Richtig was auf die Ohren: Kauf- und Technik-Ratgeber für Kopfhörer

Player.de: Ratgeber für Kopfhörer
Player.de: Ratgeber für Kopfhörer

Man sieht sie heute in der S-Bahn, auf der Straße, im Supermarkt und überall, wo sonst noch viele Menschen zu finden sind. In manchen Fällen hört man sie sogar: Kopfhörer! Das Angebot reicht dabei von- fast unsichtbar bis zu Riesen-Hörmuscheln oder- vom Fünf-Euro-Schnäppchen bis zum Luxus für 1.000 Euro.- Der Kopfhörer-Markt ist heute ganz schön- bunt und verwirrend. Player.de hilft Ihnen, das Wichtige zu sehen – damit Sie besser hören. Welches Modell eignet sich für welchen Einsatzzweck? Diese Frage beantworten wir in unserem Ratgeber.

Ohrkanalhörer

Ohrkanalhörer (Im Bild: Beyerdynamic DTX 100)
Ohrkanalhörer (Im Bild: Beyerdynamic DTX 100)

Die kompaktesten Kopfhörer sind Ohrkanalhörer. Sie sitzen im Gehörgang und sind optisch meist unauffällig. Zu den Hörstöpseln werden- – meist mehrere, unterschiedlich große- – Gummipfropfen mitgeliefert, um sie an individuelle Gehörgangsgrößen anzupassen. Etwas teurere Modelle können zwar sehr- passabel klingen,- an ausgewachsene Kopfhörer kommt ihr Klang aber nicht heran. Manche Nutzer stören sich außerdem an den festsitzenden Pfropfen. Ob Sie dazu gehören, lässt sich leider nur durch Probieren zuverlässig herausfinden. Die Stöpsel dämpfen- dabei störende Umgebungsgeräusche, was meist als angenehm empfunden wird. Ebenso können Sie beim Laufen aber auch den Trittschall-  unangenehm verstärken. Ein kleiner Trick hilft: Einfach die Kabel um die Ohrmuschel legen, damit sich der Zug am Kabel nicht direkt in den Gehörgang übertragen kann! Manche Hersteller liefern die- passenden Ohrclips sogar- gleich mit. Die Ohrkanalhörer sind gutmütig, was ihren Sitz angeht: Stecken sie falsch im Ohr, hört man kaum etwas – bemerkt- es also sofort. Sitzen sie hingegen- richtig, gibt’s ohne Fummelei den bestmöglichen Klang. Ohrkanalhörer- werden alternativ auch- in Varianten mit Bügeln oder Ohrclips angeboten, damit sie fester sitzen. Insbesondere beim- Joggen sind solche Modelle von Vorteil.

  • Geeignet für:
    Handys (mit Musikfunktion), mobile Multimedia-Player, MP3-Player, Camcorder, Notebooks, Netbooks und- mobile DVD-Player/Videospieler

  • Ungeeignet für:
    Vielbefahrene Straßen. Die starke Dämpfung der Umgebungsgeräusche kann schnell zum Sicherheitsrisiko werden. Der Nutzer kriegt sehr wenig von der Außenwelt mit.

  • Mobilitätsfaktor:
    Optimal! Wenn sie korrekt sitzen, fallen sie auch beim Joggen nicht heraus.

In-Ear-Hörer

In-Ear-Hörer (Im Bild: AKG K 316)
In-Ear-Hörer (Im Bild: AKG K 316)

Sie sind die Standardzugabe vieler aktueller mobiler Musikspieler – die In-Ear-Hörer. Diese Variante ist etwas größer als das Ohrkanalmodell, dringt also nicht in den Gehörgang ein. Stattdessen findet sie- – mehr oder weniger- – guten Halt in der inneren Ohrmuschel. Da In-Ear-Hörer nicht im Gehörgang sitzen, können sie dort auch- nicht unangenehm drücken. Wie gut sie klingen, hängt- allerdings deutlich mehr als bei ihren Ohrkanal-Verwandten davon ab, ob sie optimal im Ohr platziert sind:- Sind sie es nämlich nicht, fehlen die Bässe. In-Ear-Hörer sitzen insgesamt etwas wackeliger im Ohr und fallen daher auch leichter heraus. Zudem bekommt die Umwelt mehr Lärm ab — wovon man sich in vielen Bahnen und Bussen bedauerlicherweise selbst überzeugen kann. Auch In-Ear-Hörer gibt es als Jogging-Variante mit Nackenbügeln oder Ohrclips.

