Technik erklärt: Die Impedanz bei Kopfhörern
Kategorie(n) Kopfhörer, News, Technologien vom 06.Dez.2009

Bei mobilen Playern sollte man auf eine niedrige Impedanz achten (Im Bild: Philips Muse 32 GB AV-Player)
Gekauft und bereut: Ein Blick in die technischen Daten des Wunschkopfhörers (im Internet oder auf der Verpackung) schützt in den meisten Fällen vor Hör-Frust. Beim heutigen Angebot ist es aber gar nicht mehr so leicht, die Unterschiede zwischen mehreren Modellen zu erkennen. Versteht der Nutzer eine Angabe nicht, greift er womöglich überstürzt zu. In den Unterlagen fast aller Kopfhörer findet sich eine Angabe namens “Impedanz” (oder auch “Nennscheinwiderstand” genannt). Laien können damit jedoch herzlich wenig anfangen. Damit Sie nicht länger dazugehören, erklären wir Ihnen diesen Begriff in unserem nachfolgenden Artikel.
Kurz gesagt: Das Wort Nennscheinwiderstand beschreibt die Tatsache, dass Kopfhörer sich elektrisch nicht wie ein simpler Widerstand verhalten, aber eben sehr wohl einen elektrischen – allerdings frequenzabhängigen – Widerstand besitzen. Nachvollziehbare Folge: Bei hoher Impedanz muss die Quelle – also zum Beispiel die HiFi-Anlage oder der iPod- mehr Spannung (aber nicht mehr Strom!) liefern, um ausreichend laut zu spielen.
Typische Hörer für mobile Geräte haben dabei eine Impedanz von 16 bis etwa 80 Ohm – je nach Hersteller und Modell. Für HiFi-Anlagen optimierte Kopfhörer (meist ohrumschließende Modelle) hingegen kommen mit 250 bis 600 Ohm daher. Die meisten Kopfhörerverstärker an HiFi-Komponenten (meist auch an denen von TV-Geräten) kommen mit der höheren Impedanz problemlos klar, weil sie im Gegensatz zu den mobilen Endgeräten eine bis zu zehnmal höhere Maximalspannung ausgeben können und dürfen. Ein Walkman, Camcorder oder Notebook allerdings wird solchen Modellen aber nur klägliche Pegel entlocken. Also: Soll der Hörer an einem Mobilgerät ausreichend laut sein, auf eine niedrige Impedanz, am besten unter 32 Ohm achten!
Manche Hersteller bieten ihre Systeme optional mit unterschiedlichen Impedanzen an. ”Weshalb?” - wird sich der Nutzer fragen. Leiser stellen kann man schließlich immer. Ganz einfach: Die Treiber oder Schallwandler eines Kopfhörers arbeiten ähnlich wie die eines Lautsprechers. Die von einem Magneten umgebene Spule wird von einem elektrischen Feld bewegt. Dabei ist die Spule an eine Membran gekoppelt, die so hörbaren Schall erzeugt. Die Spule selbst besteht aus Kupferdraht. Je leichter sie ist, desto präziser kann sie auch kleinsten Signaländerungen folgen. Leichte Spule heißt aber auch: Weniger Drahtwicklungen und geringerer Querschnitt des Leiters, damit eine höhere Impedanz und ein höherer Spannungsbedarf. Klanglich sind diese Modelle aber meist besser.
Also: Für niedrigere Impedanzen braucht man schwerere, mit mehr bezziehungsweiese dickerem Draht gewickelte Spulen. Das bedeutet im Vergleich zu leichten Spulen oft Kompromisse bei Transparenz und Impulstreue. Eine niedrige Impedanz ist jedoch Voraussetzung für ausreichend Lautstärke bei den Pegelbeschränkten Ausgängen von mobilen Geräten (laut EU-Richtlinie maximal 150 mV bei Geräten ohne mitgelieferten Kopfhörer).
In der EU ist zudem die Maximallautstärke von mobilen Abspielgeräten und dem ab Werk beigelegten Kopfhörer auf 100 Dezibel beschränkt. Wenn also der mitgelieferte Kopfhörer eine sehr niedrige Impedanz aufweist, bei der bereits weniger als 100 mV zur Vollaussteuerung genügen, dann wird das Gerät auch nicht mehr als 100 mV am Ausgang ausgeben und bei einem Kopfhörer mit höherer Impedanz leise spielen. Außerhalb der EU gilt diese Grenze übrigens nicht. Vor allem manche US-amerikanischen Kopfhörer spielen deshalb an EU-Geräten zu leise. Einmal mehr heißt es also: Wer ganz sicher gehen will, dass der neue Kopfhörer am eigenen Equipment laut genug ist, muss probehören.
player.de meint:
Nutzer deren Lautstärkeregler am mobilen Abspielgerät bereits auf Anschlag hochgedreht ist, sich aber dennoch über die viel zu geringe Lautstärke ärgern, wissen jetzt, woran es liegt. Wer sich mit der Impedanz befasst hat, wird höchstwahrscheinlich nie wieder den Fehler machen und einen ungeeigneten Kopfhörer kaufen. Um ein ideales Zusammenspiel von Player und Hörer zu gewährleisten, sollte man vorher probehören.

Dezember 6th, 2009 um 13:35
[...] Sie sind die klassischen “Musterkopfhörer”. Ihre Muscheln sind größer als das menschliche Ohr, bieten also einen perfekten Sitz. Entsprechend wuchtig fallen auch die Vertreter dieser Bauart aus. Zu Hause, im Tonstudio oder am DJ-Pult sind die großen Modelle jedoch perfekt: Sie versprechen optimalen Sitz und eindrucksvollen Klang. Ganz klare Sache: Steht die Soundqualität im Vordergrund, muss es ein ohrumschließendes Modell sein. Die meisten Kopfhörer dieser Art eignen sich sowohl aus optischen als auch aus technischen Gründen nicht für Mobilgeräte: Ihre Impedanz ist zu hoch, ihre Maximallautstärke gering. Worauf Sie achten sollten, wenn Hörer optimal am Walkman oder iPod klingen sollen, lesen Sie in unserem Artikel zum Thema “Impedanz“. [...]
Januar 20th, 2010 um 14:17
[...] mit satten Bässen. Bei eingeschalteter Geräuschunterdrückung (ANC) erhöht sich die Impedanz zwar von 16 Ohm auf 33 Ohm, liegt aber dennoch weiterhin im Rahmen für mobile Abspielgeräte. Bis [...]
Februar 5th, 2010 um 09:01
[...] gering. Im unterstützten Frequenzbereich zwischen 20 und 20.000 Hz hat der Pure eine Minimal-Impedanz von 17,1 Ohm. Somit eignet sich das Modell optimal für den Einsatz an mobilen Endgeräten wie etwa [...]