Windows 1.0 bis Windows 7: Der Erfolg des Microsoft-Betriebssystems

Windows Zeitleiste
Windows Zeitleiste: Von Windows 1.0 (11/1985) bis Windows 7 (10/2009)

Microsoft nimmt heute eine besondere Stellung auf dem- globalen Software-Markt ein. Insbesondere- das Betriebssystem Windows verhalf dem Unternehmen zu einem kometenhaften Aufstieg und- erleichterte die Steuerung des PCs um ein Vielfaches. Mittlerweile wird im weltweiten- Handel kaum noch- ein Rechner ohne das Betriebssystem des Software-Riesen angeboten. Passend zum Marktstart von Windows 7-  (player.de berichtete) zeigen wir Ihnen in diesem Artikel die Meilensteine des Betriebssystems und geben eine kurze Erklärung zu jeder Station.

Der eigentliche Siegeszug von Microsoft begann schon im Jahr 1980, als das Unternehmen mit QDOS (Quick and Dirty Operating System) sein erstes Betriebssystem vorstellte. 1981 folgte das von IBM in Auftrag gegebene MS-DOS (Microsoft Disk Operating System). Bis dahin war die Plattform allerdings nur sehr umständlich zu bedienen. Die grafische Oberfläche folgte erst vier Jahre später (1985) unter dem Namen Windows und war ursprünglich nur eine Erweiterung des Betriebssystems MS-DOS. Wir haben die Eigenschaften der- bedeutendsten- Windows-Versionen übersichtlich- zusammengefasst und zeigen Ihnen nachfolgend die Highlights des Betriebssystems:

Windows 1.0

Computer wurden fast ausschließlich mit Kommandobefehlen bedient, die eine intensive- Einarbeitung erforderten. Da intuitives Arbeiten auf diese Weise nicht möglich war, entwickelte Microsoft unter dem Codenamen „Interface Manager“ die erste Windows-Version. Ursprünglich stellte Windows 1.0 nur die erste grafische Benutzeroberfläche von DOS dar. Im Rahmen der Programmierung sprachen die Entwickler immer von „Fenstern“, weshalb- sich die Marketing-Abteilung für den Namen „Windows“ entschied. Die Software wurde am 21. November 1985 offiziell- auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Der- sinnvolle Einsatz des Systems setzte jedoch Maus, Festplatte, Erweiterungsspeicher und Farbgrafikkarte voraus.- Aufgrund der damals noch sehr hohen Anschaffungspreise für die Hardwarekomponenten fand- Windows 1.0 also kaum Anklang in der Bevölkerung.
Das neue Betriebssystem erlaubte es dem Nutzer ohne Kenntnis des MS-DOS-Befehls Dateien zu kopieren, Verzeichnisse anzulegen oder DOS- und Windows-Programme zu starten. Erstmals war es auch möglich, bestimmte Eigenschaften von Windows an die eigenen Vorlieben anzupassen. So konnte man mit Hilfe der Systemsteuerung immerhin die verwendeten Farben oder die Blinkgeschwindigkeit des Cursors einstellen. Neben MS-Write (Textverarbeitung) und MS-Paint (Zeichnungen in Schwarzweiß) enthielt Windows 1.0 das Computerspiel „Reversi“ sowie verschiedene Hilfsprogramme (z.B. Taschenrechner, Terminkalender, Uhr). Darüber hinaus befanden sich im Lieferumfang Gerätetreiber für insgesamt 19 Druckermodelle.

Windows 3.0

Im Vergleich zu den Vorversionen unterscheidet sich Windos 3.0 hauptsächlich in der Grafik: So- wurde die neue Benutzeroberfläche nach dem Vorbild des Apple Macintosh entwickelt und verfügt über zahlreiche „3D“-Schaltflächen.- Darüber hinaus wurden Programm- und Dateimanager eingeführt, die die bisher als Dateiverwaltung eingesetzte „MS-DOS Executive“ ersetzen. Erstmals konnte das Betriebssystem auch auf einer Vielzahl- von Rechnern eingesetzt werden, da die Version mit unterschiedlichen Startmodi für alle unterstützten Prozessoren angepasst wurde. Ein weiteres Highlight- war die Windows Registrierungsdatenbank (Registry), deren Verwendung sich aber nur auf Dateinamenserweiterung und einige Windows-Einstellungen beschränkte. Programmeinstellungen und umfassende Konfigurationen- waren nur über Initialisierungs-Dateien (ini-Files) möglich. Die Dateien- ließen sich mit einem Texteditor öffnen und verändern. Zudem konnte- die Programmkonfiguration- unter Windows 3.0 erstmals z.B. mit einer Diskette- auf andere Rechner übertragen werden.- Das Betriebssystem- war zum- ersten Mal- in der Lage, Soundkarten anzusprechen. So ist beispielsweise die Medienwiedergabe (Abspielen von Wave- und MIDI-Dateien), ein Sound Recorder, ein CD-Player und eine erweiterte Uhr, die zu programmierten Zeitpunkten Signale abspielen kann,- hinzugekommen. Windwos 3.0 wurde am 22. Mai 1990 veröffentlicht.

