Test: Blu-ray Player
Pioneer BDP-LX52
Kategorie(n) Blu-ray, Blu-ray Player, Blu-ray-Player-Tests, Hardware-Player, News vom 22.Nov.2009
Im Juli musste sich mit dem BDP-320 zuletzt ein Blu-ray Player von Pioneer in unserem kritischen Test beweisen. Nun hat im Testlabor auch sein nur minimal größerer - aber knapp 200 Euro teurerer – Bruder BDP-LX52 einen Platz gefunden. Auf den ersten Blick sehen sich beide Geräte zum Verwechseln ähnlich. Im Detail gibt es aber Unterschiede: Der BDP-LX52 gefällt vor allem durch seine massive Aluminium-Front, die den Blu-ray Player hochwertiger wirken lässt. Technisch interessant hingegen ist Pioneers erweiterte PQLS-Funktion, die zusammen mit aktuellen HDMI-Receivern des Herstellers für Jitterreduktion und somit besseren Klang von PCM-Mehrkanalton sorgt. Was der Nutzer für den Preis von rund 600 Euro sonst noch erwarten darf, lesen Sie in unserem nachfolgenden Testbericht.
Vorteile im Überblick:
+ sehr gutes HDTV-Kinobild
+ hervorragende DVD-Wiedergabe, viele Bildregler
+ Bitstream- und PCM-Ausgabe von HD-Ton
+ effektive Jitter-Reduzierung mit Pioneer-Receivern
Nachteile im Überblick:
- gähnend lange Einlesezeiten
- leicht rauschender Lüfter
Pioneer BDP-LX52 | Bildqualität bei Blu-ray-Wiedergabe
Bereits der BDP-320 überzeugte bei der Wiedergabe von Filmen auf Blu-ray mit perfekten Ergebnissen. Umso verwunderlicher wäre es gewesen, wenn sich der BDP-LX52 Fehler erlaubt hätte. Das Gerät bietet wie erwartet eine makellose Bildqualität über HDMI. Digitale Pegel in der Grautreppe oder bei der Farbdecodierung werden exakt getroffen und auch in allen drei einstellbaren Farbräumen zeigt der Player ultraweisse sowie ultraschwarze Pegel an. Kurzum: Die digitalen Helligkeits- und Farbwerte auf Blu-ray werden genau so ausgegeben, wie sie auch abgespeichert werden. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht für jeden Player.
Zudem sorgen feinen Bildregler sorgen in der Praxis für zusätzliche Möglichkeiten zum Bildtuning, etwa um Schwächen des Projektors zu verdecken oder gar auszugleichen. Besonders praktisch ist die feinstufig heller oder dunkler einstellbare Gamma-Charakteristik, über die nicht einmal jedes Display oder ältere Heimkinoprojektoren verfügen. Eine mit 30 Bildern pro Sekunde aufgenommene kritische Testszene meistert der BDP-LX52 ebenfalls fehlerlos: Die Wimpern des Mädchens in der Portrait-Aufnahme erscheinen im aktivierten ”Pure Cinema”-Modus beeindruckend scharf und flimmerfrei. Lediglich bei HDTV-Material mit 50 oder 60 Bildern die Sekunde sind bei seitlicher Bewegung Kämme zu sehen. Diese verschwinden aber sofort beim Wechsel zurück auf den Modus “Auto 1″ oder “Auto 2″.
Pioneer BDP-LX52 | Bildqualität DVD
Sofern Kinofilme auf DVD über einen Vollbildmarker verfügen (das ist bei den meisten Discs der Fall), überzeugt der BDP-LX52 bereits ab Werk (im Pure Cinema Modus Auto 1) mit einem flimmerfreiem scharfen Bild in ausgezeichneter Qualität. Selbst TV-Mitschnitte werden dabei mit sauber geglätteten Kanten ins 1080p-Format konvertiert. Bei fehlendem DVD-Vollbildmarker muss der Nutzer auf den Modus “Pure Cinema Ein” umschalten. Nur so lief der Film “Sechs Tage, sieben Nächte” in unserem Test von der ersten bis zur letzten Sekunde völlig flimmerfrei durch. Einzig die Szene, in der Pilot Quinn vor dem nach unten gerichteten Propellerblatt des Flugzeugs steht, hat beispielsweise der High-End Blu-ray Player Pioneer BDP-LX91 (zum Test) besser skaliert. Außerdem fehlt in der Auflösungsliste des BDP-LX52 die Ausgabe im “kleinen” HDTV-Format 720p, wie sie beispielweise von älteren Projektoren erwartet wird. Je nach Qualität des DVD-Ausgangsmaterials erlauben dafür aber auch bei DVD-Wiedergabe zahlreiche fein anpassbare Bildregler effektives Bildtuning.
