Test: Blu-ray Player Sony BDP-S360

Mit dem neuen Sony BDP-S360 konnten wir einen äußerst sparsamen Blu-ray Player testen. Der kompakte Player ähnelt äußerlich dem Vorgänger BDP-S350, bietet aber eine leicht verbesserte DVD-Darstellung.

Vorteile im Überblick:

– liefert ein sehr gutes Kinobild mit 24 Hz Bildwiederholfrequenz
– liefert HD-Ton als Bitstream über HDMI
– unterstützt BD-Live
– auch gut für die digitale Diashow geeignet

Nachteile im Überblick:

– für BD-Live ist zusätzlich ein USB-Speicherstick notwendig
– kann einen guten DVD-Spieler nicht ersetzen

Sony BDP-S360 | Bildqualität bei Blu-ray-Wiedergabe

Fast schon selbstverständlich: Bei den Labormessungen liefert der BDP-S360 perfekte Resultate. Farbcodierung und digitale Pegel stimmen, auch auch ultraschwarze und ultraweiße Bereiche werden nicht gekappt, wie das bei manch anderen Playern der Fall ist. Mit Hilfe von Testbildern lässt sich daher mit dem Sony ein Display korrekt einstellen.

Flimmerfreie Kinobilder im Full-HD-Format gehören zum Standard, da macht auch der Sony Player keine Ausnahme. Egal ob mit 1080/60p oder der originalen Kinobildwechselfrequenz von 24 Bildern pro Sekunde (24p), das Ergebnis überzeugt. Und selbst bei der Vollbildwandlung von 1080i-Material nach 1080p (bei HDTV-Dokus) macht der BDP-S360 eine gute Figur und meistert fast alle Testsequenzen mit Bravour. Lediglich unsere extrem schwierige Szene in der sich ein Frauenportrait langsam zur Seite neigt, bereitet dem Videoprozessor des Sony-Players Schwierigkeiten und es kommt in den Wimpern zu leichtem Flimmern. Nur ganz wenige High-End-Player wie der-  Sony BDP-S5000 ES sowie Pioneers LX-Serie, aber auch der nur 400 Euro teure Pioneer BDP-320 schaffen die Szene komplett ohne Flimmern.

Sony BDP-S360 | Bildqualität DVD

Bislang schafften es Sonys Blu-ray Player DVDs nur dann perfekt zu skalieren, wenn die DVD über einen Vollbildmarker (Progressive Flag) verfügte. War das-  nicht der Fall – etwa bei „Sechs Tage, Sieben Nächte”- dann kam es bei Bewegung (Kameraschwenks) durchgängig zu flimmernden Kanten. Das war insbesondere deswegen verwunderlich, da die Playstation 3 (PS3) sowie aktuelle LCD-Fernseher von Sony hier schon lange keine Fehler mehr produzieren. Nun schafft es auch der BDP-S360, braucht aber in schwierigen Szenen wie etwa unserer beliebte Testsequenz (Strandszene in „Sechs Tage, Sieben Nächte”) einige Sekunden, bis das Bild „einrastet” und ein stabiles Filmbild zeigt. Leider „fliegt” der Player zwischendrin immer wieder aus dem Filmmode und braucht anschließend wieder einige Zeit, bis er wieder hineinfindet. DVDs mit Vollbildmarker dagegen stellen wie bei früheren Playern überhaupt kein Problem mehr dar.

Sony BDP-S360 | Tonqualität

Der BDP-S 360 besitzt keinen internen Audio-Decoder für DTS HD. Wer also von Beginn an bei DTS-HD-Ton nicht nur den 5.1-Kern hören möchte, der muss im Setup des BDP-S360 die BD-Audio-Einstellung „Mischen“ ausschalten.

Bei Blu-ray Filmen mit Dolby Digital plus oder Dolby True HD kommt dagegen immer vollständig decodierter 7.1-PCM-Ton aus dem Player.

Als moderner Player überträgt der neue Sony natürlich alle Hochbit-Tonformate auch als Bitstream zum HDMI-Receiver. Dann entscheidet nicht der Player, sondern der decodierende Receiver mit seinen Wandlern über die Klangqualität. Zwischen Bitstream und PCM werden hauptsächlich bei den beiden DTS-HD-Varianten Unterschiede deutlich: „Jumper” (DTS 7.1 Master Audio) und oder „Der Fuchs und das Mädchen“ (DTS 7.1 High Resolution weisen mit Bitstream an unserem Pioneer Referenz-Receiver (Susano/SC-LX90) eine bessere Raumabbildung auf.

Kommt es zwischen Video und Ton zu zeitlichen Unterschieden, hilft übrigens Sonys AV-Sync-Funktion (Lipsync), die zum Ausgleich des Video-Delays (manche Displays brauchen zur Bildberechnung etwas länger) auf Wunsch auch den Ton um bis zu 120 Millisekunden verzögert.

Sony BDP-S360 | Features und Bedienung

Für manchen Puristen wirkt Sonys Bildschirmmenü wegen der Playstation-Optik auf den ersten Blick-  unübersichtlich. Mit etwas Eingewöhnung kommt man mit dem sogenannten XMB-Menü (Xross Media Bar) aber gut zurecht und navigiert zielsicher auch durch tief verzweigte Menüs. Das XMB-Menü setzt Sony übrigens bei immer mehr Geräten der Unterhaltungselektronik ein: Man findet es nun -neben den beiden Spielekonsolen PS3 und PSP- auch in Blu-ray Playern, AV-Receivern, Fernsehern, Camcordern und Digitalkameras. Auf diese Weise findet man sich mit den unterschiedlichsten Geräten von Sony schnell zurecht, wer einmal ein Sony-Gerät bedient hat, kann auch ein anderes sofort bedienen.