Windows for Workgroups 3.1 & 3.11

Windows for Workgroups 3.1 bot als erstes Microsoft-Betriebssystem die Möglichkeit, standardmäßig zwischen Windows-Computern- in einem Peer-to-Peer-Netzwerk (P2P) zu arbeiten. Hierfür kamen das netzwerkbasierte Mailprogramm Microsoft Mail sowie das- durch mehrere Anwender- nutzbare Kalenderprogramm Schedule+ zum Einsatz. Windows for Workgroups 3.1 kam im Oktober 1992 auf den Markt und unterstützte als letzte Plattform noch den Prozessor- Intel 80286 (286er).
Im November 1993 folgte mit Windows for Workgroups 3.11 die erweiterte Fassung des Betriebssystems. Es enthielt eine verbesserte 32-Bit-Netzwerksoftware. Mit einem- Update konnte das TCP/IP-Protokoll installiert werden, das erstmals die Kommunikation mehrerer PCs in einem lokalen Netzwerk erlaubte. Durch die so genannten Winsocks (eine Funktionssammlung) konnte der Nutzer über ein Standardmodem mit Bitrates zwischen 4,8 und 19,2 kBit/s nun auch auf das Intenret zugreifen. Zu den letzten Browsern für Windows for Workgroups 3.11 gehörten Internet Explorer 5.0 (Deutsch),- Internet Explorer 5.01 (Englisch), Opera 3.62 (Englisch) sowie Netscape Navigator 4.08. Voraussetzung für die Installation des Betriebssystems war nun ein 386SX/DX-Prozessor.

Windows 95

Windows 95 ist am 15. August 1995 unter dem Codenamen „Chicago“ erschienen. Die Software beruhte weiterhin auf MS-DOS, wies aber eine verbesserte Benutzeroberfläche auf. Knapp ein halbes Jahr vor dem Marktstart wurde an ausgesuchte Personen eine Testversion verteilt. Beim Betriebssystem feierte- die eigens von Brian Eno- komponierte Startmelodie Premiere. Insbesondere das Windows-Startmenü und die Taskleiste am unteren Rand des Bildschirms gehörten zu den wichtigsten grafischen Neuerungen. Über den „Start“-Knopf ließen sich z.B. zuletzt benutze Dokumente aufrufen, Einstellungen ändern, Hilfe aufrufen und der Computer ausschalten. Der alte Programm-Manager aus Windows 3.0 wurde ersetzt durch den so genannten Desktop. Ebenso löste der neue Explorer den damals- bekannten Datei-Manager. So war nun eine- wesentlich einfachere Verwaltung der Dateien möglich. Neu für Windows waren auch die Kontextmenüs: Der Nutzer konnte so praktisch alles mit der rechten Maustaste anklicken, um zu sehen, welche Aktionen man auf dem jeweiligen Objekt durchführen kann. Das erweiterte Multitasking erlaubte es zudem erstmals,- mehrere Programme parallel laufen zu lassen. Durch die Dateisystem-Erweiterung VFAT durften die Dateinamen nun auch mehr als acht Zeichen besitzen:- Inkusive Pfadname sind unter Windows 95 255 Zeichen erlaubt. Mit dem virtuellen Gerätetreiber „cdfs.vxd“ können unter dem Betriebssystem außerdem Musik-CDs wie ein gewöhnlicher Windows-Ordner geöffnet werden. Im Vergleich zu den Vorversionen war Windows 95 jedoch- relativ instabil.

Windows NT 4.0

Mit dem- im Juli- 1996 verföffentlichten Betriebssystem Windows NT 4.0 wurde in erster Linie die Stabilität erhöht. So sollte sich zum Beispiel eine abstürzende Anwendung nicht mehr das gesamte System auswirken können.- Durch die zweite Version des NTFS-Dateisystems unterstützte die neue Software nun auch- Kompression und Zugriffsberechtigungen von Daten. Hinzu kamen außerdem die Multimedia-Schnittstelle DirectX sowie der Internet Explorer bis Version 6 (Service Pack 1).

