Ordnung im Musikarchiv: Kostenlose Software-Tools im Überblick

Musikarchiv aufräumen: Kostenlose Software-Tools zur besseren Ordnung auf der Festplatte
Musikarchiv aufräumen: Kostenlose Software-Tools zur besseren Ordnung auf der Festplatte

Über die Jahre hat sich so mancher Nutzer ein riesiges Musikarchiv auf seiner Festplatte angelegt. Ganz egal, ob ein aufmunterndes Lied zur momentanen Stimmung, ein Evergreen aus früheren Zeiten, Kuschelrock für einen romantischen Abend oder ganz einfach nur Partyhits, die den Hörer so richtig in Feierlaune bringen – die Auswahl an passenden Songs kennt auf vielen Datenträgern keine Grenzen. Hat man von Anfang an Ordnung in der Sammlung gehalten und die Musikdateien gewissenhaft abgelegt, ist der gewünschte Titel schnell gefunden. Sogenannte Tags helfen dabei zusätzlich, den Überblick zu behalten. Ist der Nutzer allerdings chaotischer Natur, beginnt für ihn speziell in Archiven mit mehreren Tausend Liedern die leidige Suche nach „der Nadel im Heuhaufen“. Wie heißt doch noch gleich das Lied, das sich hinter „Track 6.mp3“ verbirgt und wer singt es? Oft verzweifelt der Suchende nur an Kleinigkeiten. Dabei gibt es im Internet jede Menge Software-Tools, die die Musiksammlung ordentlich halten sollen. Nach dem Motto „Nur das Genie beherrscht das Chaos“, stellen wir Ihnen im nachfolgenden Artikel einige nützliche Programme vor, die dem Nutzer bei der Aufräumarbeit helfen und zudem komplett kostenlos sind.

Ventis Media: MediaMonkey

Ventis Media_ MediaMonkey
Ventis Media_ MediaMonkey

Ventis Media bietet mit seinem „Medienaffen“ eine umfassende Musikverwaltungs-Software zum kostenlosen Download an. MediaMonkey erlaubt eine komfortable Sortierung von Liedern und gewährleistet selbst in großen Archiven das einfache Verarbeiten von mehr als 50.000 Titeln ohne Geschwindigkeitseinbußen am Rechner. Darüber hinaus lassen sich mit der Anwendung beispielsweise auch CDs rippen, die Lautstärke einzelner Titel anpassen oder Playlisten mit einem MP3-Player (auch iPod) abgleichen. Fehlende Tags und Album-Cover werden dabei durch Online-Datenbanken automatisch vervollständigt. Das Programm sucht die Musiksammlung zusätzlich nach Duplikaten ab und löscht einen der Mehrfach-Titel auf Wunsch. Ebenso gehört ein Konverter für MP3-, OGG-, FLAC- und WMA-Dateien zur Ausstattung.

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Microsoft: Windows Media Player

Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah – zumindest für Windows-User. Wenn der „hauseigene“ Player des Betriebssystems den Nutzer nicht gerade mit irgendwelchen Updates bombardiert, nach Codecs sucht oder eine halbe Ewigkeit zum Laden eines kleinen Videoclips braucht, erweist sich die Software doch als relativ nützlich. So spielt das Programm nicht nur eine Vielzahl von Medienformaten ab, sondern bietet auch eine hilfreiche Medienbibliothek, mit der man einzelne Lieder oder sogar komplette Alben einfach verwalten kann. Ebenso lassen sich die hinzugefügten Inhalte des Archivs beispielsweise nach Interpret, Album, Musiktitel, Genre und Jahr sortieren. Auf Wunsch sucht oder aktualisiert der Windows Media Player nach zusätzlichen Informationen zum Song. Besonders praktisch ist dabei die integrierte Suchfunktion, die je nach Buchstaben die ersten Ergebnisse anzeigt.

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Apple: iTunes

Vor allem iPhone- und iPod-Besitzern dürfte iTunes wohl bereits bestens bekannt sein. Nicht nur, dass sich Multimedia-Dateien (fast) ausschließlich über die Software auf das Apple-Gerät laden lassen, sondern ermöglicht das Programm auch den direkten Kauf von Liedern und Alben über den integrierten Store. Darüber hinaus kann der Nutzer auf Wunsch sein komplettes Musikarchiv über die Mediathek verwalten. Zwar braucht das Programm eine gewisse Zeit zum Starten und reagiert gelegentlich sehr träge auf Befehle, macht seine Arbeit aber im Allgemeinen dennoch sehr gut: Doppelte Songs können angezeigt und gelöscht werden, Titelinformationen sucht iTunes automatisch im Internet und Audio-CDs kann man unmittelbar über den internen Player abspielen. Frei wählbare Ansichten sorgen dabei für den nötigen Überblick über alle Inhalte.

