Test: In-Ear-Hörer Bose In-Ear Headphones – hoher Tragekomfort, satter Tiefbass

Boses bislang einziger In-Ear-Kopfhörer "In-Ear Headphones" musste unseren Labortest durchlaufen
Boses bislang einziger In-Ear-Kopfhörer "In-Ear Headphones" musste unseren Labortest durchlaufen

Wer hätte gedacht, dass sich hinter der Modellbezeichnung In-Ear Headphones tatsächlich In-Ear-Hörer verstecken? Bei der Namensgebung seines ersten und bislang einzigen reinen In-Ear-Kopfhörers hat der US-amerikanische Audio-Spezialist Bose seiner Kreativität offensichtlich nicht gerade freien Lauf gelassen. Schade eigentlich. Denn dafür, dass das Modell mit naturgetreuen Audio-Erlebnissen, hohem Tragekomfort sowie sattem und vollem Klang in präziser, warmer Abstimmung punkten soll, ist der Name kein wirklicher Kaufanreiz für den musikliebenden Nutzer. Vorausgesetzt, er lässt sich nicht durch die Kraft der Marke blenden. Schließlich verspricht der Hersteller selbst genau den Spitzenklang, den man – eigenen Angaben zufolge – seit jeher von Bose erwartet. Zudem gewährleistet die TriPort Acoustic Headphone Structure-Technologie eine optimierte Bassleistung aus sehr kleinen Ohrhörern. Ob sich die Arbeit der Ingenieure gelohnt hat und was der Bose In-Ear Headphones sonst so bietet, lesen Sie im nachfolgenden Testbericht.

Bose In-Ear Headphones: Durch die seitlich angebrachten Schallausgänge ist eine relativ flache Bauweise möglich
Bose In-Ear Headphones: Durch die seitlich angebrachten Schallausgänge ist eine relativ flache Bauweise möglich

Vorteile im Überblick:

+ sehr guter Tiefbass
+ hervorragender Tragekomfort und fester Sitz
+ Transporttasche wird mitgeliefert
+ modernes Design

Nachteile im Überblick:

– Höhen nicht optimal
– niedrige Impedanz und hohe Impedanzabweichung können zu Problemen mit Playern führen

Bose In-Ear Headphones | Ausstattung und Design

Im Lieferumfang sind drei Paar Silikonpads in den Größen S, M und L enthalten
Im Lieferumfang sind drei Paar Silikonpads in den Größen S, M und L enthalten

Die In-Ear Headphones werden standardmäßig mit drei Paar Silikon-Ohreinsätzen in den konventionellen Größen S, M und L ausgeliefert. Die Pads sind allerdings nicht wie die meisten Varianten kugelförmig, sondern haben vielmehr ein eher asymmetrisches Design mit kaminähnlichem „Hals“ und ovaler Schallöffnung. Dies kommt vor allem dem Tragekomfort zugute, da der richtige Sitz im Ohr auf diese Weise sehr leicht zu finden ist. Darüber hinaus gehören auch ein elastisches Umhängeband und ein Kleiderclip (zur einfachen Befestigung des Kabels an der Kleidung) zum Lieferumfang. Besonders praktisch ist die mitgelieferte Tragetasche, die neben dem Ohrhörer sogar Platz für einen kompakten MP3- bzw. Multimedia-Player bietet. Die Tasche in ansprechender Lederoptik kann mit dem Reißverschluss verschlossen werden.

Im Lieferumfang sind neben Silikonpads auch ein Umhängeband, ein Kleidungsclip und eine Transporttasche in Lederoptik enthalten
Im Lieferumfang sind neben Silikonpads auch ein Umhängeband, ein Kleidungsclip und eine Transporttasche in Lederoptik enthalten

Der Ohrhörer selbst gefällt durch sein etwas ungewöhnliches aber dennoch äußerst ansprechendes Äußeres. Das Gehäuse ist in elegantem Schwarz gehalten und mit einem leicht glänzenden Lack überzogen. Aus diesem Grund sind die In-Ear Headphones von Bose glücklicherweise nicht ganz so anfällig für Fingerabdrücke wie zum Beispiel der Creative Zen Aurvana (zum player.de-Testbericht). Da sich die Schallöffnung seitlich befindet, ist eine angenehm flache Bauweise möglich. Die Seitenbeschriftungen (L und R) sind innen gut sichtbar in Weiß aufgedruckt. Auf der Rückseite thront außerdem eine Art „Kühlergrill“, der das Design mit seiner Chromummantelung zusätzlich aufwertet. Darunter ist im Hochformat der Bose-Schriftzug angebracht. Lediglich das Kabel im schwarz-weißen Klingeldraht-Look sieht für unseren Geschmack etwas zu kitschig und unpassend aus.

Bose In-Ear Headphones | Tonqualität

Die hohe Impedanzabweichung kann bei manchen Playern zu einer schlechteren Klangtreue führen
Die hohe Impedanzabweichung kann bei manchen Playern zu einer schlechteren Klangtreue führen

Beim In-Ear Headphones ist uns im Testlabor vor allem seine niedrige Minimal-Impedanz von-  16,2 Ohm aufgefallen, während die des Creative Zen Aurvana beispielsweise fast fünf Ohm höher ist. Speziell im Zusammenspiel mit der dafür leider sehr hohen Impedanzabweichung von 45,5 Prozent kann dieser Unterschied bei manchen mobilen Abspielgeräten zu Problemen führen. Ist etwa der Verstärker des Players nicht für so eine niedrige Impedanz (hohe Belastung der Ausgangsstufe) ausgelegt, führt dies zwangweise zu einer schlechteren Klangtreue oder zu einem niedrigen Ausgangspegel.

