Test: Blu-ray Player Pioneer BDP-320
Kategorie(n) Blu-ray, Blu-ray-Player-Tests, Hardware-Player, Testberichte vom 21.Jul.2009
Kaum auf der High End 2009 das erste Mal im Licht der Öffentlichkeit (wir berichteten) zu sehen gewesen, hat Pioneers neuer Blu-ray Player BDP-320 nun bereits in unser Testlabor durchlaufen. Der Player ist einer von zwei neuen Blu-ray Playern, mit denen Pioneer auch preisbewusste Einsteiger adressieren möchte. Obwohl preislich deutlich unterhalb der LX-Modelle angesiedelt, bietet der BDP-320 trotzdem alle Top-Videofeatures der Japaner, unterstützt BD-Live und spielt Multimediadaten komfortabel ab. Lediglich der analoge Audioteil wurde auf Stereoausgabe eingedampft.
Vorteile im Überblick:
- liefert ein sehr gutes Kinobild mit 24p (Blu-ray)
- spielt auch DVDs mit hoher Qualität
- hat umfangreiche Videoregler
- gibt HD-Ton über HDMI als Bitstream und PCM aus
- unterstützt BD-Live
Nachteile im Überblick:
- der Lüfter ist in leisen Passagen zu hörbar
- Blu-rays und DVDs werden gähnend langsam eingelesen
PIONEER BDP-320 | Bildqualität bei Blu-ray-Wiedergabe
Eigentlich nicht anders zu erwarten: Der neue Pioneer BDP-320 liefert in allen Labortests perfekte Messwerte. Im HDMI-Modus “Direkt” spielt er Blu-ray Kinofilme in makelloser Kinoqualität mit 24 Bildern pro Sekunde. Von Pioneers High-End Playern aus der LX-Reihe hat der BDP-320 sogar die komfortablen und nützlichen Videoregler geerbt. So lassen sich je nach persönlichem Geschmack feine Bilddetails der Blu-ray-Disc weicher oder angespitzt darstellen, auch eine hellere oder dunklere Gamma-Charakteristik ist möglich. Das klappt auch bei der von den meisten Heimkinofans bevorzugten Ausgabe mit der originalen Kino-Bildwechselfrequenz von 24 Bildern pro Sekunde (Ausgabe in 24p) – nur die vier Rauschfilter lassen sich hier nicht nutzen.
Stellt man den Pioneer BDP-320 vom Direkt-Modus auf 1080p-Ausgabe, dann zeigt er HDTV-Produktionen mit 30, 50 oder 60 Bildern pro Sekunde in fast konkurrenzlos – zumindest in seiner Preisklasse – guter Vollbildqualität. Nahezu jede unserer kritischen Testsequenzen meistert der BDP-320 mit Bravour und legt dabei das gleiche gute Ergebnis an den Tag wie etwa seine deutlich teureren großen Brüder BDP-LX08 oder BDP-LX91. Das Flimmern der Wimpern in einer langsam bewegten Portraitaufnahme verschwindet im „Pure Cinema“ Modus komplett und TV-Produktionen sowie Kinofilme zeigt der Pioneer im Modus „Auto 1“ absolut sauber. Eine starke Leistung.
PIONEER BDP-320| Bildqualität DVD
Auch für Besitzer von DVDs hat der Pioneer was zu bieten: Stellt man den Player vom Modus „Auto 1“ auf „Pure Cinema“ wandelt der BDP-320 selbst Bilder von DVDs ohne Vollbildmarker wie etwa „Sechs Tage, Sieben Nächte“ in nahezu perfekte Vollbilder. Zusammen mit den Videoreglern und Rauschfiltern kann man nun auf Wunsch umfangreiches Bildtuning betreiben und seine komplette DVD-Sammlung mit optimalem Bild genießen.
Aber ganz fehlerfrei ist Pioneers Neuer leider nicht: Die Skalierung fast senkrechter Bildkanten gelingt ihm nicht perfekt. So zeigt etwa das nach unten stehende Propellerblatt der einmotorigen De Havilland Beaver in “Sechs Tage, Sieben Nächte” auch in hochskalierter 1080p-Auflösung winzige Treppenstufen, als Pilot Quinn (Harrison Ford) mit der Wartung seiner Maschine beschäftigt ist. Hier haben andere Player wie etwa Samsungs aktuelle Modelle BD-P4610, BD-P3600 oder BD-P1600 die Nase vorn.
PIONEER BDP-320 | Tonqualität
Zum guten Ton gehört auf jeden Fall die vollständige Übertragung der HD-Formate als Bitstream, punkten kann ein Player dann, wenn er auch noch intern vollständig zu PCM dekodiert und nicht etwa von DTS-HD nur den 5.1-Kern ausgibt. Beides beherrscht der Pioneer BDP-320 und eignet sich daher als Zuspieler sowohl für ältere als auch moderne AV-Receiver.
Tipp: Um mit alten Receivern ohne HDMI-Eingang konventionellen S/PDIF-Ton in Dolby Digital oder DTS zu hören, muss man den HDMI-Ausgang nicht im HDMI-Menü sondern im grundlegenden Setup-Navigator-Menü deaktivieren, sonst gibt der optische Digitalausgang nur 2.0-Ton aus.
