PS3-Hack zum kostenlosen Download verfügbar – Weiterentwicklung möglich

Alt gegen Neu: Der PS3-Hack soll nur mit der ursprünglichen Version der PlayStation 3 sein (links im Bild)
Alt gegen Neu: Der PS3-Hack soll nur mit der ursprünglichen Version der PlayStation 3 möglich sein (links im Bild)

Zwei Wochen ist es nun her, als der 20-jährige Hacker George Hotz (besser bekannt unter dem Pseudonym „geohot“) aus Cambridge (England) mit den Worten „I have hacked the PS3“ für weltweiten Aufruhr in den Medien und Internetforen gesorgt hat. Glaubt man seiner Aussage, ist es dem jungen Mann erstmals gelungen, Sonys aktuelle Spielkonsole seit Marktstart vollständig zu knacken. Wir berichteten über die Details und veröffentlichten eine Chronik der fünfwöchigen Arbeit. Obwohl geohot sein Wissen zunächst für sich behalten wollte, lieferte er überraschenderweise nur wenige Tage später den festen Beweis: Der PS3-Hack (sogenannter „Exploit“) wird öffentlich zum kostenlosen Download angeboten.

Ergänzend dazu steht auch eine Anleitung zur Verfügung: In gerade einmal 24 Zeilen beschreibt der junge Mann schrittweise, wie sich die PlayStation 3 – seiner Meinung nach sehr leicht – knacken lässt. Der Hack selbst soll im Prinzip auf der schnellen Zuordnung und Freigabe des Systemspeichers basieren, während der Bus durch Störimpulse beeinflusst wird. Hierfür habe der Hacker einen Knopf auf seinem FPGA-Board integriert, der nach Betätigung fortlaufende Impulse von 40 ns (Nanosekunden) an den Speicherbus schickt.

Kein Hack auf dem Slim-Modell der PS3 möglich: Sony entfernte den Linux-Support bei der Produkterneuerung
Kein Hack auf dem Slim-Modell der PS3 möglich: Sony entfernte den Linux-Support bei der Produkterneuerung

Anders als bislang angenommen, setzt der Hack nun aber doch eine Manipulation der Hardware voraus. So ist in der ZIP-Datei, die der Hacker bereitstellt, auch ein Bild enthalten, auf dem die Stelle des PS3-Mainboards markiert ist, an der eine Lötverbindung hergestellt werden muss. Der Exploit an sich besteht dabei aus einem kleinen Linux-Programm. Da das aktuelle Slim-Modell der PlayStation 3 allerdings kein Linux (mehr) unterstützt, dürfte sich der entsprechende Code nur in das System der ursprünglichen PS3 einschleusen lassen.

Aktuelle Firmware: Mit der Software-Version 3.15 sind PSP-Minispiele auch auf der PS3 spielbar
Aktuelle Firmware: Mit der Software-Version 3.15 sind PSP-Minispiele auch auf der PS3 spielbar

Welche Variante der Spielkonsole geohot letztlich für den Hack benutzt hat, ist nicht bekannt. Zwar gab George Hotz in seinem Blog an, dass er für den Datenzugriff auf den Systemspeicher ausschließlich mit der Firmware 2.4.2 gearbeitet hat, doch vermutet er, dass der Hack auch mit allen späteren Software-Versionen funktioniert. Eigenen Angaben zufolge wurde dem Hacker bestätigt, dass der Exploit auch unter der Firmware 3.10 läuft. Im Dezember des letzten Jahres brachte Sony die aktuelle Version (3.15) heraus (player.de berichtete).

Der Hack soll laut geohot nicht für Software-Piraterie verwendet werden und dient ausschließlich Forschungszwecken. So will er die Entwicklung sinnvoller Tools vorantreiben, zu denen er aber keine weiteren Beispiele nannte. Darüber hinaus rief George Hotz die Hacker-Community dazu auf, ihre Erkenntnisse und Ergebnise in einem Wiki zusammenzufassen. Der junge Mann selbst kündigte an, sich aus dem Projekt zurückzuziehen und den Exploit aus persönlichen Gründen nicht weiter betreuen zu wollen: „Ich habe ein Leben, zu dem ich wieder zurückkehren muss und kann nicht Tag und Nacht daran weiterarbeiten.“

Bislang sind im Wiki noch keine nennenswerten Ereignisse hinsichtlich des PS3-Hacks eingetragen. Wir halten Sie auf dem Laufenden! Welche Funktionen durch den Exploit realisierbar sind, lesen Sie hier.

player.de meint:
Der gerade einmal 20-jährige George Hotz schaffte in nur fünf Wochen das, was andere Hacker drei Jahre lang vergebens versuchten: Die PS3 komplett zu knacken. Der Hack setzt allerdings fundiertes technisches Wissen voraus und ist nicht — wie zunächst angenommen – ohne Hardware-Manipulation möglich. Hotz selbst bezeichnet den Vorgang jedoch als „sehr einfach“. So müsse zunächst eine Lötverbindung auf dem- Mainboard hergestellt und danach mithilfe des Exploits der entsprechende Code in das System eingeschleust werden. Das Programm basiert auf Linux und dürfte somit nur auf der ursprünglichen PlayStation 3 (also auf keinem Slim-Modell) funktionieren. Obwohl geohot die Verwendung des Hacks zum Zweck der Software-Piraterie verbietet, dürfte es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis die ersten Raubkopien auf der Konsole spielbar sind. Ebenso würden sich auf diese Weise geliehene Filme bzw. Spiele auf der Festplatte speichern lassen. Dass beides illegal ist, müssen wir wohl nicht erwähnen… ;-)