Test: Blu-ray Player Samsung BD-P3600

Die beiden neuen Samsung Blu-ray Player BD-P1600 (Einsteigerklasse, 280 Euro) und BD-P4610 (Designmodell, 450 Euro) konnten wir bereits im Labor von AV T.O.P. Messtechnik ausführlich unter die Lupe nehmen. Der jetzt eingetroffene BD-P3600 reiht sich genau in der Mitte der beiden Player ein. In Punkto Ausstattung und Multimediafunktionen entspricht er fast dem Topmodell, bleibt preislich aber mit knapp 400 Euro ein wenig darunter.

Vorteile im Überblick:

– zeigt ein sehr gutes Kinobild mit 24p
– gibt HD-Ton als Bitstream über HDMI aus
– kann HD-Ton auch analog ausgeben
– unterstützt BD-Live
– spielt Multimediadaten über USB und LAN (Streaming)
– Netzwerkverbindung optional auch per WLAN
– sehr gut als DVD-Player zu gebrauchen

Nachteile im Überblick:

– die JPEG-Fotodarstellung reicht kaum über PAL-Niveau hinaus
– Streamingfunktion nicht DLNA-kompatibel

Samsung BD-P3600 | Bildqualität bei Blu-ray-Wiedergabe

Wie nicht anders zu erwarten, liefert der Samsung BD-P3600 im Labor überzeugende Ergebnisse, ganz so wie die beiden anderen bereits getesteten Neuheiten, der BD-P1600 und der BD-P4610. Einzig bei der Bildausgabe über HDMI im RGB-Format gibt es etwas zu kritisieren: Hier kappt der Player ultraschwarze Bereiche und verschenkt damit die Möglichkeit,-  das Display anhand von Testbildern optimal einstellen zu können. Im YUV-Farbraum – und darauf einigen sich Player und Display in der Regel – zeigt der BD-P3600 vollständige und korrekte Werte.

Eigentlich keine Besonderheit mehr, da heute selbstverständlich: Kinobilder gibt der Samsung im Format 1080/60p und der ruckelarmen Variante 1080/24p gleichermaßen perfekt aus. Nicht alltäglich und zugleich besonders nützlich erweist sich die dreistufige Schärfeanhebung, mit der sich Defizite älterer Displays oder schlecht produzierter Filme ausgleichen lassen.

HD-Dokumentations- und Filmmaterial, das mit 30, 50 oder 60 Bildphasen aufgenommen wurde und im Heimkino eher eine untergeordnete Rolle spielt, wird vom Videoprozessor des BD-P3600 in nahezu perfekte Vollbilder umgewandelt. Nur an einer besonders kritischen Szene beißt sich der De-Interlacer des BD-P3600 die Zähne aus, aber das passiert bei den meisten Playern. Nur besonders hochwertige Geräte wie etwa Pioneers LX-Serie meistern die sich langsam bewegende Portraitaufnahme perfekt. Löbliche Ausnahme für nur 400 Euro: Der jüngst getestete Pioneer BDP-320

Samsung BD-P3600 | Bildqualität DVD

Bei der Blu-ray-Wiedergabe moderner Player gibt es eigentlich schon seit längerem kaum mehr etwas zu kritisieren. Bei der DVD-Wiedergabe sieht es dagegen noch immer ein wenig anders aus, hier trennt sich momentan noch die Spreu vom Weizen.

Längst nicht jeder Player gibt DVDs in der bestmöglichen Qualität wieder, Besitzer des Samsung BD-P3600 dürfen sich allerdings freuen. Er kommt komplett ohne Umschaltung des Filmmode aus, erkennt also selbständig ob es sich um Kino- oder TV-Material handelt und setzt die Bilder in der richtigen Reihenfolge zu Vollbildern zusammen.

