Ciiju.de: Legale Börse zum Musiktausch mit Freunden

Ciiju.de ist eine Musik-Tauschbörse, auf der Freunde und Familienmitglieder völlig legal ihre Musik austauschen können sollen.
Ciiju.de ist eine Musik-Tauschbörse, auf der Freunde und Familienmitglieder völlig legal ihre Musik austauschen können sollen.

Die Online-Plattform Ciiju.de, ein ehemals vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderter Spin-off der Universität Göttingen, ist eine relativ neue Tauschbörse, auf der Benutzer völlig legal in ihrem Besitz befindliche Musik mit echten Freunden tauschen können sollen.

Der entscheidende Unterschied zum illegalen Filesharing via BitTorrent oder ähnlichen Systemen soll sein, dass die Musik auf Ciiju nur echten Freunden zur Verfügung gestellt wird – nicht der Öffentlichkeit. „Ich kaufe eine CD, leihe diese einem guten Freund von mir aus, der brennt sich eine Kopie. Das war schon immer legal und zulässig. Mit Ciiju.de ist das nun auch bequem online möglich“, erläutert Matthias Quade, Geschäftsführer der Qiiju GmbH.

Laut Ciiju hat ein renommierter Urheberrechtler in einem umfangreichen Rechtsgutachten bestätigt, dass Ciiju absolut gesetzeskonform aufgebaut ist. Dank der lizenzierten Wasserzeichentechnologie des Fraunhofer-Instituts für sichere Informationstechnologie soll Ciiju dabei ohne DRM auskommen. Genereller Hintergrund ist dabei, dass Kopien von Musikstücken nach der sogenannten Privatkopienschranke des -§ 53 UrhG2 angefertigt werden dürfen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Kopien nur zwischen Personen ausgetauscht werden, zwischen denen „enge persönliche Bande“ bestehen.

Bevor Musik getauscht werden kann, muss die eigene Musiksammlung zuerst auf Ciiju.de hochgeladen werden. Dafür hat Ciiju einen speziellen CD-Uploader entwickelt, dessen Bedienung denkbar einfach sein soll: CD einlegen, CD-Uploader starten und ‚Start‘ drücken. Anschließend wird die CD in das MP3-Format umgewandelt, automatisch mit Band-/Sänger- und Track-Informationen versehen und auf den Ciiju.de-Server geladen. Alternativ soll auch ein MP3-Upload direkt vom PC aus möglich sein.

Danach verbindet sich der Nutzer mit ebenfalls angemeldeten Freunden und kann deren Musik mit Unterstützung mehrerer Empfehlungssysteme durchsuchen, tauschen und downloaden. Die heruntergeladene Musik soll sich dann auf jedem beliebigen Endgerät (MP3-Player, Handy, Laptop, :) auch ohne Internetverbindung frei verwenden lassen.

Cijju will mit einer Kombination von Mechanismen sicherzustellen, dass der Austausch nur zwischen echten Freunden stattfindet. Auf Ciiju kann nicht jeder User mit jedem tauschen, sondern nur diejenigen, die das Bestehen einer Freundschaftsbeziehung bestätigt haben.

  • User werden von Beginn der Nutzung an darauf hingewiesen, sich nur mit „echten Freunden“ oder Familienmitglieder zu verknüpfen.
  • Die Anzahl möglicher Freundesverknüpfungen wird gedeckelt, um eine Verknüpfung mit vielen „flüchtigen Bekannten“ zu verhindern.
  • Bei der Bestätigung einer Freundschaftsbeziehung wird von den Nutzern abgefragt, worauf die Freundschaft basiert (z.B. „Wohnen zusammen“, „Studieren zusammen“).
  • Das Kopieren eines hochgeladenen Musikstücks durch Freunde ist nur sieben mal möglich, was die Verknüpfung mit flüchtigen Bekannten mittelbar sanktioniert.
  • Damit diese Beschränkung nicht durch einen wiederholten Upload umgangen wird, werden die Musikstücke mit einem digitalen, unhörbaren und individuellen Wasserzeichen versehen. Die entsprechende Technik wurde Ciiju exklusiv vom Fraunhofer Instituts für sichere Informationstechnologie lizenziert.

player.de meint: Alles in allem klingt das Konzept von Ciiju nicht verkehrt: So kann man mit echten Freunden Musik austauschen, die einem auch wirklich gehört – und das – zumindest laut Ciiju und deren Rechtsexperten – ohne jegliche rechtlichen Bedenken. Lediglich der Gedanke an ein mit normalen Mitteln nicht wahrnehmbares Wasserzeichen, durch dessen bloße Existenz einige eher unschöne Nutzungsmöglichkeiten theoretisch möglich werden, verursacht Bedenken. Den Autor dieses Artikels würde auch einmal interessieren, wie sich die Alsterdurchmischung der Nutzerschaft darstellt. Denn manchmal fragt man sich schon, ob die „Generation BitTorrent“ überhaupt noch eigene originale Musik-CDs besitzt…