Windows 98

Windows 98 (Codename Memphis) ist am 25. Juni 1998 als zusätzliche- Weiterentwicklung von Windows 95 erschienen. Zu den wichtigsten Neuerungen gehörte der durchgängige 32-Bit-Betrieb sowie eine verbesserte USB-Unterstützung, weshalb sich die meisten Hardwaretreiber erst ab Windows 98 installieren ließen.- Außerdem kam der optimierte- Windows Explorer hinzu, über den eine bessere Bedienung möglich war und UNC-Pfade sowie Netzwerkrechner über die Adresszeile angesteuert werden konnten. Mit Hilfe externer Taskmanager konnte der Nutzer unter Windows 98 darüber hinaus- bestimmten Prozessen Prioritäten zuweisen, wodurch sich die Systemstabilität erhöhen ließ. Bis zum Erscheinen der SE-Ausgabe (Second Edition)- ist vielfach- kritisiert worden, dass Windows zu wenig weiterentwickelt wurde und hauptsächlich aus Marketinggründen auf den Markt kam. Windows 98 SE- kam am 7. April 1999 (deutsche Version am 10. Juni 1999) auf den Markt.- Die aktualisierte Version enthielt neben einer weiter verbesserten USB-Unterstützung wesentliche Erweiterungen in der Netzwerkunterstützung: So ermöglichte zum Beispiel die Internetverbindungsfreigabe (ICS) die gemeinsame Nutzung einer einzigen- Leitung durch mehrere Rechner. Zusätzliche Funktionen der Second Edition- waren- unter anderem Dirext X 6.1, Internet Explorer 5.0 sowie- Windows Media Player 6.1. Diese entscheidenden Verbesserungen machten die SE-Ausgabe zu einem Verkaufsschlager.

Windows 2000

Windows 2000 wurde auf Basis von Windows NT 4.0 weiterentwickelt und kam nach einigen Beta-Versionen am 17. Februar 2000 auf den Markt. Das Betriebssystem vereinte die Vorzüge seiner beiden vorangegangenen Versionen (98SE & NT)- und wurde wegen des hohen Einführungspreises von rund 800 DM zunächst überwiegend in Unternehmen eingesetzt. Nach einer Preissenkung fand die Software schließlich auch im Privatbereich zunehmend Beachtung.- Die- Plattform zeichnete sich insbesondere durch ihre hohe Stabilität aus.- Zudem sorgten beispielsweise- die mehrmals optimierte USB-Unterstützung, Direct X sowie diverse Multimediatreiber für eine hohe Kompatibilität mit Geräten und Anwendungen. Windows 2000 unterstützte außerdem Programme, die für ältere Windows-Versionen programmiert wurden. Weitere Neuheiten waren die Gruppenrichtlinien zur einfacheren Verwaltung von Computern im Netzwerk sowie die Defragmentierung von Datenträgern. Durch die Active Directory wurde darüber hinaus die zentrale Ressourcen-, Benutzer- und Gruppenverwaltung im Netzwerk verbessert.

Windows Me

Die Millennium Edition kam- im September 2000 als Nachfolger von Windows 98 SE auf den Markt. Windows Me übernahm hauptsächlich stabilere Treiber für die Hardwaredatenbank zur Unterstützung neuer Gerätekomponenten. Darüber hinaus wurden die Bedienung optimiert und Multimedia-Erweiterungen vorgenommen. So verfügte das Betriebssystem beispielsweise über eine verbesserte Version des Windows Media Players (7.0). Zudem ermöglichte ein Hilfsprogramm die Systemwiederherstellung an einem automatischen oder vom Benutzer gesetzten Punkt. Die- „System File Protection“ (SFP) verhinderte unter Windows Me das Löschen wichtiger- Systemdateien, wodurch die Sicherheit der Plattform erhöht wurde.- Ein großer Nachteil daran war, dass- auf diese Weise auch- virusinfizierte Systemdateien nur schwer gelöscht werden konnten. Erstmals haben die Entwickler das Programm „Komprimierte Ordner“ hinzugefügt, um ZIP-Archive ohne zusätzliche Programme zu unterstützen.- In der ursprünglichen Version galt Windows Me allerdings noch als störanfällig und absturzgefährdet. Diese Probleme sind erst mit entsprechenden Updates behoben worden. Optisch wurde das Betriebssystem an Windows 2000 angepasst, basierte allerdings weiter auf MS-DOS in der achten Version.

