall beachten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber.

Weiterführende Links

Monster Cable Heartbeats Produktseite

Monster Cable Heartbeats | Testergebnisse

MESSUNGEN
Klangtreue (max. Pegelabweichung 100Hz-10 kHz):
11 dB
Verzerrungen, frequenzabhängig
(Klirrgang über Frequenz 100 Hz bis 10 kHz; bei 94 dB):
2,1%
Minimale Impedanz (20 Hz – 20 kHz):
17,6 Ohm
Maximale Impedanzabweichung (20 Hz – 20 kHz):
1,4%
Maximale Hörerlautstärke bei 150 mV Eingangsspannung
(IEC 60268-1):
92,0 dB(A)
Maximale unverzerrte Hörerlautstärke (1 kHz / 1% THD):
104 dB(A)
TONQUALITÄT: gut bis befriedigend
Preis (UVP):
119,95 US-Dollar
(~ 88 Euro)
player.de GESAMTWERTUNG gut