HDTV über Kabel: RTL HD, ProSieben HD & weitere Sender bald bei Kabel Deutschland

Kabel Deutschland baut sein HDTV-fähiges Kabelnetz bis Mitte 2010 komplett aus - das HDTV-Angebot soll ebenfalls erweitert werden
Kabel Deutschland baut sein HDTV-fähiges Kabelnetz bis Mitte 2010 komplett aus - das HDTV-Angebot soll ebenfalls erweitert werden

Kabel Deutschland (KDG) will sein HDTV-Angebot nach der Einigung mit den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD, ZDF und ARTE über die Einspeisung ihrer HDTV-Signale (player.de berichtete) um die aktuellen HD+-Programme erweitern. Dazu gehören momentan die privaten Sender RTL HD, VOX HD, ProSieben HD, Sat.1 HD und Kabel Eins HD. Wie Adrian von Hammerstein, Vorsitzender der KDG-Geschäftsführung, den VDI Nachrichten mitteilte, wird bereits mit den beiden Mediengruppen RTL und ProSiebenSat.1 verhandelt.

Sind neben RTL HD und VOX HD bald auch die HDTV-Sender der ProSiebenSat.1 Media AG im KDG-Kabelnetz empfangbar?
Sind neben RTL HD und VOX HD bald auch die HDTV-Sender der ProSiebenSat.1 Media AG im KDG-Kabelnetz empfangbar?

„Kabel Deutschland befindet sich in Gesprächen mit beiden privaten Sendergruppen bezüglich einer vertraglichen Vereinbarung zur Einspeisung ihrer HDTV-Angebote ins Kabelnetz“ – so von Hammerstein wörtlich im Interview mit den VDI Nachrichten. Einen genauen Zeitpunkt oder eventuelle Zwischenergebnisse der Verhandlungen konnte der Unternehmenschef bislang noch nicht nennen. Er sagte lediglich, dass HDTV ein echter Quantensprung für die ganze Branche sei.

Bis Mitte 2010 soll das gesamte Netz von Kabel Deutschland HDTV-fähig sein
Bis Mitte 2010 soll das gesamte Netz von Kabel Deutschland HDTV-fähig sein

Im vorangegangenen Interview-Verlauf wurde allerdings bekanntgegeben, dass bis Mitte dieses Jahres nahezu alle Kunden von Kabel Deutschland in den Genuss des hochauflösenden Fernsehens kommen werden. Die Ausbaumaßnahmen des dafür benötigten 630 MHz-Netzes sollen bereits laufen. Aktuell sind eigenen Angaben zufolge rund 90 Prozent der Kunden in dieses Netz eingebunden. Zwar werde es vor allem in ländlichen Gegegenden immer vereinzelte Teilnetze geben, deren Aufrüstung nicht wirtschaftlich wäre, diese Gebiete können laut von Hammerstein aber mit anderen Technologien erschlossen werden, wie zum Beispiel Funklösungen.

Der HDTV-Receiver Humax PR-HD2000C unterstützt das HDTV-Angebot von Kabel Deutschland
Der HDTV-Receiver Humax PR-HD2000C unterstützt das HDTV-Angebot von Kabel Deutschland

Neben einem 630 MHz-Netz setzt der HDTV-Empfang via Kabel außerdem auch einen HD-fähiger Fernseher sowie einen „KDG-geeigneten“ HDTV-Kabel-Receiver voraus. Diese müssen bestimmten überwiegend rechtlichen Mindestanforderungen wie Kopierschutz und Jugendschutz entsprechen. Dazu gehört beispielsweise das Modell PR-HD2000C des südkoreanischen Elektronikherstellers Humax (player.de berichtete). Dank des Smartcard-Einschubs soll das Gerät auch alle Pay-TV-Programme von Sky empfangen können.

Dr. Adrian von Hammerstein, KDG-Unternehmenschef: "Keine andere Infrastruktur ist so leistungsfähig wie das Kabel."
Dr. Adrian von Hammerstein, KDG-Unternehmenschef: "Keine andere Infrastruktur ist so leistungsfähig wie das Kabel."

Um eine Knappheit an Bandbreite im TV-Kabel macht sich Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber übrigens keine Sorgen: Es sollen mehr als ausreichende Kapazitäten im Kabelnetz zur Verfügung stehen, um sowohl analoges als auch digitales TV, HDTV, Pay-TV, Pay-per-Views, Internet und Telefonie anzubieten. Aus diesem Grund werden KDG-Kunden laut von Hammerstein auch über 2012 hinaus zwischen analogem und digitalem Fernsehempfang wählen können. Die analoge Programmverteilung via Satellit soll im April 2012 abgeschaltet werden.

Merkwürdig – denn im Streit mit den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD, ZDF und ARTE um die Einspeisung ihrer HDTV-Signale nannte Kabel Deutschland als Grund für die anfängliche Ablehnung die vierfach höhere Bandbreite, die für HDTV benötigt wird (player.de berichtete).

player.de meint:
Nachdem die HDTV-Sender der beiden TV-Konzerne RTL und ProSiebenSat.1 bislang nur den Kunden der HD+-Plattform von Satellitenbetreiber Astra vorbehalten waren, kommen langsam aber sicher weitere Empfangsmöglichkeiten hinzu. Zwar wollte Kabel Deutschland hierzu noch keine konkreten Angaben machen, ist der Kabelnetzbetreiber bei den Verhandlungen mit den Sendergruppen aber ebenso optimistisch wie beim Ausbau des 630 MHz-Netzes, dürfte man wohl noch in diesem Jahr mit dem Empfang der privaten HDTV-Sender rechnen. Wie es bei KDG um die Senderrestriktionen (z.B. Vorspul-Verbot in Aufnahmen) bestellt ist, ließ das Unternehmen leider offen. HD+ ist aus diesem Grund bereits mehrfach in die Kritik geraten, zumal Astra ab dem zweiten Jahr eine jährliche Service-Pauschale in Höhe von 50 Euro verlangt. Ob für den HDTV-Empfang bei Kabel Deutschland ebenfalls zusätzliche Kosten für den Kunden anfallen werden, steht noch nicht fest.