  • Geeignet für:
    Handys (mit Musikfunktion), mobile Multimedia-Player, MP3-Player, Camcorder, Notebooks, Netbooks und- mobile DVD-Player/Videospieler

  • Ungeeignet für:
    Jogger. Dafür sitzen In-Ear-Hörer (ohne Ohrbügel) viel zu locker und fallen bei stärkeren Vibrationen sehr leicht heraus. Wer sich an den Bügeln um die Ohren stört, wird mit dieser Variante ebenfalls nicht glücklich.

  • Mobilitätsfaktor:
    Für einen gemütlichen Spaziergang oder zum Schlendern durch die Fußgängerzone reichen In-Ear-Hörer völlig aus.

Ohraufliegende Mini-Kopfhörer

Ohraufliegender Kopfhörer (Im Bild: Beyerdynamic DTX 35)
Ohraufliegender Mini-Kopfhörer (Im Bild: Beyerdynamic DTX 35)

Mit Sonys Walkman wurde dieser Hörertyp richtig- populär. Dank Kopf- oder Nackenbügel- sitzt das Modell beim Laufen fest genug.- Aufgrund- ihrer leichten Bauweise werden sie auch bei ausdauerndem Hören nicht lästig. Braucht man sie nicht, passen sie problemlos in die meisten Jacken- oder Rucksacktaschen. Die Muscheln sind groß genug für leistungs- und klangstarke Treiber; also die für den Sound verantwortliche Antriebseinheit. Wer Ohrkanal- oder In-Ear-Hörer nicht mag- bzw. nicht verträgt, findet in den kompakten Bügelhörern die ideale und meist erschwingliche Alternative. Die Modelle sind zierlich genug, um in der Öffentlichkeit nicht allzu sehr aufzufallen und klingen wegen größerer Lautsprechermembranen meist auch noch besser als viele ihrer Stöpsel-Verwandten.

  • Geeignet für:
    Handys (mit Musikfunktion), mobile Multimedia-Player, MP3-Player, Camcorder, Notebooks, Netbooks und- mobile DVD-Player/Videospieler

  • Ungeeignet für:
    Sensible- Ohren. Da die Hörer durch die Bügel zusammengedrückt werden, kann längeres Tragen zu- schmerzenden Ohrmuscheln führen.

  • Mobilitätsfaktor:
    Optimal! Wenn der Bügel nicht zu lose justiert ist, halten die Mini-Kopfhörer auch beim Joggen.

Ohrbedeckende Kopfhörer

Ohrbedeckender Kopfhörer (Im Bild: Bose QC3)
Ohrbedeckender Kopfhörer (Im Bild: Bose QC3)

Wir nähern uns den größeren Modellen: Die Ohrmuscheln-bedeckende Kopfhörer sind in etwa so groß wie- ein durchschnittliches Ohr. Logische Konsequenz: Dieser Kopfhörertyp ist etwas wuchtiger als die typischen Walkman-Bügelkopfhörer. Dennoch taugen die meisten Modelle sowohl von Größe als auch Gewicht noch für den mobilen Einsatz- – so wie ihre kompakteren Verwandten. Da sie das Ohr bedecken, sind sie gleichermaßen für Discjockeys interessant. Ebenso nutzen- Videofilmer, die während des Drehs in lauter Umgebung den Ton kontrollieren wollen, oft ohrbedeckende Kopfhörer. Dieser Modelltyp schirmt den Nutzer allein schon durch seine Bauart passabel gegen Außengeräusche ab und sind schnell abnehmbar. Viele Hersteller offerieren zusätzlich Varianten mit aktiver Geräuschausblendung (Noise Canceling). Lesen Sie dazu bitte auch unseren Artikel zum Thema Noise Canceling/Geräuschunterdrückung. Je größer die Hörmuschel, desto mehr Platz steht für die Treiber bereit — ergo klingen ohrbedeckende Kopfhörer meist besser als Minihörer oder Ohrstöpsel.