Windows XP

Das bislang am besten verkaufte Betriebssystem Windows XP (Codename Whistler) erschien am 25. Oktober 2001 und vereinte erstmals die großen Produktschienen „Privat“ und „Unternehmen“. Insbesondere die erneuerte Benutzerführung mit der „Luna“-Oberfläche- sowie die Integration von Multimedia und Internet gehörten zu den größten Veränderungen an der Plattform. Neu war außerdem die Produktaktivierung, die die Verwendung von Raubkopien verhindern sollte. Viele Nutzer und Medien warfen Microsoft daraufhin Datenmissbrauch vor. Im Vergleich zu Windows 2000 verfügte Windows XP nun auch über die Windows Firewall zum Schutz gegen Hacker-Angriffe. Darüber hinaus kamen die Fernwartung über Terminal Services (Remote Desktop Control) sowie- die Brennfunktion des Windows Explorers- hinzu.- Erstmals konnten sich nun auch mehrere Nutzer gleichzeitig auf dem Rechner anmelden, ohne sich voerher abmelden zu müssen. Darüber hinaus- wurden Musikdateien unter der XP-Plattform besser unterstützt. Auf diese Weise konnten ID3-Tags vom MP3-Dateien im Explorer angezeigt und über das Eigenschaften-Menü direkt bearbeitet werden. Windows XP gab es in- den Varianten Home Edition, Professional Edition und Media Center Edition, um- verschiedenen Nutzungsbereiche abzudecken.

Windows Vista

Als Nachfolger von Windows XP kam am 30. Januar Windows Vista auf den Markt. Das Betriebssystem wurde in den Varianten Starter, Home Basic, Home Premium, Business, Enterprise und Ultimate angeboten.- Zu den optischen Veränderungen gehörte die grafische Benutzerschnittstelle mit den Modi Aero Basic und Aero Glass. So gehören im zweiten Modus beispielsweise der Schattenwurf von Anwendungsfenstern oder halbtransparente Rahmen zur Oberfläche (ausgenommen Starter & Home Basic). Erneuert wurde zudem- die Suchfunktion, bei der Ergebnisse nun sofort angezeigt und gefiltert werden können. Eine verbesserte- Benutzerkontensteuerung sollte- das Arbeiten ohne Administrator-Rechte erleichtern und für eine höhere Sicherheit sorgen. Auf dem Desktop können unter Vista in einer Sidebar Minianwendungen eingebunden werden, die beispielsweise Informationen über Nachrichten, das Wetter oder die Systemauslastung anzeigen. Das Betriebssystem wurde in einer 32-Bit- und einer 64-Bit-Version angeboten. Allerdings konnte Windows- Vista erst mit 64-Bit- mehr als 4 GByte Arbeitsspeicher nutzen. Die Systemanforderungen waren sehr hoch. Dies kritisierte insbesondere Greenpeace, da viele Nutzer aktuellere Hardware kaufen mussten und es so zu einem Anstieg des Elektroschrotts kam.

Windows 7

Ursprünglich wurde Windows 7 (Codename Blackcomb) bereits im Jahr 2000 angekündigt und sollte Windows XP ablösen. Knapp ein Jahr später entschied sich Microsoft jedoch, zwischen den beiden Systemen eine weitere Version von Windows zu veröffentlichen, die später unter dem Namen Vista angeboten wurde. Windows 7 wird seit dem 22. Oktober 2009 verkauft (player.de berichtete). Die aktuelle Plattform benötigt weniger Systemleistung und soll stabiler als der Vorgänger laufen. Hinzu kam beispielsweise ein Fehleraufzeichnungsprogramm (psr.exe), das nach dem Starten laut Microsoft alle Mausklicks- sowie für Supporter relevante Informationen protokolliert. Das Bedienkonzept wurde ebenfalls komplett überarbeitet. So kann der Nutzer- das Betriebssystem mit der Multitouch-Technologie sowie einem Touchscreen durch einfache Berührungen steuern. Maus und Tastatur sind hierfür nicht mehr notwendig. Vor der Veröffentlichung hat ein weltweiter Betatest mit rund acht Millionen Nutzern stattgefunden. Microsoft verspricht aus diesem Grund ein ausgereiftes System mit wenigen Fehlern. Weitere Informationen zu Windows 7 finden Sie in unserer Newsmeldung zum Marktstart.

player.de meint:
Es ist schon beeindruckend, wie rasant sich der Computer-Markt in den letzten Jahren entwickelt hat. Von der umständlichen Bedienung per Eingabebefehl in MS-DOS über die erste grafische Benutzeroberfläche in Windows 1.0 bis hin zur intuitiven Bedienung per Touchscreen in Windows 7. Microsoft hat in- knapp 30 Jahren- volle Arbeit geleistet. Technisches Know-how ist für die Bedienung eines PCs längst nicht mehr notwendig.
Doch sollte sich der Software-Riese nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen: MacOS X oder Linux beispielsweise sind heute sehr gute Alternativen zu Windows. Bedienerfreundlich, modern und optisch ansprechend. Das hat auch die Konkurrenz begriffen.