Pioneer BDP-LX52 | Tonqualität
Um die PCM-Mehrkanalausgabe sowie die PQLS-Funktion (Precision Quartz Clock System) einzuschalten, muss der Nutzer die Einstellung (Kuro Link) im Setup-Navigator aktivieren: PQLS 2ch Audio für CDs oder das neue PQLS Multi Surround bei allen Discs mit linearem PCM-Format. Wir testeten dieses neue “Jitterreduktions-Feature” mit dem Pioneer-Receiver SC-LX82, bei dem dann zur Kontrolle eine rote LED aufleuchtet. Der Effekt ist deutlich hörbar: Beim Dolby TrueHD-Titel “The Hand That Feeds” von den Nine Inch Nails klingt das Lied länger gehört weniger aggressiv sowie räumlich homogener und feingliedriger. Vergleicht man den BDP-LX52 in puncto Ton jedoch direkt mit einem anderen Blu-ray Player, der (ebenfalls) über HDMI-Bitstream verfügt, ist bei exakt ausgeglichener Lautstärke praktisch kein Unterschied mehr hörbar. Daran könnte sich speziell das Modell Loewe BluTech Vision (zum Testbericht) ein Beispiel nehmen: Vollständiges Decodieren von DTS-HD oder HD-Ton als Bitstream? Fehlanzeige! Pioneer hingegen hat auf analogen Mehrkanalton verzichtet.
Pioneer BDP-LX52 | Features und Bedienung
Der BDP-LX52 bietet zwölf Videoeinstellungen (inklusive Rauschfilter, Gammakorrektur, Farbton und Detailschärfe), die sich auf drei Speicherplätzen ablegen lassen. Dabei werden vor allem Videotüftler den umschaltbaren “Pure Cinema Modus” zur Bildverbesserung zu schätzen wissen: Richtig eingestellt erscheinen nahezu alle DVD- und BD-Medien sowie jedes exotische Videoformat in flimmerfreier Vollbildqualität auf dem Fernseher. Der Modus kann direkt über die Fernbedienung mit der Taste “Video Adjust” umgeschaltet werden. Am besten, der Nutzer legt also gleich alle drei Pure Cinema Modi nacheinander auf den Speicherplätzen ab. Ebenso lassen sich per “Tools”-Taste Audiospuren, Untertitel, A-B-Repeat und Zeitsuche steuern.
Leider sind die Ladezeiten, die bis zum Abspielen sämtlicher Discs vergehen, äußerst langsam. Insbesondere bei Blu-ray Discs sollte man jede Menge Geduld besitzen: Der Player lässt sich reichlich Zeit, um eine normale BD zu laden. Bei der BD-Java Disc “Men in Black” waren es immerhin zähe 43 Sekunden. Ein Problem, mit dem auch das 5.000 Euro teure High-End Modell DVD-A1 UD (zum Testbericht) des Konkurrenten Denon zu kämpfen hat. Dass es auch wesentlich schneller geht, zeigt der JVC XV-BP1. Dafür wirkt der Lademechanismus des Pioneer-Players hochwertig und das Laufwerk selbst arbeitet angenehm leise. Anders jedoch der Lüfter: Sensible Ohren werden das leise (aber vorhandene) Rauschen als störend empfinden.