Beim Animationsfilm „Cars“ sind so an den Karosserien der Rennwagen oder im Kühlergrill keinerlei-  flimmernde Bildkanten zu sehen und auch in der Totalen des Stadiums erscheinen selbst filigrane Details ausgesprochen fein gezeichnet. Dafür zeichnet sich die fantastische Skalierung des Samsung verantwortlich. PAL-Material mit 720 x 576 Pixel wird perfekt auf die volle Bildauflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten hochgerechnet, weshalb die aktuellen Samsung-Player das schräg nach unten hängende Propellerblatt der einmotorigen DHC Beaver in „Sechs Tage, Sieben Nächte“ im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern ohne jegliche Treppenstufen zeigen.

Samsung BD-P3600 | Tonqualität

Selten, dass ein Blu-ray Player der unteren Mittelklasse sämtliche Tonformate so flexibel liefert, wie der Samsung BD-P3600. Zum einen liefert er den HD-Ton an moderne Receiver als Bitstream, ältere Receiver versorgt er zum anderen mit vollständig decodiertem HD-Ton über HDMI als PCM.

Damit nicht genug, versorgt er auch ganz alte AV-Receiver oder Vorstufen über seinen analogen 7.1-Tonausgang. Hier haben die Entwickler aber leider etwas übersehen: Die Schwierigkeit bei analogem Mehrkanalton liegt in der Regel nicht bei der Klangqualität sondern bei ausreichend flexiblen Einstellmöglichkeiten.

Im Lautsprecher-Setup des BD-P3600 lassen sich zwar Größe und Zahl der Boxen auswählen, nicht aber deren Pegel und die Laufzeit. Der für eine gute Klangqualität obligatorische Boxen-Abgleich scheitert so fast immer, da nur ganz wenige Top-Receiver wie ein Denon AVC A1 HD diese Einstellungen auch am analogen 7.1-Eingang bieten.

Wie schon Samsungs BD-P1600 oder LGs BD370 hat auch der BD-P3600 etwas Besonderes in Sachen Audio zu bieten: Die HD-Tonformate spuckt er auf Wunsch für ältere Receiver als neu encodierten DTS-Ton über seine S/P-DIF-Schnittstelle aus und sorgt so sogar klanglich für-  gesteigerte Dynamik und präzisere Hochtonauflösung. Bemerkenswert!

Samsung BD-P3600 | Features und Bedienung

Als Blu-ray-Player und sogar als DVD-Spieler ist der BD-P3600 mit allen Wassern gewaschen und findet dabei sogar auch noch beim Bedienkomfort für Beachtung: Über die INFO-Taste der praktisch gestalteten Fernbedienung gelangt man direkt zu den beiden Schärfe- und Rauschfiltern um auch betagteren Displays oder Filmen das letzte Quäntchen Qualität zu entlocken.

Die Tasten zur Steuerung des Laufwerks leuchten im Dunkeln nach und sorgen so für die leichtere Bedienung. Als Spielerei empfinden wir allerdings das Piepsen in unterschiedlicher Tonhöhe der Softkeys am Player. Etwas Übung vorausgesetzt, dürfte man damit zwar nach kurzer Zeit das Gerät auch zielsicher im Dunkeln ohne Fernbedienung steuern können, doch auf Dauer ist das Piepsen eher störend als hilfreich. Zum Glück lässt sich das Piepsen aber im Einstellungsmenü des Players abschalten.

Das Bildschirmmenü des BD-P3600 ist erfreulich übersichtlich gestaltet und sehr einfach bedienbar. Hier lassen sich alle HDMI-Auflösungen zwischen 576i und 1080p sowie die 24p-Wiedergabe sicher einstellen. Bei Problemen kehrt der Samsung automatisch auf das zuletzt eingestellte Bildformat, wenn man die neue Auflösung nicht explizit bestätigt.

Eine richtige Rekordmarke setzt der BD-P3600 in Punkto Reaktionszeit. Binnen 15 Sekunden nach dem Einschalten zeigt er ein Blu-ray-Bild an und bei einer DVD benötigt er nur 10 Sekunden. Damit kommen wir allmählich sogar in einen akzeptablen Zeitbereich. Außerdem lobenswert: Vom Laufwerk selbst ist so gut wie nichts zu hören und auch vom Lüfter ist selbst bei warmer Umgebungsluft kaum etwas zu vernehmen.