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Dimitris Touzozoglou: The GodFather

The GodFather von Dimitris Touzozoglou
The GodFather von Dimitris Touzozoglou

Die von Dimitris Touzozoglou entwickelte Software The GodFather dient ausschließlich der Verwaltung von Musikdateien. Das Programm ermöglicht dem Nutzer so unter anderem die manuelle Eingabe von Tags, die direkte Umbenennung von Liedern nach einem frei wählbaren Schema oder das Einsortieren der Songs in eine bestimmte Verzeichnisstruktur. Zusätzlich bietet die Anwendung eine Funktion zum Erkennen doppelter Musiktitel. The GodFather unterstützt neben gängigen MP3-, OGG-, FLAC- und AAC-Dateien auch weniger verbreitete Formate wie MPC, APE, , APL, WV, OFR und SPX. Darüber hinaus können von der Programmoberfläche aus Skripte angepasst und gestartet werden, die zum Beispiel das Umbenennen oder Einsortieren der Lieder deutlich vereinfachen sollen. Nach der Installation stehen bereits einige Skriptbeispiele zum Einstieg bereit.

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Peter Lorenz: MP3Find

MP3Find von Peter Lorenz
MP3Find von Peter Lorenz

Der Entwickler Peter Lorenz verspricht mit MP3Find ein ultimatives Musik-Verwaltungssystem. Die Software eignet sich speziell für größere Sammlungen und erlaubt dem Nutzer, seine Lieblingslieder zu markieren bzw. zu bewerten, um diese im Nachhinein über den integrierten Explorer schneller finden zu können. Den ID3-Tag bei ungetaggten Liedern bezieht das Programm vom jeweiligen Dateinamen. Ebenso kann der Anwender die Datei nach einem bestimmten Schema auf Basis des gespeicherten Tags umbenennen. Darüber hinaus durchsucht MP3Find die Festplatte automatisch nach doppelten Titeln und löscht das entsprechende Duplikat auf Wunsch. Zur weiteren Ausstattung gehört ein Jingleplayer zum Einmischen von verschiedenen Audio-Sequenzen. Mithilfe von separaten Software-Tools soll außerdem der Zugriff auf Musikarchive anderer Rechner möglich sein.

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Nullsoft: Winamp

Selbst der weit verbreitete Medien-Player Winamp verfügt seit einiger Zeit über eine eigene Medienbibliothek zur Verwaltung von Musiksammlungen. Besonders praktisch: Wird auf dem Rechner iTunes genutzt, kann das Programm über den Menüpunkt „Import iTunes Database“ die bestehende Bibliothek einfach übernehmen. Die Tags lassen sich beispielsweise durch Doppelklick auf den Lauftext des aktuell gespielten Titels direkt bearbeiten und abspeichern. Klickt der Nutzer auf „Auto-Tag“, sucht die Software auch selbständig online nach Informationen zum entsprechenden Lied. Die Winamp-Medienbibliothek wartet mit einer Vielzahl an Anzeige- und Sortierfunktionen auf, die eine komfortable Bedienung garantieren. Über den Konverter können zudem die Tracks einer eingelegten Audio-CD ins Format AAC, AACplus, FLAC, WAV oder WMA ungewandelt werden. Winamp ist mithilfe kostenlos erhältlicher Plugins um zusätzliche Features erweiterbar.

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Nodesoft: MP3 Rename

Nodesoft bietet mit MP3 Rename ein funktionales Software-Tool speziell zum Umbenennen von Musikdateien an. Das Programm bietet Zahlreiche Voreinstellungen und Auswahlmöglichkeiten, mit denen sich die Schreibweise nach dem jeweils gewünschten Schema festlegen lässt. So ersetzt die Software im Dateinamen beispielsweiose den Unterstrich durch ein Leerzeichen oder auch ein ganzes Wort durch ein anders Wort. Ebenso lassen sich bei längeren Namen Textpassagen ab einer gewissen Stelle löschen (z.B. überflüssige Leerzeichen ab dem 42. Zeichen). MP3 Rename funktioniert nur, wenn das Lied getaggt ist (ID3-Tag).

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Zusatztipps:
Wenn Sie Ihre Musiksammlung kostenlos und legal erweitern möchten, sollten Sie auch einen Blick auf unseren MP3-Tipp Kostenlose Musik- und Hörbuch-Downloads- werfen. Dort erklären wir Ihnen, auf welchen Online-Portalen kostenlose Lieder und Hörbücher zum Download bereitstehen.

In unserem zweiten MP3-Tipp Tonstörungen entfernen– erfahren Sie unter anderem, wie sich qualitativ schlechtere Lieder von Tonstörungen befreien lassen.

player.de meint:
Viele CD-Rip-Programme benennen die konvertrierten Lieder nach der Tracknummer des Albums. Hat der Nutzer keine Lust, die Datei gleich umzubenennen, ist früher oder später das große Chaos vorprogrammiert. Mit den hier vorgetellten Software-Tools können Sie Ihr Musikarchiv schnell wieder auf Vordermann bringen. Dabei ist es egal, ob die Sammlung beispielsweise in einzelne Ordner unterteilt, die Lieder getaggt oder die Tags automatisch im Internet gesucht werden sollen – die Anwendungen ersparen dem Nutzer eine Menge Arbeit und schonen so manchen Nerv bei der langwierigen Suche nach einem verschollen geglaubten Lied. Übrigens: Hinter „Track 6.mp3“ versteckte sich das Lied „Bad Influence“ vom aktuellen Pink-Album „Funhouse“. ;-)