Pioneer BDP-LX52 | Multimedia-Fähigkeiten

Die RS-232-Schnittstelle ermöglicht die Einbindung in universelle Heimkino-Steuersysteme (z.B. Crestron)
Pluspunkte hat sich der Blu-ray Player beim BD-Live-Download redlich verdient: Das Gerät ist dank seines integrierten 1 GByte-Speichers nicht auf den Anschluss eines externen USB-Sticks angewiesen. Auf DVD gebrannt unterstützt der BDP-LX52 JPEG-Fotos, MP3-Musik sowie AVCHD- und DivX-Videos. Hochaufgelöste Bilder erscheinen sehr sauber skaliert. Hintergrundmusik zur Diashow gibt es nicht. Leider sucht der Nutzer darüber hinaus auch die Abspielfunktion für YouTube-Videos oder die (PC-)Streaming-Option vergebens. Hier bietet der rund 250 Euro günstigere LG BD-390 mehr, schwächelt allerdings bei der DVD-Wiedergabe (zum Testbericht).
player.de meint:
Die Durchzeichnung bei den HD-Tonformaten und PCM-Ausgabe ist mit aktiviertem PQLS ein klein wenig besser – allerdings nur in Verbindung mit einem modernen Pioneer-Receiver. Alternativ unterstützt das Gerät auch alle HD-Tonformate von Dolby und DTS als HDMI-Bitstream. Lobenswert sind außerdem die Videoqualität sowie die Pure Cinema Modi, wodurch jeder Film auf Disc nahezu flimmerfrei abgespielt wird. Ebenso praktisch sind die direkten Umschaltfunktionen der Fernbedienung. Hinsichtlich Ladezeit und Lüftergeräusch hat sich der Blu-ray Player im Vergleich zum BDP-320 bedauerlicherweise nicht verbessert. Wer außerdem auf YouTube sowie eine Streaming-Funktion verzichten kann, ist mit dem – wenn auch etwas teuren – BDP-LX52 sehr gut bedient.
Weiterführende Links
Pioneer BDP-LX52 | Testergebnisse
AUSSTATTUNG
Allgemein
Preis: 600 Euro
Abmessungen: 8,4 x 42 x 28,6 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: kein Netzschalter
Stromverbrauch Standby: 0,4 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 23,1 Watt
Anschlüsse
HDMI: 1x
Component (YUV): 1x (Cinch)
Scart: nicht vorhanden
S-Video: nicht vorhanden
F-BAS: 1x (Cinch)
Digital-Ton: 1x Optisch, 1x Coaxial
Analog-Ton: 2.0
LAN: 1x
Sonstige: Control, RS-232, USB
Wiedergabe
DVD-Medien: –R/+R/-RW/+RW
Blu-ray-Medien: –R/-RE
Disc-Formate: Blu-ray, DVD, CD
Andere Formate: MP3, JPEG, DivX, AVCHD
Info über Datenrate: ja
Speicher für Bildeinstellung: 7x fest / 3x frei (13 Settings)
24p-Ausgabe: ja
BD-Profile 1.1 (Bild-in-Bild): ja
BD-Profile 2.0 (BD-Live): ja
HD-Ton als Bitstream über HDMI: ja
HD-Ton Mehrkanaldecoder: Dolby TrueHD, DTS-HD
| BEWERTUNG | |
| Sehtest: | sehr gut |
| HDMI-Bildauflösung: | 100 % |
| HDMI-Neutralität: | sehr gut |
| BILDQUALITÄT | sehr gut |
| Hörtest: | gut bis sehr gut |
| Qualität Digitalton (Jitter): | 2,46 % |
| Analogton Klangtreue: | 0,2 dB |
| Rauschabstand (S/N): | 96,2 dB |
| TONQUALITÄT | sehr gut |
| Ausstattung: | gut |
| Bedienung: | gut |
| Menü: | gut |
| Material + Verarbeitung | gut |
| Startzeit aus Standby | 20 Sekunden |
| Einlesezeit DVD / Blu-ray | 32 / 33 Sekunden |
| player.de GESAMTWERTUNG | sehr gut |







player.de meint:
März 11th, 2010 um 15:02
Die Player der neuen Pioneer Generation haben preislich enorm angezogen, geopfert wurden gegenüber der Vorgänger Version die eingebauten HD-Decoder mit Analog 7.1 Ausgang.