Handy-Empfang unter der Erde: Vodafone erweitert Netz für U-Bahn

Vodafone hat Kernnetz der Münchener U-Bahn ausgebaut
Vodafone hat Kernnetz der Münchener U-Bahn ausgebaut

Mittlerweile sind- die unterirdischen Bahnstrecken in deutschen Großstädten weitgehend mit Mobilfunk versorgt. Fahrgäste in S- und U-Bahnen können- auf diese Weise- mobil telefonieren oder Daten übertragen; sogar während sich der Zug in einem Tunnel befindet. Das behauptet zumindest der Mobilfunkbetreiber Vodafone. Um eine unterbrechungsfreie Versorgung sicherzustellen, soll allerdings- eine große Zahl- an Verstärkern in den Tunnelröhren und den U-Bahnhöfen benötigt werden. Diverse Netzbetreiber sollen deshalb- in den letzten Jahren hohe Investitionen getätigt haben, um unter- und oberirdisch eine gleichermaßen gute Netzqualität zu gewähren.

Singale werden von der Zentralstation in der U-Bahn an die Vermittlungsstelle weitergeleitet
Singale werden von der Zentralstation in der U-Bahn an die Vermittlungsstelle weitergeleitet

Das Kernnetz der Münchener U-Bahn beispielsweise ist laut Vodafone unter eigener- Federführung ausgebaut worden. So wurden allein in der bayerischen Landeshauptstadt mehr als 400 Antennen und rund 100 Verstärker auf der- etwa 75 Kilometer langen Tunnelstrecke- sowie in den 89 Bahnhöfen montiert. Vor der Montage sollen Vodafone-Techniker die Signalausbreitung auf allen Strecken getestet und die Netzplaner die Platzierung der Antennen in den (zwischen 300 Meter und drei Kilometer langen) Tunnels bestimmt haben. Die optimale Platzierung der technischen Anlagen innerhalb des unterirdischen Röhrennetzes ist laut Anbieter die Basis für eine hohe Netzqualität.

Vodafone spricht beim unterirdischen Ausbau von einer Herausforderung: Was sich über der Erde mithilfe von Simulationsprogrammen errechnen lässt, soll unter der Erde schwerer kalkulierbar sein, da jede Tunnelröhre eine eigene Beschaffenheit und Form hat. Aufgrund der beschränkten Ausbreitung von elektromagnetischen Feldern in engen Röhren wird an jedem Tunnelende eine Antenne platziert. Um Funklöcher zu vermeiden, überlappen sich ihre Funkwellen in der Mitte. In längeren Tunnels soll eine Antenne mit Verstärker in der Mitte hinzukommen.

Die Antennen und die Verstärkereinheit sind mit Glasfasern an die Zentralstation gebunden. Von dieser Schaltstelle aus werden Gespräche und Daten an die Vermittlungsstelle des jeweiligen Netzbetreibers weitergeleitet. Je nach angewähltem Teilnehmer soll dann eine Verbindung ins Festnetz oder in die jeweilige Funkzelle ausgebaut werden, in der sich der angerufene Gesprächspartner befindet.

player.de meint:
Insbesondere in nächtlichen Notfällen ist es wichtig, auch in U-Bahnhöfen Handy-Empfang zu haben. Aus diesem Grund hat Vodafone nach eigener Aussage hohe Investitionen getätigt, um Mobilfunknutzern unterirdisch eine gleichermaßen- hohe Netzqualität zu gewährleisten wie über der Erde. Das Vodafone-Netz soll in diesem Fall auch von T-Mobile, E-Plus und O2 genutzt werden. So sollen auch deren Kunden beispielsweise in U-Bahnen telefonieren können. Wann der Ausbau des unterirdischen Mobilfunknetzes fortgesetzt- wird, ist noch nicht bekannt.