Der Tiefbass des Bose In-Ear Headphones ist sehr gut
Der Tiefbass des Bose In-Ear Headphones ist sehr gut

Dennoch erreichte das Modell in unserer Labormessung in puncto Klangtreue (maximale Pegel-Abweichung) einen durchaus akzeptablen Wert von 10,6 dB. Dass es aber noch einen Tick besser geht, zeigt der um mehr als die Hälfte günstigere Wavemaster Pure (zum Testbericht). Dafür weisen Boses In-Ear-Headphones erfreulicherweise aber einen großen Übertragungsbereich mit angenehmer Stimmwiedergabe auf. Lediglich die Mitten in der Musik wirken ein wenig flach. Besonders überzeugend ist der sehr gute Tiefbass mit relativ geringen Verzerrungen (1,5 Prozent), der vor allem in wummernden Liedern voll zur Geltung kommt. Hier scheint die TriPort Acoustic Headphone Structure-Technologie also durchaus Wirkung zu zeigen. Einbußen hingegen muss der Nutzer in den Höhen (der Hochtonwiedergabe) hinnehmen: Diese sind im Klangbild selbst zwar sauber, könnten allerdings definitiv mehr „Präsenz“ zeigen. Die maximale Kopfhörerlautstärke bei 150 mV Eingangsspannung liegt mit 93,6 dB(A) wesentlich niedriger als beim Creative Zen Aurvana.

Bose In-Ear Headphones | Tragekomfort und Verarbeitung

Mit rund 1,3 Meter Länge ist das Kabel ausreichend lang - die schwarz-weiße Klingeldraht-Optik ist geschmackssache
Mit rund 1,3 Meter Länge ist das Kabel ausreichend lang - die schwarz-weiße Klingeldraht-Optik ist geschmackssache

Dank des speziellen Silikonpad-Designs ist der optimale Sitz im Ohr schnell gefunden. Je nach Ohrgröße lässt sich der Einsatz außerdem einfach wechseln und bietet so sowohl in kleinen als auch großen Ohren festen Halt. Der „Hals“ ragt dabei leicht in den Gehörgang und sorgt auf diese Weise für eine im Allgemeinen ansprechende Musikwiedergabe. Sogar bei längerer Nutzung bleibt der Tragekomfort sehr hoch. Um das zusammengehörige Paar schnell zu finden, ist der innere Teil der Silikon-Ohreinsätze eingefärbt (S = Weiß, M = Grau, L = Schwarz). Zudem werden störende Außengeräusche durch den festen Sitz effektiv minimiert.

Der Miniklinkenstecker ist vergoldet und abgewinkelt
Der Miniklinkenstecker ist vergoldet und abgewinkelt

Das Kabel ist mit fast 1,3 Meter Länge ausreichend lang, so dass zum Beispiel der angeschlossene MP3-Player während des Joggens problemlos in die Hosentasche gesteckt werden kann. Lediglich das schwarz-weiße Klingeldraht-Design wirkt etwas zu verspielt und dürfte nicht unbedingt jedermanns Geschmack treffen. Der Stecker ist vergoldet und angewinkelt, wodurch auch bei kleineren Platzverhältnissen ein einfacher Anschluss möglich ist. An der Verarbeitung des In-Ear Headphones gibt es nichts auszusetzen: Sie ist durchgehend solide und hochwertig. Nur durch die vielen „Kanten“ kann sich vor allem auf der Gehäuserückseite Staub ansammeln – vorausgesetzt man nutzt die mitgelieferte Tragetasche nicht.

gutplayer.de meint:Die Bose-Ingenieure haben mit der TriPort Accoustic Headphone Structure-Technologie volle Arbeit geleistet. So überzeugen die In-Ear Headphones durch seinen sehr guten und satten Tiefbass mit verhältnismäßig geringer Verzerrung.Vor allem Freunde „wummernder Musikrichtungen“ werden mit den Ohrhörern also sicherlich jede Menge Spaß haben. Wenn es sein muss, auch stundenlang: Der Tragekomfort ist hervorragend und bleibt durch das geringe Gesamtgewicht von rund 18 Gramm auch bei längeren „Hörsessions“ beibehalten. Lediglich die Höhen- und Mittenwiedergabe könnten noch etwas besser sein. Im Großen und Ganzen klingen die Kopfhörer dennoch gut – vorausgesetzt der Player kommt mit der niedrigen Impedanz der Ohrhörer zurecht. Mit einem Preis von knapp 100 Euro fällt das Modell jedoch nicht gerade günstig aus. Wenn es also nicht unbedingt etablierte Markenware sein muss, wäre der 40 Euro teure Wavemaster Pure eine ideale Alternative.

Weiterführende Links

Bose In-Ear Headphones Produktseite

Bose In-Ear Headphones | Testergebnisse

MESSUNGEN
Klangtreue (max. Pegelabweichung):
10,6 dB
Verzerrungen, frequenzabhängig
(Klirrgang über Frequenz 100 Hz bis 10 kHz; bei 94 dB):
1,5%
Minimale Impedanz (20 Hz – 20 kHz):
16,2 Ohm
Maximale Impedanzabweichung (20 Hz – 20 kHz):
45,5%
Maximale Hörerlautstärke bei 150 mV Eingangsspannung
(IEC 60268-1):
93,6 dB(A)
Maximale unverzerrte Hörerlautstärke (1 kHz / 1% THD):
117,8 dB(A)
(kompression)
TONQUALITÄT: gut bis befriedigend
Preis (UVP):
98,00 Euro
player.de GESAMTWERTUNG gut