Samsung BD-P3600 | Multimedia-Fähigkeiten

Wie wir schon beim Test des BD-P4610 festgestellt haben, ist Samsungs PC-Streaming Funktion zwar eine gute Idee, aber irgendwie nicht wirklich praktisch umgesetzt. Da im Gegensatz zu auf DLNA- oder UPnP-basierenden Lösungen wie sie Samsung übrigens für seine Fernseher einsetzt, keine Navigationsbäume generiert werden, läuft der Abruf ausschließlich über die interne Verzeichnisstruktur des Computers. Das erschwert das Navigieren in einer großen Mediensammlung, außerdem dauert die manuelle Anmeldung von IP-Adresse und Passwort via Bildschirmtastatur ziemlich lang und lässt sich nicht abspeichern, muss also bei jedem Netzwerkzugang neu eingegeben werden.

Immerhin kann man neben MP3-Musik und einfachen DivX-Videos sogar DivX-HD-Filme wie „Elephants Dream“ in 720p oder „Big Buck Bunny“ in 1080p streamen. Wer will, kann das mit dem beiliegenden WLAN-Dongle (bei anderen Geräten von Samsung sind dafür bis zu 100 Euro extra fällig) sogar drahtlos erledigen lassen.

Kritik hagelt es auch bei der Fotodarstellung: Wie die beiden anderen aktuellen Samsung-Player, zeigt auch der BD-P3600 Fotos generell unscharf und skaliert sie mit vertikal und horizontal halbierter HD-Auflösung. Aktuelle Samsung Fernseher sind hier bessere Multimedia-Talente: Sie zeigen Fotos in perfekter Full-HD-Qualität und decodieren mehr Video-Codecs über die komfortablere DNLA-Anbindung.

Samsung BD-P3600 | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis
: 400 Euro
Abmessungen: 5,5 x 44 x 25 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: kein Netzschalter
Stromverbrauch Standby: 0,2 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 21 Watt

Anschlüsse
HDMI: 1x
Component (YUV): 1x (BNC)
Scart: nicht vorhanden
S-Video: nicht vorhanden
F-BAS: 1x
Digital-Ton: 1x Optisch
Analog-Ton: 2.0, 7.1
LAN: 1x
Sonstige: 2x USB

Wiedergabe
DVD-Medien: -R/+R/-RW/+RW
Blu-ray-Medien: -R/-RE
Disc-Formate: BD/DVD/CD
Andere Formate: MP3/JPEG/DIVX/AVCHD
Info über Datenrate: nein
Speicher für Bildeinstellung: 3x fest/1x frei (2 Settings)
24p-Ausgabe: ja
BD-Profile 1.1 (Bild-in-Bild): ja
BD-Profile 2.0 (BD-Live): ja
HD-Ton als Bitstream über HDMI: ja
HD-Ton Mehrkanaldecoder: Dolby Digital Plus/Dolby TrueHD/DTS-HD

BEWERTUNG
Sehtest: sehr gut
HDMI-Bildauflösung: 100 %
HDMI-Neutralität: gut
BILDQUALITÄT sehr gut
Hörtest: sehr gut
Qualität Digitalton (Jitter): 2,7 %
Analogton Klangtreue: 0,2 dB
Rauschabstand (S/N): 103,3 dB
TONQUALITÄT sehr gut
Ausstattung: gut
Bedienung: gut
Menü: befriedigend
Material + Verarbeitung gut
Startzeit aus Standby 14 Sekunden
Einlesezeit DVD / Blu-ray 10 / 15 Sekunden
player.de GESAMTWERTUNG sehr gut

player.de meint:

Samsungs BD-P3600 begeistert mit hervorragender Bildqualität, einem schnellen Laufwerk und großer Flexibilität bei der Audiowiedergabe. Etwas weniger begeistert die teils umständliche Bedienung beim PC-Streaming und die unscharfe Fotodarstellung.

Weiterführende Links

Samsung BD-P3600 Produktseite