Auch beim Musikhören überzeugt der BDP-320: Sein analoger Stereoausgang klingt erstaunlich räumlich und rund. Über HDMI und ohne PQLS-Funktion (Precision Quartz Lock System, Pioneers eigene Funktion, um Jitter im Zusammenspiel mit den hauseigenen Receivern zu vermeiden) klingt CD-Ton dagegen leicht heller und unangenehmer.
PIONEER BDP-320 | Features und Bedienung
Im Gegensatz zum BDP-LX 08 ist der BDP-320 auch etwas für Freunde von Multimediainhalten. So spielt er neben AVCHD- und DivX-Videos oder MP3-Musik auch JPEG-Bilder ab. Die Fotodarstellung gelingt dem Player sowohl mit niedrigen als auch mit hohen Auflösungen in hervorragender Qualität (Skalierung). Nur beim Navigationstempo könnte der Japaner ein wenig zulegen – besonders wenn es um das Laden großer Dateien geht.
Dank Netzwerkschnittstelle holt sich der Player BD-Live-Extras aus dem Internet. Die Daten werden auf einer internen 1GByte großen SD-Speicherkarte zwischengelagert. Für größere Speichermengen von BD-Live-Downloads ist eine rückseitige USB-Schnittstelle vorhanden. Ansonsten hat das Anschlussfeld des Pioneer nur das Nötigste zu bieten: Ein HDMI 1.3 Ausgang (zu 48 Bit Deep Colour und x.v.Color kompatibel), ein optischer Digitalausgang und Cinch-Buchsen für analogen Stereoton.
Weniger modern zeigt sich Pioneer beim Laufwerk des BDP-320: Ganze 28 Sekunden vergehen, bis sich nach dem Einschalten aus dem Standby heraus die Schublade öffnet. Bis das Menü einer DVD auf dem Schirm erscheint, vergehen stattliche 32 Sekunden und bei einer Blu-ray lässt sich der Player sogar ganze 43 Sekunden Zeit – das ist wirklich gähnend langsam! Aber wenigstens ist vom Laufwerk so gut wie nichts zu hören, im Gegensatz zum Lüfter der bei höheren Außentemperaturen in leisen Passagen durchaus hörbar zu Gange geht.
PIONEER BDP-320 | Testergebnisse
AUSSTATTUNG
Allgemein
Preis: 400 Euro
Abmessungen: 7,5 x 42 x 28,6 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: kein Netzschalter
Stromverbrauch Standby: 0,2 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 21,2 Watt
Anschlüsse
HDMI: 1x
Component (YUV): 1x
Scart: nicht vorhanden
S-Video: nicht vorhanden
F-BAS: 1x
Digital-Ton: 1x Optisch
Analog-Ton: 2.0
LAN: 1x
Sonstige: 1x USB
Wiedergabe
DVD-Medien: –R/+R/-RW/+RW
Blu-ray-Medien: –R/-RE
Disc-Formate: BD/DVD/CD
Andere Formate: MP3/JPEG/AVCHD/DivX
Info über Datenrate: ja
Speicher für Bildeinstellung: 7x fest, 3x frei
24p-Ausgabe: ja
BD-Profile 1.1 (Bild-in-Bild): ja
BD-Profile 2.0 (BD-Live): ja
HD-Ton als Bitstream über HDMI: ja
HD-Ton Mehrkanaldecoder: Dolby Digital Plus/Dolby TrueHD/DTS-HD
| BEWERTUNG | |
| Sehtest: | sehr gut |
| HDMI-Bildauflösung: | 100 % |
| HDMI-Neutralität: | sehr gut |
| BILDQUALITÄT | sehr gut |
| Hörtest: | sehr gut |
| Qualität Digitalton (Jitter): | 2,5 % |
| Analogton Klangtreue: | 0,1 dB |
| Rauschabstand (S/N): | 92,9 dB |
| TONQUALITÄT | sehr gut |
| Ausstattung: | gut |
| Bedienung: | gut |
| Menü: | gut |
| Material + Verarbeitung | gut |
| Startzeit aus Standby | 25 Sekunden |
| Einlesezeit DVD / Blu-ray | 32 / 43 Sekunden |
| player.de GESAMTWERTUNG | sehr gut |
player.de meint:
Wer im Heimkino auf YouTube-Videos oder DLNA-Features verzichten kann, der findet mit dem Pioneer BDP-320 einen Blu-ray Player, der sich zu den bildtechnisch besten und professionellsten BD-Playern überhaupt zählen kann. Etwas störend finden wir allerdings die langen Ladezeiten und das durchaus hörbare Lüftergeräusch.











Juli 23rd, 2009 um 16:10
Der Lüfter des BDP-320 ist nicht nur “durchaus hörbar”, er nervt auch.
Bei drei von mir getesteten Playern war nach ca. 40 Minuten Spieldauer nicht nur das Luftrauschen zu hören, sondern auch ein nerviger, sirrender Ton. Nur durch die vollständige Entkopplung des Lüfters vom Gehäuse war Besserung möglich. Aber so ruhig wie beim Panasonic DMP-BD80 war der Lüfter des BDP-320 auch dann noch nicht!
Schade, aber trotz guter Bild- und Tonwiedergabe ist die Geräuschkulisse des BDP-320 für den Preis von ca. 380 Euro einfach zu unangenehm.
September 7th, 2009 um 05:53
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