  • Geeignet für:
    Discjockeys (DJs), Handys (mit Musikfunktion), mobile Multimedia-Player, MP3-Player, Camcorder, Notebooks, Netbooks, mobile DVD-Player, zu Hause, Bahn-/Flugreisende

  • Ungeeignet für:
    Vielbefahrene Straßen. Die starke Dämpfung der Umgebungsgeräusche (besonders mit Noise Cancelling) kann schnell zum Sicherheitsrisiko werden.

  • Mobilitätsfaktor:
    Eingeschränkt. Die meisten Modelle sind zum Joggen schon zu groß und schwer. Zudem passen sie kaum in eine Jackentasche.

Ohrumschließende Kopfhörer

Ohrumschließender Kopfhörer (Im Bild: Philips SHN 9500)
Ohrumschließender Kopfhörer (Im Bild: Philips SHN 9500)

Sie sind die klassischen „Musterkopfhörer“.- Ihre Muscheln sind größer als das menschliche Ohr,- bieten also einen perfekten Sitz.- Entsprechend wuchtig fallen auch die Vertreter dieser Bauart aus.- Zu Hause, im Tonstudio oder am DJ-Pult sind die großen Modelle jedoch perfekt:- Sie versprechen optimalen Sitz und eindrucksvollen Klang. Ganz klare Sache: Steht die Soundqualität im Vordergrund, muss es ein ohrumschließendes Modell sein. Die meisten Kopfhörer dieser Art eignen sich sowohl- aus optischen als auch aus- technischen Gründen nicht für Mobilgeräte: Ihre Impedanz ist zu hoch, ihre Maximallautstärke gering. Worauf Sie achten sollten, wenn Hörer optimal am Walkman oder iPod klingen sollen, lesen Sie in unserem Artikel zum Thema „Impedanz„.

  • Geeignet für:
    Discjockeys (DJs), Musik-/TV-Hören zu Hause, Tonstudios, Tonbearbeitung

  • Ungeeignet für:
    Mobile Abspielgeräte. Die Impedanz der Kopfhörer ist für leistungsschwache Player viel zu hoch. Ebenso sind die Modelle an sich zu groß.

  • Mobilitätsfaktor:
    Sehr gering. Durch ihr hohes Gewicht verrutschen die Hörer beim Laufen. Das wuchtige Äußere macht den Träger zum Blickfang, was nicht jedem gefällt.

player.de meint:
Kopfhörer sind nicht gleich Kopfhörer! Vielmehr sollte man beim Kauf auf den Einsatzzweck sowie die Hörgewohnheiten achten. Für gelegentliche Jogger beispielsweise sollte- schon ein Ohrkanalhörer ausreichen, gemütliche Spaziergänge sind mit den In-Ear-Modellen möglich. Ohraufliegende Mini-Kopfhörer hingegen richten sich beispielsweise an richtig sportliche Musikfans. Nutzer, die sowohl unterwegs als auch zu Hause großen Wert auf Tonqualität legen, finden im ohrbedeckenden Kopfhörer einen idealen Begleiter. Wer die Musik zum Beruf gemacht hat oder zu Hause stundenlang- in Ruhe seine Lieblingslieder hören will, dem empfehlen wir die ohrumschließende Variante.- Für wirklich jeden ist etwas dabei. Das beherzigen dieses Ratgebers kann zudem vielleicht so manchen Umtausch-Stress nach dem Kauf vermeiden. ;-)