Sonys Player zeigt sich auch informativ: Nach einem Druck auf die Display-Taste der handlichen und gut gruppierten Fernbedienung verrät der BDP-S360 interessante Details zum gerade abgespielten Track. Etwa den aktuellen Video-Codec und die Datenrate. Über die Options-Taste können Rauschfilter sowie drei unterschiedliche Gammakennlinien für verschieden helle Umgebungen ausgewählt werden.

Erfreulich sind auch die Ladezeiten des Sony BDP-S360. Zwar gehört er mit 22 Sekunden für eine Blu-ray und 18 Sekunden für eine DVD noch immer nicht zu den absoluten Sprintern wie etwa Samsungs BD-P3600, doch er bewegt sich damit im akzeptablen Bereich. Der zuschaltbare Schnellstartmodus verkürzt zwar die Startzeit aus dem Standby auf sechs Sekunden, funktioniert aber nur, wenn die Disc zwischenzeitlich nicht gewechselt wurde. Der Schnellstart hat aber auch einen Nachteil: Der Standby-Stromverbrauch erhöht sich von 0,2 auf auf 6 Watt. Da sich der BDP-S360 im Betrieb lediglich knapp 12 Watt genehmigt, gehört er bei abgeschaltetem Schnellstart zu den sparsamten Blu-ray Playern, die es derzeit gibt und verdient unser Lob. Die geringe Leistungsaufnahme hat auch einen weiteren positiven Effekt: Selbst in wärmerer Umgebung läuft der Lüfter nur sehr selten an und selbst dann bleibt die Geräuschentwicklung akzeptabel niedrig.

Sony BDP-S360 | Multimedia-Fähigkeiten

Auch wenn es die XMB-Oberfläche vermuten ließe, kann der BDP-S360 nicht mit den umwerfend vielfältigen und ausgeklügelten Multimediafeatures der Playstation mithalten. So kann er noch immer keine DivX-Videos abspielen, gibt aber immerhin Videos von HDTV-Camcordern im AVCHD-Format wieder. Auf CD oder DVD gebrannte MP3-Dateien und JPEG-Fotos spielt er dagegen komfortabel ab. Der BDP-S360 punktet dabei vor allem bei der Fotowiedergabe, indem er die Auswahl anhand der übersichtlichen Darstellung mit Vorschaubildern erleichtert. Zudem bringt er die Fotos in bester Skalierung auf den Schirm und arbeitet dabei auch noch sehr flott, denn das jeweils nächste Foto wird bereits im Hintergrund in den Speicher geladen, um anschließend schnell abrufbar zu sein.

Schade ist dabei, dass die USB-Schnittstelle des BDP-S360 lediglich als Speichererweiterung für BD-Live Downloads dient. Da kein interner Speicher verbaut ist, muss für die modernen Blu-ray-Extras unbedingt ein separater USB-Stick erworben werden. Angesichts der aktuellen Speicherpreise können wir nicht nachvollziehen, warum Sony keinen USB-Speicherstick-  beilegt. Weitere Multimediafeatures bietet der Player nicht, sodass ihm hier die Konkurrenz von Samsung, LG und Panasonic mit ihren Möglichkeiten des drahtlosen Internet-Zugangs, dem Abruf von YouTube-Videos oder dem Streaming weit voraus ist.

Sony BDP-S360 | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis
: 300 Euro
Abmessungen: 5,6 x 43 x 21,3 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: kein Netzschalter
Stromverbrauch Standby: 0,2 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 12,3 Watt

Anschlüsse
HDMI: 1x
Component (YUV): 1x (BNC)
Scart: nicht vorhanden
S-Video: nicht vorhanden
F-BAS: 1x
Digital-Ton: 1x Optisch, 1x Coaxial
Analog-Ton: 2.0
LAN: 1x
Sonstige: 1x USB

Wiedergabe
DVD-Medien: -R/+R/-RW/+RW
Blu-ray-Medien: -R/-RE
Disc-Formate: BD/DVD/CD
Andere Formate: MP3/JPEG/AVCHD
Info über Datenrate: ja
Speicher für Bildeinstellung: 3x fest/1x frei (3 Settings)
24p-Ausgabe: ja
BD-Profile 1.1 (Bild-in-Bild): ja
BD-Profile 2.0 (BD-Live): ja
HD-Ton als Bitstream über HDMI: ja
HD-Ton Mehrkanaldecoder: Dolby Digital Plus/Dolby TrueHD/DTS-HD

BEWERTUNG
Sehtest: sehr gut
HDMI-Bildauflösung: 100 %
HDMI-Neutralität: gut
BILDQUALITÄT sehr gut
Hörtest: sehr gut
Qualität Digitalton (Jitter): 2,81 %
Analogton Klangtreue: 0,2 dB
Rauschabstand (S/N): 103 dB
TONQUALITÄT sehr gut
Ausstattung: gut
Bedienung: gut
Menü: befriedigend
Material + Verarbeitung gut
Startzeit aus Standby 24 Sekunden
Einlesezeit DVD / Blu-ray 18 / 22 Sekunden
player.de GESAMTWERTUNG sehr gut

player.de meint:

An den Blu-ray-Bildern des neuen Sony BDP-S360 gibt es nichts zu kritisieren. Faszinierenem Heimkinoerlebnis von Blu-ray steht somit nichts im Wege. DVDs gibt er zwar besser als sein Vorgänger wieder, die Qualität einer PS3 erreicht er aber leider nicht. Dafür ist er schön sparsam und leise. Insgesamt ein solides Gerät zum fairen Preis.

Weiterführende Links

Sony BDP-S360 Produktseite